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Computer: "Da ist niemand zu Hause"

Der Computerpionier David Gelernter über den Sieg des IBM-Rechners "Watson" in der Quizshow "Jeopardy", die Aussichten auf ein künstlich geschaffenes Bewusstsein und den Glauben zukunftsfroher Visionäre an ein ewiges Leben auf der Festplatte

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Xeno87 24.02.2011, 17:33
1. ...

Naja, Watson versteht zwar nichts von Poesie, das tun aber 90% aller Menschen auch nicht.
Menschen können aber wunderbar nachäffen und reproduzieren. Und ob eine künstliche Intelligenz mit Gefühlen besser wäre als eine ohne, wage ich zu bezweifeln. Objektivität ist das einzige Maß, Gefühle sind nur die Hilfsmittel unserer niederen Instinkte, um uns das tun zu lassen, was sie möchten.

Der einzige Unterschied zwischen Watson und einem Menschen ist, dass Watson sich seiner nicht bewusst ist, und das ist eine der schwierigsten auf dem Weg zur echten K.I.

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emiliolojo 24.02.2011, 17:53
2. jajjajjaa

Zitat von Xeno87
Naja, Watson versteht zwar nichts von Poesie, das tun aber 90% aller Menschen auch nicht. Menschen können aber wunderbar nachäffen und reproduzieren. Und ob eine künstliche Intelligenz mit Gefühlen besser wäre als eine ohne, wage ich zu bezweifeln. Objektivität ist das einzige Maß, Gefühle sind nur die Hilfsmittel unserer niederen Instinkte, um uns das tun zu lassen, was sie möchten. Der einzige Unterschied zwischen Watson und einem Menschen ist, dass Watson sich seiner nicht bewusst ist, und das ist eine der schwierigsten auf dem Weg zur echten K.I.
Was ist nur aus uns geworden, und was steht uns noch bevor.
Wie koennen sie nur sowas behaupten.

Unter menschlichem Denken verstehe ich, dass am Ende es bewertet werden muss, inwiefern es dem Menschen nützt, also eine Ethik mit impliziert. Maschinelles Kalkulieren hat ja nur den eigenen Selbstzweck der maximalen Gewinnoptimierung.

Wie sonst sind solche Dinge moeglich wie Schinkenimitat ( Gel-Schinken), Analog-Käse, Industriefisch und Dioxin Ei.

Ich neige nicht zu Übertreibungen wenn ich behaupte der Deutsche an und für sich hat keine Kultur. Deutsche sind von Grund auf unmenschlich, da sein Agieren auf ein rein maschinelles abarbeiten von Prozessabläufen bestimmt ist, also absolut unfähig einer menschlichen Reflexion.

Ganz deutlich wird das beim Essen.

Der Deutsche ist was er isst und das schert ihn einen Dreck. Essen ist für ihn ein Muss eine Notwendigkeit, das da zwangsläufig die Qualität auf der Strecke bleiben muss erklärt sich von selbst.

http://cruisenbcn.wordpress.com/2011...n-deutschland/

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petit_fleur 24.02.2011, 17:59
3. Seit 35 Jahren nichts wirklich neues...

Zitat von sysop
Der Computerpionier David Gelernter über den Sieg des IBM-Rechners "Watson" in der Quizshow "Jeopardy", die Aussichten auf ein künstlich geschaffenes Bewusstsein und den Glauben zukunftsfroher Visionäre an ein ewiges Leben auf der Festplatte
bei der Nachbildung der Gehirnfähigkeiten durch was auch immer. Einer meiner Bekannten der sich an der Stanford Uni mit der Adaptierung von Gehirnfähigkeiten beschäftigt hatte besuchte nach langer Zeit den dortigen Bookstore. Bei der Suche nach "Artifical Intelligence" fand er fast nur Literatur zu diesem Thema die es vor 35 Jahren auch schon gab.
Aus meiner Sicht ist der aus einer veknüpften Riesenregistratur bestehende Watson eine tolle Maschine, aber kein Weg zur diesem Ziel.
Dankenswerter Weise versucht man in Lausanne mittels eines aufwendigen Projektes einen Weg dorthin zu finden.

