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Debatte über Linientechnik: Aufschrei nach dem Torklau
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Die Fußballwelt diskutiert eine krasse Fehlentscheidung: Die Ukraine schießt gegen England ein Tor - doch der Schiedsrichter lässt es nicht gelten. Nun fordern Spieler und Funktionäre eine Torlinientechnik, auch Khedira und Müller sind dafür. Nur Uefa-Präsident Platini sagt: "Fünf Schiedsrichter sehen alles." EM 2012: Das nicht gegebene Tor der Ukraine sorgt für Diskussionen - SPIEGEL ONLINE

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Stelzi 20.06.2012, 17:49
10. Populistisches Gedöns

Zitat von sir
Wer A sagt, muss auch B sagen: Dem Torschuss der ukrainischen Mannschaft ist eine Abseitsstellung vorausgegangen. Wenn jetzt die Tore videoüberwacht werden, muss auch jede Abseitsstellung auf dem Bildschirm vom Schiedsrichter nachvollzogen werden können. Wo bleibt sonst die Gerechtigkeit, in diesem Falle für die fiktional abseitsgeschädigten Engländer? Einwurf für die falsche Seite - ungerecht, Kamerabeweis! Kein Strafstoß, weil Schwalbe? Die Kamera schafft abhilfe. Trikotziehen kann ebenso geahndet werden wie Beschimpfung des Gegenspielers dank Lippenleserin am TV (Spon berichtete). Das wäre sauberer, fairer Sport. Warum will Platini diesen Traum unterbinden?
Eer Ansatz war schon vor Jahren ganz anders, weil dem American Football bzw. Tennis entlehnt: Jeder Trainer hätte, sagen wir mal drei, Gelegenheiten um den Videobeweis zu fordern - nicht mehr. Man würde also das Spiel nur dann unterbrechen lassen, wenn es um was geht und man sich sicher ist. problem gelöst, alle sind zufrieden.

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metbaer 20.06.2012, 17:51
11.

Ich kapier es nicht: Die Spiele kommen in HD und mit 'Superzeitlupen' und trotzdem sperrt man sich weiterhin wie blöde gegen den Videobeweis, den viele andere Sportarten seit Jahren erfolgreich benutzen, ohne dass dadurch das Spiel sich radikal verändert hätte. Was hier läuft ist so, als würde man drauf beharren, weiter mit Bällen von 1950 zu spielen, weil Fußball sich ja sonst so verändern würde, dass es kein Fußball mehr wäre...

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gegenpressing 20.06.2012, 17:52
12.

Zitat von marthaimschnee
Und nein, weder "Tatsachen-" nicht "Fehlentscheidungen" gehören "einfach dazu". Die gehören zu Unsportlichkeit und Manipulationsverdacht und wenn man das weiterführt, zur unnötigen negativen Emotionalisierung und Steigerung der Agressivität! Und sich dann allen ernstes wundern, wenn die aufgebrachte Menge den Platz stürmt.
Na hoffentlich kann man die Chips nicht manipulieren! Puh! Kann ja gar nicht sein!
Ich wäre übrigens dafür, statt Spielern Roboter einzusetzen, bei menschlichen Spielern wird der Manipulation ja Tür und Tor geöffnet (wie man ja landauf landab sieht). Geht gar nicht!

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axel7777 20.06.2012, 17:53
13. Ein hervorragendes Beispiel warum Technik hier zu einer falschen Entscheidung geführt hätte...

... dem nicht gegebenen Tor ging unmittelbar ein eindeutiges Abseits voraus. Hier haben 2 Fehlentscheidungen zu einer richtigen Entscheidung geführt. Eine mögliche Alternative wäre nur ein massiver Einsatz von Technik, die dann möglichst viele menschliche Fehler kompensiert. Ausnahmsweise bin ich mit Herrn Platini mal einer Meinung.

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gegenpressing 20.06.2012, 17:53
14.

Zitat von ngeso
Das nicht gegebene Tor resultierte nicht unmittelbar nach dem Abseits, da es zwischen diesen Ereignissen einen weiteren Spielzug gab. Dieses wesentliche Detail wird m.E. allzusehr übersehen.
Lach. Wo ist dieses Detail wesentlich? Der Assistgeber steht klar im Abseits! 8 Sekunden später fällt das Tor.

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mr.ious 20.06.2012, 17:56
15. Wo ist die Traufe ?

Her damit !

Zitat von tgloge
Wenn es keine Torkamera gibt kann man vor allem noch Offizielle bestechen. Kein Wunder das Platini dagegen ist und der scheidende Präsident dafür. So ein abgekartetes Spiel...
"...Ex-Fifa-Schiedsrichter Urs Meier, der sagt: "Das wäre zu begrüßen. Das menschliche Auge ist nicht dazu in der Lage, derart knifflige Fragen aufzulösen." "

Womit er recht hat. Technische Einrichtungen können diese Auflösung durchführen. Die Auflösung kommt dann selebstverständlich zeitverzögert und hoffentlich mit notarieller Beglaubigung, nämlich dazu das die Bilder nicht manipuliert wurden. Das geht beim "auflösen" nämlich besonders gut.

Sollen die Fehlentscheidungen am Schneidepult, am Computer oder lieber auf dem Platz fallen ?

