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Bischof Ackermann: Katholischer Missbrauchsbeauftragter schont Pädophile
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Der Trierer Bischof Stephan Ackermann beschäftigt nach SPIEGEL-Informationen in seinem Bistum sieben als pädophil aufgefallene Pfarrer. Einer von ihnen soll sexuelle Beziehungen zu einem Schüler gehabt haben, zwei weitere sind wegen Besitzes von Kinderpornografie verurteilt. Bischof Ackermann: Katholischer Missbrauchsbeauftragter schont Pädophile - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Panorama

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ColynCF 19.03.2012, 10:06
270.

Zitat von Marbot
Ja, Herr Jüttemann, ich auch. Ich war damals 5 Jahre alt und wußte weder, was Sex ist, noch was der Mann genau von mir wollte. Ich wußte nur, daß 'etwas' nicht stimmte und konnte dieses 'etwas' weder benennen, noch jemandem erzählen, schon gar nicht meiner Mutter. Tiefste Provinz, erzkatholisch, Prügelstrafe und "das da unten ist pfui", etc.
Wer effektiv etwas gegen Mißbrauch machen will muss etwas gegen genau diese bigotten Verhältnisse im gesamten gesellschaftlichen Umfeld tun. Weil häufig sind auch die Eltern mitverantwortlich, wenn sie dem Kind nicht glauben: "Geh, Bub, was sagst denn da? Der Herr Pfarrer dut doch sowas net. Des hast du dir doch nur eingebildet. Und jetzt bist ruhig, sonst...".

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ColynCF 19.03.2012, 10:15
271.

Zitat von sara100
elbst wenn man nur ein Filmchen davon sieht, hat man eine Straftat begangen und das aus Sexuellem Interesse an Kindern. Der nächste Gang ist es auszuprobieren was man gesehen hat. An einem KIND
Der direkte Zusammenhang zwischen Kinderpornos anschauen und aktivem Mißbrauch ist nicht belegt. Gott sei Dank liegen ja zwischen Denken und Tun noch viele Hürden und Hemmnisse, sonst wären wir alle längst Mörder und Diebe. Man wird ja auch vom Krimilesen nicht zum Mörder.

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eduardschulz 19.03.2012, 10:20
272.

Zitat von Phoenix2006
Ich habe mal zwei wissenschaftliche Fragen (Fachgebiet Rechtswissenschaften) Wieso haben Würdenträger der katholische Kirche Immunität? Wer kann die Immunität aufheben, damit die Staatsanwaltschaft ein Ermittlungserfahren eröffnen kann?
Wie kommen Sie auf die Idee, ein katholischer Würdenträger besäße strafrechtliche Immunität? Auch der Bischof, der die Täter nicht an die Staatsanwaltschaft überstellt, handelt nicht rechtswidrig. Erstens sind sie bereits verurteilt worden und selbst wenn dem nicht so wäre, besteht für "Zivilisten" keine strafprozessuale Pflicht, bereits geschehene Straftaten zur Anzeige zu bringen.

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Mathilde 19.03.2012, 10:35
273. Das eigentliche Problem heißt Zölibat

Zitat von sysop
Der Trierer Bischof Stephan Ackermann beschäftigt nach SPIEGEL-Informationen in seinem Bistum sieben als pädophil aufgefallene Pfarrer. Einer von ihnen soll sexuelle Beziehungen zu einem Schüler gehabt haben, zwei weitere sind wegen Besitzes von Kinderpornografie verurteilt.
Schade, dass der Spiegel keine Ursachenforschung betreibt!
Die Katholische Kirche wird nur weiterbestehen können, wenn endlich der Zölibat abgeschafft wird und auch Frauen zum Priestertum zugelassen werden! Mittlerweile gibt es wohl so wenige Priester, dass es gar nicht ohne die bereits als pädophil aufgefallene Pfarrer geht. Kirchenaustritt hilft leider nicht - eher Engagement in der "Kirche von unten". Viele Forumsäußerungen sind sehr verletzend für gläubige Menschen und Theologen. Die gibt es zum Glück noch - auch außerhalb der Kirche! Kirche und Theologie sind leider zwei verschiedene Schuhe und die Kirche als Konstitution hat leider - und da gebe ich vielen Recht - die Beziehung zur Basis völlig verloren. Davon zeugen auch teure Bischofssitze und Paläste derer von Limburg oder auch derer von München und Freising - ich bin sicher, sie nehmen dies für sich selbstverständlich in Anspruch und merken nicht wie sie sich von einem Jesus Christus immer weiter entfernen. Das hat absolut nichts mehr mit seiner Nachfolge zu tun!!! Er hätte viele von ihnen schon längst in die "Wüste" geschickt. Zum Glück gibt es noch einige wenige Ausnahmen, die sich als Seelsorger verstehen, aber leider nur noch wenig Zeit dafür haben.

