Forum: Blogs
Asklepios-Kliniken: Der kranke Konzern
AP

Der Klinikkonzern Asklepios hat den Ruf eines gnadenlosen Renditetreibers, der Gewinne auf dem Rücken von Ärzten, Pflegern und Patienten macht. Auf vielen Stationen regieren Druck und Angst. Einblicke in ein elendes System.

Seite 1 von 2
dr. kaos 21.12.2016, 06:56
1. Diese Firma.....

... hat langfristig gesehen meine Mutter umgebracht. Zwei Wochen Aufenthalt in der Asklepios-Klinik Kandelaber ohne ausreichende Betreuung hat ihr einen 10x5qcm Dekubitus mit MRSA am Steiß eingebracht, die sie zwei Jahre lang zum Pflegefall machte. Schon vorher batsmen und ihr Mann jeden behandelnden Arzt inständig, jedes KH anzuordnen, nur nicht eine der zwei im Kreis befindlichen Asklepioskliniken.

Das spricht für sich. Leider entwickelt sich das gesamte "Gesundheitswesen" in diese Richtung. Kommt aus USA, muss also kritiklos gut sein....

Beitrag melden Antworten / Zitieren
felisconcolor 21.12.2016, 07:00
2. Hurra

es gibt von der EU geforderte Partikelfilter, Gerichte kümmern sich um den Schierlings-Wasserfenchel. Und die Bürger fallen in eine ungeahnte Extase. Das aber mit dem Leid von Patienten und der Hilfsbereitschaft von Ärzten und Pflegepersonal irre Rediten für irgendwelche Heuschrecken eingefahren werden das wir in einen Bezahlartikel weg gedrückt. Interessiert ja keinen weil diese Menschen nicht mehr laut schreien können. Diese Pseudobetroffenheit meiner lieben Mitbürger ist erbärmlich.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
_axel_ 21.12.2016, 08:35
3. kapitalismus

das ist kapitalismus. gewinne machen als einziges ziel. es ist sowieso nicht verständlich, warum ein privatkonzern mit unser aller solidarisch eingezahltem geld gewinne erwirtschaften darf?! dieses konstrukt ist krank, sonst nichts.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
studibaas 21.12.2016, 08:39
4. Die wichtigsten Zitate:

"man liege zwar bei den abrechenbaren Fallpauschalen über Vorjahr, aber unter Plan."
"Sie machten zwar im ersten Halbjahr 1,4 Millionen Euro mehr Gewinn (Ebitda) als im Vorjahr - das Ziel aber lag fast 13 Millionen Euro höher, bei gut 60 Millionen."
==> Die Mitarbeiter erwirtschaften jedes Jahr mehr Gewinn, aber die Ziele werden einfach so hoch gesteckt dass sie unerreichbar sind um ständig und ungerechtfertigt Druck ausüben zu können.

Aber auch:
"Über 600 Millionen Euro hat Asklepios in den vergangenen elf Jahren in die zum Teil maroden Kliniken investiert, gut 300 Millionen Euro schoss die Stadt zu. Eine Dividende genehmigten sich bisher weder Mehrheitseigentümer Broermann noch die Stadt Hamburg."

Was dabei vergessen wird, ist dass Investition in das eigenen Unternehmen auch eine Wertsteigerung für den Eigentümer darstellen. Asklepios ist eine GmbH, hat daher ganz klar Eigentümer, anders als eine AG. Dividende ist daher eigentlich auch falsch, es müsste private Entnahme heißen, aber darüber sehen wir mal hinweg.

Fazit: Auf Kosten von Patienten und vor allem Mitarbeiter wird hier das Vermögen der Eigentümer erhöht.

Aus persönlicher Erfahrung kann ich sagen: Was dort gesagt wird stimmt. Mein Vater geneste nach einer OP sehr schnell, da seine Fallpauschale wohl noch nicht erschöpft war durfte er im Krankenhaus zur Beobachtung bleiben. Er als eh nachtaktiver Mensch half er der Nachtschwester aus. Inhaltlich gab die Nachtschwester zu Protokoll: Wenn die einigermaßen fitten Patienten nicht ständig ehrenamtlich helfen würde hätte es schon längst Tote auf der Station gegeben, zumindest zahlosse Infektionen wg. nicht einhaltbaren Hygiene Mindeststandards.
Schnelle Genesung liegt bei uns in der Familie: Meine Oma bat man auch zu helfen, die lehnte aber ab.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
CancunMM 21.12.2016, 08:44
5.

