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Antisemitismus: So judenfeindlich sind die Deutschen
dapd

Der Hass auf Juden - er ist in Deutschland heute so schlimm wie zu Hitlers Zeiten, klagt der US-Theatermacher Tenenbom. Auch Kanzlerin Merkel sagt vor dem Besuch von Israels Premier Netanjahu, es gebe ein großes Maß an Antisemitismus im Land. Wie verbreitet ist Judenfeindlichkeit? Der Faktencheck. Antisemitismus: So antijüdisch sind die Deutschen - SPIEGEL ONLINE

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rolandni 05.12.2012, 12:07
60. Dif*fe*ren*zie*rung

Wird hier zwischen Kritik an der Regirung des Staates Israel, ob berechtigt oder nicht sei hier dahingestellt, und Antisemitismus unterschieden? Meines Erachtens nach ist das durchaus nicht das gleiche.

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zwuck 05.12.2012, 12:07
61.

3 Fragen falsch beantwortet - schon ist man Antisemit?
Ich hatte ja mit vielem gerechnet, allerdings nicht mit einer so fundiert wissenschaftlichen Studie.
Als Leser lässt einen das zwiegespalten zurück: eigentlich möchte ich das gerne kommentieren, aber irgendwie ist es mir das schlicht zu doof ...

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Gurke 05.12.2012, 12:07
62.

Ich finde es schade, dass immer noch mit dem Finger auf Deutschalnd gezeigt wird. Ist doch klar, dass wenn dieser Tenebom in ein Nazi-Lokal geht er dort Antisemitismus findet. Ich finde das spricht aber nicht für Gesamtdeutschland. Außerdem kann ich aus persönlicher Erfahrung berichten, dass man nirgendwo so häufig und so tagtäglich mit der Rassenfrage konfrontiert wird wie in den USA. Da sollte man lieber mal vor der eigenen Tpr kehren. Ich finde es außerdem nicht sonderlich intelligent Kritik am politischen und militärischem Vorgehen Iraels in einen Topf zu werfen mit Antisemitismus und Rassismus. Das sind zwei verschiedene Angelegenheiten. Ich kann ja auch als Jude falsch finden, dass Irael Palästinenser bombardiert, deshalb bin ich ja auch kein Antisemit.
Es sind immer die gleichen Leute die sich nationalsozialistisch äußern und dementsprechend handeln. Ich fände es schön wenn auch mal über die andere Seite Deutschlands berichtet wird und das Land nicht immer wieder international runtergemacht wird wegen seiner schrecklichen Geschichte und den noch übrigen Nazi-Schwachköpfen. Es ist ja nicht das einzige Land mit so einer Geschichte und dem Prozentanteil an Antisemiten. Stattdessen sollte man gemeinsam etwas gegen dieses Problem unternehmen. Amerika sollte gleich mal anfangen die Situation im eigenen Land zu untersuchen anstatt an Deutschland herumzukritisieren.

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Sabi 05.12.2012, 12:08
63. verbreitet

Ich behaupte unter Mitgliedern/innen -Wähler/innen-
Sympathisanten/innen der Linken, Grünen und Sozis sind
viele Antisemiten, die das aber mit Israel-kritische-Haltung
kaschieren, was auch die Parteien durchgehen lassen !

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rechnernetzstecker 05.12.2012, 12:08
64.

Zitat von der_pirat
widerlich. Da kann mal sehen, wie viel Bildung ausmacht. M.E. sollten alle Mittel in Bildung, Bildung und Bildung gehen.
Bildung, v. a. Schulbildung, hilft gar nichts! Es gab und gibt gut (aus-)gebildete Menschen, Ärzte, Rechtsanwälte, Richter, ect., in deren Köpfen rechtes Gedankengut gedeiht. Keiner kann zudem bei der Dauerberieselung mit dem Thema in den Medien sagen, er hätte keine Ahnung.
Es mangelt den Rechten an dem, woran es vielen auch im globalen Kapitalismus mangelt, nämlich Mitmenschlichkeit. Nicht die Ungebildeten sind für Antisemitismus verantwortlich (lediglich empfänglich), so wie auch die globale Finanzkrake Goldmann-Sachs als Einzelfall nicht repräsentativ ist für das Wesen der angefeindeten Gruppe, das alles sind nur Schlaglichter.
Antisemitismus ist ein Ausdruck (von vielen) des egozentristischen Menschen, der jegliche Empathie verloren hat, sei es im Geschäftsleben, sei es am Stammtisch, sei es in seinem Freizeit-Actionvergnügen "Wehrsportgruppe".

