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Beziehungsgewalt gegen Männer: "Ich habe mich gefühlt wie ein Bettnässer"
Sven Doering / DER SPIEGEL

Mann schlägt Frau - so das typische Muster bei häuslicher Gewalt. Doch auch immer mehr Männer werden in Partnerschaften misshandelt. In Schutzwohnungen finden die Opfer jetzt erstmals Zuflucht. Was berichten sie?

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ruhepuls 18.04.2017, 15:07
10. Abhängigkeit

Zitat von Neandiausdemtal
Ich kann nicht verstehen, wie es möglich ist, dass sich ein körperlich völlig überlegener Mann von einer Frau mißhandeln läßt. Ich versteh 's ja schon bei Frauen nicht, wenn sie sich ein zweites Mal verprügeln lassen. Aber vermutlich, und ich werde nicht der einzige sein, ist es gerade dieses Unverständnis, dass diese betrübliche Angelegenheit noch tragischer macht.
Auch Männer können abhängig sein, können glauben, dass sie ohne "die Frau" nichts mehr sind - und ertragen daher, was kommt. Wer sich minderwertig fühlt, der akzeptiert auch eine entsprechende Behandlung. Das gilt für Männer, wie für Frauen. Auch Frauen könnten sich wehren, tun es aber nicht, weil sie Angst haben, dann verlassen zu werden.

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ssissirou 18.04.2017, 15:34
11.

Zitat von Educa15
sondern um seelische Grausamkeiten. Es gibt genügend Studien (auch beim Familienmisiterium) die herausgefunden haben, dass psychische Gewalt von Frauen weit häufiger ausgeübt wird als angenommen. Was vielleicht auch daran liegt, dass die dazu gehörenden Demütigungen, Erpressungsversuche und Bestrafungen nicht als Gewalt.....
Natürlich ist psychische Gewalt grausam, aber sie wird auch von Männern ausgeübt.

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ruhepuls 18.04.2017, 15:54
12.

Vielleicht wäre es ein Beitrag zur Versachlichung der Diskussion einfach einmal zu akzeptieren, dass Gewalt - sei es seelische oder körperliche - von beiden Geschlechtern eingesetzt wird. Es ist typisch für den "Geschlechterkampf", der auch den Kampf um die Deutungshoheit umfasst, dass immer versucht wird, zu beweisen, wer "mehr schuld" hat. Darum geht es aber nicht.

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a.weishaupt 18.04.2017, 16:22
13. Wenig Fortschritt

Häuslicher Gewalt liegen Verhaltensstörungen zu Grunde, die nichts mit dem Geschlecht zu tun haben. Mit einer Kneipenschlägerei hat das nichts zu tun. Artikel wie diesen gab es aber schon vor 20 Jahren, und genügend Studien tatsächlich auch (darunter vor 10 oder 15 Jahren eine große Metastudie) - was von offiziellen Stellen gern abgestritten wird. Geändert hat sich nicht viel, weil die Gesellschaft nichts ändern will.

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Educa15 18.04.2017, 16:36
14. Ja, es geht um Versachlichung !

Zitat von ruhepuls
Vielleicht wäre es ein Beitrag zur Versachlichung der Diskussion einfach einmal zu akzeptieren, dass Gewalt - sei es seelische oder körperliche - von beiden Geschlechtern eingesetzt wird. Es ist typisch für den "Geschlechterkampf", der auch den Kampf um die Deutungshoheit umfasst, dass immer versucht wird, zu beweisen, wer "mehr schuld" hat. Darum geht es aber nicht.
Und genau dazu dient dieser Artikel. Denn bis heute wird eine sachliche Diskussion verhindert, indem Frauen quasi ausschließlich als Opfer dargestellt werden. Wichtig ist in Bezug auf Gewalt die Frage wodurch diese provoziert wird?
Richtig ist in diesem Zusammenhang ihre Ausführung, dass es heute vor allem um einen Kampf geht, nämlich den Kampf mehr vom leben zu haben als andere. Und dieser Kampf macht auch vor dem eigenen Partner nicht halt.
Fakt ist dabei, dass Männer und Frauen unter ungleichen Bedingungen kämpfen. Wenn man sich mal die von Frauenhäusern verbreiteten Ratschläge ansieht, bekommt man das Gefühl, dass hier zum Krieg aufgehetzt wird. Und wozu? Damit die Frauenhäuser immer gut gefüllt sind (das ist business) und am Ende immer mehr Alleinerziehende ihr Los beklagen.
Die Scheidungsindustrie lebt vom Streit. Anwälte, Gerichte und selbst der Sozialstaat profitiert davon dass Beziehungen scheitern.
Und viele fallen darauf herein:
Anstatt gemeinsam für ein akzeptables Leben zu kämpfen, versucht frau/man sich gegenüber dem anderen Vorteile zu verschaffen. Notfalls nach der Devise: Und bist Du nicht willig, dann brauch ich Gewalt.

