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Arbeitsmarktforscher: Deutschland profitiert von Zuwanderung aus Osteuropa
DPA

Ab 2014 haben Rumänen und Bulgaren unbeschränkten Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt. Die Kommunen warnen vor Armutszuwanderung. Doch ein Migrationsforscher widerspricht: Die meisten Einwanderer seien dringend benötigte Fachkräften. Analyse: Zuwanderung von Rumänen und Bulgaren gut für Deutschland - SPIEGEL ONLINE

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shenshen_ie 27.12.2013, 15:30
20. ...

Ich wuerde all den Damen und Herren, die sich hier lautstark darueber beschweren, dass neu zugewanderte Arbeitskraefte die Loehne nach unten druecken ein kleine Frage stellen.

Vor einiger Zeit (so ca. 2 Jahre oder so) lief im Britishen TV eine Art Dokumentation, in der die Macher versuchten, einige englische (geboren in der UK) Langzeitarbeitslose in eine bezahlte Anstellung zu bringen.

Eine der Taetigkeiten war Spargelstechen, was in England eine mittlerweile von Polen und Osteuropaern dominierte Branche ist, wie fast alle Erntearbeiten.
Nach einem Tag Arbeit schmissen alle 3 Briten den Job hin - einer von ihnen bereits nach ein paar Stunden. Das Hauptargument war, dass die Mehreinnahmen gegenueber dem regulaeren Arbeitslosengeld nicht genug waeren, um sich so anzustrengen.
Also wurde der Spargel-Farmer interviewt und gefragt, was er denn dazu sage wuerde.
Er sagte ganz einfach, wenn er mehr bezahlen soll, muss er den Spargel fuer mehr weitherverkaufen koennen. Kann er aber nicht, weil niemand bereit ist, mehr zu bezahlen. Also stellt er weiter Osteuropaer ein, damit die Briten ihren Spargel moeglichst billig bekommen.

Hand auf's Herz, liebe Spon Poster : Wer von Ihnen vergleicht nicht Preise beim Einkaufen, um Geld zu sparen? Was meinen Sie, wohin das auf Dauer fuehrt?

Dass Loehne fallen ist weder die Schuld der Politik, noch die Schuld Europas, es ist schlicht die Schuld aller, die ihre eigenen Lebenshaltungskosten so niedrig wie moeglich halten wollen, ohne dabei auf irgendwas zu verzichten.

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rainerpreuss 27.12.2013, 15:34
21. Ach der Zimmermann

Das ist doch der Mann, der das Märchen vom Fachkräftemangel verbreitet hat obwohl im eigenen Landen eine Studie das Gegenteil bewiesen hat. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/umstrittene-thesen-diw-forscher-entschaerfen-fachkraeftestudie-a-729674.html

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max-mustermann 27.12.2013, 15:38
22. Lohndumping

Zitat von sysop
Arbeitsmarktforscher: Deutschland profitiert von Zuwanderung aus Osteuropa
Wenn sie "Deutschland" durch "deutsche Unternehmen" ersetzen dann stimmt das natürlich. Endlich kann mann die Lohnspirale noch ein Stück weiter nach unten drehen, nicht mehr lange und die Arbeitnehmer dürfen zum Arbeiten Geld mitbringen.

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Dr.Fuzzi 27.12.2013, 15:46
23. Och Joh!

Zitat von hansiii
Wo sollen hier denn bitte schön Ingenieure gebraucht werden? So ein Bedarf würde sich ja wohl in einem Angebot von gut bezahlten Arbeitsplätzen wiederspiegeln. Die ganzen Einwanderungsforderungen haben doch insgesamt nur den Zweck das Angebot an Menschen die zu noch geringeren Löhnen arbeiten wollen zu erhöhen und so mehr Druck auf die Gehälter auszuüben. Nach unten.
So ist es!

Im übrigen ist nirgendwo konkret belegt, das die genannten 70 % der Zuwanderer regelmäßig und dauerhaft in die Sozialversicherungen einzahlen und im Gegenzug durch diese Einnahmen die anderen 30 % voll umfänglich finanziert werden können.

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vandenplas 27.12.2013, 15:48
24. Interessant...

...dass die Briten, die ja gemäss SPON bis zum Jahre 2030 Deutschland in Sachen BSP überholen wollen, eine ganz andere Sicht auf diese Frage haben.