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MarkusRiedhaus 05.12.2012, 12:08
65. Erschreckend, aber keinesfalls verwunderlich...

Wenn z.Bsp. gegen die Piratenchefin Weisband so heftig agiert wurde weil sie jüdischer Herkunft ist und wie in einschlägigen deutschen Foren auch so heftig im Israelkonflikt die Raktenbeschuss zu "Silvesterkrachern" relativiert wird und eine Agenda wie die der Hamas-Terroristen, vor allem von Linksextremen hohe Sympathie erfährt in deren Wahlprogramm (für die sie in Gaza auch die Mehrheit erhielten) die völlige Auslöschung Israels gefordert wurde.

Der Bericht enthält auch die bekannte Entwicklung, dass "Jude" ein Schimpfwort wird, durch Migration aus Osteuropa in denen wie es auch schon ausgearbeitet wurde meist um den "Christusmord" und den arabischen Staaten geht in denen "Jude" auch Synonym für Walllstreet, USA und Großer Satan steht.

Es wird herumgesponnen von "jüdischen Lobbies" welche die US-Politik lenken würden und und und... Was einer Einzelbetrachtung wert wäre.

Nichts wirklich neues also.

2 Punkte allerdings muss man bei dem Artikel doch schon kritisieren.
Zum einen gibt es keine Vergleichswerte von Umfragen aus dem dritten Reich der eine solch provokante/reißerische Aussage zulassen würde.
Oder gibt es repräsentative, nicht propagandistisch initiierte Studien aus jener Zeit?

Zum anderen ist die Konstruktion die hier Brumlik betreibt Zitat:
"aber was mich umtreibt ist eine Form des Rassismus aus der Mitte, wie er auch in der Sarrazin-Diskussion zu Tage trat."

Eine Art von Sarrazindiskreditierung, die prototypisch ist für unsaubere wissenschaftliche Arbeiten. Sarrazin mag zwar polemisch und populistisch sein, die Zahlen und Werte hat er nicht erfunden und auch nicht "falsch interpretiert".

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jahiro 05.12.2012, 12:09
66. Reicht es nicht endlich mal ?

Zitat von
Der Hass auf Juden - er ist in Deutschland heute so schlimm wie zu Hitlers Zeiten, klagt der US-Theatermacher Tenenbom.
Wieso darf so ein Satz unkommentiert stehen bleiben ? Wirklich, wie zu Hitlers Zeiten ? Das ist doch völlige Realitätsverdrehung ! Wie hat Hr. Tenenbom dann die Reise unbeschadet überstanden ? Wie oft ist er denn physisch angegriffen worden ? Doch wohl nie.

Aus einem anderen Spiegel-Artikel zum gleichen Buch/ Thema:

Zitat von
Antisemitismus-Debatte Willkommen im Land der Täter
Was soll so eine Überschrift ? Ich bin kein Täter, so wie viele Millionen andere auch nicht. Müssen wir uns alle beschimpfen lassen ? Immer wieder ? Hört das denn nie auf ?

oder hier :

Zitat von
Ein Gutteil der Leute, die Tenenbom trifft, bedauert den Holocaust, äußert sich aber explizit israelkritisch. "Sie feiern die toten Juden", schreibt Tenenbom, "sind aber in ihrer Kritik an den lebenden Juden unbeirrbar." Nur die toten Juden sind die guten Juden.

Das ist doch der Hammer. Wer Israel kritisiert, will also automatisch, dass alle Juden (nicht nur Israelis) sterben ? Kann man die Realität noch mehr verdrehen ? Auch wir Deutschen dürfen Israels Politik kritisieren, und müssen uns nicht automatisch die Meinung des Hrn. Tenenbom zu eigen machen. Daran ist nicht faschistisches.

Das, was ich bisher über dieses Buch gelesen habe ist eine Ansammlung an Unverschämtheiten, Realitätsverdrehung und -verleugnung, gespikt mit blankem Deutschenhass.

Sowas haben wir nicht nötig.

