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Burkini-Urteil: Muslimische Mädchen müssen am Schwimmunterricht teilnehmen
DPA

Das Bundesverwaltungsgericht hat jetzt ein Grundsatzurteil im Burkini-Streit gefällt. Musliminnen müssen trotz ihres Glaubens am gemeinsamen Schwimmunterricht mit Jungen teilnehmen. Ein Ganzkörperbadeanzug ist den Mädchen zumutbar. Burkini-Urteil: Schwimmunterricht für muslimisches Mädchen - SPIEGEL ONLINE

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oristano 11.09.2013, 17:52
50. Mehr Ausrede, als Glaube

Wenn man etwas nicht möchte, dann findet man -vor allem in diesem Alter- immer eine entsprechende Ausrede. Wenn die Eltern dies dann noch unterstützen unter dem Argument der Religionsfreiheit, warum sollte sich das Kind dann einer Situation stellen, die sich per se gerne gleichatrige Mädchen entziehen möchten?

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maggelan07 11.09.2013, 17:54
51. futuristischer Badeanzug

Muslimische Badeanzüge weisen eigendlich unbeabsichtigt auf futuristische Badeanzüge hin. Warum?
Leistungsschwimmer, Olympiaschwimmer wissen es schon lange: Hier
tragen Männer Badeanzüge, die bei Frauen als Ganzkörperanzug gelten.
In den 1920ger Jahren hat jeder deutsche Badegast ohnehin solche Anzüge getragen.
Unterschied: High-Tec-Badeanzüge dienen dazu, das Strömungsprofil des Schwimmers im Wasser zu optimieren. Es wird mich nicht wundern, wenn bald männliche Leistungsschwimmer so einen Anzug tragen wie die Comic-Figur Spiderman. Denn Wissenschaftler haben längst die höhere Wirksamkeit (Effizienz) dieser Anzüge bestätigt, erlauben sie doch höhere Schwimmgeschwindigkeiten bei gleicher Leistung. Nur so ein Anzug ist eben nicht billig !
Wird mich also nicht wundern, wenn jetzt muslimische Mädels in Schwimmbädern den anderen davonschwimmen...
In einer Demokratie kann jeder tragen, was er will, solange er keine Gefahr für die Allgemeinheit darstellt und sich damit nicht gefährdet.
Deutsche Politiker sehen das anders (Vermummungsverbot bei Demonstrationen) Vermummte Demonstranten sollten nur dann belangt werden, wenn sie eine Straftat begehen oder dabei sind, eine zu begehen. Fasching wird ja auch nicht verboten....
Aber hier geht es um die Identifizierbarkeit - eine Art Registrierungszwang für Demonstranten - ein völlig undemokratisches Mittel !!

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lagerbaer 11.09.2013, 17:56
52. An sich richtig, aber...

wir sollten dann auch die Befreiung von der Sexualkunde aufheben, da die gleichen Argumente hier greifen. Und überhaupt alles abschaffen, was *ausschließlich* durch religiöse Befindlichkeiten begründet wird: Tanzverbot am Karfreitag muss weg, Geschäfte müssen Sonntags öffnen dürfen, Religionsunterricht raus aus staatlichen Schulen.

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heiko1977 11.09.2013, 17:57
53.

Zitat von dimetrodon190
sagt einem der klare Menschenverstand. Mir tun die Kinder leid, die laufen nun auch noch beim Schwimmen wie die Vogelscheuchen rum und wer hat die mal gefragt?
Das kann nach hinten los gehen: was machen Sie wenn die Mehrheit der heranwachsenden Frauen GEGEN einen Schwimmunterricht, egal welcher Religion oder Säkular, sind? Was durchaus in diesem Alter, wo der Anfang der Pubertät statt findet, sehr wahrscheinlich ist.

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sso82 11.09.2013, 17:57
54. Schwimmunterricht abschaffen!

Ich verstehe das Mädchen sehr gut. Ich selbst hatte in dem Alter schwere Akne und bin sicher dass ich aufs übelste gemobbt worden wäre, wenn ich mich im Schwimmunterricht hätte zeigen müssen. Gott sei Dank gab es dann nach der Pubertät keinen Schwimmunterricht mehr, aber ich hatte jedes Jahr Angst, dass er doch wieder im Lehrplan steht.

Jeder Mensch sollte das Recht haben selber zu entscheiden wieviel Haut er von sich zeigen will. Auf keinen Fall darf man dazu gewzungen werden. Das erzeugt keine Lockerheit in dem Bereich, sondern im Gegenteil die totale Verkrampfung wie ich aus eigener Erfahrung weiß.

Auch die Möglichkeit des Burkinis erscheint mir nicht akzeptabel. Hierdurch würde die Schülerin sich deutlich von den anderen abheben was wahrscheinlich zu Mobbing führen würde womit sie sicher eh schon genug zu kämpfen hat.

Ich finde es einfach schlecht wenn man Menschen nicht so sein lässt wie sie selber sein wollen und das obwohl ich deutscher Atheist bin.

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bloßich 11.09.2013, 17:58
55. ...

Zitat von tom.le
Im Prinzip können einem die Kinder leidtun. Es gibt ja eine Menge Religionen in Deutschland, aber solche probleme kommen ja fast nur aus der muslimischen Ecke. Wer ein problem mit der Trennung von Glauben und Staat hat, der muss nicht in Deutschland wohnen (bzw. nicht hierher kommen).

Es gibt in Deutschland keine konsequente Trennung von Staat und Religion, wie schon die Existenz von flächendeckenden katholischen und evangelischen Religionsunterricht zeigt.

