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Debatte um Prostitution: Zieht die Freier zur Rechenschaft

Anfahrt, Akt, Abfahrt: Die sogenannten Verrichtungsboxen gelten als humanes Mittel im Kampf gegen den unmenschlichen Straßenstrich. Das ist Unsinn. Die einzige Lösung ist, die Prostitution zu verbieten - und die Freier zur Rechenschaft zu ziehen. Kolumne von Sibylle Berg über Prostitution - SPIEGEL ONLINE

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Asirdahan 20.10.2012, 17:48
50. ohne

Zitat von fischmops
aber im Augenblick des Verbots wird sich die Mafia die Hände reiben und ungeahnte Gewinne verbuchen können. Unversehrtheit und Gesundheit der Frauen werden nicht die geringste Rolle mehr spielen, und verdienen werden sie auch nichts. Veränderung muss im Kopf beginnen. Verbote sind etwas für diejenigen, die ihren Kopf nicht benutzen wollen. Nicht immer ist die einfachste Lösung auch die beste.
Danach müsste man auch Banküberfälle erlauben. Es gibt viele Menschen, die einen unstillbaren Drang danach haben sich zu bereichern und ganz scharf auf Geld sind. Wenn man ihnen diese Möglichkeit nicht gibt, werden die Einbrüche in Privathäuser ganz schrecklich zunehmen.

Eine Sache deshalb nicht zu verbieten, weil man fürchtet, der Verbrechen nicht mehr Herr zu werden, ist ein Armutszeugnis für das Staatsmonopol auf Gewaltausübung.

Ein Mann hat Frauen nicht zu belästigen. Punkt. Und wer Prostitution mit Mafia-Methoden betreibt, gehört aufgespürt und verurteilt. Gerade im Rotlichtmilieu kann man die Grenzen zwischen Zwang und Freiwilligkeit kaum mehr erkennen. Ich denke mal, dass die allerwenigsten Frauen den Beruf Hure wählen, weil er ihnen so viel Spaß macht.

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twister-at 20.10.2012, 17:51
51. Falsche Prämissen

@asirdahan:
Auch Männer prostituieren sich, das wird hier gerne ausgeklammert. Interessanterweise wird die wirtschaftliche Not, die etliche Männer z.B. im Balkan usw. auch in die Prostitution bringt, nicht verteufelt bzw. überhaupt mal thematisiert. Im Gegenteil - männliche Prostitution interessiert kaum jemanden als Thema. Ich erinnere mich jedenfalls nicht, dass es Artikel zum Thema "Frischfleisch für ältere Damen" (Prostitution in bestimmten Ferienregionen), "Männliche Prostitution als Folge vom Bürgerkrieg" usw. gab.

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Asirdahan 20.10.2012, 17:52
52. ohne

Zitat von NoTarget
Die Weltverbesserungsphantasien von Frau Berg hören sich vielleicht für manche ganz nett an, aber womöglich gibt es am Ende sogar Frauen, die gar nicht wollen, dass die Prostitution verboten wird? Von persönlichen Wünschen abgesehen sieht es in der Realität leider so aus, dass Schweden mit Abstand die höchste Vergewaltigungsrate in Europa hat - etwa 4,5 Mal so hoch wie Deutschland. Da muss es zwar keine Kausalität geben, aber die Korrelation ist schon beachtenswert, zumal die zweithöchste Vergewaltigunsgrate in Island anzutreffen ist - auch dort ist die Prostitution de Fakto verboten.
Man muss sich fragen, weshalb von der Seite der Polizei und Justiz scheinbar wenig dagegen unternommen wird, so dass die Rate nicht sinkt? Ist man daran vielleicht gar nicht interessiert?

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SasX 20.10.2012, 17:53
53.

Zitat von sysop
Anfahrt, Akt, Abfahrt: Die sogenannten Verrichtungsboxen gelten als humanes Mittel im Kampf gegen den unmenschlichen Straßenstrich. Das ist Unsinn. Die einzige Lösung ist, die Prostitution zu verbieten - und die Freier zur Rechenschaft zu ziehen. ... Es sollte eine Straftat sein, und zwar nicht für die Prostituierten.
Wenn man das mal auf den Drogenmarkt umsetzt, bedeutet dass, dass in Zukunft dort nur noch die Käufer bestraft werden, der Anbieter der Drogen aber nichts zu befürchten hat.

