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Debatte über Linientechnik: Aufschrei nach dem Torklau
DPA

Die Fußballwelt diskutiert eine krasse Fehlentscheidung: Die Ukraine schießt gegen England ein Tor - doch der Schiedsrichter lässt es nicht gelten. Nun fordern Spieler und Funktionäre eine Torlinientechnik, auch Khedira und Müller sind dafür. Nur Uefa-Präsident Platini sagt: "Fünf Schiedsrichter sehen alles." EM 2012: Das nicht gegebene Tor der Ukraine sorgt für Diskussionen - SPIEGEL ONLINE

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Reziprozität 21.06.2012, 23:31
70.

Zitat von silenced
Anstatt zwei Torrichter rumstehen zu haben kann man auch einen an einen Monitor setzen und er beobachtet da die Torlinien inkl. Möglichkeit das ganze bisschen vor und zurückzuspulen. Dauert keine 10 Sekunden da eine strittige Situation aufzuklären.
Klappt im Uebrigen beim Eishockey, einem weitaus schnelleren Spiel, seit etlichen Jahren ganz hervorragend. Es bedarf m.E. keiner Brachialinnovationen, um dieses System mit Kameras auch flächendeckend umzusetzen. In den Profiligen ist eh' kaum ein Winkel des Stadions unbeobachtet, da seien schon die Kameras und Tools der Analysefirmen vor. In der Oberliga Südwest bspw., sollte man hingegen mal abwägen was letztlich (finanziell) aufwändiger ist: 5 Schiris pro Punktspiel (Platinimodell) oder eben zwei sauber zertifizierte Kameras am rechten Ort angebracht.

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miguelito1979 21.06.2012, 23:39
71.

Zitat von Coiote
Die Ermessensspielräume bestehen einfach weiter, wo soll das Problem sein? Die Rate ungerechter Entscheidungen würde aber sinken, per Videobeweis kann man beispielsweise Schwalben von Fouls meistens gut unterscheiden, zwar nicht immer, aber sehr oft.Das Argument hinkt gewaltig. Ja richtig, in diesem Beispiel hätte es wohl zwar kein Tor für die Ukraine gegeben, aber wir können doch nicht erwarten, dass sich per Zufall oder göttliche Fügung eine Fehlentscheidung durch eine andere stets aufhebt. Nee, nee, das Argument ist sehr schwach.Aber nicht sehr oft, und der Schiri könnte ja nach dem Einspruch erst einmal kurz weitelaufen lassen, bis der Ball z. B. im Aus ist. Dann prüft man per Video den Einwand des Trainers. Der Spielfluss wird dadurch nicht behindert. Ganz einfach Nein!, man wartet ab, bis das Spiel nach den gängigen Regeln unterbrochen wird (Ball im Tor, Ball im Aus, Ball im Eck, Ball in der Hand des Torhüters, Pfiff des Schiris wegen eines Fouls usw.)! Aber falls es zu einem Tor kommt, würde ein Videobeweis uns danach sehr schnell zeigen können, ob das Tor regulär war. Dauert dann vielleicht auch mal 5 Sekunden, um zu entscheiden, ob das Tor gewertet werden soll, oder nicht. Die letzte Entscheidungshoheit sollte meiner Ansicht immer noch der Schiri haben, aber per Funk würde er beraten werden. Zudem muss es ja nicht mit einer beschränkten Anzahl an erlaubten Einsprüchen der Trainer geregelt werden. Eine zusätzliche beratende Funktion eines Assistenten, der sich die Zeitlipeneinstellungen kein kritischen Situationen anschaut und seine Ansicht dem Schiri per Funk mitteilt reicht völlig.
Ich sehe auch keine schlüssigen Probleme beim Videobeweis. Kriege ich damit alle Fehler raus? Nein, Abseitsstellungen dürften immer ein Problem bleiben. Falsch abgepfiffene Angriffe kann ich damit nicht rückgängig machen, aber gut. Dann bietet sich dann halt die Möglichkeit, den Angriff trotz Zweifel weiterlaufen zu lassen und DANN, falls ein Tor fällt, zur Sicherheit nochmal den Videobeweis aufzurufen. Aber DEN würde der gegnerische Trainer sowieso anfordern.... dann das ganze noch auf zwei Versuche pro Mannschaft pro Spiel begrenzen, Zeitlimit von 1 Minute drauf, FERTIG! Meistens dauert das Ganze doch eh nur 5 Sekunden...

