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Debatte über Linientechnik: Aufschrei nach dem Torklau
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Die Fußballwelt diskutiert eine krasse Fehlentscheidung: Die Ukraine schießt gegen England ein Tor - doch der Schiedsrichter lässt es nicht gelten. Nun fordern Spieler und Funktionäre eine Torlinientechnik, auch Khedira und Müller sind dafür. Nur Uefa-Präsident Platini sagt: "Fünf Schiedsrichter sehen alles." EM 2012: Das nicht gegebene Tor der Ukraine sorgt für Diskussionen - SPIEGEL ONLINE

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micwil 20.06.2012, 20:44
60. An alle Befürworter von "Techniklösungen"

Zitat von silenced
Anstatt zwei Torrichter rumstehen zu haben kann man auch einen an einen Monitor setzen und er beobachtet da die Torlinien inkl. Möglichkeit das ganze bisschen vor und zurückzuspulen. Dauert keine 10 Sekunden da eine strittige Situation aufzuklären.
Bitte nicht vergessen, dass Video-, GPS- oder sonstige Elektronikbeweise dann auch auf den Spielfeldern der Kreisklassen funktionieren müssten. Oder wollen wir zukünftig je nach Spielklasse unterschiedliche Fußball-Regeln?

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dhanz 20.06.2012, 21:09
61.

Zitat von Robert_Rostock
Das sind sie heute bereits nicht. Oder gibt es in der Kreisklasse C auch professionelle Schiri-Assistenten, die mit dem Schiri immer ein festes Gespann bilden, einen vierten Offiziellen, Torrichter, Headsets zwecks Sprechverbindung zwischen Schiri und Assistenten?
Nö, ist aber auch nicht notwendig. Der Schiedsrichter übernimmt die Aufgaben der Linienrichter, wenn diese nicht vorhanden sind. Natürlich erhöht sich die Fehlerrate. Aber die Regeln sind gleich und der Schiedsrichter hat - wie in der obersten Spielklasse auch - die Verantwortung und kann sie nicht an den Chip, die Fernsehkamera oder einen Super-Schiedsrichter, welcher am Bildschirm sitzt und das Spiel überwacht, abgeben.
Ein Chip im Ball ist m.E. das Einzige, was man vertreten kann, da diese Technik mit relativ einfachen Mitteln auch in den untersten Spielklassen angewendet werden kann.
Die Frage "Tor oder kein Tor" ist m.E. auch die einzige Situation, wo mit Hilfe der Technik zeitnah eine Entscheidung getroffen werden kann, wobei ich bei Einführung dieser Technik befürchte, das der Chip "Tor" gibt und die Kamera beweist, das der Ball nicht im Tor war (und umgekehrt).
Bei allen anderen Situationen (Foul, Abseits) ist dies m.E. nicht praktikabel und muss weiterhin im Ermessensspielraum des Schiedsrichtergespanns liegen.

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Coiote 20.06.2012, 21:29
62. Sehe keine stichhaltigen Probleme beim Videobeweis

