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Das Buch der Bücher: "Zum historischen Kern wurde einfach hinzugedichtet"
Corbis

Der Bibelwissenschaftler Ernst Axel Knauf über die Entstehung der Bibel, die literarische Kunst ihrer Verfasser und das Neue am Neuen Testament.

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P.Delalande 07.12.2014, 14:18
90.

Zitat von syracusa
Tatsächlich gibt es unter Evolutionsbiologen einen weitaus größeren Anteil an Atheisten als im Rest der Bevölkerung. Das liegt eben auch daran, dass ein Evolutionsbiologe sehr schlüssig nachweisen kann, dass biologische Wesen nicht das Ergebnis von "intelligent design" sein können.
Können Sie denn Ihre kühne Behauptung, dass es unter den Evolutionsbiologen "einen weitaus größeren Anteil an Atheisten als im Rest der Bevölkerung" gäbe, auch irgendwie belegen?
Denn Atheisten sind doch auch nichts weiter als Gläubige, die halt nur fest daran glauben müssen, dass Götter nicht existieren. Eigentlich ein ziemlich einfältiger Standpunkt, den ich Wissenschaftlern gar nicht pauschal unterstellen würde.

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Fraktale_Dimension 07.12.2014, 14:19
91.

Zitat von Oihme
Aber nur wenn man wie Dawkins den üblichen Anfängerfehler vieler Naturwissenschaftler begeht, allein den naturwissenschaftlichen Beweis gelten zu lassen und dabei die anerkannten geisteswissenschaftlichen Beweiskriterien komplett zu ignorieren. Schon Russel war sich bei seinem berühmten Teekannen-Beispiel des Dilemmas bewusst, dass man die von Gott berichtenden Überlieferungen und Schriften eben nicht durch eine rein naturwissenschaftliche Logik aus der Welt schaffen kann. Russel meinte das mit dem Hinweis auf die Untaten der Religion überbrücken zu können, ganz so, als wären Kreuzzüge und Scheiterhaufen ein brauchbarer Beweis dafür, dass die unzähligen Schilderungen von Gotteserlebnissen etc. nicht stimmen können. Dawkins These setzt nun mal zwingend voraus, dass alle Überlieferungen Erfindung sind und unzählige Menschen aus allen Epochen, die Gott erlebt haben wollen,entweder Lügner sind oder irren. Per Ferndiagnose geht das in den Geisteswissenschaften aber nicht, dazu bedarf es der Prüfung jedes Einzelfalles. Aber die faktische Unmöglichkeit dieser Beweisführung scheint die Dawkins-Jünger nicht anzufechten.
Das wird immer irrer!

Scotty, beam mich hoch, hier sind lauter Wahnsinnige!

SCNR II!

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Oihme 07.12.2014, 14:20
92. Glauben

Zitat von io_gbg
Beim Sterben gibt es ja biologische Prozesse und mit einiger Sicherheit werden körpereigene Stoffe produziert, die wie Drogen wirken (daher auch wohl die Ähnlichkeit vieler "Nahtod"-Berichte). Auch ist es nicht unwahrscheinlich, dass eine Krankheit oder Situation, die zum Tode führt, erhebliche seelische Belastungen mit sich führt.
Kann sein, dass es so ist, kann aber auch nicht sein.
Sie sprechen ja selbst nur von "einiger Sicherheit" und "nicht unwahrscheinlich".
Warum nennen Sie das also nicht bereits jetzt ganz ehrlich und offen ihren persönlichen "Glauben"?

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chajnik 07.12.2014, 14:20
93. arme Gesellschaft

Solche Artikel wie dieser sollen doch die Menschen noch weiter vom Glauben entfernen. Ich verstehe den Sinn dahinter nicht?
Merkt ihr nicht, dass genau solche Artikel dazu beitragen, dass es in Deutschland immer mehr orientierungslose Jugendliche und Erwachsene gibt, die an nichts glauben und nur dahin vegetieren. Und solche Artikel tragen auch dazu bei, dass in Deutschland immer mehr zum Islam konvertieren und immer mehr Islamisten gezüchtet werden.
Merkt ihr nicht, was ihr hier macht?

Nichtsdestotrotz, wer nie geglaubt hat, der findet in diesem Artikel eh nichts Neues für sich. Wer aber glaubt, der kümmert sich um solche "Experten" nicht, die wohl keine andere Möglichkeit mehr haben, Geld zu verdienen, als mit solch einem Schwachsinn vor die Presse zu treten.

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Liberalitärer 07.12.2014, 14:20
94. Zufallsgott

Zitat von enni3
Ich glaube, sie haben es nicht verstanden, was ich ausdrücken will. Der Physiker/NAturwissenschaftler geht davon aus, dass die bestehenden Naturgesetze schon purer Zufall sind. ...
Das postulieren Sie so, Und sehen Sie, manche nennen es Zufall, andere eben Gott und da stockt es.

