Forum: Blogs
Angeklickt: Sieh her, ich bin ein Fastenbrecher!

 

Seite 1 von 3
suane 20.07.2013, 10:57
1.

So weit ist Tunesien scheinbar nicht von uns entfernt. Dort ist es zumindest nicht gesetzlich verboten zu essen und zu trinken. Dagegen ist das Tanzen in einigen Teilen Deutschlands noch immer verboten, weil Religiöse der ganzen Gesellschaft immer ihre Vorstellungen aufdrängen wollen, sofern sie die Chance und Macht dazu haben.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Dany Sahne 20.07.2013, 11:24
2.

Ich finde schon, dass das Tanzverbot an einigen wenigen Tagen im Jahr - so ganz generell - etwas anderes ist, als Menschen dafür einzukerkern, weil sie im Hochsommer um die Mittagszeit in der Öffentlichkeit einen Schluck Wasser trinken - und das über einen ganzen Monat lang! Meinetwegen bräucht's das Tanzverbot nicht, aber der Unterschied ist nicht nur graduell.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Jurist2 20.07.2013, 11:29
3.

In dem Blogbeitrag wird auf einen Artikel in der Süddeutschen verwiesen. In diesem Interview sagt "die weibliche Stimme der tunesischen Revolution" Lina Ben Mhenni über Adel Almi, der in dem Blog als "Geistlicher" ausgegeben wird: "Eigentlich hat Adel Almi nichts zu melden in Sachen Religion und Islam. Er ist kein Geistlicher. Seinen Nachbarn und den Menschen in seinem Viertel zufolge war er ein einfacher Gemüsehändler, der bekannt dafür war, aggressiv und unfreundlich zu sein."

Jurist 2

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Sibylle1969 20.07.2013, 12:09
4.

Ich finde die Aktion gut. Man sollte sich dagegen wehren, dass einem unsinnige religiöse Regeln aufgezwungen werden. Religion sollte Privatsache sein. Darüber hinaus hat es im Juli in Tunesien mit Sicherheit 15 Stunden Tageslicht. Es ist hochgradig gesundheitsgefährdend, so lange nichts zu essen und besonders zu trinken. Und die Aufforderung, dass Geschäfte und Restaurants bitte schön während des Ramadans tagsüber schließen sollen, um niemanden in Versuchung zu führen, ist haarsträubend.

Ich bin ein strikter Anhänger von Säkularismus, d.h. strikter Trennung von Staat und Religion. Ich hoffe sehr, dass in Tunesien, dem früher liberalsten arabischsprachigen Staat, die Säkularen nicht von den Islamisten unterdrückt werden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Eu1ropa 20.07.2013, 13:21
5. Tanzen usw

naja... es geht an Karfreitag nicht um eine Kungelei zwischen Staat und Kirche, sondern um den Schutz des Staates, die religiösen Gefühle eine bedeutenden Menge der Bürger zu schützen. Dieser Tag ist der höchste evangelische Feiertag. In einer Zeit, in der sich Werte so rapid ändern, ist es nicht erstaunlich, dass es Menschen gibt, denen die religiösen Gefühle der andern nicht schützendswert sind. es verlangt kein ernstzunehmender, dass nichts gegessen wird am Tag. es geht um das öffentliche Essen tagsüber. Wer sich in einer muslimischen Kultur daran stört, wer dagegen aufbegehrt, zeigt, wie wenig ihm der andere Wert ist. Aber im Ernst: warte eine Generation und die Diskussion um das öffentliche Essen wird es bei und sich geben. Libanon lässt grüßen... ein Land, das mohamedanisiert wurde und die Christen verdrängte

Beitrag melden Antworten / Zitieren
max-mustermann 20.07.2013, 13:56
6.

Zitat von Dany Sahne
Ich finde schon, dass das Tanzverbot an einigen wenigen Tagen im Jahr - so ganz generell - etwas anderes ist, als Menschen dafür einzukerkern, weil sie im Hochsommer um die Mittagszeit in der Öffentlichkeit einen Schluck Wasser trinken - und das über einen ganzen Monat lang! Meinetwegen bräucht's das Tanzverbot nicht, aber der Unterschied ist nicht nur graduell.
Aber die Ursache ist die selbe, Religiöse Eiferer die meinen anderen vorschreiben zu können was sie zu tun und zu lassen haben. Soll doch jeder handhaben wie er will aber nicht seine Mitmenschen damit beheligen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
zodiac68 20.07.2013, 14:05
7.

"Tanzen am Karfreitag" ... warum werden religiösen Gefühle verletzt wenn man weis das irgend wo in D, oder auch der eigenen Stadt, Leute anderer Meinung sind und an so einem Tag auch Tanzen? Es wird ja niemand gezwungen an solchen Veranstaltungen teil zu nehmen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
gimmix 20.07.2013, 14:08
8.

Niemand würde durch die Aufhebung des Tanzverbotes am Karfreitag zum Tanzen gezwungen. Es sollte jedem freistehen das zu tun und lassen was er möchte, aus religiösen oder anderen Gründen- solange er oder sie damit nicht andere beeinträchtigt. Aber ebendas passiert hier. Wie wichtig eine Trennung von Kirche(als Privatsache) und Staat(zur Regelung des gesellschaftlichen Zusammenlebens) wird doch immer deutlicher. Auch der arabische 'Frühling' ist eines der stärksten Argumente dafür! Alle Menschen sind frei geboren und gleich an Rechten- dieses fundamentale Prinzip lehnen alle grossen Religionen ab, es ist für mich allerdings alternativlos!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
biobanane 20.07.2013, 14:32
9.

Nö, das hat nichts mit Eiferei zu tun, sondern mit Rücksichtnahme. Da immer noch ein großer Teil der deuschten Bevölkerung christlich ist, kann man an zwei tagen auch darauf Rücksicht nehmen, und deren religiöse Trauer nicht stören. Man darf ja tanzen und saufen soviel man will, nur eben nicht öffentlilch. ISt also nur ein Verbot für die Veranstalter und nicht für die Menschen. Die beiden Fastenzeiten - ja, auch der Advent war mal eine - haben ja glücklicherweise keine Bedeutung mehr für uns. Wobei viele religiöse Riten - ich selbst bin vor 30 Jahren aus der Kriche ausgetreten - durchaus Sinn machen, wie eben die Fastenzeit oder der fleischfreie Freitag.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 3