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Ausländerquote bei der SPD: Vorwärts, Migranten!

Nach der Frauen- kommt jetzt die Ausländerquote. Die SPD ist den ersten Schritt auf diesem neuen Feld der Gleichberechtigung gegangen: Künftig müssen 15 Prozent der Führungskräfte über eine "Migrationsgeschichte" verfügen. Das Problem: Wie stellt man fest, wer ein Migrant ist? Ausländerquote bei der SPD: Vorwärts, Migranten! - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik

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Critik 13.12.2011, 18:45
120.

Zitat von Incredibleois
Die Verwendung des Wortes "autochthon" kommt mir aber reichlich merkwürdig vor, da dem Begriff die Konnotation "marginalisierter Ureinwohner" mitschwingt und im vorleigenden Zusammenhang dementsprechend eher von Überfremdungsparanoikern verwendet wird. Aber der SPD ist ja auch einiges zuzutrauen...
Authochon ist der völlig korrekte Fachbegriff und bedeutet lediglich sowas wie einheimisch oder alteingesessen. Da "schwingt" keine "Überfremdungsparanoie" mit. Sie haben sich da von Wikipedia von einem vermeidlich ähnlichen Eintrag verwirren lassen. In solchen Fällen sollte man lieber ein gutes Lexikon vorziehen.

Nebenbei, auch im Ausland, bspw. bei den toleranten Niederländern wird der entsprechende Begriff (hier Autochtoon) verwendet.

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betty.ford 13.12.2011, 19:48
121. q.e.d.

Zitat von Critik
Aber nun zu ihrer inhaltlichen Argumentation. Ja richtig es gibt bestehende Strukturen in der Gesellschaft..
was Sie nicht sagen.

Zitat von Critik
.. und ja man kann diese Strukturen mit Quoten aufbrechen. Dummerweise führt dies aber nicht zu einer strukturlosen und gerechteren Gesellschaft, sondern nur zu anderen Hierarchien und anderen Strukturen.
vielleicht habe ich mich ja tatsächlich so missverständlich ausgedrückt.
es ging mir nicht um den praktischen sinn oder unsinn von quotenregelungen (dass sie nach vernünftigem maßstab albern sind, ist eine trivialität).
es ging um die fehlende auseinandersetzung mit den zuständen, auf die mit dieser sozialreguliererei (fehl)reagiert wird.
da kommt von Ihnen auch nix.

Zitat von Critik
Ich kann Ihnen zu diesem Thema sehr das Kapitel "Die Erfindung des Opfers" (S. 25 ff) vom Buch des Autors dieser Kolumne ans Herz legen.
danke, nein.

Zitat von Critik
Der treffende Schlusssatz dort "Diese neue Gesellschaft ist, aller Bekenntnisse zur Gleichheit zum Trotz, durch eine Hierarchie gekennzeichnet, die weit archaischer und strenger ist als die alte, die sie ersetzt; es ist die Randgruppen-Hierarchie der Stammeswelt."
auch hier wieder nur die platitüdenhafte zurückweisung normierender eingriffe, verbunden mit dem für diesen modischen ticket-konservatismus üblichen dystopischen ausblick auf irgendeine sei's 'totalitäre', sei's 'archaisch-tribale'

Zitat von Critik
Schöne neue Welt.


genau diese art pseudokritik war in meinem beitrag gemeint. wobei mir die marottenhafte neigung von leuten wie fleischhauer, sich an versatzstücken progressiver kritik zu bedienen, um sie dann doch nur ins strukturaffirmative zu wenden, bei weitem unsympathischer ist als die faden witzeleien über die absurditäten des quotierungsbetriebs.

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Incredibleois 13.12.2011, 20:43
122.

Zitat von Critik
Authochon ist der völlig korrekte Fachbegriff und bedeutet lediglich sowas wie einheimisch oder alteingesessen. Da "schwingt" keine "Überfremdungsparanoie" mit. Sie haben sich da von Wikipedia von einem vermeidlich ähnlichen Eintrag verwirren lassen. In solchen Fällen sollte man lieber ein gutes Lexikon vorziehen.
Jupp, ist richtig, mein Fehler...

Zitat von Critik
Nebenbei, auch im Ausland, bspw. bei den toleranten Niederländern wird der entsprechende Begriff (hier Autochtoon) verwendet.
Seit wann genau ist man in den Niederlanden den toleranter als anderswo?!?

