Forum: Blogs
Big Data: Wie uns die Datenflut vorhersagbar macht

 

horstwaldschrat 20.04.2013, 14:21
1. Die Antwort ist 42

"Eine Welt, die wir immer besser Vorhersagen können, aber immer weniger verstehen."

Die Frage ist, ob die Computeranalyse wirklich immer der richtige weg ist. Denn wenn in Zukunft alles per Big Data analysiert und entschieden wird ist es vielleicht wirklich bald so weit, dass der Kurs einer Aktiengesellschaft oder ein kleines Land den Bach runter geht, einfach weil ein Computer vorhersagt, wenn z.B. der FC Bayern verliert, ist die Stimmung bei Viellen schlecht. Und Keiner wird mehr sagen können, warum es zu solch einer Katastrophe gekommen ist, denn die Ursache ist für den Menschen nicht ersichtlich.

Ähnlich, wie bei dem Supercomputer aus "per Anhalter durch die Galaxis", der die Frage nach dem Sinn des Lebens nach 7,5 Millionen Jahren Rechenzeit mit der Zahl 42 beantwortet, kann vielleicht bald keiner mehr sagen, warum die Dinge geschen...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
softlap 20.04.2013, 17:41
2.

Cogito, ergo sum - dem "BigData" B$-Buzzword-Bingo basierten Kulturpessimismus hier zum Trotz sind kausale Schlussfolgerungen auf der Basis statistischer Korrelationen sehr wohl möglich:
J.Pearl hat erst letztes Jahr für seine Arbeiten auf diesem Gebiet den Turing-Award bekommen (quasi den Nobelpreis in der Informatik) "For fundamental contributions to artificial intelligence through the development of a calculus for probabilistic and causal reasoning." - siehe http://amturing.acm.org/award_winners/pearl_2658896.cfm
Sein Werk "Causality" möchte ich dem Interessierten Leser sehr zu empfehlen - ist aber keine leichte Lektüre.

Korrelation: bei Berichten über Sachverhalte bei denen ich etwas fundierteres Hintergrundwissen mitbringe, liegen die Sp0n-Artikel meistens schlimm daneben.
Kausale Schlussfolgerung: Sp0n produziert seine "Artikel" mit minimal möglicher Recherche und Expertise.
Warum sollten sie auch anders? Kostet doch nur Zeit und Geld.
Wir lesen den ganzen M!$7 ja sowieso, um uns dann in den Foren drum zu schlagen, dieses niedrige Niveau noch deutlich zu unterbieten.

Sich an dieser Stelle über den Zustand des sogenannten "Qualitätsjournalismus" zu echauffieren -(das wäre angebrachter Kulturpessismismus)- ist wohl ebenso vergeblich wie der Ruf nach sinnvoller Verlinkung mit Hintergrundinformationen oder nach halbwegs ehrlich gemeinter Recherche-Arbeit.

@horstwaldschrat: Selbst DeepThought "war so wahnsinnig intelligent dass er noch ehe seine Datenspeicher überhaupt miteinander verbunden waren mit "Ich denke also bin ich" die ersten Kernsätze von sich gegeben hatte und schon dabei war die Existenz des Schokoladenpuddings und der Einkommenssteuer auseinander abzuleiten bevor es jemandem gelang ihn auszuschalten."

Es geht einfach darum, die richtigen Fragen zu stellen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
hessekaja 20.04.2013, 20:37
3. 42

42 - ist jedenfalls schon einmal eine gescheite Antwort. Wie die RICHTIGE FRAGE lautet interessiert weder die Börse noch die Politik ! So lange nur genug Lemminge im Nachhinein ihre Gedanken mit der Antwort in Einklang bringen können. Auch SPON wird nie ergründen können warum sozial erzogene Menschen als Masse und Wähler IMMER WIEDER unsozial handeln. Logisch ist das nicht zu erklären und wer gerne mit den eigenen Beobachtungen richtig liegen möchte bleibt bei der Physik und meidet Politik, Geldwirtschaft, Volkswirtschaft und besser auch die LIEBE.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
apetri1 18.05.2013, 12:56
4.

Wieso eigentlich beklagt der Spiegel "Big Data"? Er ist doch selbst Teil davon! Auf der TV-Programmseite fordert er letzthin dazu auf, doch bitte den Werbeblocker im Browser abzuschalten, damit SPIEGEL-Online weiterhin die für kostenfreies Angebot nötigen Werbeeinnahmen bekommt. Ist ja verständlich und wäre ganz ok, wenn da nicht die Sache mit den tracking cookies wäre, die SPIEGEL-Online selbst und natürlich auch all die Werbung auf meinem PC ablegen will. Der etwaige Einwand, man könne die im Browser ja abschalten zieht nicht, weil jeder weiß, dass auch diese Blocker ziemlich ineffektiv sind. Ich z. B. muss täglich mindestens sechs solcher Cookies trotz dieser "Sperren" wieder mit Norton 360 wegräumen.
Des SPIEGELS Klagen über Big Data sind insofern heuchlerische Krokodilstränen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren