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Debatte um Sprach-Rassismus: Das hässliche "Neger" ist tot, tot, tot

"Was ist denn gegen das Wort Neger zu sagen?" Eine Menge. Nennen wir nur mal die einfachsten Argumente: Der Begriff ist deplatziert, hässlich und tot. Und Deutschland wird freier, schöner und aufgeklärter sein, wenn nicht nur Kinderbücher auf das N-Wort verzichten - sondern wir alle. Georg Diez zur Neger-Debatte um "Die kleine Hexe" - SPIEGEL ONLINE

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Robert_Rostock 18.01.2013, 21:29
160.

Zitat von booya
Seelig sind die Unwissenden. Neger bedeutet eben nicht Schwarzer. Einfach den Namen des Menschen benützen und wenn man ihn nicht kennt dann herausfinden. Oder ist es bei Ihnen üblich jeden Menschen den sie nicht kennen, der Einfachheit halber mit "HEY WEISSER" zu rufen?
?? Was unterstellen Sie denn hier? Wer hat denn hier dafür plädiert, Schwarze ständig mit "Hey Schwarzer", "Hey N.." anzusprechen?
Wenn ich den Namen eines Menschen kenne, dann rede ich den natürlich mit dem Namen an.

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herrkoehler 18.01.2013, 21:35
161.

