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Chef der Glaubenskongregation: Bischof kritisiert "Pogromstimmung" gegen katholische
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Geistliche würden öffentlich angepöbelt, im Internet und im TV Attacken gegen die katholische Kirche geritten: Der Chef der Glaubenskongregation des Vatikans, Gerhard Ludwig Müller, hat in einem Interview eine "Pogromstimmung" gegen die katholische Kirche beklagt. Erzbischof Müller kritisiert "Pogromstimmung" gegen katholische Kirche - SPIEGEL ONLINE

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tamgarun 02.02.2013, 10:13
530.

Zitat von Zaphod
Wer nicht bereit ist, diese kirchlichen Wahrheiten zu akzeptieren, muss auch nicht Äußerlichkeiten kritisieren.
Wer nicht bereit ist, zu akzeptieren, dass die "kirchlichen Wahrheiten" jeder leben mag, wie er will, die "Äusserlichkeiten" aber größtenteils die gesamte Gesellschaft betreffen, der hat in den letzten Monaten und Jahren nichts verstanden.

Kürzlich las ich den folgenden Brief, der mich sehr berührt hat und den sich hoffentlich viele Katholiken zum Vorbild nehmen:
"Sehr geehrter Herr Denef,

ich selber bin in der katholischen Kirche und gewinne immer mehr den Eindruck, dass die katholische Kirche mich an meiner Beziehung zu Gott Vater und Mutter (be)-hindert.

Würde die katholische Kirche Gott fragen, wie Sie mit den Missbrauchsfällen umzugehen hat, müssten Sie dieses weitere Leid, verbunden mit einem nervenaufreibenden Kampf, nicht ertragen.

Von daher habe ich mich entschlossen, aus der Kirche „befristet“ solange auszutretten, bis die katholische Kirche sich mit ihrer Organisation bezüglich Wiedergutmachung geeinigt hat. Für das Jahr 2013 habe ich mich entschieden, Ihnen monatlich einen Spendenbetrag in der Höhe meines ersparten Kirchensteuerbetrages zur Verfügung zu stellen.

Ich möchte mit diesem Schritt des befristeten Kirchenaustritts die katholische Kirche auf ihre Verantwortung ihnen gegenüber aufmerksam machen und gleichzeitig vielen katholischen Christen Mut zusprechen ihre Ängste abzulegen und sich diesem Weg anzuschließen.

Herzliche Grüße

Franz-Josef Lihl"

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rwachsmu 02.02.2013, 10:17
531. kirchliches Arbeitsrecht

Zitat von jüttemann
Nun, ich habe eher den Eindruck, viele hiesige Foristen wollen den Katholiken vorschreiben, wie sie gefälligst zu leben haben. Und setzen sich dabei ganz locker über das GG hinweg.
Ihnen empfehle ich ganz besonders den Beitrag des WDR über die Zustände, unter denen Menschen in Einrichtungen unter kirchlicher Trägerschaft arbeiten müssen (insbesondere der kath. Kirche). Immer mehr Krankenhäuser, Kindergärten, Schulen und Altenheime werden von den Kommunalen Trägern in die Verwaltung von kirchlichen Organisationen gegeben. Was dort dann von diesen Kirchenmännern mit den Arbeitnehmern veranstaltet wird, das ist nur mit der Diktatur eines islamistischen Gottesstaates zu vergleichen. Mittlerweile arbeiten zwangsweise unter diesem Diktat mehr als 1,5 Mio Arbeitnehmer, die völlig rechtlos sind und vom Staat allein gelassen werden. Das kirchliche Arbeitsrecht ist ein einziger Tritt in den Arsch unser Verfassung und menschenunwürdig.

„Gott hat hohe Nebenkosten – Wer wirklich für die Kirche zahlt“ - die story - WDR Fernsehen

Da quatscht dieser Bischhof von Progromstimmung.

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Fleckensalz 02.02.2013, 10:19
532. Da bleibt einem doch...

