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Das Buch der Bücher: "Zum historischen Kern wurde einfach hinzugedichtet"
Corbis

Der Bibelwissenschaftler Ernst Axel Knauf über die Entstehung der Bibel, die literarische Kunst ihrer Verfasser und das Neue am Neuen Testament.

Seite 11 von 38
Inselbewohner 07.12.2014, 14:33
100. #67 Heute, 13:42 von movi

Zitat von movi
Da die meisten Schlauberger hier immer noch nicht den Sinn der Bibel verstanden habe, danke ich dem Autor zur Anregung der Neugier bei allen. Die Bibel hat genauso wenig 100% "Wahrheit"sanspruch wie die meisten Internetartikel ;) nur das die sich nicht so lange halten wie die Bibel. Deren Grundansatz ist es Gutes zu tun, miteinander zusammen zu kommen, lernen & friedlich zu leben, sich Gedanken über ein Leben vor und nach dem Tod zu machen, miteinander Regeln in der Achtsamkeit, Toleranz und Liebe zu leben und einen gemeinsamen Glauben zu entwickeln das es wohl doch einen Sinn des Lebens gibt der Geimeinschaft heißt. Den gleichen Ansatz verfolgen auch andere Religionen und Lebensgemeinschaften, nur das sie trotz allem Gegenwind bisher den größten gemeinsamen Konsens darstellen. Das die Bibel auch missbraucht wurde, sowie auch die Tora oder Koran oft in "falschem" Zeitzusammenhang und Interpretation für negatives herhalten muss, ändert nichts an all deren gutem Ansatz sich über die Frage des "Warum wir Leben" Gedanken zu machen und Leitsätze zu formulieren... Wer nicht all das gute sieht was darin verborgen ist, nicht sieht, dass es deutlich mehr positive Aussagen sowie Weisheiten gibt, die das gemeinschaftliche Leben leiten können, der kann auch ruhig weiter Märchen lesen. Die Bibel ist kein Gesetz sondern ein Leitfaden, den jeder in seiner Freihet leben kann, solange er seine Mitmenschen in vollem Respekt und Toleranz begegnet, was jeder der Leser hier auch tun sollte. In diesem Sinn - frohe Weihnachtszeit ! (Was feiern wir da noch mal ?!?! ;-)
Das alles würde ich auch unterschreiben mit einem kleinen Zusatz: Ich brauche dafür keine Bibel!
Auch wenn ich nicht an den Weihnachtsmann und Christi Geburt durch eine unbefleckte Empfängnis glaube so wünsche ich doch frohe Weihnacht.
Gruß HP

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syracusa 07.12.2014, 14:34
101.

Zitat von typxy
Erstaunlich ist für mich die Durchsetzung des christlichen Glaubens allemal.
Wo hat der sich denn durchgesetzt? Wann hat es in der Geschichte Europas denn mal sowas gegeben, dass ein Mächtiger seine andere Wange hingehalten hat, wenn ein andere Mächtiger ihm seinen mit kirchlicher Billigung zusammengeraubten Besitz streitig machen wollte?

Nein, von einer Durchsetzung christlicher Werte können wir leider nirgends auf Erden sprechen. Es gilt überall das alttestamentarische Auge um Auge.

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wo_ist_all_das_material? 07.12.2014, 14:35
102.

Zitat von Eu1ropa
interessant, dass ein Professor solch veraltetes Bild von den Bibelwissenschaft kolportiert. Seine Ausführungen sind im 19. Jahrh. (!) verankert und nehmen neueste Wissenschaftliche Erkenntnisse einfach nicht zur Kenntnis. Als Theologe, der nicht im kirchlichen Bezahlsystem steckt und über den eindimensionalen mitteleuropäischen theologischen Horizont sehe, kann ich nur den Koof schütteln. Hier redet einer, der absolut konservativ Theologie des vorvergangen Jahrhundert wiedergibt. Beispiel? Elefantine ist mittlerweile klar kann nicht als Beispiel für das Judentum gewählt werden. es sind sykretistische Bevölkerungsteile gewesen, die die Thora und Ketubim ablehnten (s. Samuel de Clark, Oxford). Das wäre genauso, wie wenn ich bei Al Kaida Schriften von Dawkins suchen würde...
In der Tat.
Insgesamt wird viel zu wenig auf das unverschuldete Versagen der "Bibelarchäologie" eingegangen, die an den falschen Stellen sucht, gab es doch weder eine "Gefangenschaft in Ägypten" noch eine "Heimkehr" in ein "Gelobtes Land". Die meisten der Geschichten dürften ihren Ursprung wohl in Arabien haben, wie beispielsweise aus der zusammengesetzten Moses-Episode hervorgeht.

