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Bildung: Massen-Uni 2.0

Ein Deutscher unterrichtet an der Elite-Universität Stanford - und per Internet Zehntausende Studenten in der ganzen Welt. Ist das die Zukunft der Hochschulen oder ihr Tod?

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Björn Borg 22.12.2011, 11:22
1. Schwachsinniger Einfall

Zitat von sysop
Ein Deutscher unterrichtet an der Elite-Universität Stanford - und per Internet Zehntausende Studenten in der ganzen Welt. Ist das die Zukunft der Hochschulen oder ihr Tod?
Kostenlose Bildung im Internet. Ich bin beeindruckt: Und wer bezahlt künftig und wovon die dazu notwendigen qualifizierten Hochschullehrer?

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trgoe 22.12.2011, 11:31
2.

An der Universität Göttinen werden seit Jahren viele Vorlesungen an einem Smartboard gehalten und aufgezeichnet - auch Austauschvorlesungen per Videokonferenz mit anderen Universitäten sind inzwischen nichts besonderes mehr. So weit hinterher, wie in dem Artikel beschrieben, sind deutsche Universitäten längst nicht mehr, die Studenten hier sind es sehr wohl gewohnt, ihre Vorlesungen als Podcast bei der Bahnfahrt zu hören und Fragen in Foren und Wikis zu diskutieren.

Georg-August-Universität Göttingen - E-Learning: Anwendungsunterstützung

Georg-August-Universität Göttingen - Stud.IP

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alexkie 22.12.2011, 11:31
3. Einfache Antwort

Zitat von Björn Borg
Kostenlose Bildung im Internet. Ich bin beeindruckt: Und wer bezahlt künftig und wovon die dazu notwendigen qualifizierten Hochschullehrer?
Wie jetzt auch schon: Der Staat?
Hauptsächlich beschäftigen sich Hochschullehrer ohnehin mit der Forschung.

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schuworld@online.de 22.12.2011, 11:32
4. Kein ersatz

Zitat von sysop
Ein Deutscher unterrichtet an der Elite-Universität Stanford - und per Internet Zehntausende Studenten in der ganzen Welt. Ist das die Zukunft der Hochschulen oder ihr Tod?
Eine online-Vorlesung ist bequem und einem digitalen Lehrbuch gleichzusetzen. Entgegen der weitverbreiteten Meinung wird die Hauptlernarbeit nicht in Vorlesungen geleistet, sondern in den angeschlossenen Seminaren und Praktika, in denen es eine direkte Interaktion zwischen Lehrenden und Lernenden gibt. Niemand kann sich ohne Kommunikation weiter entwickeln. Ich sage dies als erfahrener Studierender und Lehrender.

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pragmat 22.12.2011, 11:32
5. Dejavu

Zitat von sysop
Ein Deutscher unterrichtet an der Elite-Universität Stanford - und per Internet Zehntausende Studenten in der ganzen Welt. Ist das die Zukunft der Hochschulen oder ihr Tod?
Das hat man doch schon mal gehört? Die Hörsäle sollten mit Videos und Life-Stream-Vorlesungen gefüllt werden. Ist so ungefähr 20 Jahre her. Pech nur, dass das Auditorium während des Gebabbels auf dem Bildschirm einschlief! Und so schlief denn auch die Technik ein.

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Bernd.Brincken 22.12.2011, 11:40
6. Intelligenz

Klar, wenn man davon ausgeht, dass der Kern von Wissen und Bildung in der Vermittlung von klaren Regeln und eindeutigen Informationen besteht, dann hat der Professor recht. Dazu passt dann auch sein Fachgebiet.

Nur haben sich die alle zehn Jahre wiederholten Behauptungen der KI, in den nächsten zehn Jahren gäbe es dann aber wirklich intelligente Maschinen, in den letzten fünfzig Jahren nicht bewahrheitet.
Also irgendwie hapert es bei den Spezialisten für künstliche Intelligenz mit der natürlichen Intelligenz, oder auch der Verbindung zwischen Wissen und Praxis.

Es steht zu befürchten, dass die daraus abgeleiteten pädagogischen Konzepte irgendwie auch unter dieser Dichotomie leiden (werden).

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kfp 22.12.2011, 11:43
7. ...