...nur noch die Spucke weg.
Die katholische Kirche arbeitet mit Hochdruck daran, dass immer mehr Menschen diesem Verein den Rücken kehren.
Menschenverachtung, vollkommen verknöcherte Ansichtsweisen, auch die Sauereien, wie sich die Kirche als Arbeitgeber aufführt, lassen auch einem christlich eingestellten Menschen fast keine andere Alternative als den Austritt. Begriffe wie z.B. Pogrom, Holocaust, Antisemitismus usw. sollten äußerst sparsam und wohl überlegt angewendet werden...nicht nur aus Respekt vor den Opfern,sondern auch um diesen Begriffen ihre tatsächliche Wertigkeit zu bewahren.

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Rainer Helmbrecht 02.02.2013, 10:19
533.

Zitat von jüttemann
Nun, ich habe eher den Eindruck, viele hiesige Foristen wollen den Katholiken vorschreiben, wie sie gefälligst zu leben haben. Und setzen sich dabei ganz locker über das GG hinweg.
Ich finde, was in der RKK fehlt ist eine wirkliche Reformation, unterstützt durch eine ehrliche Aufarbeitung der Vergangenheit. So zu sagen, Das System auf den Prüfstand zu stellen.

Bei so einem Neuanfang müssten auch innerkirchliche Kritiker zu Wort kommen. Drewermann und Küng nicht einfach Mundtod machen, denn das sind Menschen die ja nicht gegen den Glauben sind, sondern fundierte Kritik äußern, weil sie etwas wissen und den Finger auf die Wunden legen können.

Dass Sie sich auf das GG berufen Herr Jüttemann, das ist ein besonderes Leckerchen. Die RKK verstößt schon bei der Betrachtung über die Frau, seitenweise gegen das GG. Das Klingt in meinen Ohren wie der Ruf eines Diebes, der da schreit " Haltet den Dieb"

MfG. Rainer

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volt.air 02.02.2013, 10:23
534. Ecrasez l'infâme?

Man wird nicht bestreiten können, dass eine gewisse Pogromstimmung herrscht. Jedenfalls habe ich in zu vielen der von mir gelesenen Beiträge wenig mehr wiedergefunden als (g)eifernden Kulturkampf und Pseudo-Echauffierung. Es ist schlimm bestellt um das Erbe von Rationalismus und Aufklärung, wenn jeder Lump den humanistischen Deckmantel anstreifen kann um in der Kirchenschmähung ungeniert seine Bestialität auszuleben und sich dann am Ende noch als heroisch-romantischer Rebell gegen das Establishment gerieren kann. Nun gibt es kaum eine Institution, die die gegen sie erhobenen Anwürfe mit mehr Langmut und Passivität empfängt, was der ganzen Angelegenheit zumindest ihren Heroismus nimmt.
Die gravierendsten Pogrome in der Geschichte wurden in der Tat nicht von perfiden Pfaffen organisiert, sondern eben jenen Atheismus inspiriert, der die Totalitarismen des 20. Jhts hervorgebracht hat. Selbstverständlich wird durche einige der antiklerikalen Freiheitskämpfer eine, zugegebenerweise verbale, Drohkulisse aufgebaut.
Ecrasez l'infame! Ich stimme zu. Nur liegt die Infamität heutzutage doch in erster Linie in der Intoleranz der falschen Jünger Voltaires (die sehr oft recht dankbar sind, an kirchlichen Feiertagen ausschlafen zu können).

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prosperosbluebeard 02.02.2013, 10:26
535.

