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Brutales Gesundheitssystem: Kassen bedrängen psychisch Kranke
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Es ist die hässliche Seite des deutschen Gesundheitssystems: Eine Kasse verweigert einer schwer depressiven Frau Krankengeld und Versicherungsschutz, weil sie nicht rechtzeitig zum Arzt konnte. Solche Fälle häufen sich, sagen Experten. Kassen bedrängen psychisch Kranke - SPIEGEL ONLINE

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Bruder Theodor 08.08.2013, 10:53
50. Die Prepaid-Konsultation

Was eine kaputte Geschichte. Typisch für Bürokratie-Ignoranz. Andersherum wird ein Schuh draus: Jedem Versicherten stehen pro Jahr so und so viele "Konsultationsstunden" zur Verfügung. "Psychisch krank" ist ein diskrminierender Begriff. Das Thema Depression wird einfach mal fett "verdrängt" in der Krankenkasse - und in der Gesellschaft. Depressionen entstehen durch Verdrängungen. Depression ist die Volkskrankheit Nummer 1 geworden. Warum wohl? Dafür sind Psycho-Ärzte da, dass sie SYMPTOME schon im Vorfeld erkennen und den Ursachen auf den Grund gehen. Und nicht erst gewartet wird, bis die Krankheit ausgebrochen ist. Heißt es nicht, die Krankenkassen machen Milliarden Überschüsse? Investmentbanker müssen mehr solch Konsultationen in Anspruch nehmen, anstelle das viele Koks zu schnupfen oder auf den nächsten Hollywood-Streifen zu warten, der ihr Thema bearbeitet. Den Schwarzen Peter weiterschieben bis es die trifft, die ganz unten sind, und die stellvertretend dann "das Kreuz tragen".
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mibarina 08.08.2013, 10:53
51. vielleicht...

Zitat von Spiegelleserin57
auf Grund der Fakten ist wohl etwas unwahrscheinlich. Man muss nicht alle Unwägbarkeiten auf diese Ereignisse zurückführen. Es hätte ielleicht auch eine andere Lösung wie eben als Notfall in eine Klinik zu gehen gegeben um den Pflichten nachzugehen.
Vielleicht - vielleicht auch nicht. Was wollen sie nun damit sagen? Ohne genauere Kenntnis des Falls kann man das doch gar nicht beurteilen.

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weltbürger42 08.08.2013, 10:54
52. krankschreibung wegen Krankheit nicht möglich

Zitat von sysop
Es ist die hässliche Seite des deutschen Gesundheitssystems: Eine Kasse verweigert einer schwer depressiven Frau Krankengeld und Versicherungsschutz, weil sie nicht rechtzeitig zum Arzt konnte. Solche Fälle häufen sich, sagen Experten.
Ich selbst hatte in der Vergangenheit eine schwere depressive Episode, gepaart mit Panik und Angstattacken. Es war mir häufig nicht möglich auch nur das Haus zu verlassen, da ich die Gegenwart anderer Menschen nicht ertragen konnte. Da ich alleinstehnd und ohne einen Unterstützer war gelang es mir öfter nicht eine Krankschreibung zu erhalten. Oft habe ich es versucht, mich zum Arzt geschleppt, um dann nach wenigen Minuten wieder zu flüchten, da ich es nicht ertragen konnte, eine Stunde mit vielen Menschen im engen Wartezimmer zu verbringen, um dann den restlichen Tag im abgedunkelten Keller zu verbringen. Selbst telefonieren ging häufig nicht. Trotzdem die Vorgeschichte bekannt war, hat dies zu vielen Problemen mit Krankenkasse und Arbeitgeber geführt. Wie kann man Menschen in einem solchen Zustand vorwerfen, sich nicht um irgendwelche Zettel bemüht zu haben, und wer hilft rechtzeitig, dass deren Existenz nicht wegen einer derartigen Episode zerstört wird?

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slappy_hollow 08.08.2013, 10:55
53.

Zitat von kobold1969
das verwundert mich nicht das grad eine BKK mit sowas schlagzeilen macht. Bin auch in einer BKK und kämpfe seit nunmehr fast 4 jahren um für mich geeignete hörgeräte. Trotz eines vor gericht geschlossenen vergleichs verweigert die kasse mir weiterhin mich über .....
Soweit ich weiß, gab es da aber vor einigen Monaten ein Grundsatzurteil. Und zwar wurden die Kassen dazu verknackt, den Patienten die Hörgeräte zu bezahlen, die ein dem "natürlichen Hören am nächsten kommenden" Hörerlebnis möglich machen. Und die kosten dann schonmal 2000 Euro, sind halt die besseren Geräte. Ich hatte mich da etwas schlau gemacht, weil ich wegen einem Hörsturz einen starken Hörverlust und damit einhergehend einen Tinnitus davongetragen habe.

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spon-facebook-100005483XX 08.08.2013, 10:55
54. Gut gebrüllt Löwe!