Zitat von sysop
Ein Deutscher unterrichtet an der Elite-Universität Stanford - und per Internet Zehntausende Studenten in der ganzen Welt. Ist das die Zukunft der Hochschulen oder ihr Tod?
Vermutlich wird es darauf hinauslaufen, dass beide Modelle nebeneinander existieren - Präsenzunis und Online-Unis. Bei manchen Fächern, in denen praktische Übungen/ Experimente u.ä. nötig sind, wird man auf Präsenzunis kaum verzichten können. Andere Fachrichtungen werden vielleicht komplett aus Präsenzunis verschwinden - wenn z.B. erst einmal ein paar richtig brilliante Mathematik-Vorlesungen online zur Verfügung stehen, gibt es kaum noch einen Grund, diese Fächer vor Ort von weniger fähigen Professoren nocheinmal runterrasseln zu lassen...

Wäre schön, wenn das hochwertige Bildung für alle Menschen weltweit zugänglich macht, nicht nur für die, die die finanziellen Mittel zu einem Studienaufenthalt an hervorragenden Erste-Welt-Unis zur Verfügung haben. Nur wird es vermutlich darauf hinauslaufen, dass die guten Online-Vorlesungen dann auch zu gepfefferten Preisen angeboten werden, die vielleicht für Amis, Briten und andere Nationalitäten mit massiven Studiengebühren immer noch ein Schnäppchen sind, aber für andere (u.a. Deutsche), die nicht schon bei der Geburt eines Kindes für dessen College-Funds zu sparen gewohnt sind bzw. kein vielseitiges Stipendiensystem haben, astronomisch teuer und damit wieder nur noch für die reichsten Teile der Bevölkerung unzugänglich sind...

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Andreas Rolfes 22.12.2011, 11:49
8. Dem ist nicht viel hinzuzufügen

Zitat von schuworld@online.de
Eine online-Vorlesung ist bequem und einem digitalen Lehrbuch gleichzusetzen. Entgegen der weitverbreiteten Meinung wird die Hauptlernarbeit nicht in Vorlesungen geleistet, sondern in den angeschlossenen Seminaren und Praktika, in denen es eine direkte Interaktion zwischen Lehrenden und Lernenden gibt. Niemand kann sich ohne Kommunikation weiter entwickeln. Ich sage dies als erfahrener Studierender und Lehrender.
Meist reicht es eben nicht, sich den Stoff bloss anzuhören/anzusehen/durchzulesen, um ihn zu durchdringen. Deswegen bilden klassische Vorlesungen ja auch nur die Grundlage für eine intensive Auseinandersetzung mit der Materie, die dann in Seminaren etc. vertiefend stattfindet.
E-Learning kann also das Bildungsangebot ergänzen oder auch teilweise erweitern, jedoch nicht vollständig ersetzen.

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manta 22.12.2011, 11:52
9. So ein Schwachfug...

Zitat von sysop
Ein Deutscher unterrichtet an der Elite-Universität Stanford - und per Internet Zehntausende Studenten in der ganzen Welt. Ist das die Zukunft der Hochschulen oder ihr Tod?
Moderne, neue Medien sind schon immer an der Uni zu Hause. Wurden die meisten ja auch dort Entwickelt.

Dass Übungen ausschließlich als PDF aus dem Netz verfügbar sind, man mit dem Dozenten per Mail redet und im Fakultäts-Forum kommuniziert wird, ist absolut üblich. Das macht jeder Student (wie ich) jeden Tag.
Ab und zu werden Vorlesungen online übertragen bzw bei Rapidshare abgelegt. Meistens aber nicht, schlicht aus dem Grund weil es keinen interessiert.
Das ist auch der Grund, warum ich hier gerade daheim sitze und nicht gerade in der Vorlesung !
Vorlesungen sind gnadenlos überbewertet. Da kann der Dozent noch so gut sein. Keine Vorlesung kann das Literaturstudium ersetzten. Den Studenten will ich sehen, der in einem MINT Fach nur mit seinem Vorlesungen/Vorlesungsskripten auskommt. Die meisten Übungen gehe ja sowieso über die Vorlesung weit, weit hinaus. Da heisst es dann. "In der Vorlesung wurde Methode A geziegt, weit besser sind Methoden B und C. Lesen sie im Artikel "Physical Review" oder "Buch-xyz" nach...."
Der Witz ist also ein gutes Literatursortiment, diskussionsfähige Kommilitonen und gute Kommunikation. Die Vorlesung ist da wirklich sekundär. Wenn ich also von hier aus einem Dozenten auf der anderen Seite der Welt zuhöre, hat das mit Studium und erst recht mit Elite recht wenig zu tun. Letzteren Namen hat sich auch meine Universität gesichert, merken tut man davon wenig. Jetzt muss ich dann los zum Exzellenz-Cluster ebenfalls ein lächerlicher Neologismus.

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