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wolf76 18.04.2017, 17:41
15. Leider wahr

Es ist leider so, das man als Mann immer die schlechteren Karten hat. Man kann sowas als Außenstehender vielleicht nur schwer nachvollziehen. Zum Anfang waren es nur kleine Stänkereien, wie Tritte unter dem Tisch, kneifen, ein Schubser und so weiter. Aber die Respektlosigkeit nimmt immer mehr zu. Und wehe du wehrst dich wirklich mal. Ich habe meiner Ex dann mal eine gescheuert, aus Notwehr, weil sie mich mit einem Gemüsemesser bedroht hat. Dreimal dürfen sie raten, wer dann der Gewalttäter war. Und Frauen können dann noch wunderbar Theater spielen und ihre nicht vorhandenen Verletzungen aufbauschen und jeder glaubt ihr. Die körperliche Unterlegenheit wird dann durch Gegenstände kompensiert. Ich habe zum Beispiel mal bei einer verbalen Auseinandersetzung einen Stuhl zwischen die Beine bekommen. Da hatte ich dann wirklich mal blaue Flecken. Ich kann nur jedem raten es gar nicht erst soweit kommen zu lassen. Sofort das weite suchen. Bei mir waren es die Kinder und unser wunderbares deutsches Scheidungs(un)recht, was es hat mich aushalten lassen. Getreu dem Motto "entweder du spurst oder du bist die Kinder los und zahlst bis ans Ende deiner Tage". Und glauben Sie mir, wenn Beamte wegen häuslicher Gewalt gerufen werden, geht die erste Frage - ohne überhaupt die Lage sondiert zu haben - an den Mann, ob er nicht ausziehen kann. Ich habe es alles erlebt. Es glaubt dir keiner, denn wie soll "eine körperlich unterlegene Frau" denn gewalttätig sein? Ich habe lange gebraucht und jetzt den Schlussstrich gezogen und lebe inzwischen in Scheidung.

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FocusTurnier 19.04.2017, 06:42
16. 'Er hat sich stets bemüht.....'

Zitat von Educa15
Und genau dazu dient dieser Artikel. Denn bis heute wird eine sachliche Diskussion verhindert, indem Frauen quasi ausschließlich als Opfer dargestellt werden.
Eine Versachlichung kann ich in diesem Artikel nur zum Teil erkennen.
Die dargestellten Umstände einer hohen männlichen Gewaltopferzahl sind ja nun nichts Neues, das sind Dinge, die seit Jahrzehnten bekannt sind. Insofern muss es auf männliche Gewaltopfer wie Hohn wirken, wenn der Artikel eine Ministerin mit den Worten zitiert, daß moderne Gleichstellungspolitik ja natürlich auch Männer einschließe.
Wo wohl eine Wortmeldung von mindestens einer der über zweitausend in Deutschland tätigen Gleichstellungsbeauftragten oder irgendeiner Ministerin war, als die ehemalige Familienministerin Christine Bergmann in einem Interview mit dem FREITAG meinte, daß Gewaltschutz für Männer nicht nötig sei, so lange es Männer gäbe, die Frauen schlagen?

