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Brutales Gesundheitssystem: Kassen bedrängen psychisch Kranke
DPA

Es ist die hässliche Seite des deutschen Gesundheitssystems: Eine Kasse verweigert einer schwer depressiven Frau Krankengeld und Versicherungsschutz, weil sie nicht rechtzeitig zum Arzt konnte. Solche Fälle häufen sich, sagen Experten. Kassen bedrängen psychisch Kranke - SPIEGEL ONLINE

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spon-facebook-10000215408 08.08.2013, 10:10
1. Bin schockiert.........

die guten lieben menschenfreundlichen Krankenkassen in Deutschland. Patienrechtevertreter, Koordinatoren unserer Gesundheit, Freunde des Menschen, letzte Bollwerke gegen die Verbrecher in Weiß usw.usw.usw. am Ende doch nur profitorientierte hartherzige Bürokraten ?????? Wer hätte das gedacht.

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TheBear 08.08.2013, 10:16
2. Ist zwar brutal

Zitat von sysop
Es ist die hässliche Seite des deutschen Gesundheitssystems: Eine Kasse verweigert einer schwer depressiven Frau Krankengeld und Versicherungsschutz, weil sie nicht rechtzeitig zum Arzt konnte. Solche Fälle häufen sich, sagen Experten.
Ja, das ist brutal, aber anderseits sollte man folgendes bedenken: Auch wenn man es in diesem speziellen Fall nicht wissen kann, feststeht, dass "moderne" Arbeitsbedingungen die Tendenz zu psychischen Krankheiten fördern.

Wäre es also nicht sinnvoll die Unternehmen, die für diese Arbeitsbedingungen verantworlich sind, und finanziell davon profitieren, zur Kasse zu bitten?

Na, das wird die FDP schon zu verhindern wissen, denn das auch hier geltende Prinzip: Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren darf ja nicht angetastet werden.

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clubzwei 08.08.2013, 10:19
3. Es ist gut,

dass dieser Fall nun in der Öffentlichkeit thematisiert wurde. Bitte informieren Sie die Leser über den Fortgang.

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kobold1969 08.08.2013, 10:19
4. so lang man nix hat ist man willkommen

das verwundert mich nicht das grad eine BKK mit sowas schlagzeilen macht. Bin auch in einer BKK und kämpfe seit nunmehr fast 4 jahren um für mich geeignete hörgeräte. Trotz eines vor gericht geschlossenen vergleichs verweigert die kasse mir weiterhin mich über der festbetragsgrenze von 400,-€ pro gerät zu versorgen. In meinem fall bringen aber Festbetragsgeräte nichts...das wäre so als wenn man einem nicht gut sehenden menschen eine brille mit fensterglas gibt und sagt "na wenigstens haben sie eine brille".Ich muß also weiter klagen. Die kassen (grad die BKK's) sind nur noch kostenorientiert...der mensch und seine krankheit zählt nicht in diesem system.

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antonwitt 08.08.2013, 10:19
5. So

Zitat von spon-facebook-10000215408
die guten lieben menschenfreundlichen Krankenkassen in Deutschland. Patienrechtevertreter, Koordinatoren unserer Gesundheit, Freunde des Menschen, letzte Bollwerke gegen die Verbrecher in Weiß usw.usw.usw. am Ende doch nur profitorientierte hartherzige Bürokraten ?????? Wer hätte das gedacht.
isses. Als Beitragszahler (Mitglied wäre die falsche Bedeutung, denn hätte man ja ein Mitspracherecht...) ist und bleibt man einfach eine Nummer, wird danach eingeteilt und dementsprechend "betreut". Bei den Kassen heißt es dann, Einzelschicksal, könn wir auch nichts machen, der Sachbearbeiter ist im Urlaub. Pech gehabt.

