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Aurora-Morde: Witwe von Attentatsopfer verklagt Psychiaterin
REUTERS

Zwölf Menschen starben beim Attentat von Aurora. Die Witwe eines Opfers hat nun Lynne Fenton verklagt, die den mutmaßlichen Todesschützen James Holmes in psychiatrischer Behandlung hatte. Die Klägerin wirft Fenton Fahrlässigkeit vor - sie habe von Holmes' Mordphantasien gewusst. Aurora-Morde: Witwe von Attentatsopfer verklagt Psychiaterin - SPIEGEL ONLINE

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intergrund 17.01.2013, 08:51
1. optional

Zitat von sysop
...Die Klägerin wirft Fenton Fahrlässigkeit vor - sie habe von Holmes' Mordphantasien gewusst. l[/url]
...so verständlich die Wut und das Entsetzen auch ist: es hätte NICHT verhindert werden können. Wenn die Witwe wüßte, wieviele Menschen Gewaltfantasien haben und diese niemals realisieren. Soll man die denn alle einsperren? Und selbst wenn: was wäre passiert, wenn der spätere Täter für 72 Stunden eingesperrt worden wäre? Glaubt wirklich ernsthaft daran, daß es ihn gehindert hätte, später seine Pläne auszuführen?
Die absolute Sicherheit ist eine Illusion.
Die Psychiaterin tut mir enorm leid, Schuldgefühlöe hat sie wohl sowieso - jetzt auch noch eine Klage am Hals.

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mischpot 17.01.2013, 09:11
2. Hier zeigen sich Paralellen zu Winnenden

es kann nicht sein dass die indirekt Beteiligten Personen sich Ihrer Verantwortung entziehen. In Winnenden hat der Vater des Attentäters allerdings die Hauptschuld aus seinem Haus kommen die Waffen und es ist auch nicht der Fall das der in psychatrischer Obhut befindliche Täter über Mordphantasien berichtete. Insgesamt sollten Psychater wesentlich sensibler mit solchen Informationen umgehen und diese weitergeben, damit zumindest Hausdurchsungen auf evtl. vorhandene Waffen stattfinden können. Dies hätte auch in Winnenden die Tat verhindert. Dem Vater hätte zumindest bewußt sein müssen, dass er bei seinem labilen Sprössling keine Waffen im Haus haben darf.

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E_SE 17.01.2013, 09:15
3. Mit dabei

Psychologen müssen mit in die Verantwortung genommen werden. Sie analysieren ob eine Person für die Öffentlichkeit gefährlich ist oder nicht. Und Sie entscheiden damit auch ob diese Personen auf die Menschheit losgelassen wird oder nicht. Ein Achselzucken mit "tja, da hab ich mich wohl getäuscht" wenn es zu so einer Fehlentscheidung kommt ohne dafür auch juristisch mit gerade zu stehen ist inakzeptabel.

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Olaf 17.01.2013, 09:21
4.

Zitat von sysop
Zwölf Menschen starben beim Attentat von Aurora. Die Witwe eines Opfers hat nun Lynne Fenton verklagt, die den mutmaßlichen Todesschützen James Holmes in psychiatrischer Behandlung hatte. Die Klägerin wirft Fenton Fahrlässigkeit vor - sie habe von Holmes' Mordphantasien gewusst.
Na, jetzt wird es interessant. Die Diskussion in Deutschland fokussiert sich viel zu einseitig auf das Thema Waffen.
Nur über das Waffenrecht allein werden sich nämlich keine Amokläufe verhindern lassen.

Die Frage im Kern ist: Warum laufen solche gefährlichen Spinner frei herum und dürfen Waffen haben, obwohl sie bereits in psychiatrischer Behandlung sind.

Beim Amoklauf in Winnenden in Deutschland war die Lage nämlich ähnlich.

Allerdings sind hier die Fragen und Antworten wesentlich unbequemer und schwieriger, als beim Thema Waffenbesitz.

