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Blinde Studentin: "In Marburg kann ich fast ein normales Leben führen"
Markus Hintzen/UNI SPIEGEL

Mara, 21, ist blind - und studiert Jura in Marburg. Die Uni ist bei Sehbehinderten besonders beliebt, weil sie viele simple Hilfen anbietet.

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der_unbekannte 27.03.2017, 15:32
1. Respekt hoch 3

Als ein Mensch mit gesunden Augen war das Studium für mich schon eine echte Herausforderung, als Blinder oder mit einer Sehbehinderung für mich unvorstellbar. Ich frage mich woher diese Menschen die nötige Disziplin und Willenskraft holen. Auf jeden Fall sehr inspirierend.

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Der_schmale_Grat 27.03.2017, 16:45
2. Gute Beschreibung

Ein vollständig erblindeter Freund von mir war Richter in Marburg. Er war in jeder Beziehung ein ungewöhnlicher Mann im positiven Sinne, viel zu früh verstorben. Ich verstehe überhaupt nicht, warum sich ein so reiches Land nicht eine bessere Förderung sehbehinderter Menschen leisten kann? Bisher waren alle blinden Menschen, die ich an unterschiedlichen Unis kennengelernt habe, überdurchschnittlich begabt.

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hm2013_3 27.03.2017, 17:00
3. ich war mehrere Jahre in Marburg

die Oberstadt mit den vielen Kneipen und Buchläden is echt faszinierend, besonders wenn die Sonne scheint. Der Aufzug ist kostenlos :)

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peterbruells 27.03.2017, 17:27
4.

Zitat von Der_schmale_Grat
Ich verstehe überhaupt nicht, warum sich ein so reiches Land nicht eine bessere Förderung sehbehinderter Menschen leisten kann? Bisher waren alle blinden Menschen, die ich an unterschiedlichen Unis kennengelernt habe, überdurchschnittlich begabt.
Das dürfte allerdings reine Selektion sein: Da die Gesellschaft nun einmal vergleichsweise wenig Rücksicht auf Sehbehinderte nimmt – nicht mal aus böser Absicht, sondern weil „keiner“ drüber nachdenket – dann kommen in den normalen Betrieb eben auch nur die Sehbehinderten, die besonders gut sind.

Bei diversen Körperbehinderten war und ist es doch genauso: So viele unnötige Hürden, natürlich sieht man dann nur die in im täglichen Leben, die das abgestellt werden eben nicht akzeptieren.

Also genau der Punkt ihres ersten Satzes: Warum ein so reiches Land wie unseres das nicht stemmen kann, ist unklar. Da fehlt einfach nur ein Pendant zum Americans with Disabilities Act, bei dem mal richtig Druck gemacht wurde.

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fionasland 27.03.2017, 18:01
5. Schon anfang der 90er Jahre

war Marburg sehr weit voraus was die Unterstützung von Blinden und Sehbehinderten betrifft. Ich hab damals dort studiert und jede Ampel war dort schon blindengerecht. Brailleschrift im Aufzug selbstverständlich. Niemand fand etwas dabei jemanden der neu war zu helfen. Erst war ich als Sehende überrascht und dann schockiert, dass nicht alle Städte mit so wenig Aufwand es Blinden und Sehbehinderten den Alltag zu erleichtern. Sollte ich je mein Augenlicht verlieren ziehe ich nach Marburg.

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votograv 27.03.2017, 18:39
6.

... das ist der Titel einer Mediaslideshow, die ich 2016 produziert habe. Es ist eine Reportage über einen von Geburt an blinden Menschen, den ich auf seinem Arbeitsweg begleitet habe - und mich dabei einige male gefragt habe "wer ist jetzt in dieser Situation behindert?" Ich habe große Hochachtung vor Menschen wie Mara oder Matthias Schäfer (mein Protagonist), die ihr Leben eigenständig meistern. Die modernen Medien sind ihnen dabei eine große Hilfe, aber auch wir sehende Menschen können eine große Hilfe sein, wenn wir lernen, wie man richtig hilft. Ich habe das gelernt, und dafür bin ich Matthias Schäfer sehr dankbar.
Wer sich ein Bild machen möchte, wie ein blinder Mensch seinen Alltag meistert, kann hier ein Beispiel sehen:
http://www.v-sobota.de/ich-sehe-so-wie-du-nicht-siehst/

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ArmeOhren 27.03.2017, 21:17
7.

Ich war auch lang in Marburg, eine tolle Stadt zum Studieren, nicht nur für Sehbehinderte. Als ich den Artikel gelesen hab, fiel mir dieser etwas ältere wieder ein: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-53203454.html
Instant Karma würd ich mal sagen :D

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emporda 27.03.2017, 22:35
8. Tolle Leistung

Ich bewundere sowohl den Mut der Studentin als auch die Leistung ihres Führhundes.
In meinem Fach Maschinenbau wäre das kaum mäglich gewesen, war es doch wichtig Konstruktionszeichnungen vieler Maschinen ausendig zu kennen

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mdp31 28.03.2017, 00:27
9. Blinden-App der Marburger Verkehrsbetriebe

Vorbildlich sind auch die Marburger Verkehrsbetriebe, die eine kostenfreie App (dyfis talk) speziell für Blinde unterstützen. Die App beinhaltet die aktuellen Abfahrtszeiten, perfekt optimiert auf die telefoneigenen Bedienhilfen für Blinde. Wenn ich das richtig verstehe, sind zwar momentan nur Marburger Verkehrsdaten enthalten. Es scheint aber so, dass auch andere Verkehrsunternehmen integriert werden können. Das wäre sicherlich eine enorme Hilfe für Blinde, die mit den nichtoptimierten herkömmlichen Auskunfts-Apps meist nicht so einfach zu den gewünschten Infos kommen...

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