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Critik 13.12.2011, 21:48
123. Loriot

Zitat von betty.ford
auch hier wieder nur die platitüdenhafte zurückweisung normierender eingriffe, verbunden mit dem für diesen modischen ticket-konservatismus üblichen dystopischen ausblick auf irgendeine sei's 'totalitäre', sei's 'archaisch-tribale'
Mich erinnerst das ganze immer an den Loriot Sketch mit dem schiefen Bild. Da wird normieren Eingegriffen, mit dem Ziel des Besseren, aber das Ergebnis ist schlichtes Chaos.

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Critik 13.12.2011, 21:50
124. Explizit

Zitat von betty.ford
fehlende auseinandersetzung mit den zuständen, auf die mit dieser sozialreguliererei (fehl)reagiert wird.
Vielleicht sollten Sie diese Zustände explizit an- und aussprechen? Dann können wir auch darüber diskutieren.

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neoptolemos 13.12.2011, 21:57
125.

Zitat von Critik
Mich erinnerst das ganze immer an den Loriot Sketch mit dem schiefen Bild. Da wird normieren Eingegriffen, mit dem Ziel des Besseren, aber das Ergebnis ist schlichtes Chaos.
Es ist wirklich wie bei Loriot: Symmetrie ist die Ästhetik (Hier: Gerechtigkeit) des kleinen Mannes....

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neutrina 13.12.2011, 22:27
126. sehr richtig.

Zitat von ObackBarama
Es scheint dass die anderen Migranten die Politik gar nicht so interessiert. Ich habe noch nie von einem dutschen Politiker mit etwa spanischem, italienischem, portugiesischem, jugoslawischem, polnischem,...oder russischen Migrationshintergrund gehört, bzw. ich kenne keinen. Daher müss die SPD mit Zwang sie alle in die Partei holen um die Quote die man selbst geschaffen hat, zu erfüllen. Auch wenn sie vielleicht gar keinen Bock drauf haben.
Sehr richtig. Wenn die SPD schon so quotenbesessen ist und um des lieben Friedens willen eine Migrantenquote einführt, muss sie konsequenterweise die in gehobene Positionen gehievten Migranten auch gleichberechtigt nach Herkunft berücksichtigen.

Das würde bedeuten, dass die SPD neben vietnamesischen Migranten auch russische, chinesische, englische, albanische, syrische, ägyptische, norwegische und z.B. niederländische Migranten gleichberechtigt in höhere Positionen befördert. Das sollte für alle Parteien gelten. Damit wäre eine Migrantenquote gerecht umgesetzt.

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neutrina 13.12.2011, 22:30
127. wer bekommt dann den Job?

Zitat von rennflosse
Wenn man alle möglichen Gruppen per Quote bevorzugt, so bleiben die Besten auf der Strecke. Damit wird neue Unzufriedenheit erzeugt. In Zukunft muss man also Frau oder Migrant sein, um in der SPD und der von ihr dominierten Verwaltung oder Wirtschaft etwas werden zu können. Gut zu wissen. Vom Prinzip der besseren Leistung oder besseren Kompetenz verabschieden wir uns immer mehr. Aber viele Posten werden ja ohnehin nach dem "richtigen" Parteibuch vergeben und nicht nach Befähigung. Weil diese Denke in den Parteien herrscht, ist es kein weiter Weg mehr zur Quote. Kurios wird es nur, wenn zwei quotenberechtigte aufeinander treffen. Wer bekommt dann den Job?
Gute Frage. Ich vermute, dass dann eine Kommission entscheiden wird, die mit einer angemessenen Zahl von Migranten besetzt ist.

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thomas-ex-gotha 13.12.2011, 23:57
128.

Zitat von D.Moslovult
Die Bundes-CDU wird durch Landesverbände konstituiert, aber der demos, das Volk, nicht durch irgendwelche nach Ahnennachweis distinkten Landsmannschaften, sondern ist von Verfassungs wegen blind gegenüber der ethnischen Herkungt, das ist der Unterschied. Aber was interessiert uns die Logik. Ach ja, und die "pfiffigen Migranten". Lasst uns nicht mit diesen Deutschen allein, nicht wahr?
Also ist die SPD "der demos, das Volk"? Das war mir neu, wird aber, da überzeugend ausgedrückt, richtig sein, ebenso wie die Aussage, dass es, das Volk, "von Verfassungs wegen blind gegenüber der ethnischen Herkungt" sei.
Hmm.
Was will der Autor sagen?
Dass ein "Ahnennachweis" hilfreich sein könnte für diejenigen Mitbürger, die einen Sprachtest nie bestehen würden?

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