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Arm und Reich in den USA: Absturz vor Augen
Ali Erturk / hgm-press

In der US-Gesellschaft wird die Kluft zwischen Arm und Reich tiefer und tiefer. Die Mittelschicht schrumpft - und ausgerechnet die Boomregion San Francisco ist das Symbol einer neuen sozialen Spaltung.

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Crom 08.11.2016, 10:27
10.

Zitat von opitz2010
@sozialismusfürreiche (9:40h) jedenfalls nicht ohne staatliche (=steuerfinanzierte) Kompensation für ausländische Investoren, die eine Niederlassung in Kanada besitzen. CETA verschafft ihnen das Klagerecht in allen Fällen, in denen ihr Profit durch statliche Maßnahmen beeinträchtigt wird.
Dann zeigen Sie mir doch im CETA-Vertragswerk, wo das steht. Ansonsten die übliche Panikmache.

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ditor 08.11.2016, 10:27
11. Unternehmer

"Warum hat in einem arbeitsteiligen Betrieb, in dem viele tausend Menschen arbeiten, derjenige alle Macht und alle Rechte an dem Arbeitsgewinn, der ein Stück Papier in der Hand hat?" Weil die Arbeitskräfte es nicht selbst hinbekommen haben solch eine Firma aufzubauen. Wohl aber derjenige mit dem Stück Papier - bzw. dessen Vorgänger.

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peterregen 08.11.2016, 11:01
12.

Zitat von Roland Bender
Was man immer vergisst, ist daß es die Republikaner sind, die seit vielen Jahren Veränderungen in den USA verhindern.
Nein, die Wähler sind schuld! Wer so eine kranke Denke hat, wie "Wenn der Präsident Demokrat ist, dann muß der Kongress republikanisch sein und umgekehrt, sonst hat eine Seite zu viel Macht", der hat nichts anderes als Stilstand und langsames Versinken im Chaos verdient!

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DMenakker 08.11.2016, 11:15
13.

Dumm, dass hier das übliche Unternehmerbashing nicht greift. Wieviel sollen denn Google & Co. noch an Gehältern zahlen? Denn, wie im freien Teil des Artikels richtig vemerkt, sind es die extrem hohen Gehälter der Angestellten, welche die Preise in die Höhe treiben.
Mal ganz dumm gefragt: Warum muss man als finanziell minderbemittelter eigentlich in San Francisco leben? Sicher, ist eine tolle Stadt, ist New York oder München auch.

Die andere Realität ist: Ich habe dort auf dem Land gewohnt. Reihenhaus mit 80 m² ( 3 Zimmer ) für gerade mal 550 USD. Die Arbeiter der untersten Lohngruppen ca. 1400 Dollar netto gehabt. Wenn man davon ausgeht, dass draussen auf dem Land der Dollar eine Kaufkraft noch weit über Parität hat, Kann selbst ein geringverdiener dort eine Familie mit 2 Kindern ernähren. Spätestens wenn die Frau noch einen Halbtasjob dazu stemmt, gehts relativ einfach. VIEL einfacher als hier in D. Ach ja, und das war an den Ausläufern der Blue ridge mountains. Einer traumhaft schönen Gegend.

Es ist aber nicht nur so, dass m.E. eine ganze Menge Leute frewiwillig aus San Francisco wegziehen sollten. Denn wenn das passiert, gibt es irgenwann im Bereich der einfacheren Dienstleistungsjob keinen Überhang mehr sondern vielleicht sogar einen Nachfrageüberschuss. Was passiert? Auch für die kleinen Leute steigen die Löhne.
Es ist nunmal so, dass dort, wo langfristig das Geld hinfliesst, auch die Preise steigen. Und das kann dramatisch werden. Und nein, der Staat DARF nicht eingreifen. Soll er dafür sorgen, dass Brötchen nur noch mit Steuerbescheid verkauft werden? Wenn nicht, dann kommen jeglich Massnahmen immer auch - sogar vermehrt - den Besserverdienenden zu Gute.
Und nein, Demokratie geht dabei ausdrücklich NICHT zu Grunde.

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DMenakker 08.11.2016, 11:28
14.