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Moewi 21.06.2012, 23:43
72.

Zitat von BeBeEli
Echte Sportler machen so etwas nicht.
Echte "Sportler" machen sogar Handballtore in der Quali, schmeissen Irland raus und fahren zur WM.
France Ireland Henry handball - YouTube
Es wird Zeit für den Videobeweis. Das sollte dem "Sportsgeist" eigentlich Rückendeckung geben. Wer weiss, ob Henry frech geblieben wäre, wenn ihm 20 Sekunden später per Videoentscheid ein Platzverweis wegen grober Unsportlichkeit gedroht hätte?
Ich schätze man muss manche Sportler zu ihrem "Glück" zwingen.

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Reziprozität 21.06.2012, 23:45
73.

Zitat von micwil
Bitte nicht vergessen, dass Video-, GPS- oder sonstige Elektronikbeweise dann auch auf den Spielfeldern der Kreisklassen funktionieren müssten. Oder wollen wir zukünftig je nach Spielklasse unterschiedliche Fußball-Regeln?
Diese Frage ist in der Tat berechtigt. Andererseits dürfte ein zertifiziertes Kamerasystem für zwei Tore mit Video-Auswerteplatz heutzutage maximal irgendwas um die 2000 Euro pro Spielfeld kosten (Ohne FIFA-Gewinnabschöpfungsbonus). Der DFB hat allein an Antritts- und Punktgeldern für die Vorrunde an der EM 2012 schon 13 Millionen Euro eingenommen. Damit liessen sich 6'500 Fussballplätze technik-und regelkonform umrüsten. Das sollte bis ganz gaaanz tief in die Verbandsliga hinein eigentlich reichen.

Dreimal das Jahresgehalt von Ribery bei Bayern München investiert, und alle deutschen Fussballplätze auf denen Punktspiele stattfinden, wären abgedeckt. Inklusive der Jugendabteilungen.

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stulle mit jagdwurst 21.06.2012, 23:48
74.

Die elektronischen Hilfen sollten schon genutzt werden, nur sollten sie ergänzend und nicht entscheidungsweisende bestand haben.
Was den Fall Ukraine vs. England angeht: Auch wenn der Ball drinne war, wars ja wohl kein Tor, da der Schuss aus der Abseitsposition erfolgte - wärs gegeben worden, gäb es andere Parteien, die nun aufschreien würden.
In dem Sinne hat der Schiri nun wohl richtig entschieden oder? Kann das sein, dass man hier unbedingt "einen Fall" schaffen möchte. Sowas in Richtung "Wag the dog"?

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klaus meucht 21.06.2012, 23:54
75. Fussball ist zu gewissen Anteil ein Glücksache

Zitat von micwil
Bitte nicht vergessen, dass Video-, GPS- oder sonstige Elektronikbeweise dann auch auf den Spielfeldern der Kreisklassen funktionieren müssten. Oder wollen wir zukünftig je nach Spielklasse unterschiedliche Fußball-Regeln?
Das halte ich für unsinnig. Bei Jugendmannschaften sind die Tore kleiner, die Spielzeit geringer und auch die Spielfeldgrösse geringer. Es geht sehr wohl mit unterschiedlichen Regeln.

