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Das Buch der Bücher: "Zum historischen Kern wurde einfach hinzugedichtet"
Corbis

Der Bibelwissenschaftler Ernst Axel Knauf über die Entstehung der Bibel, die literarische Kunst ihrer Verfasser und das Neue am Neuen Testament.

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Here Fido 07.12.2014, 15:41
140.

Zitat von Liberalitärer
Das ist kein Alleinstellungsmerkmal der Theologie. Physiker versuchen das auch. Der Unterschied ist eher, dass Moralfragen dazukommen.
Nein, Physiker suchen nicht nach einem Sinn sondern nach einer Erklärung.

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Georg Caltern 07.12.2014, 15:43
141. Re: Sie haben es nicht verstanden...

Zitat von K1c
"Für mich als Atheist und Ingenieur total unverständlich" Wenn ich sowas schon lese...Sie haben die Bibel eindeutig weder gelesen, noch das Konzept verstanden. Ich bin ebenfalls Ingenieur, aber was Sie damit ausdrücken wollen ist, dass die Bibel und Glaube unnütz und rückständig sind. Dem muss ich vehement widersprechen! Natürlich ist in der Bibel viel Fiktion zu finden, aber denkt doch mal alle an die 10 Gebote auf denen unser aller Moralvorstellungen und teilweise sogar Gesetzte aufbauen! Ich bin mir 100% sicher, dass alle die die Bibel hier als "Märchensammlung" abtuen, sich garnicht bewusst sind, dass sie selbst nach Gleichnissen und Idealen aus der Bibel handeln ohne sich dessen bewusst zu sein. Ich will garnicht davon anfangen, dass die wenigsten hier über ein Buch lästern, das sie nicht mal geselen haben.
Ich habe die Bibel gelesen. Von Genesis bis Offenbarung.
Und ich bin mir 100% sicher, dass alle, die die Bibel als Quelle ihrer aller Moralvorstellungen ausgeben, die Bibel bestenfalls sehr selektiv gelesen haben.
Nur mal so als Beispiele:
- Landnahme mit "der Schärfe des Schwertes" (Jericho) gilt inzwischen als völkerrechtlich verpönter Angriffskrieg.
- Die Bewohner der eroberten Stadt abzumetzeln ist heute als Völkermord strafbar, dabei gleich auch noch die Tiere mit umzubringen, ist zumindest nicht nachhaltig.
- Dem Pöbel die minderjährigen Töchter mit den Worten "Siehe, ich habe zwei Töchter, die haben noch keinen Mann erkannt, die will ich herausgeben unter euch, und tut mit ihnen, was euch gefällt" zu überlassen, ist ein bisschen aus der Mode gekommen.
und
- Zur Brautwerbung mit 200 Vorhäuten extra deswegen getöteter Philister aufzulaufen, wirkt heutzutage auch eher befremdlich.

Und kommen Sie mir bloß nicht mit Neuen Testament. Ich habe durchaus auch noch ein paar Zitate zum Thema "Gleichberechtigung der Frau" aus den Römerbriefen zur Hand, die Frau Bischöfin Käsmann vermutlich überlesen hat.

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Tiananmen 07.12.2014, 15:43
142.

Zitat von silverhair
... Wir brauchen also nicht das Buch als vorlage, sondern das Buch bestätigt nur , das ein Teil der Historie gewesen sein könnte! Es sind Episoden Sammlungen .. genauso wie irgendjemand die Episode von Europa , oder Merkel oder wem auch immer in verklärter oder Hasserfüllter Form niederlegen wird!
Lieber Silverhaariger. Wenn Sie mal die Reihenfolge der von Ihnen angesprochenen Dinge anschauen, dann kommen wir vielleicht zu einem gemeinsamen Ergebnis ;-) Unsere "Kenntnis" der endeiszeitlichen Geschehnisse nach heutigem Stand ist vielleicht 50 Jahre alt, auch die Vermutung, dass ev. die Flutung des Schwarzen Meeres mit der Noah-Legendezu tun hat. Der Bericht hat also das "Wissen" um das Naturereignis rund 10.000 Jahre bewahrt. Für die Leute in diesem Zeitraum war es eine gute, weil inhaltlich richtige Information. Die moralischen Implikationen zu beurteilen...