Da ist gerade das Nicht-Tor von Gestern bestens geeignet um's sich zu verdeutlichen. Ich habe genau eine Aufnahme gesehen bei der man deutlich annehmen kann das der Fuß und nicht das Schienbein den Ball klärt, er vermutlich also ganz hinter der Linie war.
Nur, daß das viele Minuten nach dem Tor erst zu sehen war, sollten sich mal alle überlegen die von "Manipulation" im Zusammenhang mit Fehlentscheidungen sprechen.

Es gibt ja bereits Sport der mit 3 +1 Schiedsrichter ausgetragen wird, bei dem genau solche kniffligen Positionen sogar die größte Rolle spielen und Videotechnik eingesetzt wird. Trotzdem muß da manches wiederholt werden, weil man es nicht entscheiden kann und obwohl die Fläche nur halb so groß ist wie ein Fußballtor die da von 8 Augen plus Kamera überwacht wird. Die sogar alle auf genau das eingestellt sind, ohne von der Situation überrascht zu werden.

Man muß aber immer in ein "Hinterzimmer" und Filme möglichst zu Bildern auflösen.

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gegenpressing 20.06.2012, 18:00
16.

Zitat von Stelzi
Eer Ansatz war schon vor Jahren ganz anders, weil dem American Football bzw. Tennis entlehnt: Jeder Trainer hätte, sagen wir mal drei, Gelegenheiten um den Videobeweis zu fordern - nicht mehr. Man würde also das Spiel nur dann unterbrechen lassen, wenn es um was geht und man sich sicher ist. problem gelöst, alle sind zufrieden.
Schwachsinn. Der Footballvergleich hinkt brutal. Der Tennisvergleich noch viel mehr!

Erstens: Was würde das bei einem strittigen Elfer helfen? Hier sind einfach Ermessensspielräume da. Wie geht man damit um?

Zweitens: Im aktuellen Beispiel: Was hätte es der Ukraine geholfen? Das Tor wird gegeben, dann verlangt Roy aber eine Betrachtung der Abseitssituation - das Tor muss doch wieder annuliert werden. Oder wie jetzt?

Und das Spiel wird dann einfach so unterbrochen? Klar!

Drittens: Spieler A setzt sich im Kopfballduell aus abseitsverdächtiger Position durch und legt dann auf Spieler B. Der läuft völlig frei auf den Torhüter zu. Darf der Trainer der verteidigenden Mannschaft jetzt das Spiel unterbrechen, weil er eine Abseitsstellung von A erkannt hatte? Nein? Ja?

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Crom 20.06.2012, 18:03
17.

Zitat von ngeso
Das nicht gegebene Tor resultierte nicht unmittelbar nach dem Abseits, da es zwischen diesen Ereignissen einen weiteren Spielzug gab. Dieses wesentliche Detail wird m.E. allzusehr übersehen.
Das war ein langer Pass. Wo war der Spielzug dazwischen?

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ngeso 20.06.2012, 18:19
18.

Zitat von Crom
Das war ein langer Pass. Wo war der Spielzug dazwischen?
1. Langer Pass auf im Abseits stehenden Spieler A
2. Ballannahme und -abgabe durch Spieler A
3. Ballannahme und Torschuß durch Spieler B

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EraserFS 20.06.2012, 18:21
19. Unterhaltung ade

Ja die Ukraine hat ein Tor geschossen und es hätte den Spielerlauf sicherlich entscheidend verändert. Dazu kam es aber nicht aufgrund einer (oder eher 5) Fehlentscheidung(en) nicht.
Für mich Dramen die zum Fußball gehören.
Ukrainische Fans sind sauer, die Englischen freuen sich über ihre Glückskinder. Solche Unterhaltungseffekte fallen ersatzlos weg, wenn es zum standardmäßigen Einsatz von Linientechnik bei sportlichen Wettbewerben kommt.
Wäre schade drum.

Und weiter könnte man auch fragen wo die Grenze des Einsatzes von Technik liegt, denn es gibt noch so einige Fehlentscheidungen im Fußball, die den Spielverlauf dramatisch beeinflussen. Gelbe und rote Karten sowie Freistöße zum Beispiel.
Sowas kann man, auch wenn es sich verrückt anhören mag, auch technisch ausgleichen.
Die komplette Fußballerbekleidung mit widerstandsfähigen Sensoren ausstatten, die bspw. ein Signal an den Schiedsrichter senden, wenn es eine zu hohe Krafteinwirkung auf ein Kleidungsstück bzw. den tragenden Spieler gab (Tritt, ziehen). Je nach Höhe der Krafteinwirkung, wird dann vom Schiedsrichter ein in einem definierten Strafkatalog festgelegtes Strafmaß verhängt. >10 Newton an der Wade eines Gegners = rote Karte. So in etwa.
Abseitsfehlentscheidungen kann man sogar noch einfacher technisch beikommen. Ist zwar alles ein enormer Aufwand aber Kosten spielen für die Befürworter der Linientechnik und bei SPON keine Rolle, also warum sollte es hier eine Rolle spielen?
Was man erreicht ist das beinah perfekt durchgeregelte Fußballspiel.
Tolle Sache - und unglaublich langweilig.

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