Bei einer Torkamera wäre ja nicht die Regel unterschiedlich, sondern nur die Art der Überprüfung der Regel. Und warum soll man in den Fällen in denen es um grossen Summen geht nicht einen höheren technischen Aufwand aufbringen, als bei Freizeitkicker?

Ich halte allerdings die Diskussion für nicht so wichtig. Fussball ist eben zu einem gewissen Anteil auch ein Glücksspiel. Nur so ist es möglich dass Vestenbergreuth gegen Bayern München gewinnt.

Fussball ist nicht gerecht und wird nie gerecht sein. Und das ist gut so. Es ist doch schön dass auch ein Land wie Dänemark und Griechenland die EM gewinnen kannen - auch wenn sie sicherlich nie die allerstärkste Mannschaft war.

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Reziprozität 21.06.2012, 00:08
76.

Zitat von EraserFS
... Ukrainische Fans sind sauer, die Englischen freuen sich über ihre Glückskinder. Solche Unterhaltungseffekte fallen ersatzlos weg, wenn es zum standardmäßigen Einsatz von Linientechnik bei sportlichen Wettbewerben kommt. Wäre schade drum. ...
Diese "Linientechniken" werden seit Jahr und Tag beim Eishockey sehr erfolgreich eingesetzt. Pro Match gibt es vielleicht eine oder zwei Situationen, in denen das Torvideo bemüht wird. Der Faszination des Eishockeysports tat dies keinerlei Abbruch, im Gegenteil.

Im Fussball wäre das mit Sicherheit nicht anders ...

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hahn911 21.06.2012, 00:12
77.

Ich persönlich bin stark für einen Technikeinsatz, auch wenn er in diesem Fall wohl nichts geholfen hätte (da 2 mal Falsch dann doch richtig ergab)
Aber in Anbetracht der Tatsache, dass Menschen fehler machen, und seien sie noch so gut in dem was sie tun, sollte doch über den Einsatz von Torkameras/Chips (oder beides auf einmal, dann kontrolliert sich die Technik gleich selbst) doch nachgedacht werden, auch der Videobeweis wäre eine gute Möglichkeit mmn.
Es würde den Sport etwas fairere machen und enormen Druck von den Referes nehmen, ich würde Sie alle bitten einen Blick in "Referees at work" zu werfen (http://www.youtube.com/watch?v=CUpbqyeZFXQ), gerade die Szenen mit Webb finde ich sehr beeindruckend, da wird einem erst wirklich klar, was in den Schiedsrichtern vorsichtgeht.
Im übrigen "Ein Tor muss so erzielt werden, dass die menschen, die beteiligt sind, es auch als Tor erkennen können." ist schwachsinn, ein Mensch hätte das Tor bestimmt erkannt, aber eben nicht Dieser in dieser Situation, ein Tor ist ein Tor, wenn der Ball hinter der Linie ist PUNKT. Und zwar unabhänig davon ob das nun jemand gerade sieht oder nicht, das sind die Regeln.

Mfg 911

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gegenpressing 21.06.2012, 00:14
78.

Zitat von Coiote
Die Ermessensspielräume bestehen einfach weiter, wo soll das Problem sein? Die Rate ungerechter Entscheidungen würde aber sinken, per Videobeweis kann man beispielsweise Schwalben von Fouls meistens gut unterscheiden, zwar nicht immer, aber sehr oft.
Oh einen Dreck kann man! Wie bewertet man, wenn ein Spieler einfädelt? Was machen, wenn nur eine geringe Berührung vorliegt? Bsp. Robben gegen Dortmund! Was es da für Diskussionen gab! Die waren durch keine Zeitlupe aufzulösen! Lediglich ganz plumpe Schwalben ohne Berührung würden erkannt. Bei allen anderen kann man sagen: eine Berührung lag vor... Hmm, aber war das jetzt ein normaler Kampf um den Ball? Völlig unpraktikabel in der Realität.