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Ontologix II 07.12.2014, 14:23
95. Lieber Griechisch-Römisch als Jüdisch-Christlich

Zitat von io_gbg
Unsere Moralvorstellungen bauen wesentlich auf Vorstellungen auf, de von der griechischen Philosophie ausgehen.
Danke, dass Sie das klargestellt haben. Nach Volker Kauder leben wir in einer jüdisch-christlichen Kultur. Soll er das doch für sich privat tun. Ich fühle mich eher in einer griechisch-römischen Kultur zu Hause. Die Ersteren lehrten uns das Denken, die Letzteren die Anfänge eines Rechtsstaates mit Gewaltenteilung.
Unser einigermaßen freiheitliche Rechtsstaat musste von den Philosophen der Aufklärung gegen die theistisch-feudalen Kräfte der Reaktion erkämpft werden.

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Barxxo 07.12.2014, 14:24
96. Danke!

Interessanter und lehrreicher Text, danke.

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syracusa 07.12.2014, 14:24
97.

Zitat von io_gbg
Unsere Moralvorstellungen bauen wesentlich auf Vorstellungen auf, de von der griechischen Philosophie ausgehen.
Nein. nicht wirklich. Die griechischen Philosophen wurden im Abendland erst durch die Konfrontation mit dem sich ausbreitenden Islam bekannt und haben sich erst in der Renaissance bei einer kleinen intellektuellen Elite verbreitet. Der Islam hat diese Werke in die Neuzeit gerettet.

Wenn, dann sind unsere Moralvorstellungen der griechischen Antike nur indirekt über die Übernahme des römischen Rechtssystems zu uns gelangt. Das römische Rechtssystem war aber trotz der Christianisierung des späten römischen Reichs so gut wie gar nicht durch christliche Werte geprägt. Ziel des römischen Rechts war nicht Verzeihung, sondern Vergeltung. Aus dem Grund gelten in unserem Rechtssystem bis heute kaum echte christliche Werte wie Friedfertigkeit und Verzeihen.

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Inselbewohner 07.12.2014, 14:25
98. Heute, 13:39 von nab77

Zitat von nab77
die Menschen, die an die Evolutionstheorie glauben, sind leider sehr naiv und glauben an die Märchengeschichten. zu glauben, dass ein Leben aus nichts entsteht, erfordert einen größeren Glauben als an einen Gott. und wenn es einen Gott gibt, möchte er sich natürlich seinen Geschoepfen mitteilen. das tut er durch die Bibel, dazu hat er Menschen benutzt.
Ad 1. Die Evolution ist wissenschaftlich belegt und kein Märchen.
Ad 2. Das Leben ist eben nicht aus einem "Nichts" entstanden und es war auch kein Zufall wie R. Dawkins mit seiner Krantheorie bewiesen hat.
Ad 3. Ihr Gott scheint nichts von Effizienz zu halten sonst würde er sich einmal wöchentlich ganz persönlich an den Menschen wenden wozu dafür ein Unglaublich zusammen gestoppeltes Buch? Ach es soll ein Test sein? Bis alle Menschen begriffen haben, dass sie genarrt wurden und Gott sagt: Ätsche bätsche war alles nur Spaß!
Ich für meinen Teil hoffe dieser Gott läuft mir nicht eines Tages über den Weg, dem würde ich die Leviten lesen!
Gruß HP

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syracusa 07.12.2014, 14:31
99.

Zitat von enni3
Ich glaube, sie haben es nicht verstanden, was ich ausdrücken will. Der Physiker/NAturwissenschaftler geht davon aus, dass die bestehenden Naturgesetze schon purer Zufall sind. Er kann auch auch keine Gesetze in einem anderen Universum erforschen, nur die die er sichtbar und theoretisch dem "Istzustand" genaus diesem Universum entnehmen kann. In genau unserem diesen Universum gibt es eben genau diese Naturkonstanten. Deswegen meine kleine Einfügung mit dem Lottogewinn. Wenn die Zahlen gezogen wurden, kann man nur schauen, was dadurch passiert, wie agiert der Gewinner? Sich zu fragen, was passiert wäre, wenn andere Zahlen gekommen wären, ist eine andere rein hypothetische Sache. Der Lottogewinner, der hinterher allerdings behauptet, es hätten nur diese Zahlen kommen können, weil es Vorsehung war, dass er gewinnt, entspricht dabei metaphorisch der Theologie.
So ist es.

Hawking hat dafür das Modell der imaginären Zeit entwickelt. Das ist eine zeitartige Dimension, die senkrecht auf der von uns bekannten Zeit unserer vierdimensionalen Raumzeit steht.

Unsere Raumzeit entsteht ja erst mit und innerhalb (!) unseres Universums und ist deshalb schon Ergebnis der zufälligen Abstimmung der Naturkonstanten unseres Universums.

Eine " Vereinheitlichte Theorie" muss aber auch beschreiben, wie es zur Entstehung eines Universums kommen kann, und wie sich darin die Naturgesetze als Folge der Abstimmung der Naturkonstanten entwickeln. Die Vereinheitlichte Theorie muss sich deshalb zwingend in Dimensionen abspielen, die nur außerhalb unseres Universums entfaltet sind. Das könnte so eine imaginäre Zeit sein, entlang der ständig (ein unglücklicher temporaler Begriff, aber unsere Sprache ist nicht dazu geschaffen, Sachverhalte zu beschreiben, die sich außerhalb von Zeit und Raum abspielen) Phantastilliarden neuer Universen entstehen, die völlig unterschiedlich ausgestattet sind.

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