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Das Buch der Bücher: "Zum historischen Kern wurde einfach hinzugedichtet"
Corbis

Der Bibelwissenschaftler Ernst Axel Knauf über die Entstehung der Bibel, die literarische Kunst ihrer Verfasser und das Neue am Neuen Testament.

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Cthulhu1979 07.12.2014, 14:59
120.

Zitat von Oihme
Aber nur wenn man wie Dawkins den üblichen Anfängerfehler vieler Naturwissenschaftler begeht, allein den naturwissenschaftlichen Beweis gelten zu lassen und dabei die anerkannten geisteswissenschaftlichen Beweiskriterien komplett zu ignorieren. Schon Russel war sich bei seinem berühmten Teekannen-Beispiel des Dilemmas bewusst, dass man die von Gott berichtenden Überlieferungen und Schriften eben nicht durch eine rein naturwissenschaftliche Logik aus der Welt schaffen kann. Russel meinte das mit dem Hinweis auf die Untaten der Religion überbrücken zu können, ganz so, als wären Kreuzzüge und Scheiterhaufen ein brauchbarer Beweis dafür, dass die unzähligen Schilderungen von Gotteserlebnissen etc. nicht stimmen können. Dawkins These setzt nun mal zwingend voraus, dass alle Überlieferungen Erfindung sind und unzählige Menschen aus allen Epochen, die Gott erlebt haben wollen,entweder Lügner sind oder irren. Per Ferndiagnose geht das in den Geisteswissenschaften aber nicht, dazu bedarf es der Prüfung jedes Einzelfalles. Aber die faktische Unmöglichkeit dieser Beweisführung scheint die Dawkins-Jünger nicht anzufechten.
Wikipedia: Sozial- und Geisteswissenschaften den Anspruch einer Wissenschaft auf Objektivität und Allgemeingültigkeit nur bedingt erfüllen können
Da religiöse Offenbarung immer persönlich ist, ist sie ungeeignet, andere Menschen von der Wahrheit ebensolcher zu überzeugen. Ohne diese Erfahrung bin ich gerechtfertig, die Offenbarung nicht als wahr zu akzeptieren.
Und die faktische Unmöglichkeit der Beweisführung ist irrelevant, da dieser Beweis nicht erforderlich ist. Es muss auch für Alien-Entführungen nicht nachweisen, dass alle Berichte Irrtümer oder Lügen sind, um zu sagen, dass es keinen Grund gibt, an die Existenz von außerirdischen Besuchern zu glauben. Das gleiche gilt für Gott. Wenn sich wenigstens ein konsistentes Bild Gottes bei allen Offenbarungen ergeben würde, wäre dass vielleicht ein Argument, aber es ergibt sich ein wilder Mix aus Aussagen, die alle zur Religion des Erfahrenden und dem jeweiligen Zeitgeist passen.

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TheBear 07.12.2014, 15:04
121. Einer der interessantesten

Ich bin ja bestimmt kein Bibel-Fan, aber dies ist einer der intessantesten Artikel, den ich in den letzten Monaten gelesen habe. Wirklich erfreulich, dass es Leute gibt, die sich mit dem Text kritisch auseinandersetzen.

Hätte so etwas gerne in der Schule gehört, da hätte ich wenigstens aufgepasst.

Vielen Dank!

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enni3 07.12.2014, 15:04
122.

Zitat von Liberalitärer
Das postulieren Sie so, Und sehen Sie, manche nennen es Zufall, andere eben Gott und da stockt es.
Die Physik lässt tatsächlich Gott noch zu, da tatsächlich jede Betrachtung theoretischer Naturgesetze außerhalb dieses für uns wahrnehmbaren Universums hypothetisch sind. Damit besteht eine Möglichkeit in der Tatsache der Zusammenstellung der Naturkonstanten. Allerdings lässt die Naturwissenschaft kein altes Testament zu.

Das Problem der Religiösen ist, eine klar widerlegbare Theorie zu verfolgen. Geht es um die reine Gottesexistenz, steht jedem jeder Gedanke frei. Ich persönlich glaube nicht daran, sondern an den Zufall.

Aber alles gegen den "Istzustand" unseres Universums ist pure Religion. Alle alttestamentarischen Religionen sind in der Grundlage ihrer Schöpfungsgeschichte lange widerlegt. Glaube und Religion müssen nämlich klar getrennt werden. Und da stört viele einfach der absolute Anspruch der Religionen. Wie sage doch ein Papst, Glaube ohne Religion könne nicht existieren.

Da ist der Fehler. Nur Glaube ohne Religion ist mit der Vernunft vereinbar. Jedenfalls meine persönliche Meinung.

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io_gbg 07.12.2014, 15:07
123.

Es gibt keinen wissenschaftlichen Fundamentalismus.

Wissenschaft sind alle Methoden, die zum rationalen Erkenntnisgewinn führen. Das ist dem Fundamentalismus wie auch allen Dogmen diametral entgegengesetzt.

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io_gbg 07.12.2014, 15:07
124.

Zitat von jürgenm
Das Großreich der Hedither wurde übrigens aufgrund der genauen Angaben der Bibel entdeckt.
Vielleicht bringen Sie einmal Ihre Ansichten auf den neuesten Stand:

Die "Hethiter" (nicht "Hedither") der Bibel haben mit dem historischen Großreich der Hethiter nichts zu tun.

Siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Hethiter#Die_.E2.80.9EHethiter.E2.80.9C_in_der_Bib el

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io_gbg 07.12.2014, 15:12
125.

Zitat von nab77
die Menschen, die an die Evolutionstheorie glauben, sind leider sehr naiv und glauben an die Märchengeschichten. zu glauben, dass ein Leben aus nichts entsteht, erfordert einen größeren Glauben als an einen Gott. und wenn es einen Gott gibt, möchte er sich natürlich seinen Geschoepfen mitteilen. das tut er durch die Bibel, dazu hat er Menschen benutzt.
Nein, Glauben erfordert das überhaupt nicht.

Wissen reicht völlig.

Und wieso findet "Gott" keine besseren Kommunikationswege als ein altes Geschichtenbuch mit einander sich widersprechenden und vielfach inhumanen Inhalten?

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io_gbg 07.12.2014, 15:13
126.

Zitat von Oihme
Dawkins These setzt nun mal zwingend voraus, dass alle Überlieferungen Erfindung sind und unzählige Menschen aus allen Epochen, die Gott erlebt haben wollen,entweder Lügner sind oder irren.
Nun, die christliche Religion (ca. 2 Milliarden Menschen) setzt auch zwingend voraus, dass die große Mehrheit der anderen Menschen (ca. 5 Milliarden Menschen), die nicht gerade an den christlichen Gott glauben auchvLügner sind oder irren: Leugner/Heiden.
Laut Bibel wird dies mit ewiger Folter und Verdammnis bestraft (das ist ja gerade das Menschliche an Ihrem Gott.)

Genauso die anderen Religionen, die jeweils Manna für die jeweilige Minderheit der Menschheit versprechen, die daran glaubt und Folter und ewige Verdammnis bereithält für die Mehrheit der Andersgläubigen und Religionsfreien.


Mal direkt gefragt:

Warum genau ist Ihre Version der Religion die richtige und warum sind die anderen falsch?

Warum glauben Sie nicht an hinduistische Götter?

Und, finden Sie es richtig, dass Andersgläubige und Religionsfreie mit Hölle und Verdammnis bestraft werden sollen?

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Cthulhu1979 07.12.2014, 15:13
127.

Zitat von P.Delalande
Können Sie denn Ihre kühne Behauptung, dass es unter den Evolutionsbiologen "einen weitaus größeren Anteil an Atheisten als im Rest der Bevölkerung" gäbe, auch irgendwie belegen? Denn Atheisten sind doch auch nichts weiter als Gläubige, die halt nur fest daran glauben müssen, dass Götter nicht existieren. Eigentlich ein ziemlich einfältiger Standpunkt, den ich Wissenschaftlern gar nicht pauschal unterstellen würde.
Atheisten glauben nicht an die Nicht-Existenz von Göttern (Antitheismus), sondern glauben nicht an die Existenz von Göttern. Die Ablehnung einer Aussage ist nicht gleichbedeutend ist mit der Behauptung des Gegenteils. Und unter Wissenschaftlern ist Atheismus tatsächlich weiter verbreitet als in der allgemeinen Bevölkerung (z.B. Royal Acadamy afaik 80%+).

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wo_ist_all_das_material? 07.12.2014, 15:15
128.

Zitat von Liberalitärer
So vielleicht nun auch nicht, unterschätzen Sie bitte nicht das byzantische Reich, oft vergessen, als Vermittler aber ungemein wichtig. Die Aufklärung in Mitteleuropa wäre durch die griechischen "Refugees" aus Konstantinopel so nicht denkbar gewesen. Man muss nicht unbedingt in vorauseilendem Gehorsam der arabischen Kultur alle Errungenschaften der Kulturgeschichte zuschustern. Das meiste davon kommt eh aus Persien oder eben Indien.
Aufklärung?
Byzanz ist im 13 Jh. gefallen.
Die "Vermittlerrolle" fällt als Argument in der Kontinuitätsdebatte eher weg. Oder sollten Sie auf die Suda anspielen?
"Das meiste" wovon?
Was kommt aus Indien und Persien?
Am Bosporus hatten sich die Perser zur fraglichen Zeit ja schon eine Weile nicht mehr blicken lassen...

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global player 07.12.2014, 15:17
129. Marionetten

Zitat von nab77
Natürlich ist Gott allmächtig und kann übernatürlich eingreifen, aber er will keine Marionetten haben die er ständig bestrafen und korrigieren will. Allerdings ist es den Menschen nicht zu vermitteln die an einen lebendigen Gott nicht glauben. Gottes Führung und Bestätigung dass die Bibel sein inspiriertes Wort ist, kann man nur erleben wenn man zu Gott eine persönliche Beziehung hat.
Marionetten sind doch in Wirklichkeit diejenigen, die sich einer bestimmten Religion unterwerfen und sich von den selbsternannten Religionsführern vorschreiben lassen, was sie zu tun und zu lassen haben. Sie befolgen die Gebote ihres jüdisch-christlichen Gottes und missachten die eines anderen Gottes doch nur deshalb, weil sie zufällig in eine Familie dieses Glaubens geboren wurden. Mit gleicher oder noch größerer Vehemenz würden auch Sie bspw. an Allah oder Buddha glauben und deren Gebote befolgen, wenn Sie als Kind mit jenem Glauben indoktriniert worden wären.

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