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Bayrisch-Kurs für Kinder: "Griaß di, griaß di. Mei di mog I gean""
Lena Schnabl

Hilfe, sie sagen Brötchen statt Semmeln! Weil der bayrische Dialekt auszusterben droht, lernen Fünf- bis Siebenjährige in Mundart-Kursen, dass sie besser "geibe Ruabn" zur Karotte sagen. Na freilich. Bayrisch-Kurs für Kinder in München - SPIEGEL ONLINE

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Dr.Schwantz 16.01.2014, 07:07
1. Naja,

So schlimm isses no ned. Obwohl, Isarpreissn Sand scho vui da...

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Lukas Nägele 16.01.2014, 07:08
2.

Also als ich noch zur Schule ging, wurde man schief angeschaut, wenn man kein Dialekt gesprochen hat. (Komme auch aus Bayern)

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Alfons Emsig 16.01.2014, 07:11
3. So ist das nun mal in Großstädten

Da hat es ein Dialekt schwer, sich gegen die vielen zugezogenen Dialekte und die Hochsprache zu behaupten. Auch in Berlin war das teilweise schon vor dem Mauerfall so. Während das "Berlinern" nicht zuletzt wegen der schon damals zahlreichen Zugereisten im Westteil mehr und mehr sozial stigmatisiert war, wurde es im Ostteil von den Einheimischen gepflegt. Man hört auch heute noch bei Erwachsenen heraus, ob jemand aus dem West- oder Ostteil kommt. Ich würde die Situation in München daher mit jener in West-Berlin vergleichen. Das ist ein ganz natürlicher Sprachwandel: Wenn mehr und mehr Einwohner das Ur-Münchnerische nicht mehr verstehen, muss man sich auf eine andere Verkehrssprache einigen. Daran ändern auch solche Kurse nichts, die nicht mehr sind als Folklore. Aber wenn es den Kindern Spaß macht, warum nicht?

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al95 16.01.2014, 07:11
4. I frog di

Ich erinner mich noch an die Zeile in der Zeitung mit "I frog di" worauf die Frage kam was heißt denn der englische Satz "I (ich) frog (frosch) die (sterben)"
War auf jeden Fall amüsant als dann raus kam dass damit ich frag dich gemeint war.

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alexanderschulze 16.01.2014, 07:12
5. Schön zu wissen,

dass mein Mutterdialekt doch noch gerettet wird.

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shAGGie 16.01.2014, 07:13
6. Rettung der Geschichte?

Zitat von sysop
Hilfe, sie sagen Brötchen statt Semmeln! Weil der bayrische Dialekt auszusterben droht, lernen Fünf- bis Siebenjährige in Mundart-Kursen, dass sie besser "geibe Ruabn" zur Karotte sagen. Na freilich.
Die Frage die sich mir hier stellt ist, was rettet man hier?
Die Identität? Die Sprache? Die Vergangenheit?

Was braucht es mehr als eine Sprache, um sich überall mitzuteilen? Dialekt ist aus der Not der dezentralität entstanden. So gab es damals sogar Dörfer, die nicht miteinander kommunizieren konnten, weil sich ihr Dialekt zu stark unterschied, die Folgen waren Konflikte.

Ich sehe die Vereinheitlichung einer Sprache in einem Land, nicht als Makel oder Identitätsklau der Kleinstaateterei an, sondern als die Möglichkeit, wenn man schon auf Nationalstolz abfährt (Ich sehe mich nicht als Deutscher sondern als Erdenbürger), eine größere Zahl von Mitmenschen eine größere "Identität" zu geben.

Ich meine, wodurch unterscheiden sich Deutsche (lassen wir mal Schweiz und Österreich aussen vor) von der Bevölkerung anderer Länder? Klar durch ihre Sprache. Alles andere ist austauschbar, wie Tugenden usw.

Das ist hier nur meine Meinung, ich persönlich weiss nicht warum wir Dialekte aufrecht erhalten sollen, wenn wir nach draussen hin als eine Nation auftreten wollen. Aber vielleicht hat hier jemand andere tolle Argumente für den Erhalt von Dialekten, ausser dem Erhalt einer vergangen Sprachkultur, die aber meines Erachtens nach überholt ist. So wie unser heutiges Deutsch vielleicht in 50 jahren überholt sein wird. Nichts ist in seiner ursprünglichen Form konservierbar. Man muss akzeptieren das Dinge sich ändern.

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SeltenPoster 16.01.2014, 07:30
7.

Bisher hatte ich den Rückgang der Verbreitung von Dialekten immer für etwas Positives und im Grunde Fördernswertes gehalten. Warum tun die Eltern ihren Kindern sowas an? Im Grunde doch eine sprachliche Beschneidung mit ähnlicher Begründung: 'Joa, der Buar soll halt so red'n wie der Papa'. Zum Glück 'verheilt' das später wohl meist folgenfrei, wenn die Kinder mal alt genug sind und außerhalb von Bayern (oder Deutschlands) leben. ;)

Ich hoffe also einfach, dass das ist eine für den 1. April vorgesehene Meldung ist, die durch einen technischen Fehler einfach zu früh freigeschaltet wurde.

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runticket 16.01.2014, 07:35
8. Gute Idee

Zitat von sysop
Hilfe, sie sagen Brötchen statt Semmeln! Weil der bayrische Dialekt auszusterben droht, lernen Fünf- bis Siebenjährige in Mundart-Kursen, dass sie besser "geibe Ruabn" zur Karotte sagen. Na freilich.
Wir sollten die Mundarten pflegen und erhalten. Sie sind ein wichtiger Bestandteil der deutschen Kultur und damit der deutschen Identität. Stirbt die Mundart aus, dann stirbt die deutsche, sprachliche Vergangenheit.

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klima66 16.01.2014, 07:35
9. Arme Kinder

Einen Dialekt saugt man mit der Muttermilch auf. Solche sinnfreien Aktionen bringen nichts, schaden ehr beim Schreiben lernen.
Außerdem ist sowohl Brötchen als auch Semmeln falsch -die Dinger nennt man Weckla ! Alles klar ?

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