Zitat von sysop
Geistliche würden öffentlich angepöbelt, im Internet und im TV Attacken gegen die katholische Kirche geritten: Der Chef der Glaubenskongregation des Vatikans, Gerhard Ludwig Müller, hat in einem Interview eine "Pogromstimmung" gegen die katholische Kirche beklagt.
Der Müllersche Interviewausspruch steht ja nicht alleine im Raum:
Kardinal Lehmann rügt Berichterstattung zu Kirchenthemen : "Unzulässige Vereinfachungen"
Der Mainzer Kardinal Karl Lehmann beklagt eine Boulevardisierung in den Medien. Es gehe oftmals nur noch darum, Sensationsgier zu erregen, schreibt der Kardinal in seine Kolumne für seine Bistumszeitung "Glaube und Leben". Domradio

Mir scheint, den bitteren Erkenntnisse der Sinus- Studie:

„....Weit verbreitet ist auch bei Katholiken in traditionellen und bürgerlichen Milieus die Forderung nach mehr Laienrechten, Veränderungen beim Zölibat, einer liberaleren Sexualmoral und der Zulassung von Frauen zum Priesteramt. Auch die Positionen des kirchlichen Lehramts zu Homosexuellen oder zur Unauflöslichkeit der Ehe werden selbst in diesen Gruppen offenbar nur noch von einer Minderheit unter den Katholiken vertreten..“

muss nun mit aller amtskirchlicher Macht begegnet werden...noch sind die Ergebnisse der Ackermannschen klerikalen Sexualverbrechenshotline und die Pfeiffer-Tragödie allzu präsent.

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zahlwerk 02.02.2013, 10:29
536. Bezeichnend

Dieses "Selber schuld" und "Geschieht ihnen Recht"- Geschrei hier im Forum kann nur dahingehend gedeutet werden, dass sich etliche Foristen über die von Müller kritisierte Pogromstimmung gegen die RKK sogar ausgesprochen freuen.
Besser konnte man die Richtigkeit von Müllers Aussage überhaupt nicht bestätigen.

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arch.aisch 02.02.2013, 10:33
537. Die Spitze des Missbrauchs

Mein lieber Herr Gesangverein. Wenn man den Wortlaut des Interviews in der Welt nachliest, dann fragt man sich ernsthaft, wie es die Katholische Kirche noch fertigbringt, überhaupt einen einzigen „Gläubigen“ bei der Stange zu halten. Und doch, es funktioniert. Ich habe selbst mir nahestehende, überaus intelligente Beispiele, die nur deshalb, weil es ihnen „eingeboren“ wurde, ohne jede ernsthafte Reflektion der katholischen Kirche folgen, wenn und weil es um Glaubensfragen geht. Und tatsächlich ist es nur das, was diese für unsere Kultur und Lebensweise so essentielle, gerade in der heutigen Welt-Gesellschaft ohne Halt schmerzlich vermisste institutionelle und geistige Kirche, lediglich im Sinne einer geistlichen Kirche noch zusammenhält.
Wie kann ein zweifellos intellektuell begabter Mensch, heiße er Müller oder heiße er auch Ratzinger, sein Leben einem Gebäude widmen, von dem er beides weiß: Es ist weder wahr in seiner im Sprachgebrauch wörtlichen Verkündigung. Und man kann ihm allenfalls als Instrument der Ermächtigung zur Deutungshoheit ethischen Verhaltens vertrauen. (Dies sind die beiden Seiten des zentralen Begriffes „Glauben“: 1.Für wahr halten; 2.Vertrauen) In Nichts unterscheidet sich der Charakter, der innere Antrieb dieser menschlichen Spezies von den aktueller geläufigen Typen skrupelloser Geldvermehrer, den Unternehmern, die annehmen, dass Bereichern (Nicht Erschaffen und Erarbeiten!) nicht mit Ausnehmen gleichzusetzen ist, von Volkstribunen um der Beherrschung eben dieses Volkes willen. Nicht nur unterscheidet er sich nicht: er ist der Vater und der Lehrmeister.
Bei allem Respekt vor der unbezweifelten intellektuellen Größe des gegenwärtigen Papstes und etlichen seiner Nachfolger im Geiste: Ihr seid die weithin leuchtende Spitze des eigentlichen, substanziellen Missbrauches der Institution Katholische Kirche.