Auch die Information zur Gewaltschutzwohnung in Gera ist leicht veraltet. Es ist mitnichten so, als daß sich die Politik im Scheine des Ruhmes für diese großartige Tat sonnen sollte:

https://manndat.de/feministische-mythen/haeusliche-gewalt/aus-fuer-gewaltschutzwohnung-fuer-maenner-bundesforum-maenner-schweigt.html

Der im Artikel genannte Mitarbeiter des Vereins Gleichmaß e.V., Tristan Rosenkranz, der in dieser Hinsicht in den letzten Jahren großartige Basisarbeit geleistet hat, hat sich leider inzwischen frustriert zurückgezogen:

http://genderama.blogspot.de/2017/03/tristan-rosenkranz-darum-ziehe-ich-mich.html

Auch fehlt mir in diesem Artikel die Nennung von Verantwortlichkeiten. Wo ist ein Statement von Frau Schwesig zu der verfehlten Gleichstellungspolitik? Sonst gibt man der Frauenministerin ja auch immer gerne eine große, öffentliche und vor allem kostenlose Bühne hier im SpOn.

Fazit: Es kommt immer auf die Erwartungshaltung an, die man an solche Artikel und auch an die entsprechende Politik stellt.
Gibt man sich mit Jahre alten Infos und unterfinanzierten Projekten zufrieden, über die wir uns alle auch noch bitteschön zu freuen haben, dann ist dieser Artikel gerade ausreichend, quasi als Einstiegsinformation.
Will man aber mehr über Details erfahren und die Verantwortlichkeiten klären, dann muß man sich wohl woanders umschauen. Und dieses Thema immer im Hinterkopf haben, wenn man über die Arbeit von politischen Parteien resümiert.

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janowitsch 19.04.2017, 21:59
17. Das gab's schon früher

Ich kann mich erinnern, dass in meiner Kindheit ein altes Ehepaar in der Nachbarschaft wohnte, bei dem der Mann von der Frau geschlagen wurde. Man hörte sie immer, wie sie ihn anschrie. Sie konnte nicht mehr vor die Tür. Wenn er rausging, hatte er häufig blaue Flecken und Wunden im Gesicht. Jeder wusste, was los war. Die Frauen im Viertel hatten Mitleid mit ihm. Er war gebrochen und verängstigt, wenn er angesprochen wurde. Irgendwann war er dann gestorben und seine Frau kam ins Pflegeheim.

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hergebuyther 20.04.2017, 10:11
18.

Psychische Gewalt hinterlässt keine äusserliche Narben und beeindrucken dementsprechend andere nicht.
Es ist egal, wer der/die TäterIn oder das Opfer ist, welchen Geschlechtes sie sind.
Auch ich habe meine eigenen Erfahrungen gemacht.
Was mich stört, dass es nach wie vor so gut wie keine Männerberatungsstellen gibt. [Auch keine Schutzhäuser für Männer - lediglich Obdachlosenunterkünfte (bezeichnender Weise).]
Auch wenn es von Männern noch nicht wirklich in Anspruch genommen würde, herrscht dringender Bedarf an Stellen, wo sich Männer in schwierigen Situationen wenden können. Egal, ob sie nun Täter oder Opfer sind.
Und dann sehe ich die Büros der Gleichstellungsbeauftragten, die oft wie eine weitere Frauenberatungsstelle wirken...

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FocusTurnier 21.04.2017, 06:32
19. Schreiben Sie Ihrem MdB....

Zitat von hergebuyther
Auch ich habe meine eigenen Erfahrungen gemacht. Was mich stört, dass es nach wie vor so gut wie keine Männerberatungsstellen gibt. [Auch keine Schutzhäuser für Männer - lediglich Obdachlosenunterkünfte (bezeichnender Weise).]
...und stellen Sie ihm/ihr konkrete, unbequeme Fragen und ziehen Sie aus den Antworten (sofern Sie überhaupt welche erhalten) Ihre Schlüsse. Ein Artikel in der HuffPost liefert Ihnen noch weitere Fakten:

"Auch Männer brauchen ein staatlich gefördertes "Hilfe bei Gewalt - Telefon" und Männerhäuser"

http://www.huffingtonpost.de/wolfgang-laub/auch-manner-brauchen-ein_b_16104272.html

Wenn Sie sich mit Standard-Phrasen aus dem Gender-Textbausteinkasten einer Ministerin zufrieden geben, wird sich nichts ändern. Wenn sich etwas ändern soll, dann müssen (betroffene) Männer in dieser Hinsicht der Politik zeigen, daß ihnen das Anliegen auch eine Wählerstimme wert sein muss. Und zwar nicht erst in zehn Jahren, sondern jetzt.

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