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Bahn: Ausfall mit Ansage

Vereiste Weichen, kälteempfindliche Züge - schon im Herbst wusste die Bahn, dass sie bei einem plötzlichen Wintereinbruch Probleme haben würde.

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gisu 27.12.2010, 18:32
100. Erstmal

Fährt nicht jeder mit der Bahn in den Urlaub, die wird ebenso von vielen Pendlern genutzt. Wie auch in meinem Fall, ich fahre einmal in der Woche von Hamburg nach Berlin zum Meeting. Mit dem Auto wäre mir das zu Stressig wenn man um 9 Uhr frisch beim Meeting erscheinen soll.
So eine Fahrt kostet knapp 140 Euro wenn man das Ticket vor ablauf der drei Tagesfrist (sparpreis) kauft, ist dabei richtig unflexibel. Gut ist weniger mein Problem das bekommt mein Auftraggeber auf die Spesenrechnung.

Das im Winter auf Deutschlands Straßen das Chaos ausbricht ist normal - es werden ja immer mehr Fahrzeuge nur ist das Verkehrsnetz nicht mehr auf die Menge ausgerichtet es gibt keine Reserve nach unten.

Das Flugzeuge nicht fliegen weil vereist ist auch verständlich oder hat jemand Lust in einem Flieger zu sitzen der sich nicht mehr steuern lässt wegen Vereisung.

Das die Bahn ausfällt ist aber nicht verständlich, die haben nicht mit den Schwierigkeiten der Luftfahrt zu kämpfen ebenso sind nicht mehr Züge auf den Strecken unterwegs. Hier fallen beim ersten Frost reihenweise Triebwagen aus. Dann kommen noch vereiste Stellwerke hinzu.
Das Chaos der Bahn ist Hausgemacht, Profit um jeden Preis. Den Passagieren knöpft man immer mehr Geld ab, erbringt im Gegenzug aber immer weniger Leistung. Aber fette Prunkbahnhöfe dafür ist das Geld da - Götzenbilder sind das.

Andere Länder dort wo richtig der Winter ausbricht, mit richtigen Schneemassen da funktioniert der Verkehr komischerweise, aber vielleicht ist Frau Holle dort auch richtig nett und schüttet den Schnee nicht auf Straße und Schienen.
In anderen Ländern wird eben nicht am falschen Ende gespart, in Deutschland hoffen die Manager und Politiker halt das der Klimawandel den Winter für immer Vertreibt - hat er nur nicht die Quittung bekommen wir seit zwei Jahren präsentiert.

Der Winter ist noch lange nicht am Ende das werden sicherlich noch zwei richtig Spaßige Monate, vielleicht auch drei bis der Frühling kommt.

Für einige ist es sicherlich einfach von Bahn Bashing zu sprechen, ist ja auch einfach wenn man nicht auf das Verkehrsmittel angewiesen ist.

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Frankfurt2001 27.12.2010, 18:33
101. Korrektur zum Bericht

Der Bericht enthält übrigens zwei grundsätzliche Fehler:

Die Höchstgeschwindigkeiten von 250-300km/h können auch bei schönstem Wetter nur auf den betonierten Neubaustrecken erreicht werden, auf Schotter geht das nie.

Die Reduzierung auf 200km/h betrifft daher auch eben diese Neubaustrecken. Auf Schotter wird jetzt je nach Lage noch viel langsamer gefahren.

Grundsätzlich sehe ich das aber auch so, dass die DB auch derzeit immer noch das zuverlässigste Verkehrsmittel ist (auch wenn ich selbst am Wochenende stundenlage Verspätungen erleben musste), wahr ist aber auch, dass der aktuelle Hochgeschwindigkeitsfuhrpark (für den der aktuelle Bahnvorstand nichts kann) ein Schönwetterfuhrpark ist, der wesentlich anfälliger für Witterungsprobleme ist wie der anderer Länder in Europa.

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duanehanson 27.12.2010, 18:33
102. Von wo schauen Sie denn?

