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Bildung: Sehnsucht nach Ruhe

Viele Landesregierungen beugen sich mittlerweile in der Schulpolitik der Macht der Eltern - auf Kosten von Qualität und Chancengerechtigkeit.

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markolito1 02.03.2010, 20:52
220. Man muss die Sache

Zitat von selberlehrer
Eins meiner eigenen Fächer ist Geschichte, und ich kann Ihnen versichern, im Westen wurde und wird die NS-Zeit nicht totgeschwiegen, im Gegenteil, sie wurde und wird in fast allen Fächern und derartig häufig behandelt, dass es den Kindern fast zu den Ohren herauskommt ;-)..
halt doch etwas differenzierter sehen. Die Unterschiede waren sowohl in Ost als auch in Westschulen gewaltig. Das mit der NS Zeit wurde nun mal leider bei meiner Frau so gut wie überhaupt nicht behandelt. Hingegen war meine Schule in Berlin-Mahlsdorf sehr human, wir mussten nicht ständig den ganzen FDJ-Kram mitmachen.

Naja und ob nun die sogen Frühauslese (ab der 4 Klasse)gut oder schlecht ist. Das ist völlig unterschiedlich. Bei einigen ist es fatal bei anderen okay. Bei meinem besten Kumpel, der in der 4 Klasse noch das absolute Null-Bock-Kind war, aber erst in der 8. bei Informatik (bei uns lief das unter ESP) hat er den nötigen Trieb bekommen. Er wurde dann sogar noch der beste in der Ausbildung mit bezahltem Meister, anschließend Fachabi und jetzt Diplomdesigner. Wäre er damals schon in eine solche Form der Hauptschule wie sie heute existiert gekommen, dann wäre er untergegangen. Allerdings wäre nicht wiederum die Wende gekommen, hätte er auch kein ABI machen dürfen.

Also wie sie sehen haben beide Systeme ihre Macken und Stärken. Warum zum Geier machen wir dann nicht das beste daraus ????

Und wenn man schon ein Schulkonzept umsetzt, warum dann nicht mit der nötigen Sorgfalt ( genügend Lehrer, Räume, Finanzmittel....)

Das sehe ich als das wirkliche Problem an.

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unpolit 02.03.2010, 20:57
221. Bildung und Erziehung

sind keine demokratischen Veranstaltungen.

Und dabei ist weder die Einmischung/Mitbestimmung von Eltern noch von Schülern sinnvoll.

Wichtig sin zeitgemäße Konzepte, die von engagierten und fähigen Lehrer nach einem bundesweit einheitlichen Plan umgesetzt werden. Dies ist hinsichtlich der Qualität der Lehrer zu kontrollieren, nicht von Eltern, sondern von ausgebildeten und autorisierten Pädagogen.

Weiterhin wäre es erforderlich, dass begabte Schüler wirklich kostenfreien Zugang zu Bildung und auch zusätzliche Förderung erhalten, unabhängig von sozialen Niveau.

Dann schaffen wir es möglicherweise, dass wir mit ausgezeichneten Fachkräften in Industrie und Handwerk - denn auch dort werden nicht Dumpfbacken gebraucht - und auch Ingenieuren und Wissenschaftlern weiter unseren Lebensstandart sichern können.

Jeder Euro für Bildung spart 3 Euro für soziale Nachsorge.

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Schau_In_Den_Spiegel 02.03.2010, 21:02
222. kleinere Klassen braucht das Land

Zitat von newliberal
Die Eltern glauben aber auch nicht (mehr) an die Schwarmintelligenz von Bildungsforschern, vor allem wen man sich die Resultate der von den Bildungsforschern propagierten Schulformen (Gesamtschulen) näher ansieht.
genau dies. Und worüber regen sich die Politiker auf? Alle Macht geht vom Volk aus, dazu gehören auch die Eltern.

Wenn es kleinere Klassen gäbe würden sich die allermeisten Probleme in Luft auflösen.

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hjm 02.03.2010, 21:08
223. ür den

Zitat von Daniel28
Ja und in 40 Jahren kann sich da natürlich rein gar nichts ändern.
Natürlich kann sich das. Merkwürdig ist jedoch die typische Argumentation: Weil die Lage in den letzten 40 Jahren schlechter geworden ist, müssen wir den eingeschlagenen Weg weitergehen und dürfen uns nicht von denen aufhalten lassen, die wieder zurück wollen.

