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Brustentfernung: Jolie und die Macht des Schicksals
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Das Schicksal scheint beherrschar geworden: Die Brustoperation der Hollywood-Göttin Angelina Jolie suggeriert, dass es möglich ist, in alle Ewigkeit jung, gesund und schön zu bleiben. Der Mensch wird zur Biomasse ohne höheres Geheimnis. Matthias Matussek: Jolie und die Macht des Schicksals - SPIEGEL ONLINE

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finio 17.05.2013, 16:39
70.

Zitat von sysop
Das Schicksal scheint beherrschar geworden: Die Brustoperation der Hollywood-Göttin Angelina Jolie suggeriert, dass es möglich ist, in alle Ewigkeit jung, gesund und schön zu bleiben. Der Mensch wird zur Biomasse ohne höheres Geheimnis.
Sehr geehrter Herr Matussek,
die Anmaßung und Uninformiertheit Ihres Artikels macht mich sprachlos und wütend.
Um nur auf einen Aspekt einzugehen: Auch Hartz IV Empfängerinnen, Kindergärtnerinnen und Friseurinnen, die das Schicksal haben, einen seltenen Gendefekt des BRCA1 oder BRCA2 Gens aufzuweisen, der die Brustkrebswahrscheinlichkeit drastisch erhöht, haben in Deutschland die Möglichkeit zur prophylaktischen Mastektomie mit anschließender Brustrekonstruktion- auf Kosten der Krankenkasse.

Zur Indikation und dem therapeutischen Outcome:
https://www.thieme-connect.com/ejour...s-0028-1096062
Die schwere Entscheidung, sich einer solchen Behandlung zu unterziehen und damit das eigene Risko, an einer qualvollen, schwerwiegenden und möglichweise tödlichen Erkrankung zu leiden, zu reduzieren, als Zeichen "kalter Makellosigkeit", "Göttergleichheit" und "dramatische Seinsverstümmelung" zu bezeichnen, empfinde ich als anmaßend, zynisch und ekelhaft.

Ich kann meinem Vorredner, Herrn Beer, nur zustimmen und wünsche Ihnen, dass Sie bei der nächsten Erkrankung, die Sie ereilt, die Zufälligkeit und Transzendenz Ihres Daseins angemessen genießen können, auch wenn es für Sie und Ihre Familie Qual und Leid bedeutet.

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Pfaffenwinkel 17.05.2013, 16:39
71. Illusion

Das Schicksal war, ist und wird nie beherrschbar sein, das ist eine von tausend Illusionen. Auch das wird Frau Jolie noch lernen in ihrem Leben.

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münche 17.05.2013, 16:40
72.

Zitat von twen_ta
..... Aber so gibt man halt lieber philosophisches Geschwurbel von sich, wenn man medizinisch gesehen keine Ahnung von dem Thema hat...
Gebe ihnen völlig recht, nur nennen Sie es bitte nur Geschwurbel... das hat mit Philosophie nix zu tun....

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claudia82 17.05.2013, 16:44
73. Wären die Brüste hinterher nicht noch toller...

...(immerhin hat sie 3 Geburten inkl. Stillen hinter sich und geht auf die 40 zu), ich wette, sie hätte es nicht machen lassen. Jetzt kann man sich für eine optische Verschönerung aber obdendrein noch als Heldin feiern lassen und muss sich ein wenig weniger um Krebs sorgen.

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just_olgi 17.05.2013, 16:46
74. Brüste weg und kein Silikon - das wäre mutig gewesen!