Zitat von Kurt Kurzweg
Schauen Sie mal nach Schweden oder Finnland...da fährt die Bahn, da sind die Landebahnen der Flughäfen schneefrei, da sind die Straßen befahrbar - und jetzt erzählen Sie mir bitte nicht, da gäbe es keinen Winter...
So einen Quatsch. Seit Mitte November war die E4 kaum noch schnee- oder gar eisfrei. Ich weiß ja nicht, woher Sie Ihre Informationen haben, aber sie stimmen nicht. Zugausfälle und Verspätungen sind auch völlig normal, es ist Winter. Jeder weiß es, keinen regt es auf. Auf den Flughäfen das gleiche Bild. Skandinavien im Winter ist nur was, um aus der Ferne daraufzuschauen. Aber Ihre geschilderten, paradiesischen Zustände sind frei erfunden.

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Fprester 27.12.2010, 18:36
103. Ist Trennung von Schiene und Betrieb wirklich sinnvoll?

Die EU hat es in ihrem ordnungspolitischen Wahn vorgegeben: Trennung von Schiene und Betrieb. Angeblich soll dadurch mehr Wettbewerb und in der Folge wirtschaftlicherer Bahnverkehr und besserer Service entstehen. Können diese Ziele auf diesem Weg erreicht werden? Kann ein Bahnsystem auf diese Weise auseinander dividiert werden? Da bin ich skeptisch. In verschiedenen Ländern hat es sich gezeigt, dass der Service schlechter (z.B. die Zuverlässigkeit des Systems) und die Preise keineswegs tiefer werden. Meist geht der Wettbewerb zu Lasten der Bediensteten: weniger Lohn und höhere Arbeitskadenz. Ueber den Umweg von grösserer Arbeitslosigkeit und niedrigerer Steuereinnahmen belastet dies wieder die öffentlichen Haushalte. Auf eine überzeugende und vor allem tragfähige volkswirtschaftliche Untersuchung, die diese Zusammenhänge untersucht, warte ich noch

Es stellt sich aber auch die Grundsatzfrage, ob der öffentliche Verkehr ordnungspolitisch nicht zur Daseinsvorsorge gehören sollte, da er ja auch umweltpolitische Aspekte abdecken und möglichweise auch in Zeiten knapper Brennstoffversorgung ein Mindestmass an Mobilität sichern sollte. Ich meine ebenfalls, dass es früher im Staatsbahnzeitalter bei allen Witterungsbedingungen besser lief, einfach weil die Zuverlässigkeit Priorität hatte.

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DrNo 27.12.2010, 18:39
104. Mitnichten ...

Zitat von rehabilitant
Sie sind die große Ausnahme, nämlich ein insgesamt zufriedener Bahnbenutzer, der sich auch noch in diesem Forum dazu bekennt. Ansonsten scheint aber hier ausschließlich Bahn-Bashing angesagt. Mein Eindruck ist ebenfalls, dass die Bahn im Vergleich zum Strassen- und Flugverkehr unter diesen Wetterverhältnissen am besten abschneidet.
... schneidet die Bahn am besten ab.

Ich sitze doch lieber im warmen Auto im Stau und höre meine Lieblingsmusik oder esse im schicken Restaurant am Flughafen etwas Leckeres als bei -10 Grad zwei Stunden am zugigen Bahngleis auf den verspäteten Zug zu warten, weil es keinen beheizten Wartesaal gibt und das Bahnhofskiosk schon lange geschlossen hat - und 2 Tage später liege ich mit Fieber im Bett.
Und das bei den gesalzenen Preisen (stets teurer als eine Autofahrt und oft teurer als ein Inlandsflug)!

Aus meiner Sicht wurde die Bahn in den letzten 15-20 Jahren stetig schlechter und verliert zusehends den Anschluss zur Konkurrenz (Auto, Flugzeug).

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ottissimo 27.12.2010, 18:40
105.

Zitat von mercato123
..und was hätte die Bahn tun sollen? Die Gleise überdachen und beheizen ? Welche Bahn in Europa ist bei diesem Wetter normal gefahren? Alles Schlaumeier.
Die DB könnte sich z.B. mal in Skandinavien schlau machen.
Ein Schlaumeier

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nimda 27.12.2010, 18:41
106. Größenwahn bei der Bahn.