Wie immer bei Auswanderungswellen, gehen die Besten und die Ärmsten zuerst. Die Besten, weil sie überzeugt sind ihre Qualifikation im Zielland besser ummünzen zu können als in der Heimat, die Ärmsten weil sie meinen ohnehin nur gewinnen zu können.

Die Antwort auf die Frage wer den nun wie profitiert liegt wahrscheinlich wie so oft irgendwo in der Mitte zwischen der Haltung Grossbritanniens und Deutschlands :-)

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Dr.Fuzzi 27.12.2013, 15:52
25. Och Joh!

Zitat von übel_ismir-schonlang
... werden dringendst im eigenen Land gebraucht. Rumänien ist leergefegt - die meisten Fachkräfte sind schon längst in USA, Kanada und Westeuropa. Was jetzt nach Deutschland kommen wird, sind jene die die Hand aufhalten, um ohne jegliche Gegeneistungen zu kassieren. Jene denen Arbeit nicht liegt. Jene die nicht zwischen mein und dein unterscheiden können und sich entsprechend bedienen.
Auch dieses ist absolut wahr!

... und im Gegenzug finanziert die EU mit Milliardensubventionen den Aufbau der Wirtschaft Rumäniens/Bulgariens - wo es nur noch wenige "Fachkräfte" gibt.

Ich wage zu bezweifeln, das diese heutige offensichtliche Milchmädchenrechnung der EU in einer Gesamtkosten-/Nutzenrechnung dargestellt wird.

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Ralf Rindfleisch 27.12.2013, 15:53
26. optional

Naja man sollte nicht nur an morgen denken, sondern vielleicht auch ein paar Jahre voraus... deutschland hat eine alternde Gesellschaft und braucht deshalb vielleicht noch nicht jetzt, aber in der zukunft junge menschen aus anderen ländern, denn ich will nich in einer rollatorgesellschaft leben in der die rentenbeiträge enorm hoch sind und eine rente an sich nicht mehr sicher ist. Aber natürlich muss man armutszuwanderung verhindern, aber nicht dadurch, dass man ihnen keine chance gibt, sondern indem man andere menschen vernünftig integriert, wenn sie integrationswillig sind, wenn nich müssen die sanktionen halt verschärft werden (das gilt auch für deutsche!!). Aber mal ganz im ernst, rumänen und bulgaren werden sich ehh erst mal in niederen jobs durchkämpfen müssen, da diese jobs zu diesem schlechten lohn niemand in deutschland macht. schaut euch doch mal den zustrom an den unis an? und vergleicht das ma mit dem anteil an azubis! in zukunft wirds nich an ingeneuren mangeln, sondern an putzfmänner/rauen, müllfahrer/innen etc.! und davon werden die deutsche wirtschaft, sowie der deutsche verbraucher, der billiges fleisch kaufen will, profitieren. obs nun gut für die menschen ist, wäre wieder ein anderes thema...

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Hesekiel 27.12.2013, 15:53
27.

Wer ist eigentlich dieser Deutschland, der immer profitiert? Die Bevölkerung des gleichlautenden Landes kann es nicht sein, denn was hat sie davon, stärkere Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt zu erfahren und gleichzeitig die Folgekosten der sicherlich auftretenden Armutsflucht auffangen zu dürfen?

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fritzyoski 27.12.2013, 15:57
28. Billigkräfte

Vermutlich wird es mehr Armutszuwanderung geben und weniger Fachkräfte. Fachkräfte gehen dort hin wo auch entsprechend gezahlt wird, also nicht nach Deutschland.
Natuerlich erhofft man sich durch die Zuwanderung von Arbeitskraeften das Lohnniveau weiter druecken zu koennen aber irgendwann ist diese Strategie auch ausgereizt.

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TS_Alien 27.12.2013, 16:04
29. .

Warum sollen die Kommunen die Eingliederungskurse bezahlen? Sinnvoller und gerechter wäre eine hälftige Aufteilung der Kosten zwischen Kommune und Arbeitgeber.

Ich wette, der Experte wird mit seiner Prognose falsch liegen. Natürlich werden viele arme Bulgaren und Rumänen nach Deutschland kommen. Oder sind sie schon alle da?

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