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Bayrisch-Kurs für Kinder: "Griaß di, griaß di. Mei di mog I gean""
Lena Schnabl

Hilfe, sie sagen Brötchen statt Semmeln! Weil der bayrische Dialekt auszusterben droht, lernen Fünf- bis Siebenjährige in Mundart-Kursen, dass sie besser "geibe Ruabn" zur Karotte sagen. Na freilich. Bayrisch-Kurs für Kinder in München - SPIEGEL ONLINE

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mimak 16.01.2014, 09:45
70. Wenn I die leuit schwätze höre...

So ist denn eher Deutschunterricht notwendig und keine lokale "Abarten". Ich ziehe aus leidiger Erfahrung die Grenze so bei Frankfurt am Main. Nördlich davon ist man meistens willig und fähig Deutsch zu sprechen, südlich davon ist werden Fähigkeit und Bereitschaft dazu immer kleiner, bis nicht mehr vorhanden.
Natürliche Sprachevolution sollte man nicht stören, Sprachen und Begriffe die sich überlebt haben sterben nun mal aus.
Bringt den Kindern deutsch bei, und wenn eine zusätzlich Sprache "das Sprachzentrum besser asubildet" da laßt sie was lernen was der internationale Kommunikation dient.

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tubaner 16.01.2014, 09:50
71.

Zitat von ohjeee
Wenn Sie schon mit Rohrbruch kommen: Architektur und Bauen verändert sich halt auch. Und wenn sich alte Fachwerkhäuser in der heutigen Zeit nicht mehr "natürlich" halten können, dann verschwinden sie eben oder werden abgerissen. So würden Sie doch auch nicht argumentieren. Dialekte sind wie alte Gebäude Kulturgut und gehören erhalten.
Es käme ja auch niemand auf die Idee, in Neubaugebieten zu verlangen, dass man mit Fachwerk bauen muss, um dieses Kulturgut zu erhalten. Fachwerkhäuser sind eben nur noch vereinzelt vorhanden, genauso wie Dialekte in ländlichen Gebieten immer noch vorhanden sind und es auch bleiben werden, weil viele Kinder es von sich aus sprechen. Dialekte und Mundarten, für die dies nicht der Fall ist, sterben als Gebrauchssprache eben aus, es bleibt ja immer noch der Erhalt in Büchern und auf CDs etc., so wie es dem Mittelhochdeutschen und unzähligen anderen Sprachen und Dialekten auch ergangen ist.

Und Architektur kann man auch als Beispiel für Veränderung sehen: die Kirche in meinem Heimatort hat romanische Grundmauern, ist aber größtenteils gotisch, der Altar hingegen entstammt dem Hochbarock. An diesem Stilbruch stört sich heute kein Mensch mehr.

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senfaddierer 16.01.2014, 09:50
72. Das ist Ihre Meinung

Zitat von karhu1
Egal, es klingt aber besser...
Ich denke, wir alle fühlen Vertrautheit und uns wohler, wenn wir die Sprache hören, die unserer Umgebung entspricht. Eine Wertung abzugeben, was jetzt besser, gebildeter, verständlicher o.ä. klingt, ist doch höchst subjektiv. Und einen Menschen nach seiner Sprache zu beurteilen, halte ich auch für recht armselig. Da gibt es andere Werte, die mehr zählen sollten.

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totak 16.01.2014, 09:53
73. Dialektemulation

Solange die Eltern nicht den tradierten Dialekt an ihre Kinder weitergeben, kann es sich bei Kursen der beschriebenen Art nur um eine Art Dialektemulation handeln. Dialekte variieren in Deutschland von Ort zu Ort. Innerhalb des Dialektkontinuums gibt es allmähliche und fließende Übergänge eines Dialekts in den Nachbardialekt. In dem beschriebenen Kurs wird aber offensichtlich nur eine einzige Dialektvariante vermittelt, wobei es selbst innerhalb Münchens von Stadteil zu Stadtteil Dialektvariationen gibt. Abgesehen davon, gibt es auch innerhalb einer Dialektvariation Unterschiede nach dem sozialen Stand des Sprechers, indem zwar der gleiche Dialekt gesprochen wird, aber andere Wörter für ein und das Gleiche benützt werden. Daher sehe ich in diesem Ansatz einen eher sinnlosen Versuch, einen Dialekt zu erhalten.