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Here Fido 07.12.2014, 15:43
143.

Zitat von nab77
die Menschen, die an die Evolutionstheorie glauben, sind leider sehr naiv und glauben an die Märchengeschichten. zu glauben, dass ein Leben aus nichts entsteht, erfordert einen größeren Glauben als an einen Gott. und wenn es einen Gott gibt, möchte er sich natürlich seinen Geschoepfen mitteilen. das tut er durch die Bibel, dazu hat er Menschen benutzt.
Kurze Gegenfrage, wenn Gott die Welt erschaffen hat - wer hat dann Gott erschaffen?

Sie verlagern ein Problem nur. Und Ihre Vorstellung erfordert in der Tat einen größeren Glauben als an einen Gott.

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ofelas 07.12.2014, 15:48
144. Bibelstudium

Zitat von Gela2006
...und alle anderen, die hier darauf verweisen, dass Bibelkritiker meist wohl nicht einmal die 10 Gebote kennen: Ein jämmerlicher Mensch ist, wer erst in einem von Menschen erschaffenen Werk nachschlagen muss, um zu wissen, ob man töten darf oder nicht, stehlen darf oder nicht...
Ich kenne die 10 Gebote, habe die Ursprungsquelle gelesen naemlich Das Aegyptische Buch der Toten, ca 500-1000 Jahre vor der Moses. Uebrigens Mose war eine ganz normaler Name in Aegyoten und wuerde heute mit -son, -sen, oder einfach Sohn bezeichnet werden

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pathobserver 07.12.2014, 15:49
145. Unwissenschaftlich und erschreckendes Unwissen

Die Bibel als Märchenbuch abzustempeln zeugt von Ahnungslosigkeit. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen sehr deutlich das viele Personen und Orte und Ereignisse, die in der Bibel beschrieben werden tatsächlich historisch sind. Dies wird auch durch andere Quellen belegt. Sicher ist nicht alles Messerscharf und es gibt Wiedersprüche. Wie im Artikel beschrieben gab es die Bibel wie wir Sie heute haben früher nicht. Es sind einige Bücher, die durch Kaiser Konstantin, einem Nichtchristen, zusammengestellt wurden. Die Sammlung ist weder vollständig (etliche Bücher werden in der Bibel namentlich erwähnt und sind nicht darin vorhanden), noch zu 100% auf historische Korrektheit überprüfbar. Außerdem gibt es diverse unterschiedliche Übersetzungen. Einige Dinge gingen über die Zeit verloren ferner wurde die Bibel zum Teil bewusst verändert, um Gewinn zu machen und um Macht auszuüben. Die Geschichte der Katholischen Kirche macht das deutlich. Nicht umsonst gab es einen Luther. Wenn auch teils anstrengend lohnt es sich das Buch trotz Widersprüchlichkeiten zu lesen. Es war schon vor den Aufklärern und Humanisten. Wer das getan hat weiß wie viel Blödsinn hier von Leuten erzählt wird, die das nie getan haben. Dieses Buch hat das Abendland geprägt. Ich behaupte hier wie kein zweites.
Der Interviewte sagt selbst das es diverse Theorien gibt. Vieles läßt sich halt nicht mehr wissenschaftlich nachvollziehen. Na und selbst über das was die letzten 100 Jahre passiert ist wird sich fleißig gestritten. Deshalb ist das doch nicht alles frei erfunden

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enni3 07.12.2014, 15:50
146.

