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Bildung: Sehnsucht nach Ruhe

Viele Landesregierungen beugen sich mittlerweile in der Schulpolitik der Macht der Eltern - auf Kosten von Qualität und Chancengerechtigkeit.

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newliberal 02.03.2010, 10:35
1. Bildungsforscher glauben nicht an die Schwarmintelligenz von Eltern

Die Eltern glauben aber auch nicht (mehr) an die Schwarmintelligenz von Bildungsforschern, vor allem wen man sich die Resultate der von den Bildungsforschern propagierten Schulformen (Gesamtschulen) näher ansieht.

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Peter Sonntag 02.03.2010, 10:42
2. So geht es in der Politik zu

Die Politik weiß es wieder einmal besser als das Volk, und sie fürchtet Volksabstimmungen wie der Teufel das Weihwasser.
Das Volk ist scheinbar viel zu "tümlich", nur bei den Parlamentswahlen wird es plötzlich zum "Souverän".

Kein Wunder, dass die Volksabstimmungen inzwischen zu Protestwahlen wurden.

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wogo 02.03.2010, 10:45
3. Angewandte Demokratie

Zitat von
Das Ergebnis des Volksentscheids ist in Hamburg neuerdings für die Politik bindend. Für eine größere Mitsprache der Bürger und die entsprechende Gesetzesänderung hatten sich ausgerechnet die Grünen eingesetzt - die treibende Kraft hinter der umstrittenen Schulreform.
Aber das ist doch wunderbar - endlich tatsächliche Demokratie in diesem Lande. Danke den Grünen! (Das ist nicht ironisch gemeint)

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KV491 02.03.2010, 10:51
4.

Zitat von newliberal
Die Eltern glauben aber auch nicht (mehr) an die Schwarmintelligenz von Bildungsforschern, vor allem wen man sich die Resultate der von den Bildungsforschern propagierten Schulformen (Gesamtschulen) näher ansieht.
Ein Trug- oder Zirkelschluss: Wenn Eltern auf Gedeih und Verderb die Kinder auf das alleinseligmachende Gymnasium schicken, kann aus der Gesamtschule nichts werden, das die Gesamtheit der Gesellschaft widerspiegelt. Daran trifft "Bildungsforscher" - was immer das sein mag - keine Schuld.

Das Dilemma ist trotzdem kaum auflösbar: Warum soll man für das eigene Kind anders handeln - die Schulen sehen eben so aus, wie sie durch die von Eltern betriebene Auslese geprägt sind.

Helfen würde nur Verbindlichkeit von Seiten des Staates - und die wird keiner gegen das "Jeder ist sich selbt der Nächste"-Bürgertum riskieren.

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Postit 02.03.2010, 10:53
5. Sehnsucht nach Ausgrenzung

Zitat von sysop
Viele Landesregierungen beugen sich mittlerweile in der Schulpolitik der Macht der Eltern - auf Kosten von Qualität und Chancengerechtigkeit.
Schade, dass so viele Eltern gegen die wirklich notwendigen Reformen stimmen. Und das nicht etwa, weil diese unsinnig wären, sondern allein, weil sie Angst vor einer Durchmischung der bestehenden sozialen Strukturen haben. Armselig.

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nurEinGast 02.03.2010, 10:56
6.

Zitat von newliberal
Die Eltern glauben aber auch nicht (mehr) an die Schwarmintelligenz von Bildungsforschern, vor allem wen man sich die Resultate der von den Bildungsforschern propagierten Schulformen (Gesamtschulen) näher ansieht.
Ich weiss nicht, auf welche Resultate oder Bildungsforscher sie sich beziehen- aber aus eigener praktischer Erfahrung kann ich Ihnen berichten, dass die Gesamtschule potentiell allen anderen hier zu Lande vorhandenen Schulformen um Welten überlegen ist.

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Hador 02.03.2010, 11:02
7.

Tja, es gibt halt leider solche und solche, sowohl bei den Eltern also auch bei den Lehrern und Schulpolitikern. Je nachdem an wen man gerät ist dann ein größeres Mitbestimmungsrecht der Eltern gut oder schlecht.

Bei engagierten und INTELLIGENTE Eltern ist der größere Einfluss der Eltern sicherlich eine gute Sache, besonders, da es ja auch unter den Lehrern und Politikern einige Dämlacken gibt welche die Kinder völlig falsch einstufen.

Auf der anderen Seite habe sieht es leider oft so aus, dass die Eltern ihr Kind völlig falsch einschätzen. So wird bei der Einschulung darauf gepocht (und oft eingeklagt), dass Kinder die gravierende Sprachbehinderungen haben auf eine Regelgrundschule kommen anstatt wenigstens für ein Jahr in eine spezielle Sprachförderschule zu gehen. Die Schulen bzw. Ämter geben dann klein bei weil sie Gerichtskosten scheuen. Das gleiche gibts dann nochmal beim Übergang von der Grundschule auf die Sekundarstufe. Da werden Kinder mit 4ern und 5ern aufs Gymnasium geschickt weil die Eltern beide Abi haben und andere schicken ihre Kinder mit 1ern und 2ern auf die Hauptschule weil sie Standesdünkel vor dem Gymnasium haben.

Probleme können also so oder so entstehen, die Leidtragenden sind immer die Kinder. Verschärft wird das Problem leider momentan vor allem dadurch, dass viele Eltern immer weniger Zeit für ihre Kinder aufbringen können oder wollen, die Lehrer aufgrund von Personalmangel oft überfordert und die Politiker nur noch auf die besten Umfrageergebnisse aus sind.

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shopgirl1 02.03.2010, 11:04
8.

Zitat von nurEinGast
Ich weiss nicht, auf welche Resultate oder Bildungsforscher sie sich beziehen- aber aus eigener praktischer Erfahrung kann ich Ihnen berichten, dass die Gesamtschule potentiell allen anderen hier zu Lande vorhandenen Schulformen um Welten überlegen ist.
Potentiell?
Aha.

Und tatsaechlich?

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einervondenen 02.03.2010, 11:08
9. Überschätzt?

Vielleicht hätte man sich mehr um bildungspolitischen Konsens auch mit den Eltern bemühen sollen – nennen wir es Tansparenz. Dann hätte man vielleicht besser verstanden, warum gemeinsames lernen für alle gut ist und nicht nur für die Ex-Hauptschüler. Denn mächtig sind eher die Eltern derer, denen, so scheint es, etwas genommen wird. Selbst wenn man die Reform befürwortet, ist das politische Geschwafel einer Christa Goetsch unerträglich. Eine einfache Bilanz – was wollen wir, wie geht das, was haben wir davon – wäre hilfreich gewesen. Aber weder subtile Prospekte (Wir brauchen alle Talente), noch politisches Gezänk helfen der Sache. Und auch nicht Prinzipprotest gegen alles. Das versteht die Elternschaft nämlich auch nicht. Und das allerunnötigste ist ein Artikel, dass Eltern ihre Kinder überschätzen. Denn das mag sein, spielt hier aber nur eine unwichtige Rolle. Journalisten, die sich ja ebenfalls überschätzen, werden es auch nicht so ohne weiteres hinnehmen, wenn gesagt wird, dass Journalismus sich eigentlich in dieser oder jener Form überholt hat und Print mit Online zusammen gelegt wird, damit die jungen Medien eine Chance haben ...

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