Man soll hier nicht so tun als ob es ein Problem der Privatisierungen ist. Nein, es ist ein allgemeines Problem der Unterfinanzierung der Personalkosten von Ärzten,Pflegern und Schwestern in jedem Krankenhaus. Es müssen gesetzlich vorgeschriebene Mindestbesetzungen mit voll ausgebildetetem Pflegepersonal her. Und insbesondere die Pflegekräfte müssen besser bezahlt werden. Das Niveau der Ärzte und Pflegekräfte hat in den letzten 20 Jahren deutlich nachgelassen, weil man 1. wenig bezahlt und 2. das Niveau im Abitur und Ausbildung immer weiter abgesenkt wird, weil ja jeder die gleichen Chancen haben soll. Und anstatt Geld für Bildung in die Hand zu nehmen senkt man einfach die Standards und Anforderungen.
Ich habe über 20 Jahre im Krankenhaus in der Pflege und als Arzt gearbeitet und die schlechtesten Arbeitsbedingungen gab es in konfessionellen Häusern, insbesondere katholischen. Dort wurde man unter dem Deckmantel der Nächstenliebe ausgequetscht wie eine Zitrone. Danach kamen die kommunalen Häuser. Die besten Arbeitsbedingungen hatte ich komischerwiese in den gescholtenen privaten Häusern von Asklepios und Rhön. Nicht dass es dort nichts zu kritisieren gab, aber die achteten wenigstens auf Fortbildung und auf eine gewisse Qualität der Ausbildung.
Aber in allen Häusern war das grösste Problem die Arbeitsverdichtung. Immer schneller, immer mehr mit absurden Dokumentationspflichten zur angeblichen Steigerung der Qualität.
Und immer wurden Ärzte gegen Pflegepersonal ausgespielt.
Verlangten Ärzte z.B. bessere Arbeitsbedingungen oder mehr Geld, würde das natürlich nicht mehr für Pflegekräfte zur Verfügung stehen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Leser161 21.12.2016, 08:48
6. Mir schauderts

Da sieht man was passiert, wenn Einrichtungen der Grundversorgung in privatwirtschaftliche Hände geraten. Dinge für die wir alle zwangsweise zahlen müssen dürfen nicht profitorientiert organisiert sein, weil es eben keinen Wettbewerb gibt, sondern nur ausgeliefert sein. Wenn ein normales Produkt schlecht ist, wechsle ich den Anbieter, das kann ich bei Gesundheit und Infrarstruktur jedoch nur sehr begrenzt tun*. Daher ist der Markt ausgehebelt und existiert ein Quasimonopol.

*Egal welche Farbe der Strom oder das Internet hat, wenn die Leitungen zu meiner Wohnung schlecht sind, dann sind die Leitungen schlecht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ruhepuls 21.12.2016, 08:49
7. Unsinn...

Zitat von _axel_
das ist kapitalismus. gewinne machen als einziges ziel. es ist sowieso nicht verständlich, warum ein privatkonzern mit unser aller solidarisch eingezahltem geld gewinne erwirtschaften darf?! dieses konstrukt ist krank, sonst nichts.
Ne, das ist nicht "Kapitalismus", das ist "real existierendes Gesundheitswesen". Die gleichen beklagenswerten Zustände finden Sie nämlich in öffentlich-geführten Kliniken auch. Auch bei denen wird gespart, schließlich sollen die Krankenkassenbeiträge ja halbwegs stabil bleiben, während die Politik ständig neue Bürokratie schafft, natürlich nur zum Wohl der Patienten. Aber die Leute, die die Kontrollblätter und Statistiken ausfüllen müssen, fehlen dann eben am Krankenbett.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
leser47 21.12.2016, 09:40
8. doch der Kapitalismus!

öffentlich geführte Häuser müssen ja unter den gleichen Bedingungen arbeiten, wie die Privaten, da spielen dann auch "marktwirtschaftliche" Überlegungen eine große Rolle. Wenn man meint, der "Markt" würde es schon richten und alles immer besser, effektiver und toller machen, dann kommt so etwas wie unser jetziges Gesundheitssystem heraus. Zugegeben, es geht noch schlechter (zB USA).

Beitrag melden Antworten / Zitieren
rst2010 21.12.2016, 09:53
9. warum

so einen Artikel nur für einen ausgewählten Leserkreis?

Die öffentliche Klinik mit dem besten Ruf in Bayern ist in staatlicher Hand. Und sie wird regelmäßig ausgezeichnet. Aber Gewinn ist ein größerer Anreiz als gute Bewertungen. OK, die öffentliche Hand als Klinilkbetreiber war nicht immer gut. Aber besser als die ihren Aktionären verpflichtete Firmen waren sie allemal.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 2