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Debattenbeitrag zu Günter Grass: Es musste gesagt werden

Mit seinem Gedicht "Was gesagt werden muss" liegt Günter Grass richtig: Er holt Deutschland aus dem Schatten der Worte von Kanzlerin Merkel, die Sicherheit Israels gehöre zur deutschen "Staatsräson". Und der Schriftsteller kritisiert zurecht, dass Israel der Welt eine Logik des Ultimatums aufdrängt. S.P.O.N. - Im Zweifel links: Es musste gesagt werden - SPIEGEL ONLINE

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olsen59 06.04.2012, 16:38
110. Und immer wieder der gleiche fatale Fehler....

Zitat von gaga007
Sehr richtige Aussage ! Israel ist das einzige Land auf der Welt, dem sein Existenzrecht abgesprochen wird - bisher waren es nur religös-verblendete Terroristen und die sie unterstützenden Staatsführungen. Neu ist, dass ein sogenannter Kulturschaffender sich einreiht ... es ist allerdings nicht überraschend, dass dieser "Denker" deutscher Staatsbürger ist - zumal er die entsprechende Vergangenheit hat. .
... nicht endlich ganz klar zu unterscheiden zwischen dem Staat Israel und dem jüdischen Volk!

Der Staat Israel hat eine ultrarechte Regierung mit einem kleinen, gefährlichen Mann an der Spitze, die zwar im Namen des jüdischen Volkes agiert, aber weiß Gott nicht von allen Bürgern dort gutgeheißen wird. Die unsägliche Siedlungs-, besser Besetzungspolitik, Ultraorthodoxe, die sich, ermutigt durch diese Regierung, immer weiter aus der Deckung wagen und deren frauenverachtende Umtriebe locker mit denen der Taliban mithalten können, das Sich gefallen als Rambo des Nahen Ostens - das an ISRAEL muss man endlich laut und deutlich kritisieren dürfen!
Und mit einer strengen Differenzierung zwischen Staat/Regierung und den Juden als Volk bzw. Religionsgruppe laufen alle Antisemitismus-Vorwürfe ins Leere.

PS: Mag sein, dass der Iran Israel das Existenzrecht abspricht - was natürlich zu verurteilen ist. Allerdings gibt es ein Land, das sein Existenzrecht noch nicht einmal verteidigen kann, weil es nach wie vor keines hat: Es heißt Palästina.

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Waldbahner2 06.04.2012, 16:38
111. Meinungsfreiheit auch als Nobelpreisträger

Zitat von zappa_75
Ich stimme mit vielen Ansichten von Herrn Augstein überein, doch sehe ich diese Angelegenheit etwas anders. Natürlich darf/muss die momentane israelische Regierungspolitik unter Netanjahu (zurecht) genauso kritisiert werden wie diejenige unter Scharon, ohne dass man als Antisemit bezeichnet wird. Doch kann es nicht sein, dass ein Literaturnobelpreisträger wie G. Grass publikumswirksam Dinge verbreitet, von denen er scheinbar keine Ahnung hat. Wer hat ihm denn die Mär vom beabsichtigten atomaren Erstschlag der Israelis gegenüber dem Iran erzählt? So viel Unsinn ist für jemanden, der sich für Politik und sogar einst für die Partei, die ich wähle, engagierte, einfach nur peinlich! Dass die momentanen Regierungen in Teheran und Tel Aviv sich gegenseitig brauchen und international nicht gerade "geliebt" werden, ist kein Geheimnis. Jedoch stehen gerade wir Deutsche in der Pflicht, die berechtigten Sorgen der Israelis vor einer atomaren Bewaffnung der Mullahs in Teheran ernst zu nehmen! Und was G. Grass angeht: Gerade er sollte nach seinem Outing einer Mitgliedschaft in der Waffen-SS vorsichtig sein, was Anschuldigungen bzgl. eines "Auslöschens einer Nation" betrifft.
Auch ein Nobelpreisträger darf verbreiten was er will, wie sie hier auch.

Wir Deutschen stehen überhaupt nicht in der Plicht uns an den Verrücktheiten
von Iran und Israel zu beteiligen.

Wie Herr Augstein in seinem Artkel schon richtig bemerkte sollten wir uns mit
der israelischen und iranischen Gegenwart beschäftigen und nicht mit der deutsch jüdischen Vergangenheit.