Abgesehen davon bin ich gegen eine Kriminalisierung der "Konsumenten". Sehr oft wird dies freiwillig gemacht (man schaue mal in die "Sie sucht Ihn"-Rubriken, wieviele Frauen dort einen "solventen Mann" suchen). Damit wird lediglich eine Marktlücke bedient, auch wenn sie sexueller Natur ist. Aber Sex ist in meinen Augen nichts Schlimmes, auch nicht gegen Geld. Und auch in den meisten Beziehungen fließt Geld vom Mann Richtung Frau. Natürlich, in den Augen vieler Feministinnen haben wir Mengen an Zwangsprostituierten (wo waren die nur während der WM?). Aber in den Augen einiger Feministinnen ist ja auch jeder einvernehmliche Sex zwischen Mann und Frau eine Vergewaltigung. Und bei jedem Pornocasting finden sich problemlos Mengen an Frauen, die sich melden.

Frauen haben es in sexueller Hinsicht leichter. Solange die Frau einigermassen passabel aussieht, wird sie keine Probleme haben, für ein rein sexuelles Bedürfnis innerhalb kurzer Zeit einen männlichen Part zu finden. Bei Männern sieht das in der Regel anders aus. Und diese Lücke füllen Prostituierte aus. Das gefällt natürlich insbesondere Frauen nicht, nimmt ihnen das doch vieles von der Macht über den männlichen Sexualitrieb. Muss es aber auch nicht. Es reicht, wenn die beiden Akteure mit den Bedingungen einverstanden sind.

Gegen Zwangsprostitution haben wir bereits Gesetze.

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Asirdahan 20.10.2012, 17:55
54. ohne

Zitat von E_SE
Sympatischer Ansatz. Gutgemeinte Welt. Böse Realität. Erzwungene Prostitution ist kriminell. **Freiwillige** Prostitution ein Geschäft. Man kann es nicht mögen, man mag es wiederlich finden, ekelhaft, entwürdigend, alles richtig. Aber welche wunderbare Welt hätten wir, wenn die freiwillige Prostitution von heute auf morgen verboten wäre ? Was meinen Sie würden die "Täter" wohl tun, wenn sie ihren Trieb nicht auf die legale Art befriedigen würden ? Empfehle dann schonmal den Frauen nach Einbruch der Dunkelheit nicht mehr ohne Personenschutz nach draussen zu gehen.
Leben wir in einem Land, wo jeder Mann meint, das Recht zu haben, seinen Trieb mit einer Partnerin zu befriedigen? Und wenn sich keine anbietet, dass er sich mit Gewalt eine nimmt? Und dass man dagegen einfach machtlos ist? Das wäre sehr traurig.

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uiuiui 20.10.2012, 17:58
55. Gehts nicht auch ohne frei erfundene Argumente?

Ok, recht radikaler und nicht im Detail durchdachter Artikel. Das meiste ist dazu ja schon gesagt aber verblüfft hat mich:
"Ein Sozialarbeiter ... näht eingerissene Vaginas wieder zu ..."
Gehts nicht auch ohne solch frei erfundenen Horrormist. Das ist doch absoluter Unfug. Weder reissen Vaginas regelmäßig beim Sex. Auch nicht beim bezahlten. Noch nähen Sozialarbeiter (die stricken). Wenn eine Sexarbeiterin von einem Freier verletzt wird, kann sie auch in diesem chauvinistischen Drecksland (wie auch in der Schweiz) zum Arzt oder ins Spital. Kostenlos. Sogar als "illegale" Ausländerin. Und zur natürlich Polizei (das allerdings wird sie sich als illegale Ausländerin überlegen).