Leider ist das Wort Neger in der Vergangenheit sehr als Schimpfwort gebraucht worden, um andere Menschen zu verletzten und oder sich selber zu erhöhen. Chauvinismus nennt man das wohl. Nur einfach den Menschen zu verbieten dieses Wort zu benutzen ist doch etwas radikal, finden sie nicht, lieber Autor? Oder wie würden Sie es nennen, wenn man mit der Keule der "political correctness" den Menschen einhämmern möchte, dass das was diese von ihren Eltern,Lehrern und Anderen gelernt haben, diesen AUSzubläuen. Merken Sie nicht, dass Sie damit auch Unschuldigen ein Schuldempfinden injizieren? Oder wie würden Sie es bezeichnen, wenn unter dem Deckmanter der "political correctness" nur noch ein bestimmter "Way of Life" erlaubt ist? Nicht nur Otto Waalkes benutze dieses Wort in seinem berühmten Film, auch viele lieber und herzliche Omas und Mütter nutzen dieses Wort und finden nichts Hässliches oder gar Unfreundliches daran, aber dazu später mehr. Sie behaupten in Ihrer Überschrift, dass dieses Wort deplaziert sei, also demgemäß "fehl am Platze" oder "unzutreffend". Nun, wenn es so wäre, dann gäbe es doch sicherlich einen Begriff, der passender ist. Der Begriff Neger oder auf deutsch Schwarzer beschreibt allgemein Menschen mit dunkler Hautfarbe. Kommt ein Mensch nun aus Afrika, Nord- oder aus Südamerika und hat dunkle Hautfarbe, so ist der Sammelbegriff Neger oder Schwarzer, durch seine vergangene unfreundliche Benutzung. Nicht gerade der freundlichste Begriff, aber doch nicht ganz ohne Präzension. Dementsprechend finde ich Ihre bloße Behauptung, der Begriff sei deplaziert hier doch selber sehr deplaziert. Desweiteren verbreiten Sie die Meinung, dass dieser Begriff sei hässlich. Nun was hässlich ist, dass liegt doch zum einen in den Augen des Betrachters und zum Anderen in der Absicht die dahinter steckt. Warum Sie den Begriff in Ihren Augen hässlich finden, darüber brauchen Sie hier nicht sprechen, denn wichtiger ist doch die Absicht des Absenders. Möchte jemand mit dem Wort Neger jemanden beleidigen, dass stiftet dies Unfrieden und ist in unserem doch sehr anständigen Land genauso unanständig wie die Beleidigung irgend eines anderen Menschens. Ich persönlich hatte einmal das Erlebnis mitzuerleben, wie aus einem, für mich normalem Wort ein Schimpfwort zu werden schien. In einer Straßenbahn befand sich eine größere Gruppe von Menschen, augenscheinlich Fussballfans. Sie sangen, machten Witze usw. Plötzlich schrie einer der Passagiere aus einem leicht geöffneten Fenster das Wort "Jude" einem Passanten zu, einige Fahrgäste jubelten. Für mich selber ist das Wort "Jude" kein Schimpfwort, für diese Passagiere offensichtlich schon. Was sagt uns das? Sollten wir auch das Wort "Jude" verbieten oder sollten wir uns Gedanken machen, warum das Wort Neger für Sie eine Beleidigung ist, lieber Autor? Als letzes behaupten Sie, dass das Wort Neger tot sei. Ja danke, ich habe schön gelacht. Wenn das Wort Neger tot wäre, dann würden wir uns hier überhaupt nicht darüber unterhalten und der Spiegel hätte diesem Thema keinen Raum eingeräumt. Das muss wohl nicht weiter erläutert werden. Das Wort selber sollte nur das sein was es ist, ein Wort eben. Worte zu verbieten macht die Welt doch nicht besser! Wenn die Menschen manche Menschen als sogenannte Neger betrachten möchten, dass kann man denen das doch nicht einfach verbieten, wie man kleinen Kindern etwas verbietet! Worte zu verbieten ist doch völlig sinnlos. Wurde nicht schon mit der Bücherverbrennung im Nationalsozialismus ein Verbot versucht? Und wo wir gerade beim Thema sind, wurde nicht schon der SA verboten ihre Uniform zu tragen? Und hat es etwas gebracht? Die Antwort ist wohl allgemein bekannt! Also muss ich feststellen, dass Ihre Überschrift laut Definition leider sehr unpassend und ungenau ist!
Dem aber nicht genug fügen Sie noch hinzu, dass Deutschland "freier", "schöner" und "aufgeklärter" sei, wenn man das Wort Neger nicht mehr benutzen würde.
Ich mache mir einmal die Mühe Sie hier auch Ernst zu nehmen. Sie glauben also wirklich, dass ein Staat freier wird, wenn man ihm etwas verbietet? Sie merken selber wie widersprüchlich das ist, oder?
Womöglich möchten Sie ja auch Deutschland von dem Wort Neger befreien? Schön, ein guter Vorsatz! Nur dann sollten Sie Deutschland nicht von dem physichen Wort Neger befreien, sondern von dem Wort Neger in den Köpfen mancher Menschen! Schöner finden Sie ein Deutschland auch, was das Wort Neger nicht mehr kennt. Schön fände ich auch ein Deutschland, in dem man die Worte, Arbeitslosigkeit, Armut, häusliche Gewalt, Kindesmißbrauch oder Gewalt nicht mehr kennt, aber diese Worte einfach nur zu verbieten löst leider keine Probleme, es vermeidet nur ihre Erwähnung! Das ist ein Konzept für Menschen, die Problemen aus dem Weg gehen, oder kurz gesagt, für Konzeptlose! Letztlich behaupten Sie dass das Verbot des Wortes Neger die Menschen aufgeklärter macht. Wie gesagt, es bringt nichts etwas zu verbieten auszusprechen, was manche Menschen dann doch denken. Aufklärung sollte zuerst den Kopf ansprechen und erst dann die Sprache befruchten. Darüberhinaus ist es ohnehin fraglich, wie Sie Aufklärung und die Diskriminierung eines Wortes überhaupt in einen Zusammenhang bringen wollen! MFG

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caligus 18.01.2013, 21:47
162. Mir wird langsam übel ...

