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Anruf-Affäre der CSU: Systemjournalismus

Aufregung am Lerchenberg: Der CSU-Sprecher hat einen Programmvorschlag gemacht, das gilt nun als Anschlag auf die Unabhängigkeit des ZDF. Der Mann muss seinen Posten aufgeben. Dabei verdankt sich die Existenz des Senders dem Versprechen, der Politik zu Gefallen zu sein. Fleischhauer über den Einfluss der Politik bei ZDF und ARD - SPIEGEL ONLINE

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poco4 27.10.2012, 22:22
300. Kann man sich gegen die Zwangsbeglückung wehren?

Man kann:
http://www.online-boykott.de

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jajo76 28.10.2012, 23:22
301.

Zitat von sysop
Aufregung am Lerchenberg: Der CSU-Sprecher hat einen Programmvorschlag gemacht, das gilt nun als Anschlag auf die Unabhängigkeit des ZDF. Der Mann muss seinen Posten aufgeben. Dabei verdankt sich die Existenz des Senders dem Versprechen, der Politik zu Gefallen zu sein.
Der Kommentar vermengt mehrere Probleme und ignoriert ein paar.
Erstens - der Versuch der Einflussnahme auf die Presse in dieser Form durch eine Partei ist ein Skandal, punktum. Dabei ist es völlig egal, ob das ARD, ZDF, RTL oder ein Oberfränkisches Heimatblatt ist. Das als "Programmvorschlag" zu bagatellisieren ist ein starkes Stück!
Zweitens - die von Herrn Fleischhauer sonstigen angesprochenen Probleme, nämlich die manchmal fragwürdige Unabhängigkeit eines de facto-Staatssenders ist durchaus richtig.
Drittens - nicht erwähnt wird die Mitverantwortung des Medienkonsumenten. Wenn man die Unabhängigkeit der Presse sicherstellen will, indem man sie frei von staatlicher Finanzierung macht, hat man zwei Probleme. Erstens ist dann die Einflussnahme interessierter Kreise über finanzielle Zuwendungen erst Recht Tür und Tor geöffnet. Und zweitens sieht man an "Formaten" wie den "RTL II Action News" was rauskommt, wenn man die Informationspflicht der Presse den Regeln der "freien Marktwirtschaft" unterwirft. Und dieser Trend wird mit der PISAisierung der Gesellschaft zunehmen.
Natürlich gibt es genug Leute, die ein Interesse an anspruchsvoller und kritischer Information haben, die reichen aber nicht aus um die aufwändige Infrastruktur dafür zu finanzieren. Andererseits kann man den RTL-II-Konsumenten verstehen, der nicht für anspruchsvolles Fernsehen bezahlen will, wenn er den von ihm präferierten Müll auch umsonst haben kann. Ein Kompromiss läge für mich in einer Reduzierung der gebührenfinanzierten Sender auf einen reinen Inlandsnachrichtenkanal (Phoenix), einen reinen Auslandsnachrichtenkanal (Deutsche Welle TV), einen naturwissenschaftlich ausgerichteten Kulturkanal (3sat) und einen geisteswissenschaftlich/künstlerisch ausgerichteten Kultursender (ARTE). Bei den letzteren beiden kann man durch die internationale Kooperation mit CH/A/F sogar noch sparen. Für Lokales kann man über die Beibehaltung einiger(!) Regional/Dritter Programme nachdenken. Weitere einschlägige Angebote (z.B. Dokukanäle) sind durch Pay TV für Interessierte oder Werbung zu finanzieren. Der restliche Kram von ARD/ZDF muß sich am Markt behaupten, entweder es gibt einen solchen für Geriatrie- und Couch-Trainer-TV, oder eben nicht. Da sehe ich keinen öffentlichen oder kulturellen Mehrwert und auch nicht ein, warum das die Öffentlichkeit bezahlen muss. Schlagartig würde die GEZ-Gebühr auf ein für alle Seiten akzeptables Maß fallen.

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Ostwestfale 29.10.2012, 10:55
302. Warum dieser Reflex?

Zitat:
"Tatsächlich wurde aus meiner Sicht ein treuer Sozialdemokrat durch einen noch treueren ersetzt".
Da ist er wieder, der fast schon klassisch zu nennende Reflex eines Konservativen, der sich von den bösen Medien ja ständig mißverstanden und benachteiligt fühlt.

Die Formulierung "meiner Meinung nach ein Sozialdemokrat" ist fast schon niedlich zu nennen. Wer so was sagt, sollte das irgendwie begründen können. Das kann Herr Fleischhauer nicht und das sagt einiges aus...

Es ist nicht Schuld der SPD oder der bösen Medien, das es in CDU/CSU und FDP etliche Figruen (Dobrindt, Seehofer, Mißfelder, Rösler, Bahr etc.) gibt, die als ihre eigene Karrikatur durch die Gegend laufen.

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Milmo 29.10.2012, 13:36
303. Rufe aus der Wüste hallen ...