Zitat von eichekontakt
... mit steigendem Alter und der Schwerkraft folgenden Körperteilen im Gespräch zu bleiben und danach immer mehr zum "gutaussehenden" Zombie zu mutieren bzw. sich zu diesem "aufbauen" zu lassen. Vorbild ist dies nicht!
Ich gebe Ihnen und dem Autor vollkommen Recht und gehe sogar noch einen Schritt weiter: Mutig wäre es gewesen, wenn sich die angebliche Schönheitsgöttin Jolie die Brüste wegen des hohen Brustkrebsrisikos hätte amputieren lassen und sich danach nicht einen Silikonbusen hätte machen lassen. Dann hätte man von wirklichem Mut sprechen können und hätte so eine gute Gesundheitsdebatte anstoßen können. So hat sie eben einen Grund gefunden, um rechtfertigen zu können, warum sie nun Silikon statt Natur trägt. Sie will meines Erachtens nach im Gespräch bleiben - früher hat sie das als männerfressender Vamp gemacht, jetzt eben als Lady Madonna. Alles PR. Und Feministinnen, Pseudomediziner, Internet-Besserwisser glauben das und finden das Ganze toll und mutig.

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irgendwer_bln 17.05.2013, 16:46
75. wow

Zitat von deragnostiker
Was sagt es über unsere Gesellschaft aus, wenn ein psychisch äußerst labile Frau mit Suchtvergangenheit und vermutlich einer emotional instabilen Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typ aufgrund eines Akts der Selbstverstümmelung zur Ikone stilisiert wird? Ich finde diesen medialen Hype letztlich nur pervers...
..auch wenn ich Fan der UN-Botschaftlerin Jolie bin (und nur diese Funktion)...:
DAS nenn' ich eine gelungene Analyse. Kurz und knapp, auf den Punkt gebracht und 100% zutreffend.
Meine Anerkennung!

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GoBenn 17.05.2013, 16:48
76.

Zitat von normalbürger33
In Deutschland werden genetische Beratungen und die dabei eventuell empfohlenen Untersuchungen auf BRCA-1 und-2 Mutationen über die Solidargemeinschaft von der gesetzlichen Krankenversicherung bezahlt, auch die hier debattierten Brustentfernungen und der Wiederaufbau. Insofern ist - anders als der Artikel suggeriert - diese Beratung, Vorsorge und prophylaktische Behandlung nicht reichen Selbstzahlern vorbehalten, sondern kann jeder Frau angeboten werden, bei der ein familiäres Brustkrebsrisiko befürchtet und schließlich nachgewiesen wird. Im Übrigen beweist das Titelbild des Artikels, dass auch bei Frau Jolie das Ziel der Behandlung nicht ewige Jugend gewesen sein kann...
Aber dann hätte der Herr M. ja recherchieren müssen und nicht im Straßencafé mal eben was daherschwurbeln und - um die eigene Gelahrtheit zu unterstreichen - zusammenhanglos Camus und Büchner mit einwerfen (statt vielleicht Susan Sontag) und dabei jeglichen weiteren tieferen Gedanken vermeidend.

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c218605 17.05.2013, 16:49
77. Genau das tun die doch verd.... noch mal

Zitat von Caffelatte
...Kein Mediziner schnippelt mal eben so an einer Betroffenen rum...
und ich wiederhole mich da, und keiner sagt nein damit nicht Michael Jackson oder sonst wer an Hochdosen von Propofol, Schmerzmittel oder Antidepressiva zu Grunde geht.

Diese Mediziner sind aber keine Verbrecher, sondern beugen sich der Wucht des VIP seiner Medien oder seiner Rechtsabteilung.

Diese ganze Diskussion gehoert primaer in eine Ethikkommission und
nicht in die Presse.

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GoBenn 17.05.2013, 16:50
78.

Zitat von Monukly
Es geht darum wie die Jolie mit aller Macht ihre Krankheit ins Rampenlicht bringt und sich zur Über-Mutter stilisiert.
Sie hat eine schwerwiegende Entscheidung getroffen und anschließend einen relativ nüchternen Artikel für die NY Times verfasst. Was wir hier hingegen lesen, ist Neid der Mutlosen.

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total_perspective_vortex 17.05.2013, 16:51
79.

Der Autor will uns mitteilen dass Krebserkrankungen ein gottgegebenes Schicksal sind ,dass man gefälligst zu ertragen hat. Wo kämen wir denn hin wenn Menschen sämtliche Krankheiten heilen könnten? Wofür sollte man denn dann noch beten?

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