Hat diese völlig sinnfreie Diskussion um alten Wortschatz endlich mal ein Ende? Wer sind eigentlich diese selbsterklärten Weltverbesserer, dass sie allen anderen den Gebrauch bestimmter, alteingesessener Worte plötzlich verbieten wollen? Das ist Wort-Rassismus! Fanatische Hetzjagden werden hier veranstaltet, und von Fanatikern kam noch NIEMALS in der Geschichte etwas Gutes. Ja, ich möchte in alten Büchern noch die dort von den Autoren verwendeten Begriffe sehen, weil es diese so wollten. Oder sollen statt dessen jetzt auch schon ganze Bücher verboten werden? Das hatten wir doch auch schon einmal.

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gladwyne 18.01.2013, 21:49
163.

vielleicht geht das ja bei der kleinen hexe, wen kuemmerts? aber wir kommen in schwierigkeiten wenns um tom sawyer geht, wenn der politisch gereinigt wird. man muss dann auch in frage stellen ob man historische filme, z b. der jud suess, ein ganz wichtiges document deutschen rassismus, dann nicht mehr gezeigt werden darf. die gedanken auf die der autor da kommt, sind, in alltag, weit hergeholt, er hat ja interessante gedanken und meinungen, die er da projeziert.

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kein Ideologe 18.01.2013, 21:51
164. 433245345

Zitat von RespectMyAuthorata
.... finde ich, als einer der politisch unkorrektesten Menschen aller Zeiten, das Wort 'Neger' genau wie der Autor auch deplatziert, tot usw usw. Für mich ist es einfach nicht mehr zeitgemäß. Ich zucke immer zusammen wenn jemand es benutzt, denn es klingt einfach nach etwas, das man als aufgeklärter und moderner Mensch nicht sagt.
man schlägt auch weder Räuber noch Religionsstifter ans Kreuz, das wird allgemein als barbarisch angesehen. Müssen wir jetzt die Bibel umschreiben?

Man sagt nicht Neger, das ist doch Konsens. Natürlich kichert man ein wenig, wenn Neger nach vielen Zwischenstufen ausgerechnet durch Schwarzer (von Schwarz, negro, nicht Alice) er- beziehungsweise übersetzt wird. Aber ich akzeptiere, daß vermutlich die meisten in D. lebenden Neger lieber als Schwarze angesprochen werden, auch wenn das nicht die Ursache sondern auch eine Folge der Spracherziehung ist.

Worum es geht, sind alte Bücher. Und ich als Heranwachsender wäre tödlich beleidigt gewesen, wenn ich irgendwann gemerkt hätte, man hat mir eine vermurxte Ausgabe gegeben, man hält mich also für zu blöd, zwischen Literatur und aktuellen Sprachgebrauch zu unterscheiden.

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Wildes Herz 18.01.2013, 21:58
165.

Zitat von Schäfer
Das ist doch völlig uninteressant. Afrikaner werden sich in der Regel genausowenig darum scheren, wie man sie nennt, wie Weisse über ihre Bezeichnung im Kongo. Meinetwegen darf sie Langnasen, Scheissweisse o. ä. lauten. Es ist ein fernes Land.
Mag ja sein. Aber für mittlerweile viele Menschen mit afrikanischer Herkunft oder dunkler Hautfarbe ist Deutschland heutzutage ihre Heimat, ihr Lebensmittelpunkt. Und da kommt es halt nicht so gut, wenn man hier Bezeichnungen verwendet, die für diese in aller Regel abwertend, stigmatisierend, diskriminierend oder ausgrenzend wirken.

Warum also noch länger darüber diskutieren und palavern? Einfach NICHT Begriffe wie "Neger" verwenden, einfach NICHT rassistisch konnotierte Bezeichnungen gebrauchen, von denen JEDER weiß, dass sie von vielen Menschen als verletzend empfunden werden - nichts ist einfacher als das!

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MMargaretha 18.01.2013, 22:05
166. Vielen Dank Herr Diez,

Sie haben es auf den Punkt gebracht. Als man das Wort "Weib" durch "Frau" ersetzte, war der Widerstand auch enorm. Das N-Wort ist definitiv beleidigend, wirklich jeder versteht, daß Eltern ihren Kindern keine Texte mit dieser Vokabel vorlesen wollen, und schon gar nicht, wenn das Kind eine Südseeprinzessin ist.