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carlos451 24.02.2011, 18:42
4. Grad der Komplexität

Zitat von sysop
Der Computerpionier David Gelernter über den Sieg des IBM-Rechners "Watson" in der Quizshow "Jeopardy", die Aussichten auf ein künstlich geschaffenes Bewusstsein und den Glauben zukunftsfroher Visionäre an ein ewiges Leben auf der Festplatte
Mir scheint nur der Grad der Komplexität ist der Unterschied zwischen Mensch und Maschine. Warum sollte ein Android, der über ein künstliches ausreichend grosses Gehirn und eine Unmenge an Sensoren an allen Körperteilen verfügt, nicht auch Müdigkeit und Schmerz empfinden.

Nach einer Weile der Erfahrung seiner eigenen Sensorik und der fremden Umwelt wird er auch Bewusstsein, Liebe und Hass erfahren.

Von daher steht für mich ausser Frage, ob man langfristig den Menschen nachbauen kann. Die Frage ist vielmehr, ob es möglich ist bessere weil ethischere "Menschen" zu bauen.

Vermutlich wird eine hochintelligente Maschine, die dem Menschen nachempfunden ist, in einer Zwangslage sich durchaus aus Ratio für das Töten entscheiden und dies dann auch noch ethisch rechtfertigen.

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Alderamin 24.02.2011, 18:43
5. Pessimist

Gelernter scheint mir ein wenig zu pessimistisch eingestellt zu sein:

Zitat von Gelernter
Schon möglich, dass sie einen sehr akkuraten Gehirnsimulator schaffen. Mit so einem Modell könnten sie das Verhalten des Gehirns bis hin zur Übertragung von Signalen exakt voraussagen. Aber sie werden damit genauso wenig einen Verstand erzeugen wie ein Wettermodell einen Hurrikan erzeugt.
Der Unterschied zwischen Wettermodell und Hurrikan ist der, dass die Simulation nicht mit der Umwelt interagiert, es wird keine Luft bewegt, und schon gar nicht genug, das wäre völlig unmöglich. Ein Gehirn interagiert mit seiner Umgebung durch Wahrnehmung und Sprache/Bewegung, und das wäre durchaus von einer Hardware, die durch eine Hirn-Simulation gesteuert würde, umsetzbar.

Ich denke, dass am Gehirn nichts mystisches ist. Es basiert auf anderen Schaltmechanismen und arbeitet massiv parallel mit hunderten Milliarden von Zellen; eine CPU arbeitet hingegen schön getaktet seriell und auch Mehrprozessorkerne oder Multiprozessor-Rechner arbeiten letztlich seriell an verschiedenen Teilen des gleichen Problems (Vektoroperationen, Grafikverarbeitung) oder an verschiedenen seriellen Programmen.

Dennoch spricht nichts dagegen, die Funktionsweise des Gehirns in einem schnellen Rechner exakt zu simulieren. Wenn man nur die exakte Verschaltung wüsste und reproduzieren könnte. Wenn an einer Nervenzelle nichts magisches ist, dann ist es dass auch nicht an vielen. Und wenn man eine simulieren kann, kann man auch ein Gehirn simulieren. Und der Input/Output dieser Simulation könnte ebensogut wie ein echtes Gehirn sein. Wenn es keine Seele gibt (und dafür gibt es keinen Grund, siehe http://www.gottlosgluecklich.de/?page_id=676), dann muss eine exakte Simulation eines Gehirns auch ein Bewusstsein hervorbringen.

Vermutlich gibt es dann auch eine einfachere Möglichkeit, z.B. über neuronale Netze simplere "Nervenzellen" abzubilden und es wäre eine effizientere Generierung von Bewusstsein machbar.

Die Frage ist allerdings, ob es einen intellektuellen Sinn hätte, ein künstliches Bewusstsein zu schaffen. Wir benutzen Rechner doch einfach als Helfer, und das sollen sie auch bleiben. Es wäre schön, wenn man mit ihnen per Sprache kommunizieren könnte, und sie könnten auf Zuruf Routineaufgaben zu Hause erledigen (putzen, einkaufen, eine Frage beantworten, sich Dinge für uns merken, Fremdsprachen übersetzen), aber fühlen und denken müssen sie dafür nicht. Daher ist der Watson-Ansatz vielleicht der für die Praxis relevantere.

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Xeno87 24.02.2011, 18:45
6. ..

