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Angeschlagene Baumarktkette: Praktiker tauscht Chef aus
DPA

Führungswechsel bei der kriselnden Baumarktkette Praktiker: Sanierer Thomas Fox geht, der bisherige Aufsichtsrat Kay Hafner soll das Unternehmen zurück auf Gewinnkurs bringen. Dabei kann er auf einen neuen Geldgeber zählen. Baumarktkette Praktiker wechselt Chef aus - SPIEGEL ONLINE

mwroer 14.05.2012, 08:47
1. HIer wäre meine Idee

Macht aus dem Ding wieder einen Baumarkt. Das aktuelle Konzept 'Rudi's Resterampe' mit denn gleichen schlechten Elektroprodukten wie Real, minderwertigen Außenprodukten und einem Angebot das nur den Schein verkauft (Sanitär als Beispiel - schicke Badewannen, aber die müssen auch installiert werden und da fehlt eine passende Auswahl an Material) ist einfach nicht tragfähig.

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liquimoly 14.05.2012, 08:54
2. Niedrige Preise ?

Ich empfehle Ihnen dringend den Besuch einer Praktiker-Filiale zusammen mit Profi-Handwerkern, die die Marktpreise für Baustoffe, Syphons, Bohrer, Tesa-Krepp etc. aus eigener Einkaufstätigkeit kennen.
Eine größere Apotheke kenne ich nicht!
Die Preise sind um mehr als 100% überteuert, und lassen die Bauprojektkosten vieler Gewerke genauso teuer werden, als wenn man mehrere Fachfirmen ein Angebot incl. Stundenlohn machen lässt.
Will heißen:
Die Ersparnis durch Eigenleistung wird durch die hohen Praktiker-Preise meist aufgefressen.

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nachdenklichh10 14.05.2012, 09:13
3. Ein Mittelstandsvertreter plaudert aus einem Argumentationsheftchen der Markt intern

Zitat von liquimoly
Ich empfehle Ihnen dringend den Besuch einer Praktiker-Filiale zusammen mit Profi-Handwerkern, die die Marktpreise für Baustoffe, Syphons, Bohrer, Tesa-Krepp etc. aus eigener Einkaufstätigkeit kennen. Eine größere Apotheke kenne ich nicht! Die Preise sind um mehr als 100% überteuert, und lassen die Bauprojektkosten vieler Gewerke genauso teuer werden, als wenn man mehrere Fachfirmen ein Angebot incl. Stundenlohn machen lässt. Will heißen: Die Ersparnis durch Eigenleistung wird durch die hohen Praktiker-Preise meist aufgefressen.
Nette Idee. Scheitert dann leider daran dass der Betrieb den Einkauspreisvorteil nicht an den Auftraggeber weitergibt...
In der Zwischenzeit gehe ich für Eckpreisartikel weiter zum Praktiker.
Gerade in der Werbung hat der mit Abstand die besten Preise. Sie kaufen ja auch nicht alles beim Aldi, sondern gehen zum Ergänzungseinkauf in den Real, Edeka, Rewe usw. oder?

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Pedro1000 14.05.2012, 10:33
4. Ehemals Metro Gruppe

Was Metro abstösst sollte man nur nach intensiver Prüfung kaufen. Gleiches gilt für den Staat (siehe Telekom "s.g. Volksaktien"). Wer ist dieser anonyme Investor?

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H.Lorenz 14.05.2012, 12:43
5.

Also meine Erfahrungen ... ich mußte wirklich bei bestimmten Stellen dieses Artikels prustend lachen.

Hier in Berlin hat man wirklich die Qual der Wahl. Alle großen Baumarktketten geben sich hier ein Stell-Dich-Ein. Und ja, natürlich vergleicht man: Preis, Qualität, Beratung, Service. Vor Jahren bereits hat sich Hornbach herauskristallisiert. Optisch nie so chic wie der dynamisch gestylte Hellweg oder der knallig bunte Obi, aber eigenartiger Weise (fast) immer der günstigste. Und noch heute schaue ich bei einer genauen Artikelvorstellung in ein, zwei Baumärkte, die auf dem Weg zu Hornbach liegen, wie denn dort die aktuelle Preislage ist. Hornbach ist günstiger - und sie verkaufen auch nicht solche Billig-Eigenmarken wie "Bonus", "budget" oder "Max Bahr", die in einigen Fällen wirklich gefährlich sind. Und selbst wenn doch mal einer günstiger ist, wie neulich bei grohe-Mischbatterien, dann macht Dir Hornbach diesen Werbepreis und zieht dann nochmals 10% ab.