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semaphil 18.01.2013, 22:06
167. Mein Recht auf meine Sprache

Zitat von sysop
"Was ist denn gegen das Wort Neger zu sagen?" Eine Menge. Nennen wir nur mal die einfachsten Argumente: Der Begriff ist deplatziert, hässlich und tot. Und Deutschland wird freier, schöner und aufgeklärter sein, wenn nicht nur Kinderbücher auf das N-Wort verzichten - sondern wir alle.
Wie es aussieht, sind wir schon wieder nah am braunen Sumpf angelangt. Seit jeher versuchen die raffinierteren Ideologen über die Kontrolle der Sprache ihre Ziele zu erreichen. Zur Perfektion hatten es auch die Nazis gebracht, die jede Menge Euphemismen über ihre Schandtaten stülpten und es so schafften, fast die gesamte Intelligenz auf ihre Seite zu bringen. Und heute? Der "finale Schuß", "Kollateralschaden", "Anschlußverwendung", "sozialverträgliches Ableben", unterscheiden sich in ihrer Intention, den Sprachmanipulierten ein reines Gewissen einzureden, da kaum von verbrannten Begriffen wie etwa die "Endlösung" des Naziregimes.

Wenn wir also heute, so kurz ( etwa 20 Jahre )
nach dem Einzug der Begrifflichkeit "politisch korrekt", dort stehen, wo man eben vor 20 Jahren naserümpfend die USA verortete, dann sind unsere Systeme - DE, wie auch der Mantel EU - tatsächlich kaum mehr von der Orwellschen Gesellschaft 1984 zu unterscheiden und den untergegangenen "realen Sozialismen" längst ebenbürtig.

So sei allen Zeitgenossen mit sprachmanipulativem Hintergrund der Kampf um die Rückeroberung der sprachlichen Deutungshoheit angesagt - frei nach Maggie Thatcher: Ich will meine Sprache zurück.

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kein Ideologe 18.01.2013, 22:08
168. 345345

Zitat von annablume
...................Ich möchte mit meinen 4 und 6 Jahre alten Kindern vorm Schlafengehen nicht über die soziokulturelle Bedeutung diskriminierender Begriffe diskutieren, darum ersetze ich "Neger" beim Vorlesen durch andere Wörter. Es ist ein überflüssiges Wort und als solches müssen sie es gar nicht erst kennenlernen..............................
genau, nicht kennenlernen. Keine Diskussionen, das kann ja in ein paar Jahren der erste Jungnazi auf dem Schulhof machen. Sie sind feige.

Meine Kinder bekommen Pipi Langstrumpf incl Negerkönig und aller Subversivität, die in dem Buch steckt. Schwieriger ist es mit der Amerikaserie Mosaik. Da hilft das herausoperieren des Wortes nicht, da muß man über Rassismus reden. Oder "Tim in Afrika". Das habe ich den Kindern zwar nie gekauft, erschien mir zu schwierig. Aber die haben unser altes Exemplar gefunden. Also wird gelesen und erklärt. Und zwar Originaltext, auch wenn das Buch wegen der ganzen Kontexterklärerei drei Abende dauert.

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kuehlmeister 18.01.2013, 22:12
169. sinnlose debatte

alte bücher und literatur auf politische korrektheit umzuschreiben sind die anfänge der zensur. schleichend und zuerst bei den kleinen. die sollen in einer heilen welt aufwachsen in dem es das damals nicht gab. fein. ich werde meinen kindern weiterhin die alten bücher vorlesen, inklusive des negers, der zigeuner und eskimos. es gehört dazu. und dann kann man dem kind erklären das man heute diese worte nicht mehr sagt, aus dem einen oder anderen grund. aber dazu haben die meißten keine lust mehr, warum sollte man den plagen auch was erklären. die setzt man lieber vor den TV...

btw: armseliger artikel!

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