Zitat von
Unter menschlichem Denken verstehe ich, dass am Ende es bewertet werden muss, inwiefern es dem Menschen nützt, also eine Ethik mit impliziert. Maschinelles Kalkulieren hat ja nur den eigenen Selbstzweck der maximalen Gewinnoptimierung.
Objektivität schließt ethische Grundregeln doch nicht aus.
Und was soll eine KI mit Gewinnoptimierung im Sinn haben? Menschen schneller durch den Verkehr bringen? Finde ich nicht schädlich. (Wäre einer KI aber unwürdig)

Wenn ein "intelligentes" Computersystem als Lösung auf Probleme unmenschliche Lösungen präsentiert, ist die Zielsetzung fehlerhaft.

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drsven 24.02.2011, 18:52
7. Gelernter legt sich mit dem Papagei selbst ein Ei

Zitat von petit_fleur
bei der Nachbildung der Gehirnfähigkeiten durch was auch immer. Einer meiner Bekannten der sich an der Stanford Uni mit der Adaptierung von Gehirnfähigkeiten beschäftigt hatte besuchte nach langer Zeit den dortigen Bookstore. Bei der Suche nach "Artifical Intelligence" fand er fast nur Literatur zu diesem Thema die es vor 35 Jahren auch schon gab.
Das mag sein, es ist aber auch so, dass die Hardware einfach noch nicht schnell genug ist, die vielen KI Methoden, die theoretisch schon sehr schön ausgearbeitet sind (neuronale Netze, genetic Algorithm, etc.) und auch nachgewiesenermassen zum Teil im Gehirn benutzt werden, voll zu unterstützen. Dafür braucht es halt immer noch einen super-super Computer, den im Moment nur unser Hirn darstellt. Aber Computer werden exponentiell schneller. Im Moment merkt man es noch nicht (exponentiell halt), aber irgendwann wird die Leistungskurve steil nach oben abgehen.

Ich persönlich ärgere mich immer wieder über solche Informatiker, die solche Interviews geben. Es steckt einfach viel Ignoranz in Gelernters Antworten. Aber weil er ja ein "Experte" ist und dann auch noch aus Yale (hui!), da muss er ja ganz genau wissen, dass Computer immer doof bleiben werden, und wir Tiere (weil er den Papagei mit einschließt) so schlau sind, weil wir so cool lächeln können. Mit dem folgenden Satz entlarvt er sich übrigens selber auf ganzer Linie:

"Sehen Sie ihn an! Er hat ein Gesicht. Er hat ein breites Lächeln auf seinem Schnabel. Er ist eine Kreatur mit Gefühlen und Interessen, und er ist Teil der Familie."

In diesen Sätzen ist genau das ausgedrückt, was er vorher an Menschen kritisiert, die an maschinelle Intelligenz glauben, nur weil sie ein Robotergesicht sehen, das in etwa so spricht wie ein Mensch.

Ich sage nicht, dass Roboter oder Computer heute schon schlau sind. Ich weiß, dass Watson nicht intelligent ist, sondern einem immer noch recht deterministischen Algorithmus folgt. Aber es auszuschließen, dass KI irgendwann passieren wird, finde ich ziemlich ignorant und dumm.

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TheBear 24.02.2011, 18:54
8. Keinen Titel gefunden

Zitat von Xeno87
Und ob eine künstliche Intelligenz mit Gefühlen besser wäre als eine ohne, wage ich zu bezweifeln. Objektivität ist das einzige Maß, Gefühle sind nur die Hilfsmittel unserer niederen Instinkte, um uns das tun zu lassen, was sie möchten.
Inzwischen ist diese Auffassung überholt. Es ist unsinning zwischen "Gefühlen" und "Rationaler Intelligenz" zu unterscheiden, beides sind lediglich verschiedene Dimensionen des Denkens.

Wenn man Roboter bauen will, die sich im menschlichen Umfeld nützlich machen sollen, muss man denen auch den "Gefühlsteil" der Intelligenz einbauen. Das wird dann auch leichter zu verstehen sein, weil sie einen "Körper" und "Sinnesorgane" haben müssen.

Die Computerwissenschaftler beschäftigen sich aber nur begrenzt mit diesem Aspekt, er wird im wesentlichen in der Psychologie erforscht.

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Zweck-Los 24.02.2011, 18:55
9. Wenn der Postbote zweimal klingelt....

Wenn der von uns sogenannte Computer sich zu bewegen gelernt hat, klingelt er auch gerne an Ihrer Haustür.

Ruhig abwarten und Tee trinken, das kann er m.E. schon sehr sehr bald.

Interessanter ist m.E. die Frage, ob ein Computer "lernfähig" wird, dass heisst ohne Updates "up to date" zu sein.

Mal schaun...

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