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sara100 19.03.2012, 10:40
274. Von Spanien

Zitat von hausdrohne
Wie sieht es denn in anderen, katholischen Kernländern aus. Wie ist z.B. die Aufklärungsquote in Spanien, Polen und Italien. Hat dort die Kirchenleitung von sich aus Schritte zur Aufklärung eingeleitet bzw. Strafanzeigen an die Strafverfolgungsbehörden gerichtet? Ansonsten heißt es doch: weiter so und Eltern, achtet auf Eure Kinder!
kann ich nur sagen : NEIN !. Leider ist in Spanien die Kirche noch sehr stark in den Köpfen der Menschen verankert.
Missbrauch an Schutzbefohlenen hat es dort genauso gegeben wie in anderen Ländern auch. Meine Schwester und mein Bruder haben es erlebt. Sie waren in Madrid im Escorial als Kinder im Internat. Meine Schwester kann er jetzt mit über 50 davon reden. Und auch nur oberflächlich. Mein Bruder verleugnet heute noch das er in einem Internat war. Er ist nicht bereit darüber auch nur nachzudenken. Nur in seinem Verhalten merkt man es, wenn man es weiß.
Von diesen Erwachsenen gibt es in Spanien warscheinlich sehr viele aber es wird nicht darüber geredet, geschweige denn es öffentlich gemacht.
Spanien schließt immer noch die Augen vor solchen Dingen. Aber ich hege die Hoffnung das es auch in diesem Römisch-Katholischem Land irgend wann so wird wie hier, in Deutschland.

Aber noch ist es nicht so weit, auch wenn in Spanien immer mehr Junge Menschen mit der Kirche nichts zu tun haben wollen.

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Marbot 19.03.2012, 10:46
275.

Zitat von ColynCF
Sie, und alle die auf diesem Niveau argumentieren übersehen, dass Mißbrauch und die Vertuschung nun wirklich kein Problem allein der KK oder den Kirchen allgemein ist. ...
Das stimmt nicht, so etwas behauptet niemand. Aber von einer moralpredigenden Institution, von Vertretern einer Religion, deren Klerus angeblich einen direkten Draht zu Gott hat erwarte ich, daß sie mit solchen Taten, den Tätern und den Opfern anders umgeht. Sonst nimmt sich diese Kirche nämlich selbst die Daseinsberechtigung.

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markus_wienken 19.03.2012, 10:50
276. .

Zitat von Marbot
...Sie sind Christ?
Auf dem Papier wird er es sein.
Die Christen die ich kenne wenden sich beim Lesen seiner Postings mit Grauen ab.

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bernhardfischer 19.03.2012, 10:56
277.

Zitat von ColynCF
Der direkte Zusammenhang zwischen Kinderpornos anschauen und aktivem Mißbrauch ist nicht belegt. Gott sei Dank liegen ja zwischen Denken und Tun noch viele Hürden und Hemmnisse, sonst wären wir alle längst Mörder und Diebe. Man wird ja auch vom Krimilesen nicht zum Mörder.
Können Sie diese Aussage des Nichtzusammenhangs irgendwie belegen?

Und macht es Sie nicht stutzig, dass genau diese Betrachtung von Kinderpornographie in den überarbeiteten Richtlinien von 2010 aufgenommen wurden und
Papst Benedikt XVI. sieht einen Zusammenhang der Missbrauchsfälle und dem Markt für Kinderpornografie und hat die katholischen deutschen Bischöfe aufgefordert, entschiedener als bisher gegen Pornografie vorzugehen.

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markus_wienken 19.03.2012, 10:57
278. .

Zitat von ColynCF
Sie, und alle die auf diesem Niveau argumentieren übersehen, dass Mißbrauch und die Vertuschung nun wirklich kein Problem allein der KK oder den Kirchen allgemein ist.
Sicher nicht alleinig aber es ist ein "Problem" dort.

Zitat von ColynCF
Solche Vorkommnisse gibt es leider überall in der Gesellschaft, in Schulen, in Familien,
Sollte ich solche Familien kennen, so würde ich diese anzeigen und den Kontakt mit den betreffenen kriminellen Personen abbrechen.

Zitat von ColynCF
in Vereinen,
Sollte so etwas in meinem Verein passieren würde ich es zur Anzeige bringen. Sollten die Personen die aktiv beteiligt waren an Tat und Vertuschung weiterhin dort tätig sein dürfen so würde ich austreten.

Zitat von ColynCF
im Bekanntenkreis.
Sollte ich solche Bekannten kennen, so würde ich diese anzeigen und den Kontakt mit den betreffenen kriminellen Personen abbrechen.

Zitat von ColynCF
Man kann nicht ÜBERALL austreten.
Muss man auch nicht, es reicht sich von denjenigen Institutionen zu distanzieren wo man keine signifikante Änderung erkennt, siehe meine Beispiele oben.
Bei der Kirche erkenne ich diese immer noch nicht.

Ihr "ÜBERALL" ist sinnleere Polemik

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Marbot 19.03.2012, 10:58
279.

Zitat von sara100
Meine Schwester kann er jetzt mit über 50 davon reden. Und auch nur oberflächlich. Mein Bruder verleugnet heute noch das er in einem Internat war. Er ist nicht bereit darüber auch nur nachzudenken. Nur in seinem Verhalten merkt man es, wenn man es weiß. ...
Mein Bruder hat ganze Jahre seiner Kindheit und Jugend total aus seinem Bewußtsein verdrängt. Selbst wenn ich als ältere Schwester ihm erzähle, was ich beobachtet habe und weiß, erinnert er sich nicht. Ich habe immer befürchtet, daß es eines Tages an die Oberfläche kommt und er zusammenbricht, aber inzwischen ist er fast 60 Jahre alt und ich denke,für manche Menschen ist das Verdrängen und Vergessen auch ein Segen, sozusagen ein Verband, den das Gehirn selbst schützend angelegt hat.

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