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Das Buch der Bücher: "Zum historischen Kern wurde einfach hinzugedichtet"
Corbis

Der Bibelwissenschaftler Ernst Axel Knauf über die Entstehung der Bibel, die literarische Kunst ihrer Verfasser und das Neue am Neuen Testament.

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Cthulhu1979 07.12.2014, 13:54
70.

Zitat von Oihme
Donnerwetter, hier einen nie wissenschaftlich tätig gewordenen Journalisten wie Hitchens und einen Zoologen wie Dawkins zu ultimativen Bibel"wissenschaftlern" zu erklären, dazu gehört schon etwas! Wenn die beiden tatsächlich mehr Ahnung von der Bibel haben, als ein normaler Abiturient, würde mich das wirklich schwer wundern. Wenn ein studierter Theologe die Evolutionstheorie oder die Astropysik eben mal so für blanken Unsinn erklärt, wäre das Gelächter über ihn groß, warum gilt das eigentlich nicht umgekehrt?
Sie haben die Anführungszeichen schon richtig gesetzt, Bibel"wissenschaft" ist keine Wissenschaft. Man muss sich nicht mit den neuesten Abhandlungen über eine Lehre auseinandersetzen, wenn schon das gesamte Fundament dieser Lehre imaginär ist. Die moderste Theologie ist solange irrelevant, bis die Existenz des entsprechenden Gottes verifiziert werden kann, oder wissenschaftlicher, bis eine solide Definition des Gottes formuliert ist, die falsifizierbar ist allen Versuchen der Falsifizierung Stand hält. Courtier's Reply, solange nicht nachgewiesen ist, dass der Kaiser nicht nackt ist, ist es sinnlos, über die Stickmuster des Kaisermantels zu diskutieren.

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Ontologix II 07.12.2014, 13:54
71. Profeten verzweifelt gesucht

Zitat von nab77
und wenn es einen Gott gibt, möchte er sich natürlich seinen Geschoepfen mitteilen. das tut er durch die Bibel, dazu hat er Menschen benutzt.
Aber wenn Gott durch die Bibel zu uns sprach, warum lässt er seit 2000 Jahren nichts mehr von sich hören? Bei dem chaotischen Zustand seiner Schöpfung ist seine ordnende Hand dringendst gefragt.

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Liberalitärer 07.12.2014, 13:55
72. Übergesetzlich

Zitat von enni3
Doch da ist ein Unterschied. Der Theologe sagt, das könne kein Zufall sein. Der Physiker sagt, das ist Zufall und nun lasst uns mal erforschen, wie genau in diesem zufälligen "Istzustand" alles funktioniert.
Der kluge Physiker will immer einen Bedeutungszusammenhang herstellen. Er forst eben nicht wertfrei als Maschine, sondern nutzt Theorien und versucht diese empirisch abzuarbeiten. Letztlich vermutet er aber ein "Naturgesetz", eine Art "Weltformel", die man aufspüren müsse. Schon der Begriff "Naturgesetz" impliziert, dass der Naturwissenschaftler "Gesetzlichkeiten" aufspüren will. Vielleicht gibt es aber keine solchen "Naturgesetze", dumm gelaufen, wenn das so wäre. Richtig ist, dass der Theologe dann von einem höheren Gesetz sprechen würde - nenne man es meinetwegen Gott, eben ein Prinzip, das über dem verständlich Zugänglichen angesiedelt ist.

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io_gbg 07.12.2014, 13:56
73.

Zitat von jürgenm
Das Großreich der Hedither wurde übrigens aufgrund der genauen Angaben der Bibel entdeckt.
Vielleicht bringen Sie einmal Ihre Ansichten auf den neuesten Stand:

Die "Hethiter" (nicht "Hedither") der Bibel haben mit dem historischen Großreich der Hethiter nichts zu tun.

Siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Hethiter#Die_.E2.80.9EHethiter.E2.80.9C_in_der_Bib el

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io_gbg 07.12.2014, 14:00
74.

Zitat von K1c
Natürlich ist in der Bibel viel Fiktion zu finden, aber denkt doch mal alle an die 10 Gebote auf denen unser aller Moralvorstellungen und teilweise sogar Gesetzte aufbauen!
Unsere Moralvorstellungen bauen wesentlich auf Vorstellungen auf, de von der griechischen Philosophie ausgehen.
Einzelne Züge darin sind natürlich allgemeiner Natur, und sind auch in der christlichen Religion zu finden. Originär christlich sind sie aber alle nicht.

Glücklicherweise sind Gesetze (mit Ausnahmen wie das unsäglich dumme Blasphemiegesetz in Irland) und Ethik in den westlichen Ländern nicht religiös definiert.

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syracusa 07.12.2014, 14:00
75.

Zitat von Yeti
"Unser aller Moralvorstellungen und [...] Gesetze" beruhen Gott sei Dank (sic) nicht auf diesen teilweise abscheulichen "Geboten".
Gleichwohl beruhen unsere Moralvorstellungen und Gesetze sehr wohl auf religiöser Ethik.

Der Grund dafür ist simpel: Religionen sind entstanden, weil es einen Bedarf dafür gab, für das Zusammenleben von Menschen unabdingbare Regeln allgemeinverbindlich zu erklären und zu rechtfertigen. Religionen (bzw religiös begründete Ge- und Verbote) spielten in früheren Zeiten (und in manchen Gegenden heute noch) die Rolle, die in zivilisierten Gegenden säkular motivierte Gesetze einnehmen.