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cruisemissile 07.12.2014, 14:36
103.

Zitat von movi
Da die meisten Schlauberger hier immer noch nicht den Sinn der Bibel verstanden habe, danke ich dem Autor zur Anregung der Neugier bei allen. Die Bibel hat genauso wenig 100% "Wahrheit"sanspruch wie die meisten Internetartikel ;) nur das die sich nicht so lange halten wie die Bibel. Deren Grundansatz ist es Gutes zu tun, miteinander zusammen zu kommen, lernen & friedlich zu leben, sich Gedanken über ein Leben vor und nach dem Tod zu machen, miteinander Regeln in der Achtsamkeit, Toleranz und Liebe zu leben und einen gemeinsamen Glauben zu entwickeln das es wohl doch einen Sinn des Lebens gibt der Geimeinschaft heißt. Den gleichen Ansatz verfolgen auch andere Religionen und Lebensgemeinschaften, nur das sie trotz allem Gegenwind bisher den größten gemeinsamen Konsens darstellen. Das die Bibel auch missbraucht wurde, sowie auch die Tora oder Koran oft in "falschem" Zeitzusammenhang und Interpretation für negatives herhalten muss, ändert nichts an all deren gutem Ansatz sich über die Frage des "Warum wir Leben" Gedanken zu machen und Leitsätze zu formulieren... Wer nicht all das gute sieht was darin verborgen ist, nicht sieht, dass es deutlich mehr positive Aussagen sowie Weisheiten gibt, die das gemeinschaftliche Leben leiten können, der kann auch ruhig weiter Märchen lesen. Die Bibel ist kein Gesetz sondern ein Leitfaden, den jeder in seiner Freihet leben kann, solange er seine Mitmenschen in vollem Respekt und Toleranz begegnet, was jeder der Leser hier auch tun sollte. In diesem Sinn - frohe Weihnachtszeit ! (Was feiern wir da noch mal ?!?! ;-)
Ihre Darstellung mag historisch gesehen richtig sein, dennoch haben religiöse Texte ihren Anspruch auf Gesetzmäßigkeit längst verloren. Da sie, wie schon im Forum oft erwähnt, nach Gutdünken unterschiedlich ausgelegt werden können, gleichen sie Gesetzen, die z.B. in einer Diktatur willkürlich Anwendung finden. Da sind die Formulierung der Menschenrechte oder das deutsche Grundgesetz schon wesentlich weiter und würden dem christlichen Gott bestimmt auch nicht missfallen. Um des lieben Friedens Willen: Monotheistische Religionen haben auch zur Entwicklung des modernen Menschen beigetragen und christliche Nächstenliebe ist auch eine schöne Sache. Der Humanismus wäre ohne sie so nicht möglich gewesen. Doch die moderne Welt ist komplexer geworden und hat ihre eigenen Ansprüche, der die Bibel allein nicht mehr genügen kann. Nur die Säkularisation hat frees Denken und den heutigen Wohlstand gebracht. Ganz nebenbei: Sie reiten ja auch nicht mehr mit dem Pferd oder Esel zur Arbeit.

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io_gbg 07.12.2014, 14:36
104.

Zitat von nab77
Auf Ihre Frage zu dem aktuellen Zustand in der Welt. Wenn sich alle an die Bibel halten würden, gebe es keine Kriege. Du sollst nämlich deinen nächsten lieben wie dich selbst. Auch würde es vermutlich wenig Naturkatastrophen geben, wenn wir uns von Gott anvertrauten Welt besser umgehen würden. Natürlich ist Gott allmächtig und kann übernatürlich eingreifen, aber er will keine Marionetten haben die er ständig bestrafen und korrigieren will. Allerdings ist es den Menschen nicht zu vermitteln die an einen lebendigen Gott nicht glauben. Gottes Führung und Bestätigung dass die Bibel sein inspiriertes Wort ist, kann man nur erleben wenn man zu Gott eine persönliche Beziehung hat.
Also Gott, der Allmächtige, konnte eine Naturkatastrophe wie die Tsunami 2004 mit zwei- bis dreihunderttausend Toten nicht verhindern?

Wenn er(?) es gekonnt hätte, warum hat er es nicht getan?
Die Menschen, darunter zahllose Kinder, die da grausam umkamen, waren meist Andersgläubige, die hatten nicht einmal eine unpersönliche Beziehung zu Ihrem Gott. Finden Sie es richtig, dass Ihr Gott da nicht eingegriffen hat?

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syracusa 07.12.2014, 14:37
105.