Zitat von Coiote
Das Argument hinkt gewaltig. Ja richtig, in diesem Beispiel hätte es wohl zwar kein Tor für die Ukraine gegeben, aber wir können doch nicht erwarten, dass sich per Zufall oder göttliche Fügung eine Fehlentscheidung durch eine andere stets aufhebt. Nee, nee, das Argument ist sehr schwach.Aber nicht sehr oft, und der Schiri könnte ja nach dem Einspruch erst einmal kurz weitelaufen lassen, bis der Ball z. B. im Aus ist. Dann prüft man per Video den Einwand des Trainers. Der Spielfluss wird dadurch nicht behindert. Ganz einfach Nein!, man wartet ab, bis das Spiel nach den gängigen Regeln unterbrochen wird (Ball im Tor, Ball im Aus, Ball im Eck, Ball in der Hand des Torhüters, Pfiff des Schiris wegen eines Fouls usw.)! Aber falls es zu einem Tor kommt, würde ein Videobeweis uns danach sehr schnell zeigen können, ob das Tor regulär war. Dauert dann vielleicht auch mal 5 Sekunden, um zu entscheiden, ob das Tor gewertet werden soll, oder nicht. Die letzte Entscheidungshoheit sollte meiner Ansicht immer noch der Schiri haben, aber per Funk würde er beraten werden.
Sorry, auch völlig unpraktikabel. Da gibts also einen vielversprechenden Konter . Der gegnerische Trainer sieht ein eventuelles Foul und schmeißt einfach mal die Flagge. Der Konter zieht sich jetzt aber, die Mannschaft baut ohne Unterbrechung neu auf. Es vergehen ein paar Minuten, plötzlich: Flanke, Tor! Aber ätsch, da war ja noch das angebliche Foul von 5 Minuten zuvor. Ja blöd, jetzt darf der Schiri eine Ermessensentscheidung über einen Allerweltszweikampf treffen mit dem Hintergrund. Na Prost Mahlzeit! Was für eine grandiose Idee!

Zitat von Coiote
Zudem muss es ja nicht mit einer beschränkten Anzahl an erlaubten Einsprüchen der Trainer geregelt werden. Eine zusätzliche beratende Funktion eines Assistenten, der sich die Zeitlipeneinstellungen kein kritischen Situationen anschaut und seine Ansicht dem Schiri per Funk mitteilt reicht völlig.
Dazu braucht der doch dann teilweise MINUTEN! Wie soll das denn gehen?

Nee Leute, ich habe noch keinen einzigen praktikablen Vorschlag zum Videobeweis gehört.

Und Ball in der Hand des Torhüters ist vielleicht alles, aber keine Spielunterbrechung!

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avdh 21.06.2012, 00:14
79. Ihr habt ja alle keinen Plan, wie fast immer, naja bei der FIFA, UEFA zumindest

Schon einmal etwas von einer optischen Achse gehört? Oder Parallaxenfehler? Dann wüsste man, daß ein Schiri (oder Tori), stehend, 3 m vom Pfosten entfernt, gar nicht entscheiden kann. Weil er gar nicht weiss was er gesehen hat. Dazu braucht es z.B. eine optische Lösung an der Hinterkante der Torlinie (nicht auf der Mitte der Linie!). Und da liegt auch das Problem mit dem Torrichter. Da er steht (und nicht mit der Augachse auf Pfosten/ Linienrückseite liegt, also quasi in stabiler Seitenlage :-)) kann er nicht "sehen", ob ein Ball eine gedachte Linie überschritten hat, er kann es nur vermuten. Jede (handelsübliche) Kamera ist da im Vorteil, gesetzt den Fall, die (einzige) optische Linie liegt auf der Rückseite der Torlinie. Das Problem wollt Ihr lösen? Ohne "Lasertechnik" oder andere technische Hilfsmitel? Und was ist mit passivem Abseits, Spielverzögerung, falschem Einwurf? Is schon klar.

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