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kastenmeier 16.01.2014, 09:54
74. ...

Zitat von kumi-ori
Die deutsche Identität war eine Studentenspinnerei Mitte des neunzehnten Jahrhunderts (ungefähr das, was heute der veggy day ist). (...) Ansonsten kann ich nicht zustimmen, dass der Dialekt den Eindruck intellektueller Beschränktheit vermittelt. Er ist etwas anderes als Schriftdeutsch. Schriftdeutsch ist eine blutleere, technokratoische Sprache. Präzise aber arm an Begriffen. Eine Kunstsprache eben wie Esperanto. Sie können in schriftdeutsch wunderbar beschreiben, wie man ein Ikea-Regal aufbauen soll oder um wievel Uhr der Bus fährt, aber Nuancen, Beleuchtungen, Schattierungen oder gar Eros, das hört sich in Schriftdeutsch so unbeholfen an wie eine Büro-Affäre bei Loriot.
Naja, da ist sicher etwas dran, wobei für die von Ihnen beschriebene Beschränktheit der Schriftsprache wohl eher die Etikette verantwortlich ist, als die Armut an Begriffen.
In der heutigen Zeit findet man eigentlich für jeden Bestandteil der sprachlichen Vielfalt auch Autoren, die in der Lage sind ähnlich vielfältig zu schreiben.

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senfaddierer 16.01.2014, 09:54
75. Beginnen Sie...

Zitat von mimak
So ist denn eher Deutschunterricht notwendig und keine lokale "Abarten". Ich ziehe aus leidiger Erfahrung die Grenze so bei Frankfurt am Main. Nördlich davon ist man meistens willig und fähig Deutsch zu sprechen, südlich davon ist werden.....
...doch bitte bei sich, was das Geschriebene angeht, bevor Sie die Welt mit Ihren wenig fundierten Beobachtungen belästigen. Oder sind Ihnen "Fähigkeit und Bereitschaft" dazu abhanden gekommen oder nie vorhanden gewesen?

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g.s.hess 16.01.2014, 09:55
76.

als ich eine zeit in München gearbeitet habe habe ich immer meine ausländischen kollegen gefragt wenn ich wohin wollte die habe ich wenigstens verstanden. Dialekte mögen ja im Heimatfilm ganz witzig sein aber im Geschäftsbereich ist es nicht förderlich.

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Ridcully 16.01.2014, 09:56
77. Selbstüberschätzung pur

Zitat von kastenmeier
Für mich sind Dialekte Audruck provinzieller Kleinbürgerlichkeit, die sprachliche und damit irgendwie auch intellektuelle Begrenztheit ausdrückt.
Nun ja, deutlicher kann man seine eigene Begrenzheit, Selbstübersteigerung und Vorurteilsverfangenheit gar nicht aufzeigen.

Nebenbei, das von Ihnen dann ja offensichtlich bevorzugte Standarddeutsch (oft fälschlicherweise mit Hochdeutsch verwechselt, zu dem gerade die süddeutschen Dialekte gehören) ist nichts anders als eine lautmalerisch (glücklicherweise NOCH nicht allzu stark) verarmte, der (bürokratischen) Standardisierung geschuldete Varietät in den deutschen Sprachen.

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ohjeee 16.01.2014, 09:58
78.

Zitat von karhu1
Egal, es klingt aber besser...
ich finde bspw. Hamburger Schnack klingt allemal besser, als Hochdeutsch. Das ist nämlich hauptsächlich eins: Langweilig.

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karhu1 16.01.2014, 09:58
79.

Zitat von UlliK
... haben Sie noch mehr Vorurteile auf Lager? Oder können Sie Ihre Behauptung beweisen??
Das ist kein Vorurteil sondern Realität. In England erkennt man die soziale Klasse an der gesprochenen Sprache ...

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