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acitapple 17.01.2013, 09:27
5.

Zitat von Olaf
Na, jetzt wird es interessant. Die Diskussion in Deutschland fokussiert sich viel zu einseitig auf das Thema Waffen. Nur über das Waffenrecht allein werden sich nämlich keine Amokläufe verhindern lassen. Die Frage im Kern ist: Warum laufen solche gefährlichen Spinner frei herum und dürfen Waffen haben, obwohl sie bereits in psychiatrischer Behandlung sind. Beim Amoklauf in Winnenden in Deutschland war die Lage nämlich ähnlich. Allerdings sind hier die Fragen und Antworten wesentlich unbequemer und schwieriger, als beim Thema Waffenbesitz.
das finde ich auch. hier sollte es möglich sein, die kuschelpsychologen zur rechenschaft zu ziehen. wenn sie so einem typen harmlosigkeit attestieren, kann das echte konsequenzen haben.

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1965 17.01.2013, 09:44
6.

Interessant ist es schon länger. Wie sie selber schreiben ist das Problem, dass psychisch kranke Menschen augenscheinlich KEINE Waffe erhalten sollten. Hier greift dann doch das Waffenrecht. Ihre Forderung jeden psychisch kranken in eine geschlossene Einrichtung zu geben ist zum einen weltfremd und zum anderen medizinischer und auch rechtlicher Unfug. So unerfreulich eine Fehleinschätzung auch ist, die Psychiater/innen haben nun mal keine einfachen Messparameter zur Verfügung anhand derer man den gefährichen vom ungefährlichen Kranken unterscheiden kann.

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MashMashMusic 17.01.2013, 09:52
7.

Hier zeigt sich wieder die Vollkasko-Mentalität einiger Leute - irgendwer _muss_ doch verklagt werden können!

Der Punkt ist: der Aurora-Mörder war nicht als Täter in Behandlung oder als gestörter Schwerkrimineller.

Wenn Sie jetzt alle Leute, die in der Therapie Gewaltphantasien äußern, wegschließen lassen, was sagt das dann über die Behandlung aus? Wer wird dann noch offen mit seinem Therapeuten sprechen?

Und mal weiter gedacht: Müssten dann nicht alle Menschen auf ihre Gewaltphantasien hin überprüft werden? So, mal prophylaktisch?

Am besten wäre da eine totale Kontrolle, oder?

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MashMashMusic 17.01.2013, 09:54
8.

Zitat von 1965
Interessant ist es schon länger. Wie sie selber schreiben ist das Problem, dass psychisch kranke Menschen augenscheinlich KEINE Waffe erhalten sollten. Hier greift dann doch das Waffenrecht. Ihre Forderung jeden psychisch kranken in eine geschlossene Einrichtung zu geben ist zum einen weltfremd und zum anderen medizinischer und auch rechtlicher Unfug. So unerfreulich eine Fehleinschätzung auch ist, die Psychiater/innen haben nun mal keine einfachen Messparameter zur Verfügung anhand derer man den gefährichen vom ungefährlichen Kranken unterscheiden kann.
Genau so ist es. Ich halte eine drastische Verschärfung des Waffengesetzes für weitaus sinnvoller als jeden irgendwie psychischen Auffälligen wegzusperren. Dann sollten wir schonmal Einrichtungen für einen Großteil der Bevölkerung aufbauen.

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grunzbichler 17.01.2013, 10:04
9. Haftung

Architekten haften auch, mit ihrem Privatvermögen bis 30 Jahre. Oft für sehr komplexe DInge und Abläufe, die sie auch bei bestmöglicher Überwachung und Prüfung nicht 100%ig kontrollieren können. Wer kann schon rund um die Uhr hinter jedem Bauarbeiter stehen und seine Arbeit prüfen? Trotzdem besteht die Haftung.
Nicht nachvollziehbar, dass Mediziner sich aus der Verantwortung stehlen dürfen.

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