Zitat von Reformhaus
Vereiste Oberleitungen wurden bereits in den Anfängen der Elektrifizierung dadurch bekämpft, indem durch regelmässige Fahrten Eisbesatz weggefahren wird, notfalls durch Leerfahrten. Das konnte sich die "Deutsche Bundesbahn" damals noch leisten. Heute sorgt die "Bahn AG" lieber für Dividende. Auch umgefallende Bäume wurden damals schneller beseitigt, weil man eigenes Personal einsatzbereit rund um die Uhr vorhielt. Heute müssen umständlich Subunternehmer geweckt und beauftragt werden. Ach ja, in den Siebzigern war das Steueraufkommen für die Bundesbahn noch ausreichend. Heute wird das Geld für notleidende Banken ausgegeben.
Und für sogenannte Prestige-Objekte wie z.B.Stuttgart 21, dem inzwischen schon wieder eine Mehrheit der Schwaben und Badener zustimmen. Sie könnten im März ein Zeichen und der Bahn einen Schuss vor die "Lokomotive" setzen.
p.s.: während meiner Bahn-Zeit wurden selbst die Weichen der Nebenstrecken durch Winterdienste frei gehalten notfalls mit der Lötlampe und die Winter waren teilweise härter.

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maximixa 27.12.2010, 18:43
107. wenn alles immer nur so einfach wäre

Zitat von fatherted98
...Die mobile Gesellschaft sollte mal einen Gang zurückschalten, es muss nicht bei Schneetreiben und Glateis unbedingt in den Urlaub geritten werden. Bleibt mit eurem A.. zu Hause und genießt mit den Kindern den Schnee an statt in der Türkei All Inklusive...
ja, manchmal denke ich auch, dass wir alle mehrere gänge runterschalten sollten. wenn jedoch jeder radikal konsum verzicht leistete, käme dies einem boykott unseres wirtschaftssystems gleich.

in den arbeitsteiligen gesellschaften hängen viele existenzen von der reibungslosen mobilität ab, z.b. die logistikbranche oder der fremdenverkehr.

die jetzt zu tage getretenen schwächen könnten sogar dazu genutzt werden, durch vermehrte investitionenen in forschung und entwicklung bei bahn- und flughafeninfrastruktur neue arbeitsplätze zu schaffen.

dann könnte weiterhin, wer will, euros im winter nach antalya bringen, damit haben die türken devisen haben, um sich mal wieder einen mercedes aus untertürkheim zu kaufen. ;-)

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JPP-1 27.12.2010, 18:45
108. mit dem Auto

wie angekündigt, bin ich am Samstag 917 km nach Süden gestartet.
Eine langweilige Fahrt: Eingestiegen, losgefahren, Pause gemacht, weitergefahren, angekommen, ausgestiegen.
Reine Fahrzeit 11 Stunden, Reisegeschwindigkeit 120km/h.
Das Gleiche zurück, da gab es 15 km stockenden Verkehr (hinter 3 Schneeräumern, das nimmt man hin) und ca. 20km Blitzeis, die man eben vorsichtig passiert.
Fazit: geplante Reisezeit eingehalten, Schneeketten, Schaufel, Sand und 2 Schlafsäcke lagen ungenutzt im Auto.

Und das Erstaunliche: Ich war billiger, schneller und wahrscheinlich auch komfortabler (ja, ich gehöre zur aussterbenden Kaste der Raucher), als im Zug.
Je nach Ticket hätten mich die Zugfahrten zwischen 300 und 400 € gekostet.

Liebe Bahn, werde doch bitte wieder interessant für mich. Früher mußte man das Auto mit Beifahrern bis zum Brechen volladen, um halbwegs preislich mit Dir mithalten zu können.

Eigentlich wollte ich meinen ökologischen Fußabdruck mit Dir gestalten, aber ich hatte dieses Jahr keine Lust auf verstopfte Toiletten, 6x umsteigen, Raucherbereiche nur am linken hinteren Ende des Bahnhofs und verpaßte Anschlußzüge.

Und dabei gehöre ich als Langstreckenfahrer zu Deiner (leider) favorisierten Zielgruppe.

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hman2 27.12.2010, 18:46
109. Extreme Bedingungen ??

Zitat von
Für "normale Bedingungen" sei der DB-Fernverkehr "gerüstet", aber für "außergewöhnliche Ereignisse", so das ernüchternde Fazit, seien "keine weiteren Reserven" vorhanden.
Wo, bitte, haben wir den "außergewöhnliche Ereignisse"? Minus sieben Grad sind für die Bahn schon "außergewöhnlich"? Hallo? Anybody home?

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