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Auszeichnung: Wirtschaftsnobelpreis geht an Fama, Hanzen und Shiller

 

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ostborn 14.10.2013, 15:35
50. Schweden hinterfragen

Es ist nicht das Paradies, wie es scheint. Olaf Palme, Anna Lindh ... und jetzt die obskuren Nobelpreis-Verleihungen. Werde wohl mein Holzhaus in Schweden verkaufen.

Zitat von monolithos
...Sollen hier für irgendwas Geheimes zu leistende Reparationszahlung von Schweden an die USA verschleiert werden? ...

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schreiberling_ 14.10.2013, 15:38
51.

Zitat von spon-facebook-10000458367
Wirtschaftsnobelpreis ist die falsche Bezeichnung: Das Verhalten von Psychopathen, Gierzähnen und Raffkes wurde empirisch erforscht. Das fällt unter die Rubrik Chaos-Forschung, die die Menscheit nicht braucht.
Oh Mann. Wie reiht sich eine Arbeit wie "Large sample properties of generalized method of moments estimators" in ihre These ein?

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schachcheck 14.10.2013, 15:57
52. Lückenlos !!

Zitat von schreiberling_
Oh Mann. Wie reiht sich eine Arbeit wie "Large sample properties of generalized method of moments estimators" in ihre These ein?
Ich würde sagen: "Lückenlos"

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rschadt 14.10.2013, 15:58
53. Preis fuer Forschung in einer Sozialwissenschaft verdient

In der Tat ist 'Economics' eine Sozialwissenschaft, und der Nobelpreis fuer Wirtschaft wird von der Schwedischen Zentralbank vergeben, nicht vom Nobel Preis Komitee. Jedoch kann niemand bezweifeln, dass Eugene Fama und Robert Shiller ueber lange Zeit das Studium der Renditen in verschiedenen Vermoegensanlagen (nicht bloss Aktien) weltweit beeinflusst haben - insbesondere zum Thema, was vorhersehbar ist und was nicht, wobei Shiller und Fama gegensaetzliche Meinungen vertreten. Lars Peter Hansen hat methodische Fortschritte erzielt, die daher unter Praktikern auch weniger bekannt sind. Es ist kein Zufall, dass Fama als Protagonist weitgehend effizienter Maerkte und Shiller als Vertreter von Märkten, die laengere Zeit in Ueber- und Unterbewertung verharren können, gleichzeitig diesen Preis erhalten. Hier wird das Lebenswerk dieser Sozialwissenschaftler geehrt, da jlare Durchbrueche wie sie etwa in den Naturwissenbschaften ab und zu passieren, selten in den Sozialwissenschaften geschehen. Alle drei haben enorm viel zum Verstaendnis von Anlagemaerkten beigetragen, und haben sich nie auf ihren Lorbeeren ausgeruht (trotz der humorvollen Bemerkung von Herrn Weber ueber die Tennis und Surf Hobbies von Fama; Herr Weber erwaehnt ja gleichzeitig, wie schwierig Fama's Veranstaltungen waren. Fama animiert seine Studenten zur eigenen Forschung). Alle drei haben enorm viel geleistet, und sind noch lange nicht am Ende. Shiller will neue Maerkte eröffnen (u.a. mit den regionalen Case-Shiller Immobilien Indizes, die Hauseigentuemern ermoeglichen sollen sich gegen einen Verfall der Immobilienpreise abzusichern; während Fama sich um Index Fonds verdient gemacht hat, die die Gebuehren einer Anlage fuer eine Unzahl von Investoren erheblich reduziert haben).

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msix 14.10.2013, 16:04
54.

Zitat von juerler@saxonia.net
Wenn man so die Namen, auch in der Vergangenheit, liest, scheinen die wenigsten aus den USA zu stammen. Alles zugekauft. Mehr Schein wie Sein. Typisch für die Amerikaner. Aber geschickt gemacht.
Ob nun zugekauft oder nicht, vielleicht sollte man sich auch mal die Frage stellen, warum so wenige Nobelpreise nach Deutschland gehen. Thomas Südhof zähle ich nicht dazu, da er nicht in Deutschland sondern in den USA geforscht hat.

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braman 14.10.2013, 16:15
55. Auszeichnug

Aus meiner Sicht ist eine Wissenschaft nur, wenn sich durch bekannte Ursachen Wirkungen mit hinreichender Genauigkeit berechnen oder zumindest voraussagen lassen.
Dies trifft bei den Sozialwissenschaften nur im geringen Masse zu und bei den 'Wirtschaftswissenschaften" (wieso eigentlich Mehrzahl?) schon gar nicht wie die Friedmannsche Angebotstheorie seit mehr als 30 Jahren eindrucksvoll unter Beweis stellt.
Aber seis drum, interessant wäre es, wenn mal (im Rückblick) die nobelpreisausgezeichneten Leistungen bewertet würden auf ihren Wahrheitsgehalt sowie auf die mehr oder eher weniger positiven Auswirkungen auf das Leben der Menschen.
Da wäre wohl so mancher Preisträger im Nachhinein als Scharlatan und Schadensstifter auf der Liste. M.Friedman ist, aus meiner Sicht, einer der Kandidaten bei den "Wirtschaftswissenschaften".