Zitat von gegenpressing
Schwachsinn. Der Footballvergleich hinkt brutal. Der Tennisvergleich noch viel mehr! Erstens: Was würde das bei einem strittigen Elfer helfen? Hier sind einfach Ermessensspielräume da. Wie geht man damit um?
Die Ermessensspielräume bestehen einfach weiter, wo soll das Problem sein? Die Rate ungerechter Entscheidungen würde aber sinken, per Videobeweis kann man beispielsweise Schwalben von Fouls meistens gut unterscheiden, zwar nicht immer, aber sehr oft. Zitat von gegenpressing
Zweitens: Im aktuellen Beispiel: Was hätte es der Ukraine geholfen? Das Tor wird gegeben, dann verlangt Roy aber eine Betrachtung der Abseitssituation - das Tor muss doch wieder annuliert werden. Oder wie jetzt?
Das Argument hinkt gewaltig. Ja richtig, in diesem Beispiel hätte es wohl zwar kein Tor für die Ukraine gegeben, aber wir können doch nicht erwarten, dass sich per Zufall oder göttliche Fügung eine Fehlentscheidung durch eine andere stets aufhebt. Nee, nee, das Argument ist sehr schwach. Zitat von gegenpressing
Und das Spiel wird dann einfach so unterbrochen? Klar!
Aber nicht sehr oft, und der Schiri könnte ja nach dem Einspruch erst einmal kurz weitelaufen lassen, bis der Ball z. B. im Aus ist. Dann prüft man per Video den Einwand des Trainers. Der Spielfluss wird dadurch nicht behindert. Zitat von gegenpressing
Drittens: Spieler A setzt sich im Kopfballduell aus abseitsverdächtiger Position durch und legt dann auf Spieler B. Der läuft völlig frei auf den Torhüter zu. Darf der Trainer der verteidigenden Mannschaft jetzt das Spiel unterbrechen, weil er eine Abseitsstellung von A erkannt hatte? Nein? Ja?
Ganz einfach Nein!, man wartet ab, bis das Spiel nach den gängigen Regeln unterbrochen wird (Ball im Tor, Ball im Aus, Ball im Eck, Ball in der Hand des Torhüters, Pfiff des Schiris wegen eines Fouls usw.)! Aber falls es zu einem Tor kommt, würde ein Videobeweis uns danach sehr schnell zeigen können, ob das Tor regulär war. Dauert dann vielleicht auch mal 5 Sekunden, um zu entscheiden, ob das Tor gewertet werden soll, oder nicht. Die letzte Entscheidungshoheit sollte meiner Ansicht immer noch der Schiri haben, aber per Funk würde er beraten werden.

Zudem muss es ja nicht mit einer beschränkten Anzahl an erlaubten Einsprüchen der Trainer geregelt werden. Eine zusätzliche beratende Funktion eines Assistenten, der sich die Zeitlipeneinstellungen kein kritischen Situationen anschaut und seine Ansicht dem Schiri per Funk mitteilt reicht völlig.

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BeBeEli 20.06.2012, 21:42
63. Sportsgeist

Zitat von sysop
Die Fußballwelt diskutiert eine krasse Fehlentscheidung: Die Ukraine schießt gegen England ein Tor - doch der Schiedsrichter lässt es nicht gelten. Nun fordern Spieler und Funktionäre eine Torlinientechnik, auch Khedira und Müller sind dafür. Nur Uefa-Präsident Platini sagt: "Fünf Schiedsrichter sehen alles."
Technische Hilfsmittel sind kein Ersatz für fehlenden Charakter. "Fairness" ist zwar ein englischer Ausdruck, aber fair sind die englischen Spieler nicht. Man hätte erwarten können, dass der englische Spieler zum Schiedsrichter geht und bekennt: es war ein Tor. Nun müssen die englischen Spieler mit dem Ruf leben, im Zweifelsfall auch zu betrügen und unfair zu spielen. Echte Sportler machen so etwas nicht.

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Sandbagger 20.06.2012, 22:34
64. Hand aufs Herz...

... wer würde zum Schiedsrichter gehen und sagen hey, es war ein Tor, bitte erkennt es an. Auch wenn wir Gefahr laufen, dass uns das aus dem Turnier kickt, indem wir vielleicht endlich mal ein wenig Erfolg einfahren können.
Ich würde es nicht machen. Terry wäre der Depp des Königsreichs in England und der Held in der Ukraine.
Zum Thema selbst: Ja, es muss etwas geändert werden. Tragisch finde ich es nicht, da es für mich kein Torklau war, weil es ein Abseitstor war.
Der Fußball lebt halt auch von Fehlentscheidungen und Ungerechtigkeiten. Es kommt nicht immer die bessere Mannschaft weiter. Böse Welt aber auch.

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teekesselchen 20.06.2012, 22:50
65.