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tamgarun 02.02.2013, 10:34
538.

Zitat von acc84
Ich würde es nicht pogrom nennen aber Katholikenbashing auch mit aggresivem ton wird in deutschland schon gerne betrieben. leben und leben lassen wozu die ganze aufregung?
Sehen Sie, genau das möchten die, die die kath. Kirche kritisieren. Der Gläubige an sich, wird ja nicht kritisiert. Soll er seine Glaubenssätze haben, allerdings bitte damit nicht, den Rest der Gesellschaft belästigen.

Das beinhaltet auch, dass ich als Nicht-Katholik nicht als Ungläubig bezeichnet werde, nicht die kath. Amtsinhaber finanzieren möchte, als Einwohner eines rechtsstaatlichen, demokratischen Staates nicht einsehe, warum ich Arbeitsplätze finanziere, die gegen Tarifverträge und Gleichstellungsgebote verstosse, sowie nicht verstehe, warum einer solchen Organisation erlaubt wird, gegen das Grundgesetz zu verstossen und ihr Kirchenrecht über das weltliche Recht zu setzen.
Weiterhin möchte ich, dass jeder Mensch in Deutschland (ja, weltweit, aber fangen wir doch im Kleinen an) an jedem von mir als Steuerzahler in der Hauptsache finanzierten Krankenhaus zu jedem Zeitpunkt jede medizinische Hilfe erhält, die das Gesetz erlaubt. Ich möchte nicht, dass öffentlich und medienwirksam durch kath. Amtsträger Menschen in unserer Gesellschaft diskriminiert werden und ich sehe keine Veranlassung, warum Diskriminierungsgrundsätze öffentlich gelehrt werden dürfen.

Leben und leben lassen - erklären Sie das den missbrauchten Kindern, die erleben müssen, dass sie verhöhnt und beleidigt werden. Erklären sie das den Frauen, die erniedrigt werden, wenn sie eine Entscheidung treffen (müssen). Erklären sie das auch all denen, die glauben, dass Verhütungsmittel eine Sünde seien und Kinder in die Welt setzen, die von der kath. Kirche dann ignoriert werden.

Leben und leben lassen. Die kath. Kirche (und nicht der einzelne Gläubige) beharrrt darauf, Wein zu trinken und den Rest verdursten zu lassen.

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!rabo! 02.02.2013, 10:39
539. Dabei sind die echten Skandale noch gar nicht Thema ...

Der Missbrauch von Kindern und dessen bis heute währende Vertuschung, die Rolle der Frau, der innerkirchliche Absolutismus sind längst nicht die einzigen Probleme!
- Was ist mit der Finanzierung des Klerus durch die allgemeinen Steuergelder?
- Was ist mit der Unfehlbarkeit des Papstes, diesem Dogma des schärfsten Größenwahnes der Welt (1871)?
- Was ist mit dem Unsinn, dass Maria LEIBLICH gen Himmel gefahren ist (Unfehlbares Dogma seit 1950)? (Gegen diesen Blödsinn nimmt sich die Jungfrauengeburt ja noch ganz harmlos aus)
- Was ist mit dem Anspruch der Kirche, dass man Wahrheit "glauben" müsse?
- Was ist mit einer Aufarbeitung der Schandtaten der Vergangenheit?
- Wann werden z.B. die Inquisitionsakten von Giordano Bruno, veröffentlicht werden?
- Warum spielt die Tugend der Wahrhaftigkeit in der katholischen Kirche keine Rolle? (Weil Wahrhaftigkeit nicht unterwürfig macht???)
IN KEINEM PUNKT spielt die Kirche eine akzeptable Rolle – Sie ist historisch, philosophisch und moralisch in jeder Weise gescheitert. Dass heute über sie gehetzt wird, ist verständlich. NICHT verständlich ist, dass ein solches Konglomerat von intriganter Verlogenheit und Unsinn staatlich gefördert wird und überhaupt noch existiert.

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