Zitat von sysop
Aufregung am Lerchenberg: Der CSU-Sprecher hat einen Programmvorschlag gemacht, das gilt nun als Anschlag auf die Unabhängigkeit des ZDF. Der Mann muss seinen Posten aufgeben. Dabei verdankt sich die Existenz des Senders dem Versprechen, der Politik zu Gefallen zu sein.
... wider und lassen vor unseren Augen das zurecht "legendär" genannte Programm flimmern - kurz nach der Bundestagswahl 2005, als ein siegestrunkener Gerhard Schröder dem ZDF-Mann Brender fröhlich entgegenschmetterte, er, Schröder, und die ihn unterstützenden Parteien hätten die Wahlen gegen den Widerstand aller Medien gewonnen.
Und Brender, was tat der?
Zunächst guckte der noch hohler als sonst, dann war er aber zunehmend in seinem deutschen Journalistenstolz gekränkt und legte Wert auf die Feststellung, daß Schröder die Wahlen wenn überhaupt wegen der uneingeschränkten Solidarität und der Berichterstattung der Medien, insbesondere auch des ZDF gewonnen habe, das stets zugunsten von Schröder und Co berichtet habe.

Nicht wörtlich, aber sinngemäß.
Seh'n Sie's sich auf youtube an.
Soviel zur Unabhängigkeit der öffentlich-rechtlichen Medien.

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abseitstor 29.10.2012, 16:56
304. Unterschied zwischen TV und Presse ist bekannt?

Zitat von jajo76
(...) Erstens ist dann die Einflussnahme interessierter Kreise über finanzielle Zuwendungen erst Recht Tür und Tor geöffnet. Und zweitens sieht man an "Formaten" wie den "RTL II Action News" was rauskommt, wenn man die Informationspflicht der Presse den Regeln der "freien Marktwirtschaft" unterwirft. (...)
Da purzelt Ihnen etwas durcheinander, lieber Mitforist.
Fernsehsender sind nicht die Presse. Im Gegenteil, die besten Erzeugnisse der Presse sind in der freien Welt traditionell aus der freien Marktwirtschaft hervorgegangen. Verlage sind privatwirtschaftlich organisiert (außer in Kuba und Nordkorea). Die FAZ, der SPIEGEL, die ZEIT oder der Economist machen um Längen besseren Journalismus als all die aus GEZ-Gebühren überbezahlten Rundfunk-Beamten. Wettbewerb hat, wie in vielen Lebensbereichen auch, durchaus eine qualitätsfördernde Wirkung.

Andersrum wird ein Schuh draus: man darf sich fragen, ob nicht besserer Journalismus entsteht, wenn auch Fernsehjournalisten aus diesem öffentlich-rechtlichen Berufsbeamtentum befreit werden.

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w.r.weiß 30.10.2012, 07:15
305. Quatsch.....

...und interessanterweise bestätigen Sie dies direkt am Anfang mit Ihrer Überschrift/Frage "Unterschied zwischen TV und Presse ist bekannt?".
Was purzelt da wohl alles bei Ihnen durcheinander?
Heilige Markthörigkeit, pseudo-gefühlte Traditionen, subjektive Wahrnehmung, Berufsbeamtentum etc. etc......?? Was für ein bodenloser Unsinn.....ja ja die Mär vom qualitätsfördernden Wettbewerb der bedingungslosen freien Marktwirtschaft....prima! Das eine Diktat wird durch ein anderes ersetzt.....ob Sie das verstehen? Diese Form von sog. Freiheit (ich nenne es "neoliberaler Faschismus", denn nichts anderes ist es als eine weitere Form der Bevormundung bzw. Diktat) wird uns ja bekanntlich seit Jahrzehnten eingebläut.....leider auch in vielen anderen Lebensbereichen. Wo soll da genau die "qualitätsfördernde Wirkung" sein?

Zitat von abseitstor
Da purzelt Ihnen etwas durcheinander, lieber Mitforist. Fernsehsender sind nicht die Presse. Im Gegenteil, die besten Erzeugnisse der Presse sind in der freien Welt traditionell aus der freien Marktwirtschaft hervorgegangen. Verlage sind privatwirtschaftlich organisiert (außer in Kuba und Nordkorea). Die FAZ, der SPIEGEL, die ZEIT oder der Economist machen um Längen .....
Fragen dürfen Sie sich alles, auch wenn wie in Ihrem Falle die Frage an den Haaren herbeigezogen ist und lediglich nur eine weitere Gesinnungsrichtung aufweist. Warum kommen Sie eigentlich nur mit den "Negativbeispielen" Kuba und Nordkorea daher? Was ist mit solch super-duper-freiheitlich-marktwirtschaftlichen Beispielen wie Italien und USA? Moment....ich helfe Ihnen auf die Sprünge: Berlusconi und Murdoch!
Aber für Sie sind das sicherlich gute Beispiele wie man a) keine Schuhe herstellt und b) man sich die Frage stellen darf, sind das nicht die wahren Helden die Fernsehjournalisten aus dem "öffentlich-rechtlichen Berufsbeamtentum" befreien könnten?

Was meinen Sie, wird mit noch mehr Wettbewerb und viel mehr freier Marktwirtschaft unser aller Leben (inklsv. aller Lebensbereiche) qualitativ besser, freier, bezahlbarer/günstiger, würdevoller, sicherer, humaner, sozialer, friedlicher, anspruchsvoller........usw.? Träumen Sie weiter....

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