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Das Buch der Bücher: "Zum historischen Kern wurde einfach hinzugedichtet"
Corbis

Der Bibelwissenschaftler Ernst Axel Knauf über die Entstehung der Bibel, die literarische Kunst ihrer Verfasser und das Neue am Neuen Testament.

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El pato clavado 07.12.2014, 10:51
1.

es hilft nix, es bleibt ein Märchenbuch

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heinzpeter0508 07.12.2014, 10:57
2. Das die Bibel und der Koran

zusammengeschusterte Märchenbücher sind das haben doch schon die Autoren und Wissenschaftler Christopher Hitchens und Prof. Richard Dawkins bestens recheriert. Hitchens in seinem Buch „Der Herr ist kein Hirte“ und Dawkins in „Der Gotteswahn“, und weiteren wissenschaftlichen Büchern. Trotzdem ist es erstaunlich wie viel Menschen dem Gotteswahn erliegen, vom „kleinen Mann oder der kleinen Frau“, bis hin zum Papst. Für mich als Atheist und Ingenieur total unverständlich, und es kommt mir vor wie der kindliche Glaube an den Weihnachtsmann. Was auch ein schönes Märchen ist, doch leider fern jeglicher Realität.

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Rumgeseier 07.12.2014, 10:59
3. Naja

Also ist die Bibel nichts anderes als ein uraltes Sammelwerk von Sagen und Legenden und genauso glaubwürdig wie Grimms Märchensammlung.
Traurig, dass so viele Menschen im Zeichen des angeblich so friedfertigen Glaubens getötet wurden und werden.
Für andere Bücherrelegionen gilt das natürlich auch.
Eigentlich müssten wir es ja besser wissen aber irgendwie ging die richtige Zivilisation an der Menschheit bislang vorbei.

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c.PAF 07.12.2014, 11:06
4.

Natürlich beruht jedes Buch mehr oder weniger auf wahren Begebenheiten.
Die Bibel ist für Ihre Zeit sehr kreativ, quasi ein Fantasy-Roman, an dem über Jahrhunderte geschrieben wurde. Ich wüßte kein weiteres vergleichbares Werk, an dem die Autoren so kreativ gearbeitet haben.

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harald441 07.12.2014, 11:29
5. Wer die GRIMM'schen Märchen als

bedeutungslose "Märchen" eben abtut, der hat sie nie mit Sinn und Verstand gelesen, denn jedes dieser Märchen hat einen tiefen inneren Wahrheitsgehalt, der an den der jesuanischen Gleichnisse herankommt.
Den Wahrheitsgehalt von z. B. "Des Kaisers neue Kleider" von Hans Christian Andersen erlebe ich dreimal mindestens in jeder Woche im Fernsehen, in der Zeitung und im wirklichen Leben auf der Straße

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adbnd 07.12.2014, 11:29
6. Nicht zu vergessen das Stille-Post-Prinzip

Aus "Moses ist ums Meer geeilt" wurde "Moses hat das Meer geteilt"...

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johannes_dresdensis 07.12.2014, 11:33
7. naiver Geschichtsbegriff

Die Bibel als "Märchenbuch" zu bezeichnen ist leider im Sinne einer literaturwissenschaftlich adäquaten Gattungszuordnung völlig falsch. In der Bibel sind verschiedene Gattungen enthalten, aber "Märchen" sind mit Sicherheit nicht darunter. Die bisherigen Kommentatoren meinen, dass die biblischen Texte einen Anspruch haben, historisch exakte Geschichtsschreibung im Sinne des Positivismus im 19. Jh. zu sein. Dem ist aber nicht so. Die Texte deuten Geschichte mit narrativen Mitteln und eben nicht mit naturwissenschaftlich exaktem Anspruch. Misst man die Texte mit diesem Anspruch, wird man ihnen nicht gerecht. Das ist aber leider die Perspektive der geisteswissenschaftlichen ungebildeten "Wissenschaftler" Dawkins und Hitchens (letzteren als "Wissenschaftler" zu bezeichnen ist leider nicht korrekt). Recht haben die beiden nur in ihrer Abgrenzung von fundamentalistischen religiösen Gruppierungen. Dies hat aber weniger mit dem Text der biblischen Bücher als mit spezifischen Herausforderungen zu tun, mit denen sich die Menschen in der modernen Welt konfrontiert sehen (vgl. die gängigen wissenschaftlichen Erklärungsansätze für Fundamentalismus und Extremismus). Oder konkret: Die Schöpfungserzählungen sind z.B. keine Weltentstehungstheorien im modernen Sinne! Vielmehr kann etwa die erste Schöpfungserzählung in Gen 1 als eine "rückwärtsgewandte Utopie" (Ebach) bezeichnet werden, da ein friedvoller Zustand entfaltet wird (Vegetarismus, alle Menschen sollen in der Welt herrschen und nicht nur die Könige. Der Text ist vor dem Hintergrund altorientalischer Königsideologie zu lesen). Darin liegt im Übrigen auch die immer wiederkehrende Aktualität des Textes im Kontext von Machtstrukturen etwa. Die zweite Schöpfungserzählung ist ein ätiologischer Text, mit dem sich Menschen erklärt haben, warum sie den Mühsalen des Lebens ausgesetzt sind.

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Thomas Schröter 07.12.2014, 11:36
8. Fassinierender Artikel zum wirkmächtigsten Buch

Ein netter Appetitanreger.

Hilfreich wären weitere Beispiele für die Vorbildfunktion der biblischen Literatur für heute populäre Führungskulturen.
Im Grunde beruhen fast alle aktuell praktizierten politischen Kulturen in irgendeiner Form auf Vorgaben oder Vorbilder in der Bibel oder sind von dieser stark beeinflusst selbst in Ländern von denen man das nicht vermuten würde wie China und Indien.
Das mag auch mit der europäischen Kolonialgeschichte und der auch darauf beruhenden Dominanz des calvinistisch geprägten Kapitalismus zu tun haben. Selbst Marx und Engels sind zumindest reaktiv vom der Bibel geprägt.

Warum versucht sich der Spiegel eigentlich nicht mal in einer Serie zum Thema? Wäre doch spannend.

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ofelas 07.12.2014, 11:38
9. an den Haaren

Zitat von heinzpeter0508
zusammengeschusterte Märchenbücher sind das haben doch schon die Autoren und Wissenschaftler Christopher Hitchens und Prof. Richard Dawkins bestens recheriert.
Bestens zu empfehlen sind Buecher die wissenschaftlich an das Thema herangehen und ohne Emotionen die bestenden Erkenntnisse zitieren.

Die Bibelgeschicht basiert zu einem erheblichen Teil auf Sagen und Mythen aus Mesopotamien, welche umgeschrieben und auf sich selbst (Hebraer) gemuenzt wurden. Aktuell wird die Moses Geschichte im Film zeigt, in Mesopotamien gab es diese Geschichte fast 1 zu 1 2000 Jahre zuvor!

"The Bible Unearthed" von Israel Finkelstein, Leiter des Archelogischen Instituts Tel Aviv
"Mesopotamia and the birth of civilisation" Paul Kriwaczek
"Old Testament Paralells" Matthews, Benjamin


Da alle drei grossen Buchreligionen ihren Anspruch auf das Alte Testament herleiten, basieren allesamt nur auf Geschichten, hoeflich ausgedrueckt

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