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schreiberling_ 14.10.2013, 16:18
56.

Zitat von schachcheck
Ich würde sagen: "Lückenlos"
Nix kapiert vom Inhalt der Arbeit. Naja...

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melnibone 14.10.2013, 16:33
57. Rein theoretisch eine ´Falschvergabe´...

Da keine Volkswirtschaft betrachtet wird, keine tendenziellen Entwicklungen der Weltwirtschaft bestätigt oder prognostiziert werden. Sozialwissenschaften scheinen als Methode auch nicht ´beliebt´ zu sein. Dann doch lieber einen ´Alternativpreis´ bevorzugen. Oder mehr Hintergründe erfahren, bevor man sich abwendet ...

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D_v_T 14.10.2013, 16:37
58.

Wenn ich hier so einige (leider die meisten) Kommentare lese, kann ich nur mit dem Kopf schütteln. Hier scheint sich ja wirklich der gemeine, undifferenzierte Pöbel versammelt zu haben, der selten Ahnung von dem hat, über das er sich äußert. "SPIEGEL-Leser wissen mehr" gilt heute wohl nicht mehr.
Zum Artikel muss ich anmerken, dass er eindeutig zu einseitig ist. Fama und Shiller, und deshalb verwundert mich die gleichzeitige Auszeichnung etwas, haben völlig konträre Ansichten der Märkte. Shiller, wie erwähnt, eine verhaltensorientierte, und Fama ist der Begründer der Effizienzmarkthypothese. Diese besagt, dass die Marktteilnehmer vorhandene Information jederzeit korrekt (rational) einpreisen, was im Gegensatz zur Behavioral Finance steht. Diese EMH ist Vorraussetzung für Bewertungsmodelle von Derivaten und hat zur Deregulierung der Märkte beigetragen (wegen der Effizienzannahme). Die Vorraussetzungen zur Finanzkrise wurden durch Famas Arbeiten also durchaus begünstigt bzw. erst geschaffen. Umso fragwürdiger die Auszeichnung. Allerdings konnte die EMH auch nie empirisch widerlegt werden und wird, in abgeschwächter bzw. angepasster Form (z.B Adaptive MH von Andrew W. Lo) heute noch von vielen als geeignetes Marktmodell angesehen. Auch, weil es bisher keine geeignet Alternative für die Bewertungsmodelle gibt.

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schreiberling_ 14.10.2013, 16:38
59.

Zitat von braman
Aus meiner Sicht ist eine Wissenschaft nur, wenn sich durch bekannte Ursachen Wirkungen mit hinreichender Genauigkeit berechnen oder zumindest voraussagen lassen. Dies trifft bei den Sozialwissenschaften nur im geringen Masse zu und bei den 'Wirtschaftswissenschaften" (wieso eigentlich Mehrzahl?) schon gar nicht wie die Friedmannsche Angebotstheorie seit mehr als 30 Jahren eindrucksvoll unter Beweis stellt. Aber seis drum, interessant wäre es, wenn mal (im Rückblick) die nobelpreisausgezeichneten Leistungen bewertet würden auf ihren Wahrheitsgehalt sowie auf die mehr oder eher weniger positiven Auswirkungen auf das Leben der Menschen. Da wäre wohl so mancher Preisträger im Nachhinein als Scharlatan und Schadensstifter auf der Liste. M.Friedman ist, aus meiner Sicht, einer der Kandidaten bei den "Wirtschaftswissenschaften".
Da haben Sie von der Entwicklung der Volkswirtschaftslehre in den letzten Jahren/Jahrzehnten nicht so viel mitbekommen denke ich. Ebenso wie z.B. die Sozialwissenschaften oder die Psychologie steht das Feld inzwischen auf sehr viel soliderer Basis. Spieltheorie, Ökonometrie, Experimentelle Ökonomie, Verhaltensökonomie haben enorm an Bedeutung gewonnen, die klassische Makroökonomie verloren.

Ich denke der Schlechte Ruf des Gebiets hängt eher damit zusammen, dass sich etliche Wirtschaftswissenschaftler in den Medien dazu hinreissen lassen, in den Medien mehr zu behaupten als Sie durch ihre Forschung belegen können.

Meteorologie wird auch nicht dadurch unwissenschaftlich, dass das Fach nicht das Wetter der nächsten 10 Jahre vorhersagen kann.

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