Zitat von P.Delalande
Können Sie denn Ihre kühne Behauptung, dass es unter den Evolutionsbiologen "einen weitaus größeren Anteil an Atheisten als im Rest der Bevölkerung" gäbe, auch irgendwie belegen? Denn Atheisten sind doch auch nichts weiter als Gläubige, die halt nur fest daran glauben müssen, dass Götter nicht existieren. Eigentlich ein ziemlich einfältiger Standpunkt, den ich Wissenschaftlern gar nicht pauschal unterstellen würde.
Sie brauchen ja nur mit Evolutionsbiologen zu sprechen.

Ich selbst bezeichne mich lieber als Agnostiker, aber das versteht kaum jemand. Atheist verstehen die Leute schon eher. Aber selbst der Glaube der Atheisten, dass es keinen Gott gibt, ist doch wesentlich besser durch Fakten untermauert, als der Glaube, dass es ihren speziellen Gott gibt. Warum nicht das Große Spaghettimonster?

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wo_ist_all_das_material? 07.12.2014, 14:38
106.

Zitat von WAHRHEITt!
Ich kann nicht fassen, dass Sie die Zeitangaben nicht korrekt bezeichnen. Erst sprechen Sie von n.Chr, dann lassen Sie die Angabe nach Chr. oder vor Chr. einfach weg und man merkt, dass es nicht stimmen kann! Beispiel: "die ältesten Jesaja-Passagen etwa stammten schon aus dem 7. Jahrhundert" Die stammen also tatsächlich aus dem 7. Jhd??? VOR ODER NACH CHR.??????????????????????????????? Das macht einen wirklich zornig, bei einem Medium wie SPON wo man früher noch auf journalistische und stilistische Professionalität setzen konnte! Wenn der Professor schon unfähig ist sich korrekt zu artikulieren, sollte doch jemand bei SPON ob der Sinnhaftigkeit des Gesagten mächtig sein, um es zu korrigieren! Danke für einen versauten Sonntagslesemittag!
Für jemanden, der sich mit der Materie befaßt (wie auch für Klassische Philologen oder Geschichtsinteressierte), geht aus dem Kontext völlig klar hervor, auf welche Epoche er sich bezieht.
Sie haben aber recht, daß für ein Massenpublikum, das sonst nichts mit diesen Geschichten zu tun hat, die Ausdrucksweise etwas unklar sein könnte.
Vermutlich hat der Herr das Wissen bei Bewohnern des christlichen Abendlandes leichtsinnig vorausgesetzt?

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Liberalitärer 07.12.2014, 14:39
107. Aufklärung

Zitat von syracusa
Nein. nicht wirklich. Die griechischen Philosophen wurden im Abendland erst durch die Konfrontation mit dem sich ausbreitenden Islam bekannt und haben sich erst in der Renaissance bei einer kleinen intellektuellen Elite verbreitet. Der Islam hat diese Werke in die Neuzeit gerettet.
So vielleicht nun auch nicht, unterschätzen Sie bitte nicht das byzantische Reich, oft vergessen, als Vermittler aber ungemein wichtig. Die Aufklärung in Mitteleuropa wäre durch die griechischen "Refugees" aus Konstantinopel so nicht denkbar gewesen. Man muss nicht unbedingt in vorauseilendem Gehorsam der arabischen Kultur alle Errungenschaften der Kulturgeschichte zuschustern. Das meiste davon kommt eh aus Persien oder eben Indien.

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wo_ist_all_das_material? 07.12.2014, 14:39
108.

Zitat von schachspieler314
Da es ja gerade aktuell ist, finde ich, dass ich den Büchern von Tolkien fast noch ein größerer Wahrheitsgehalt steckt als in der Bibel. Nur halt mit dem Unterschied, dass seine Bücher weder demagogisch noch kriegerisch verwendet werden.
Wenn das mal nicht noch kommt.
Ich verweise auf den Postillon, der vergangene Woche enthüllt hat, was es mit Tolkiens Werken wirklich auf sich hat.
Wo genau sahen Sie denn bisher den Wahrheitsgehalt in Tolkiens Büchern?

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P.Delalande 07.12.2014, 14:40
109.

Zitat von enni3
Der Physiker/NAturwissenschaftler geht davon aus, dass die bestehenden Naturgesetze schon purer Zufall sind.
Davon geht sicher kein Physiker/Naturwissenschaftler aus, denn dann könnte er ja jegliche Forschungstätigkeit beenden.
Bisher hat sich vielmehr besonders in der Physik immer wieder gezeigt, wie alles von allem abhängt, also auch einer Gesetzmäßigkeit unterliegt, die wir nur zu einem nicht unerheblichen Teil noch nicht verstanden haben.

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