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Strandhaus 20.10.2012, 17:59
56. optional

Das Thema wird wohl erst dann anders diskutiert werden, wenn es üblich geworden ist, dass auch Männer sich für Frauen prostituieren. Erst, wenn man mal den Spieß umdreht, und sich als Mann vorstellt, ob es eine erträgliche Art wäre, sich seinen Lebenunterhalt durch die vielfältige Befriedigung von Frauen, die man oft eher abstoßend findet, zu verdienen, wird es nicht mehr heißen, das sei doch ein Job wie jeder andere.

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Asirdahan 20.10.2012, 18:00
57. ohne

Zitat von plasmopompas
Ich sehe nichts Kriminelles oder die Würde der Frau Antastendes darin, wenn für Sex bezahlt wird. Geld gegen Dienstleistung ist ein fairer Tausch, wenn die Grundlage dieses Tausches auf Freiwilligkeit, Gewaltfreiheit und Anstand beruht. Niemand kann die Würde eines anderen Menschen antasten, wenn dieser es nicht erlaubt (bewusst oder unbewusst).
Dann haben Sie eine paradiesische Vorstellung von der Welt des käuflichen Sex. Schön wär's ja. Wenn alles nur eine auf Anstand und Freiwilligkeit beruhende Dienstleistung wäre, weshalb sind dann diese absolut sauberen Dienstleistungen beschränkt auf bestimmte Viertel? Weshalb passieren im Rotlichtmilieu so viele Straftaten? Weshalb wollen Hauswirte nicht, dass Mieterinnen in ihrer Wohnung Freier empfangen so wie ein Rechtsanwalt seine Klienten? Ist doch alles ganz würdevoll. Ich lach mich tot.

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wickedwombat 20.10.2012, 18:00
58.

Mit dem Verbot verschwindet Prostitution nicht, sie wird nur schwerer zu kontrollieren.Außerdem sorgt ein Verbot für eine Verschlechterung der Arbeitsedingungen der Frauen, da diese nicht mehr überewacht werden.

Das Problem ist nicht das Prostitution aus sich selbst heraus eine würdelose und ernedrigende Beschäftigung wäre, dieses Bild besteht nur in ihrem Kopf sowie denen des Großteils der Gesellschaft. Ich für meinen Teil haben vor Prostituierten und ihrem Beruf ebenso Respekt wie vor jedem anderen Beruf und seiner Ausübenden. Ein Verbot würde dem Ansehen der Prostitutierten nur weiter schaden.

Ihre gesamte Argumentation ergibt sowieso keinen Sinn. Wenn sie das Gefühl haben sollten nicht ernst genommen zu werden, dann liegt es vermutlich daran dass sie ihre Ideen nicht logisch begründen können, nicht daran dass sie ein Frau sind.

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barbierossa 20.10.2012, 18:02
59. Welche Gründe auch immer...

Zitat von Asirdahan
Es gibt kein Menschenrecht auf Sex, auch nicht bei Männern, jedenfalls nicht auf den Sex mit einem Partner. Wer aus welchen Gründen auch immer keine Frau findet, der hat sich damit abzufinden.
Es gibt allerdings das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung. Erwachsenen hat niemand in ihr Sexleben hineinzureden. Auch der Staat nicht. Wenn jemand einen Sexpartner findet, "aus welchen Gründen auch immer", um mal Ihre Worte zu verwenden, dann soll er mit diesem Partner Sex haben, finden Sie nicht?

Wenn Person A in Person B einen Partner zum Sex findet, weil er
a) ihr Blumen schenkt
b) ihr Komplimente macht
c) ihr den die verstopfte Toilette repariert
d) ihr zum teuren Italiener einlädt
e) ihr einen Heiratsvertrag unterschreibt
f) "welchen Grund auch immer" eintragen

- ist das dann okay, wenn Person A und Person B Sex haben?
Sollten Männer, die Frauen Blumen schenken, kriminalisiert werden?

Niemand hat das Recht auf Sex mit einem Partner. Aber jeder hat das Recht, sich um Sex mit einem Partner zu bemühen. Die Art und Weise des Bemühens - wer will die vorschreiben?

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