Zitat von ditor
"Warum hat in einem arbeitsteiligen Betrieb, in dem viele tausend Menschen arbeiten, derjenige alle Macht und alle Rechte an dem Arbeitsgewinn, der ein Stück Papier in der Hand hat?" Weil die Arbeitskräfte es nicht selbst hinbekommen haben solch eine Firma aufzubauen. Wohl aber derjenige mit dem Stück Papier - bzw. dessen Vorgänger.
Sie haben die Problematik anscheinend nicht verstanden. Es sind nicht die niedrigen, sondern die extrem hohne Löhne, welche in silikon Valley gezahlt werden, die so extrem auf den Mietmarkt in San Francisco durchschlagen.
Zu niedirger Lohn - die Linke jammert. Hohe Löhne - die Linke jammert, irgendwas anderes? Vollkommen egal, was? Die Linke jammert.

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paranoia1927 08.11.2016, 11:30
15. Superelite und Grundeinkommen

Der Weg scheint vorgezeichnet und unausweichlich. Und wenn Clinton anderes verspricht ("höhere Mindestlöhne, starke Gewerkschaften, den mittelständischen Maschinenbau fördern, Hochschulbildung kostenlos machen, Kinderbetreuung staatlich subventionieren"), klingt das zwar richtig, wird sich aber in den Vereinigten Staaten kaum durchsetzen lassen, insbesondere wenn man daran denkt, daß solcherlei sozialdemokratische Errungenschaften hier in Europa und vor allem in Deutschland immer weiter zurückgenommen werden. Ich kann beim besten Willen nicht daran glauben, daß der neoliberale Turbokapitalismus noch irgendwie reformierbar und einhegbar ist - weshalb die absurd klingende Idee eines "Bürgerkriegs" vielleicht gar nicht so absurd ist. Die Vorstellung eines in seinen Grundfesten bedrohten sozialen Friedens lässt die zunehmende Überwachung der Bürger in ganz neuem Licht erscheinen.

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jackjackjack 08.11.2016, 11:46
16. und was ist die Folge und nötige Konsequenz?

mehr Staat ? mehr Steuern? auf Kapitalerträge ?

wir langsam höchste Zeit oder ?

traut sich nur keiner ?

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amuseemanc 08.11.2016, 11:58
17. Rückzug des Staates.

@paranoia1927
>>Ich kann beim besten Willen nicht daran glauben, daß der neoliberale Turbokapitalismus noch irgendwie reformierbar und einhegbar ist - weshalb die absurd klingende Idee eines "Bürgerkriegs" vielleicht gar nicht so absurd ist. Die Vorstellung eines in seinen Grundfesten bedrohten sozialen Friedens lässt die zunehmende Überwachung der Bürger in ganz neuem Licht erscheinen.

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Tante_Frieda 08.11.2016, 12:09
18. Das Seltsame

Ob in den USA oder in vielen Ländern Euopas damals oder heute:Sobald die Mittelschicht sich ökonomisch bedroht fühlt fühlt,Angst vor dem Abstieg hat,wählt sie nicht etwa linke Parteien,die doch - verkürzt gesagt - laut ihren Parteiprogrammen wirtschaftliche und damit soziale Ungerechtigkeit beseitigen wollen.Nein,stattdessen laufen die Menschen irgendwelchen rechten Heilsbringern,Führern und Anführern hinterher,deren Masche es ist,durch die Aufteilung in "wir" und "die Anderen" von Fragen der Verteilungsgerechtigkeit abzulenken.Die "Anderen",also die zu Sündenböcken Auserkorenen,sind jeweils unterschiedliche Gruppen,je nach Epoche und Land.

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ich2010 08.11.2016, 12:44
19.

Zitat von fluxus08
Was der Autor in diesem Bericht beschreibt, ist nicht wirklich neu für Amerika. Als ich das erste Mal Ende der 70iger Jahre meine Verwandschaft in San Francisco besucht habe, waren die Verhältnisse teilweise schon grenzwertig gewesen. Kaum eine Parallelstraße von der Market Street entfernt, saßen Obdachlose um leere Ölfässer in Lumpen herum, in denen sie ein paar Bretter .....
nicht nur neid und misgunst (jaja der böse besserverdiener). der deutsche hat eine vollkaskomentalität. während es für jeden in den usa selbstverständlich ist, dass man selbst die finanzielle verantwortung für sein leben trägt, ist das hierzulande anders. hier ist zumindest grundsicherung inkl. wohnung staatlich alimentiert. das ist für nicht wenige schon mal ein grund angebotene jobs abzulehnen (bzw. man sorgt dafür, dass der arbeitgeber ablehnt) wenn die bezahlung nicht passt, und man läßt sich lieber vom steuerzahler finanzieren. und wenn der lohn nicht reicht, hat der staat schuld weil der mindestlohn nicht hoch genug ist.

in den usa kräht kein hahn danach. dort wird die wohnung und das essen nicht vom staat finanziert.

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