Aktuell bauen wir ein Wochenend-Haus an der Ostsee aus und benötigen sehr viel und verschiedenes Baumaterial. Auf der Westseite Rostocks, in einem Einkaufspark sitzen nah beieinander Praktiker und Bahr. Der eine gammelig und wird abends mit zusätzlichen Bauzäunen verschlossen und der andere bunt, aber genauso überteuert und beratungsfrei. Zudem legt man dort oben die bundesweit geltende Tiefpreis-Grantie gaaaanz anders aus. "Die gilt nur regional begrenzt", hieß es. Da wir um die Apothekenpreise wissen, bringen wir alles, was in den Van paßt mit dem Auto aus Berlin mit. Alles größere lassen wir uns schriftlich von Hornbach anbieten und fahren dann zum Rostocker Max Bahr. Ein Blick vom stellv. Hausleiter auf das Angebot reißt ihn zu der Aussage hin: "Hornbach?! Die ham' wir hier nich. Gott sei Dank auch!" Die Tiefpreisgarantie fand dann, nach einem E-Mail-Verkehr mit Herrn Uwe Bahr aus Hamburg, doch noch Anwendung. "Hornbach sei ein wirklich starker Mitbewerber.", sagte uns der Hausleiter, mit dem Hinweis uns auch zukünftig Baumarkt-Artikel zu Hornbach-Preisen zu verkaufen. Allerdings - Beratung, Service, gerade an Samstagen oder verkaufsoffenen Sonntagen - Fehlanzeige. Die Mitarbeiter tragen daran keine Schuld, wenn man so wie wir feststellt, dass z. B. für die Baustoffabteilung an einem Samstag(!) EIN Mitarbeiter verantwortlich ist.

Und die Preise? Hornbach muß auch Geld verdienen, sie können also nicht aus reiner Mildtätigkeit Heimwerkern und prof. Handwerkern günstigere Preise unterbreiten. Auch sie werden irgendwo ihre Aufschläge haben (müssen). Was sie aber nicht haben, sind Low-Budget-Artikel. Billigstes Werkzeug, das die Bezeichnung Werkzeug nicht verdient und auf die alte Schiene setzen, erst billig kaufen und dann teuer nachkaufen (müssen). Das hat in der Masse nur kurz funktioniert. Praktiker/Bahr hat das bis heute offenbar noch nicht gemerkt.

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spon-facebook-10000130655 22.05.2012, 13:05
6. Bankrotterklärung des Managements

Die maßgebliche Ursache für den Niedergang Praktikers ist der ehemalige Vorstandsvorsitzende Werner. Jeder weiß seit mindestens 10 Jahren dass die Gründe für die gravierenden Probleme in den Zukäufen der 80er und 90er Jahre liegen. Es wurde zuviel Fläche und insbesondere zu viele Märkte, die nicht in das Konzept passen gekauft. Wie kann ein Konzept aussehen, wenn der kleinste Markt 1000 qm hat und der größte um die 20.000? Zudem hatte Praktiker mit einem steig sinkenden Durchschnittsbon zu kämpfen. Statt also den strategisch sinnvollen Weg zu wählen, das bestehende Kundenpotenzial endlich einmal auszuschöpfen, hat man über 20% auf alles neue Kunden in die Märkte geholt, sich diese aber mit Rabatten erkauft. Werner hat sich Zeit seines Amtes jedem anderen Lösungsansatz versagt, so dass das Unternehmen nachher Geisel der Rabattaktionen wurde. Es wurde sträflichst versäumt, neue Konzepte einzuführen und vor allem eine Lösung für die 80-100 Märkte zu finden, die dauerhaft nicht profitabel betrieben werden können. Werner hat gezielt jede Führungskraft eliminiert, die ihm Paroli hätte bieten können und gezielt Leute gefördert, die bestenfalls Mittelmaß waren. Fox hat den Fehler gemacht, zu viele Leute zu behalten, die Teil des Problems, aber nicht Teil der Lösung sind. Letztlich war die Schließung der Zentrale im Saarland blinder Aktionismus.

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