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hjm 02.03.2010, 21:13
224. den

Zitat von Daniel28
Soziale Faktoren beeinflussen die Intelligenz in erheblichen Ausmaß.
Mal angenommen, Intelligenz wäre vollständig genetisch festgelegt, aber nicht erblich. Wäre dann eine Selektion nach Intelligenz in der Schule gerecht?

Mal angenommen, Intelligenz wäre vollständig genetisch festgelegt und erblich. Wäre dann eine Selektion nach Intelligenz in der Schule gerecht?

Mal angenommen, Intelligenz wäre allein eine Frage des sozialen Status der Familie. Wäre dann eine Selektion nach Intelligenz in der Schule gerecht?

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rheinlaender 02.03.2010, 21:23
225. Bildung und Erziehung

Zitat von unpolit
Und dabei ist weder die Einmischung/Mitbestimmung von Eltern noch von Schülern sinnvoll.
sind Sache der Eltern. Schule und Lehrer haben ein Dienstleistung zu erbringen. Das ist die Wissensvermittlung.

Nicht zu den Aufgabe der Schule zählt:
- Mit dem Nachwuchs obskure Experimente durchzuführen
- Gen-(der)Manipulation der Kinder
- Spinnereien und Träumereien hinterherzulaufen, die sich irgendwelche Phantasten in ihren Elfenbeintürmchen ausgedacht haben

Die beklagte soziale Schieflage kommt erst dadurch zustande, das die Schule ihrer eigentlichen Aufgabe nicht mehr gerecht wird. Ohne Nachhilfe (zu Hause oder gegen Cash) kommen viele nicht klar. Das muß man leisten oder sich leisten können.

Aufgabe an alle Reformisten: Malen Sie einen Sack Kartoffeln und singen Sie ein Lied dazu. Fröhliche Traumreise.

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Blaue Fee 02.03.2010, 21:31
226. Nature vs nurture trifft auf soziale Faktoren ?!

Zitat von Daniel28
Soziale Faktoren beeinflussen die Intelligenz in erheblichen Ausmaß.
Soziale Faktoren?
Sicher?

Mit entsprechender Nahrung kann Potentiale (nein, ich werde kein z verwenden!) ausnutzen, aber wo nichts ist, kann auch nichts werden.

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hjm 02.03.2010, 21:32
227. Fehler

Zitat von newliberal
Nur, wenn es die Kinder ohne die entsprechenden Grundkenntnisse wie Lesen und Schreiben in die 9 Klasse geschafft haben, wer ist dafür verantwortlich ? Oder anders gefragt, warum wurden diese nicht via Mangelhaft und Ungenügend auf die angemessene Schulform expediert ?
Ganz einfach: Die Erlasslage gibt vor, dass in einer Klasse nie mehr als 30% der Schüler eine "mangelhafte" Leistung erbringen. Wenn Sie also in Ihrer Klasse zu viele Nicht-Leser und Nicht-Rechner haben, müssen Sie zwangsläufig ein paar davon durchschleusen. Außerdem müssen Sie zu 50% die "sonstige Mitarbeit im Unterricht" (vulgo: das "Mündliche") bewerten. Wer im Unterricht immer fleißig mitmacht, den können Sie nicht mit "mangelhaft" bewerten. Damit ist die Wahrscheinlichkeit, mehr als zwei Fünfen im Jahreszeugnis zu ergattern, schon deutlich reduziert.

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Blaue Fee 02.03.2010, 21:45
228. Erlasslage?

@hjm: Gilt das für das gesamte Bundesgebiet oder nur für einzelne Bundesländer?
Es ist weder für die Lehrer, Eltern oder Schüler vorteilhaft.

Meine Geschäftspartnerin hat Zwillinge, eine davon mit Dyslexie. Während diese ihre ersten 6 Jahre auf einer Montessorischule verbrachte, um das Problem in den Griff zu bekommen, konnte die andere auf eine anspruchsvollere englische Schule gehen. Jede Tochter wird entsprechend ihren Fähigkeiten betreut/gefördert und es ist kein Beinbruch, so lange alle eine eher objektive Einstellung zu den jeweiligen Fähigkeiten haben.

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Neurovore 02.03.2010, 21:52
229. ...

Zitat von hjm
Ganz einfach: Die Erlasslage gibt vor, dass in einer Klasse nie mehr als 30% der Schüler eine "mangelhafte" Leistung erbringen...
Es gibt aber auch eine obere Grenze. Wozu sonst hat Gauß denn seine Verteilungskurve erfunden, wenn nicht für den Notenspiegel?

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