Zitat von BeBeEli
Technische Hilfsmittel sind kein Ersatz für fehlenden Charakter. "Fairness" ist zwar ein englischer Ausdruck, aber fair sind die englischen Spieler nicht. Man hätte erwarten können, dass der englische Spieler zum Schiedsrichter geht und bekennt: es war ein Tor. Nun müssen die englischen Spieler mit dem Ruf leben, im Zweifelsfall auch zu betrügen und unfair zu spielen. Echte Sportler machen so etwas nicht.
Terry kann in dieser Szene nicht sehen, ob der Ball drin ist, er fliegt ran und haut den Ball weg. Um wirklich zu sehen, ob der Ball drin ist, ist er im falschen Winkel zur Linie. Vor allem muss der Ball im vollem Umfang hinter der Torlinie sein, damit es als Tor zählt.

Den Engländern hier unfaires Verhalten vorzuwerfen, ist in dieser Situation einfach falsch.

Manuel Neuer vor 2. Jahren dagegen, hat genau gesehen das der Ball drin war und dann extra das Spiel mit seinem schnellen Abwurf schnell gemacht. Da hat sich soweit ich weiß niemand drüber beschwert!

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widower+2 20.06.2012, 23:14
66. Abacus

Zitat von Bee1976
Der zweite Grund sind die beträge um die es mittlerweile im Sport geht. Da können im Worst Case 90 Minuten über Millionen, Karrieren oder Arbeitsplätze einscheiden. Hier keine technik zu verwenden ist in etwa so wie den Jungs an der Wallstreet nen Abacus in die Hand zu drücken undden computer mitzunehmen.
Für die Jungs an der Wall Street wäre ein echter Fortschritt. Wir hätten keine Euro-Krise, keine Spekulationen gegen ganze Volkswirtschaften und so weiter.

Aber den Schiedsrichtern sollten diese technischen Hilfsmittel wirklich zur Verfügung stehen.
Und die Jungs an der Wall Street bedienen seit Langem nur noch mit Alghoritmen gefütterte Maschinen, ohne wirklich entscheiden zu können
Ein Fließbandarbeiter braucht mehr Hirn.

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widower+2 20.06.2012, 23:21
67. Lächerlich

Zitat von BeBeEli
Technische Hilfsmittel sind kein Ersatz für fehlenden Charakter. "Fairness" ist zwar ein englischer Ausdruck, aber fair sind die englischen Spieler nicht. Man hätte erwarten können, dass der englische Spieler zum Schiedsrichter geht und bekennt: es war ein Tor. Nun müssen die englischen Spieler mit dem Ruf leben, im Zweifelsfall auch zu betrügen und unfair zu spielen. Echte Sportler machen so etwas nicht.
Kein einziger englischer Spieler war in einer Position, zu erkennen, ob dieser Ball drin war oder nicht. Am wenigsten derjenige, der ihn von der Linie (oder dahinter) gekratzt hat.

Auch der Schiedsrichter hatte keine Chance.
Einzig der Torrichter hätte aufgrund seiner Position auf der Torlinie erkennen können (nicht müssen), dass der Ball drin war.
Hier ging es um wenige Zentimeter! Das kann kein Mensch sehen, sofern er nicht direkt auf der Torlinie steht und sehr aufmerksam ist.

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Moewi 20.06.2012, 23:25
68.

Zitat von vhe
Dann bauen Sie einfach einen Zufallszahlengenerator ein, der 1% Fehlentscheidungen produziert.
Ich kann die..."Fans" schon grölen hören:
"System, wir wissen wo dein Server steht..."

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CobCom 20.06.2012, 23:30
69. Der Vorwurf ist völlig daneben...

Zitat von BeBeEli
Technische Hilfsmittel sind kein Ersatz für fehlenden Charakter. "Fairness" ist zwar ein englischer Ausdruck, aber fair sind die englischen Spieler nicht. Man hätte erwarten können, dass der englische Spieler zum Schiedsrichter geht und bekennt: es war ein Tor. Nun müssen die englischen Spieler mit dem Ruf leben, im Zweifelsfall auch zu betrügen und unfair zu spielen. Echte Sportler machen so etwas nicht.
..niemals wußte der Engländer bei der Aktion sicher, wo der Ball nun genau relativ zur Linie war.

Da hätte eher der Ramos zu Stark/Meyer sagen sollen:
"Was soll ich denn noch machen für `nen 11-er? Den Mandzukic abstechen?"

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