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ralf_gabriel 08.08.2013, 10:21
6. x

Zitat von sysop
Es ist die hässliche Seite des deutschen Gesundheitssystems: Eine Kasse verweigert einer schwer depressiven Frau Krankengeld und Versicherungsschutz, weil sie nicht rechtzeitig zum Arzt konnte. Solche Fälle häufen sich, sagen Experten.
Ist auch bei privaten Versicherungen so. Wenn man nicht ganz genau aufpasst und alles Kleingedruckte peinlichst genau befolgt, winden die sich wie Aale. Und manchmal auch wenn man alles richtig macht. Klagen kann zu ner teuren Pleite werden. Öffentlich machen und Namen nennen ist das einzige was da hilft. Tut mir nur gegrenzt Leid um die Sachbearbeiter und Vorgesetzten. Wer austeilt muß auch einstecken können.

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flinke_perioden_met_zon 08.08.2013, 10:21
7. Danke!

Dies sind die Artikel, die wirklich nützen: Fehler aufzeigen und beim Namen nennen! Dass die einseitige Ausrichtung auf Kostenreduzierung und Profitabilitätssteigerung unser Leben ruiniert, wissen oder zumindest ahnen wir ja. Aber solche konkreten Fälle geben uns wenigstens ein wenig Handhabung durch die Nennung der Akteure und deren Heraustreten aus der Anonymität.

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ID Fake 08.08.2013, 10:23
8.

Ja, sowas hat auch bei anderen Kassen System. Bei der KKH zum Beispiel, die über 2 Monate gebraucht haben, meiner Freundin eine neue Karte auszustellen, weil die alte abgelaufen war. Pure Schikane und was sich die Sachbearbeiter stellenweise am Telefon geleistet haben ist wirklich unerhört.

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kylling19 08.08.2013, 10:24
9. Falle des § 46 SGB V

Zunächst einmal ist Versicherungsschutz (med. Behandlung) von der Frage des Krankengeldes (Lohnersatzleistung) zu unterscheiden.

Die Crux liegt im § 46 SGB V. Hier heißt es nämlich, dass der Krankengeldanspruch erst am Folgetag nach der Feststellung der Arbeitsunfähigkeit entsteht. Maßgebend ist also der Feststellungstag (+1). Das führt häufig zu (dramatischen!) Missverständnisses. Es ist nämlich NICHT ausreichend, wenn der Arzt (bspw.) am Mittwoch bescheinigt, dass jemand (auch) schon seit Dienstag arbeitsunfähig ist, selbst wenn dies angesichts der Krankheit offensichtlich sein mag. Krankengeld kann es erst ab Donnerstag (Feststellungstag +1) geben.

Nun aber kommt ein weiteres Problem. Wegen der Lücke am Mittwoch hat sich oftmals das bisherige Versicherungsverhältnis (namentlich als ehemaliger Arbeitnehmer mit Krankengeldanspruch) geendet. Es entsteht zwar nahtlos ein neues Versicherungsverhältnis (als Familienversicherte, als Rentner o.ä., letzlich im Zweifel durch die Auffangversicherung), aber diese Versicherungsarten enthalten keinen Anspruch auf Krankengeld.

Dass sich im Beispielsfall die BKK auch nicht gerade freundlich verhält kommt noch dazu. Wobei die Aussage, dass der KV-Stauts ungeklärt ist, ja zutrifft, weil eben nicht klar ist, WELCHE Versicherungsart greift (ist die Betroffene verheiratet?, was macht der Ehepartner?, ist die Betroffene vielleicht Renternin? usw. - das sind alles Fragen, die Auswirkungsn auf die Art des KV-Schutzes haben). Schön wäre allerdings der Hinweis, dass jedenfalls die Krankenbehandlung weiter in Anspruch genommen werden kann. Die eigentliche Crux liegt aber in der gesetzlichen Regelung, und für die kann die BKK nichts.

Das SGB V ist eine komplexe Materie, das hat nicht immer nur mit Böswilligkeit der gesetzlichen KK zu tun (schlimm, wenn die noch dazu kommt!).

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