Und selbstverständlich kann jemand in Deutschland - ob zugezogen oder nicht - seine (Grund-)Rechte einfordern und den Rechtsweg beschreiten.

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Manustar 11.09.2013, 18:00
56. lächerlich

es ist doch eigentlich ganz einfach: in Deutschland gibt es bestimmte Normen und Werte, die jeder respektieren sollte. Hierzu gehört eben auch unsere westliche Vorstellung von Kleidung und der Pflicht, am Unterricht (und eben auch am Schwimmunterricht) teilnehmen zu müssen - unabhängig der religiösen Zugehörigkeit. Wenn die Eltern dieses armen Mädchens nun meinen sie müssten es vor ihren Klassenkameraden völlig lächerlich dastehen lassen, dann soll es so sein.

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karlaschnikow 11.09.2013, 18:07
57. Schwimmen ist mehr als eine Freizeitbeschäftigung

Eigentlich war die Rechtslage schon vorher klar. Das Schulschwimmen ist eine Schulveranstaltung und unterliegt der Schulpflicht! Da muslimische Eltern! aber regelmäßig versuchen diese auszuhebeln und ihre Töchter zu befreien war die gerichtliche Klarstellung überfällig.
Es bleibt zu hoffen, dass SchwimmlehrerInnen nun weniger (Zeit und Nerven aufreibende) Kämpfe führen müssen!

Diese Kämpfe waren notwendig und wichtig insbesondere für die betroffenen Mädchen (und weniger für irgendwelche "westlichen Werte") denn:

Schwimmfähigkeit ist überlebenswichtig! Nicht nur am Meer sondern überall in Deutschland besteht die Gefahr zu ertrinken (Flüsse, Seen, etc.)! Wer seine Tochter vom Schwimmunterricht fernhält nimmt ein erhöhtes Risiko des Ertrinkens billigend in Kauf! Erst diesen Sommer mahnte die DLRG aufgrund der hohen Zahl Ertrunkener eine (schulische) Verbesserung der Schwimmfähigkeit an. Dieses Problem ist also durchaus vorhanden und relevant!

Außerdem werden die Freiheitsrechte und die Integration der Betroffenen natürlich extrem eingeschränkt. Wer nicht schwimmen kann ist von vielen (Freizeit) Aktivitäten ausgeschlossen!

Der Burkini ist natürlich extrem auffällig und stigmatisierend und erreicht meiner Meinung nach das Gegenteil des Gewollten, nämlich Aufmerksamkeit!

Dennoch ist er als Kompromiss zu akzeptieren (s.o.) auch wenn sich dadurch neue Fronten öffnen, nämlich mit den Schwimmeistern die Burkinis in der Schwimmhalle gar nicht gerne sehen!


Karl

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Igelnatz 11.09.2013, 18:10
58. NPD?! - Das ist ein Totschlag-Argument

Zitat von Gauß
Sehr beunruhigend, was die User hier so posten. Wer also nicht so wie die Mehrheitsgesellschaft denkt, sollte demnach sofort ausreisen und hat nichts in Deutschland verloren? Da sieht man, wie weit es hier mit der Demokratie her ist, wenn Minderheitsgesellschaften- und meinungen nicht erwünscht sind. Man soll sich doch mal vorstellen, dass es Frauen gibt, die NICHT wollen, dass fremde Menschen ihren Körper begutachten und begaffen können, weil sie noch etwas wie Anstand empfinden. Natürlich gefällt das gerade vielen Männern nicht, weil sie glauben selbst ein Recht darauf zu haben, nackte Haut von Frauen zu sehen. Würde mich nicht wundern, wenn viele hier an der BT-Wahl am liebsten die NPD wählen würden.
Ich finde es nicht gut, dass Sie hier vielen Beiträgen hier pauschal eine rechtsextreme Gesinnung unterstellen. Ich kann nachvollziehen, dass man ein gewisses Maß an Konformität und Anpassung von Einwanderern verlangt. Ein gewisses Maß, nicht mehr. Dies wird übrigens von jedem Bürger verlangt.

Ich selbst finde es nicht so einfach. Natürlich soll meiner Meinung nach jeder so leben wie er mag, aber klar ist doch auch, dass die eigene Freiheit dann eingeschränkt werden muss, wenn die anderer beeinträchtigt wird. Das ist die Grundlage jeden Zusammenlebens. Ich bin ganz d'accord mit ihnen, dass auch die Freiheit von Minderheiten (ethnisch wie auch kulturell oder sonst irgendwie) eine Berechtigung hat, geschützt zu werden. Trotzdem ist dabei genauso auch auf die Interessen der Mehrheit zu achten.

Es ist hier doch die Frage, inwieweit Sonderegeln für eine Minderheit (strengläubige Muslime) (von einer Minderheit - Muslime) geltend gemacht werden können, für eine Tatsache (verpflichtender Schwimmunterricht in der Schule), die die Mehrheit als alltäglich und gänzlich unproblematisch empfindet?!

Vielleicht ist hier eher Aufklärung, dass ein öffentliches Schwimmbad kein Sündenbabel ist, als Rechtssprechung geboten?! Ich meine hier die (unbegründete) Angst der Minderheit vor den (Alltags-)gepflogenheiten der Mehrheit als sittenwidrig! Sonst findet doch nie Integration statt.

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thomas.b 11.09.2013, 18:17
59. optional

Die Schulpflicht mit allem, was dazu gehört, kann man eben nicht mit kultur-religiösen Befindlichkeiten aushebeln. Gut, dass das wieder einmal bestätigt wurde. Schade nur, dass es immer auf dem Rücken der Kinder ausgetragen werden muss. Aber da sind manche Eltern einfach zu verbohrt, gleich welcher Kultur...

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