Zitat von kylling19
Zunächst einmal ist Versicherungsschutz (med. Behandlung) von der Frage des Krankengeldes (Lohnersatzleistung) zu unterscheiden. Die Crux liegt im § 46 SGB V. Hier heißt es nämlich, dass der Krankengeldanspruch erst am Folgetag nach der Feststellung der Arbeitsunfähigkeit entsteht. Maßgebend ist also der Feststellungstag (+1). Das führt häufig zu (dramatischen!) Missverständnisses. Es ist nämlich......
Du scheinst ja die Weisheit mit Löffeln zu Dir genommen zu haben?! Es ist wohl richtig, dass in § 46 SGB V entsprechende Passagen zu finden sind, aber Du scheinst hier bewusst zu verschleiern, dass Krankenkassen auf eben diese Passagen genau hinweisen müssen. Und daran fehlt es in den meisten Fällen. Ebenfalls reitest Du auf Dingen rum, die nicht einmal den kassenzugelassenen Ärzten bekannt sind. Und ebenfalls gibt es Ausnahmen, wenn z.b. bis zum Wochenende krankgeschrieben wurde und ein neuer Termin erst am Montag möglich gemacht werden kann. Und zum anderen was Deinen Hinweise auf die rückwärtige Krankschrift anbetrifft: sieh Dir mal entsprechende Auszahlscheine an, damit wird explizit sogar rückwärtig erlaubt AU festzustellen!

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Ratzbär 08.08.2013, 10:55
55. Einzig

Zitat von sysop
Es ist die hässliche Seite des deutschen Gesundheitssystems: Eine Kasse verweigert einer schwer depressiven Frau Krankengeld und Versicherungsschutz, weil sie nicht rechtzeitig zum Arzt konnte. Solche Fälle häufen sich, sagen Experten.
Mir scheint, als seien die einzig psychisch Kranken, von denen sich die Kassen trennen sollten die Vorstände mit ihren abartigen Bezügen und jene MiterarbeiterInnen, die im Bürokratenwahn leben.

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lennoneales 08.08.2013, 10:56
56. Aok

Ich war auch psychisch krank und die größte Belastung in dieser Zeit war das Verhalten der Krankenkasse, in meinem Fall der AOK. Nach Recherchen in diversen Internetforen läuft das immer nach Schema F ab: Erst wird man ständig zu irgendwelchen persönlichen "Beratungsgesprächen" genötigt, die man leicht auch telefonisch erledigen könnte. Dann wird man mit rechtswidrigen Methoden in Rehamaßnahmen gedrängt (in meinem Fall wollte ich eine Reha), damit die Rentenversicherung für die Zeit der Reha das Krankengeld übernimmt. Danach soll man bei seiner Firma kündigen und Arbeitslosengeld beantragen, und zuletzt soll man Rente beantragen. Dabei betont die Kasse immer ausdrücklich, dass man bei Verletzung seiner Mitwirkungspflicht den Anspruch auf Krankengeld verliert. Stets steht das Vermeiden von Krankengeldzahlung im Vordergrund und nicht die Gesundheit bzw. Genesung des Versicherten. Leider gibt es viele Menschen, die nicht die Kraft und nicht das Wissen haben, sich gegen solche Machenschaften zu wehren. Das ist ein menschenverachtendes System.

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paul otto 08.08.2013, 10:56
57. Spitze des Eisbergs

Das ist die Spitze des Eisbergs, wie ich aus reichlicher Erfahrung weiss. Sobald der Patient Geld kostet, wird er teils massiv und illegal unter Druck gesetzt. Peinliche "Verhöre" "nur zu Ihrem Besten" durch irgendwelche Sachbearbeiter sind häufig. Die "kranken Kassen" verkaufen sich öffentlich als Anwälte Ihrer Patienten und betreiben hinter den Kulissen die Zerstörung aller Strukturen, die die Patienten schützen: Aushöhlung des Datenschutzes (elektronische Gesundheitskarte!) und der Schweigepflicht, Ausbau von Kontrolle, Entmachtung der behandelnden Ärzte, usw. usw.
Die Macht der Kassen gehört schleunigst gestutzt!

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gnr 08.08.2013, 10:57
58.

Das hat man davon wenn man alles privatisiert. Wirtschaftliches Denken und soziales - oder gar nur menschliches passen nicht zusammen.
Wobei ich ganz klar das wirtschaftliche für das problematische halte.

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bankster0815 08.08.2013, 10:57
59. Shareholdervalue ....

ohne Ausbeutung? Na, das will ich sehen!!
Mich rief meine KK kurz vor Beginn des Krankengeldes an und bat mich, doch am Freitag zum Arzt zu gehen, mich gesundschreiben zu lassen und am Montag wieder hin, um mit einer NEUEN Diagnose wieder krankgeschrieben zu werden. Damit würde ICH doch mehr Geld erhalten ....
Als ich die junge Dame am anderen Ende fragte, ob sie mich denn zum Rechtbruch verleiten wolle meinte sie, dies sei ihre "private Meinung" .... - geil, oder?!
Meine Schwester wurde 4 Wochen nach einer sehr komplizierten Schwangerschaft angerufen und gefragt, wie lange sie denn noch krank "feiern" wolle ... (und dabei handelt es sich um 2 verschiedene KKs, miene Kasse, ihre Privat ....
Und wenn jetzt eine KK damit wirbt: "wir finden die beste Behandlung für Sie!", dann weiss ich, dass ich zu DIESER KK auf keinen Fall wechseln werde!!

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