Wir sind ein friedliches Land und versuchen keinem das Land weg zu nehmen, wie z.B. gerade Israel (gelle Hr. Tenenbom).

Wir sind ein friedliches Land, in denen überwiegend gemäßigte Parteien gewählt werden, nicht wie in den USA, in denen eine Partei immer wieder durch Rassismus, Sexismus und Gewalt gegen Immigranten auffällt (gelle Hr Tenenbom).

Hr. Tenenbom hätte mal lieber durch die USA & Israel reisen sollen um seinen Mitmenschen dort zu erklären, wie friedliche Co-Existenz geht, denn die haben es wirklich nötig.

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phaeno 05.12.2012, 12:10
67. Verharmlosung

Zunächst fällt in dieser Diskussion immer wieder auf´s Neue auf, wie sehr die Unterscheidung von israelischer Regierung als politische Institution, Einwohnern Israels als Staatsbürgern, Juden als religiöse Gruppe und Semiten als ethnische Differenzierung unterbleibt. Damit kann jemand, der in Gegnerschaft zur israelischen Regierung steht, schnell als Antisemit bezeichnet werden, obwohl ihm vielleicht die religiöse Orientierung seines jüdischen Nachbarn in Berlin völlig egal ist. So wird das bei vielen Linken der Fall sein. Doch diese Begriffsverwirrung hat Methode und dient der Absicherung israelischer Regierungspolitik gegen jegliche Kritik.
Wäre der Judenhass in Deutschland das wirkliche Problem mit den Rassisten und Nationalisten, müssten Sie nicht etwa den, ohne Zweifel verabscheuungswürdigen, Angriff gegen den Rabbiner als Beispiel für Gewalt gegen die verfolgte Gruppe nehmen, sondern einen der ca. 180 Morde, die von Rechtsradikalen an Menschen wegen deren Herkunft, Sprache, Hautfarbe oder sozialer Stellung begangen wurden.
Regelrecht grotesk ist der Hinweis auf Sarrazin, da gerade dieser in seinem pathologischen Hass auf Muslime die Juden als genetisch besonders edel, fast Ariern ähnlich, dargestellt hatte. EDie Folge dieses Geschreibsels war übrigen, dass sich die Haltung der deutschen Bevölkerung gegenüber Muslime deutlich verschlechtert hatte.
Vielleicht wäre es an der Zeit, heftig gegen die Israelische Regierungspolitik und die ständiogen Waffenlieferungen der Bundesregierung dorthin zu protestieren, dann müssten solche Ablenkungsartikel nicht wertvolle Druckseiten belegen.

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Halodri73 05.12.2012, 12:11
68. Richtig!

Zitat von Amin
Vielleicht sollte der ZdJ eine differenziertere Sichtweise auf die Politik Israels vermitteln. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass ich in meinem Bekannten- und Freundeskreis keine antisemitischen, sehr wohl aber isrealkritische Tendenzen ausmache. Leider stigmatisiert der ZdJ jedwege israelkritische Äußerung als antisemitisch und wirft so alles in einen Topf. Das sollte auch bei einer Analyse strikt getrennt werden.
Nur weil jemand die Außenpoltik Israels kritisiert, heisst das noch lange nicht, dass er ein Antisemit ist!

Ich verurteile zum Beispiel auch islamistisch motivierte Gewalttaten genauso wie christlich-fundamentalistisch motivierte und bin deswegen noch lange kein "Islamhasser" oder "Christenhasser".

Wie genau die Studie hier unterscheidet, lässt sich nicht herausarbeiten.

Allerdings trägt der Zentralrat der Juden in Deutschland auch nicht gerade konstruktiv zu einer "pro-jüdisch/israelischen Grundhaltung" bei. Immer nur der erhobene Zeigefinger ist als Stilmittel eben auch mal unangebracht....

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Gofio 05.12.2012, 12:11
69. Antisemitisch?

Antisemitisch ist der falsche Ausdruck. Ich denke die Deutschen sehen wie viele andere Europäer den Umgang mit den Palästinensern als sehr kritisch an, und fühlen sich zu Recht bedroht von dieser harten Haltung. Es gibt auch sehr viele Israelis die nicht regierungskonform denken und eine Ausssöhnung mit den Palästinensern wünschen.

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