Zitat von Oihme
Religionen sind kulturell unterschiedliche Ausdrucksformen des gleichen Sachverhaltes "Gott" i.S. von "Schöpfer". Genau wie es viele Sprachen gibt, gibt es viele Religionen. Gibt es also "falsche Sprachen", weil die alle- bis auf eine! - nicht die meinen sind? Oder ist die Tatsache, dass es viele Sprachen gibt, etwa DER Beweis, dass es überhaupt keine gibt? Mit so einer schrägen Atheisten-Beweisführung hat man als Gläubiger leider ständig zu tun.
Als Mensch können Sie zwei, drei, sechs oder ein dutzend Sprachen sprechen. Sie können sogar geflügelte Worte und Sprichwörter erlernen, die kulturellen oder geschichtlichen Ursprünge enstammen.

Genau dieser Vergleich zwischen Sprache und Religion bricht Ihrer Argumentation das Genick. Denn tatsächlich ist die Kommunikation der Glaube, die Sprache die Religion.

Religion bedeutet immer nur eine einzige Wahrheit. Ist eine Sprache die richtige? Ist keine die richtige?

Tatsächlich ist der Sprachvergleich ihrerseits kaum besser geeignet um Religion zu entlarven, gerade in unserer heutigen Welt.

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closius 07.12.2014, 15:52
147.

Zitat von Cthulhu1979
Zumindest in dem wichtigsten Punkt hat Dawkins recht: Es gibt kein haltbares Argument für die Existenz eines Gottes, und somit ist es nicht sinvoll, an einen zu glauben. Das ist streng wissenschaftlich. .....
Sie sind mit Sicherheit nicht Wissenschaftler, insbesondere kein Naturwissenschaftler.
Denn "streng wissenschaftlich" ist Ihre Behauptung keineswegs.

Eine denkbare Existenz Gottes würde keinem Naturgesetz widersprechen.
Ob es für einen "sinnvoll" ist, an Gott zu glauben, darf und kann jeder für sich selbst entscheiden.
Wissenschaft und Glaube widersprechen sich nicht.
(Natürlich ist auch die Bibel, wie jede Überlieferung, aus dem historischen Kontext heraus zu interpretieren.)

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James Agee 07.12.2014, 15:53
148.

Zitat von widder58
Das sollte nun wirklich jedem klar sein. Insofern kann ich dijenigen nur bedauern, die sich in der Kirche wortwörtlich aus der Bibel vorlesen lassen und diesen Schmarrn für bare Münze nehmen. Aber jedem das Seine. Schlimmer ist es, wenn sich sogenannte Staaten auf die Thesen stützen. So ist nicht einmal erwiesen, dass König David überhaupt existiert hat. Da hört der Spaß dann auf.
"Sogenannte Staaten", die sich auf König David berufen verbunden mit dem Vorsatz "Jedem das Seine". Ich will Ihre Zitate ja nicht aus dem Zusammenhang reißen, aber irgendwie drängt sch der Eindruck auf, dass da mein Spaß tatsächlich aufhört.

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Tiananmen 07.12.2014, 15:53
149.

Zitat von Cthulhu1979
Von den 10 Geboten sind, großzügig betrachtet, nur 3,5 Gesetze: -Diebstahl -Mord -Lügen (im Sinne von Meineid oder Betrug) -Ehebruch (nicht mehr) Und nur weil sich ein paar dieser archaischen Gesetze mit unserer heutigen Moralvorstellung decken, heißt noch lange nicht, dass unsere Moral darauf basiert. Unsere heutige Moral basiert zum Großteil auf den Idealen der Aufklärung und des Humanismus. ...
So ins Klo gelangt hat schon lange keiner mehr. Unsere moralischen Vorstellungen stammen direkt aus dem Mittelalter und das Mittelalter war...katholisch. Die Klöster haben das spätantike Wissen und die Moralvorstellungen aus der Zeit nach Konstantin durch die zwei- bis dreihundert "dunklen" Jahre gerettet, bis im Mittelalter fünfhundert wahrhaft christlich geprägte Jahre aufeinanderfolgten, in denen es außer der Hinwendung zu Gott nichts gab. Das änderte sich erst, als das Mittelalter im Schatten der Buchpresse von Johannes Gensfleisch versank. Sagen Sie mir einen Moralbegriff, der aus der Aufklärung stammt? "Bankwesen"?

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