Wir Menschen waren über die allerlängste Zeit des Bestehens unserer Spezies Anhänger animistischer "Religionen". Animismus ist streng genommen keine Religion, sondern eine Synthese aus Religion und Naturwissenschaft. Diese Verknüpfung von Religion und Wissenschaft hielt ja sogar bis in die Neuzeit an.

Es ist deshalb kein Wunder, dass wir Menschen eine genetische Veranlagung zur Religiosität haben. Diese dürfte seit dem ersten Aufkeimen der Ideen der Aufklärung aber eher ein für unsere Weiterentwicklung hinderliches Erbe sein. Wir werden es sicherlich genau so überwinden, wie wir die im menschlichen Embryo noch immer angelegte Kiemenatmung überwunden haben.

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Cthulhu1979 07.12.2014, 14:01
76.

Zitat von Liberalitärer
Nö, das ist nicht streng wisschenschaftlich, denn er kann Gott nicht falsifizieren. Die Problemstellung ist anders, die Theologie hätte ein Problem, wenn man Gott verifizieren könnte. Die größten Materialisten sind die "Gottesbeweisler" wie z.B. Thomas von Aquin oder Gödel. Tatsache ist, die Kirche hat manchmal die Falschen verbrannt.
Das Problem der Theologie ist, dass sie bislang keine falsifizierbare Definition für einen Gott hervorbringen konnte, die nicht Falsifiziert worden wäre. Und wenn sich Theologen dann auf einen nicht-falsifizierbaren Gott verlegen, dann haben sie schon verloren, denn ein solcher ist nicht von einem nicht-existenten Gott zu unterscheiden. Insbesondere kann man über einen solchen Gott keine Wahrheitsaussagen machen, da solchen ebenfalls nicht falsifizierbar wären, was die gesamte Theologie ad absurdum führt.

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syracusa 07.12.2014, 14:03
77.

Zitat von n01
Ein guter Artikel, der zum Nachdenken anregt. Was ist wahr, was ist unwahr? Und wenn es gar keinen Gott gibt, wie ist alles entstanden? Die Mutter aller Fragen.
Nun, wenn jemand annimmt, dass das alles so komplex und unwahrscheinlich ist, dass da ein intelligenter Designer seine Finger im Spiel gehabt haben muss, dann ist das nicht die Mutter aller Fragen, denn dann stellt sich ja unmittelbar die Folgefrage, wie dieser Gott entstanden sein kann.

Die Annahme eines intelligenten Designers löst also diese Mutter aller Fragen nicht, sondern führt zu einer noch viel weniger lösbaren Frage. Die Antwort auf die Mutter aller Fragen müssen wir deshalb bei den Physikern suchen, und nicht bei den Priestern.

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Oihme 07.12.2014, 14:05
78. Streng wissenschaftlich?

Zitat von Cthulhu1979
Zumindest in dem wichtigsten Punkt hat Dawkins recht: Es gibt kein haltbares Argument für die Existenz eines Gottes, und somit ist es nicht sinvoll, an einen zu glauben. Das ist streng wissenschaftlich.
Aber nur wenn man wie Dawkins den üblichen Anfängerfehler vieler Naturwissenschaftler begeht, allein den naturwissenschaftlichen Beweis gelten zu lassen und dabei die anerkannten geisteswissenschaftlichen Beweiskriterien komplett zu ignorieren.

Schon Russel war sich bei seinem berühmten Teekannen-Beispiel des Dilemmas bewusst, dass man die von Gott berichtenden Überlieferungen und Schriften eben nicht durch eine rein naturwissenschaftliche Logik aus der Welt schaffen kann.
Russel meinte das mit dem Hinweis auf die Untaten der Religion überbrücken zu können, ganz so, als wären Kreuzzüge und Scheiterhaufen ein brauchbarer Beweis dafür, dass die unzähligen Schilderungen von Gotteserlebnissen etc. nicht stimmen können.

Dawkins These setzt nun mal zwingend voraus, dass alle Überlieferungen Erfindung sind und unzählige Menschen aus allen Epochen, die Gott erlebt haben wollen,entweder Lügner sind oder irren.
Per Ferndiagnose geht das in den Geisteswissenschaften aber nicht, dazu bedarf es der Prüfung jedes Einzelfalles.
Aber die faktische Unmöglichkeit dieser Beweisführung scheint die Dawkins-Jünger nicht anzufechten.

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bökelmann 07.12.2014, 14:06
79.

Zitat von WAHRHEITt!
Ich kann nicht fassen, dass Sie die Zeitangaben nicht korrekt bezeichnen. Erst sprechen Sie von n.Chr, dann lassen Sie die Angabe nach Chr. oder vor Chr. einfach weg und man merkt, dass es nicht stimmen kann! Beispiel: "die ältesten Jesaja-Passagen etwa stammten schon aus dem 7. Jahrhundert" Die stammen also tatsächlich aus dem 7. Jhd??? VOR ODER NACH CHR.??????????????????????????????? Das macht einen wirklich zornig, bei einem Medium wie SPON wo man früher noch auf journalistische und stilistische Professionalität setzen konnte! Wenn der Professor schon unfähig ist sich korrekt zu artikulieren, sollte doch jemand bei SPON ob der Sinnhaftigkeit des Gesagten mächtig sein, um es zu korrigieren! Danke für einen versauten Sonntagslesemittag!
Oh Herr Oberlehrer! Aus dem Kontext ist doch (auch Ihnen!) völlig klar, was gemeint ist - wozu die Aufregung?

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