Wenn irgendeiner meiner Vorväter ein Verbrechen begangen haben sollte so nehmt ihn in Haft. Ich habe allerdings keinerlei Lust für die Verbrechen meiner
Väter meine Söhne in einem israelisch iranischen Krieg zu opfern welcher von eine paar Verrückten angezettelt wurde.

Das dieser nicht räumlich beschränkt ausgetragen wird dürfte dem dümmsten Huhn klar sein. Die Weltwirtschaftskrise wegen des Öls wird nur eine Randerscheinung dieses Krieges sein.

Wie immer ist es nicht das israelische Volk, dass iranische Volk welche die Verursacher sind sondern das Volk darf nur den Blutzoll zahlen.

Ansonsten vollste Zustimmung für Herr Augstein.

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MacAlwin 06.04.2012, 16:40
112. Glückwunsch zur Wahrheit

... Und der Schriftsteller kritisiert zurecht, dass Israel der Welt eine Logik des Ultimatums aufdrängt.

Danke fuer den Mut der Ehrlichkeit. Ihr Artikel spricht auch aus meiner Seele...

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bietho 06.04.2012, 16:41
113.

Danke Augstein!
Endlich jemand, der einen Weg heraus aus der Schwarmintelligenz der deutschen Journaille findet.

Und wenn schon die verniedlichende Rede davon ist, dass sich Israel eine Zweitschlagsfähigkeit mit atomaren Waffen sichern will und mit Sicherheit keinen atomaren Erstschlag ausführen will .. das israelische Atomprogramm wurde schon zu einem Zeitpunkt mit Hilfe eines Apartheitstaates zu einem Zeitpunkt realisiert, als es in Persien noch den Schah gab. Hier wird wieder wie schon in den 80gern in Westeuropa und USA von einer "Tödlichen Utopie der Sicherheit" (Erhard Eppler) geschwafelt.

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Tadaa79 06.04.2012, 16:41
114. Sorry, Schwachsinn

Der Autor könnte auch Pipi Langstrumpf heißen: Malt sich die Welt, wie es ihm gefällt.

Die Faktenlage ist klar, die Aussagen von Iran sind klar. Dass Israel Druck auf andere Nationen ausübt um Unterstützung zu erhalten, werte ich als Überlebenstrieb gegenüber Islamisten, die sich im Diesseits unwohl fühlen.

War nur eine Frage der Zeit, bis der tiefsitzende Antisemitismus in Deutschland wieder an die Oberfläche gespült wird.

Nein, Israel folgt schon lange keiner mehr blind, aber die Fakten sind für alle offen und wenn wir eins gelernt haben, dass die Sanktionen gegen Iran vollkommen ins Leere gelaufen sind, im Gegenteil. Mit den hohen Ölpreisen bestrafen wir uns selbst!

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kleinerhobit 06.04.2012, 16:41
115. Mehr auf die israelische Friedensbewegung hören!

Hätte sich Grass vor seiner Kritik an Israel mal genau die Argumente der israelischen Friedensbewegung wie z.B. von "Gus Shalom" oder "Peace Now" angesehen, so hätte er vieleicht anders argumentiert. So nützt sein Vorgehen nur den Hardlinern auf beiden Seiten. Das ist das bedauerliche an der Sache.

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tomrobert 06.04.2012, 16:42
116. Grass ist extra beauftragt

Zitat von sysop
Mit seinem Gedicht "Was gesagt werden muss" liegt Günter Grass richtig: Er holt Deutschland aus dem Schatten der Worte von Kanzlerin Merkel, die Sicherheit Israels gehöre zur deutschen "Staatsräson". Und der Schriftsteller kritisiert zurecht, dass Israel der Welt eine Logik des Ultimatums aufdrängt.
wieder eine neue Sau durch die Republik zu jagen um von den
wirklich wichtigen Problemen abzulenken.

Israels Problem ist nicht der Iran denn hier steht die Mehrheit der
Weltgemeinschaft hinter Israel, Israels Problem ist auch nicht der
mögliche Antisemitismus irgendeines Dichters,

sondern Israels Problem sind die riesigen Rüstungsausgaben die
zunehmend den sozialen Ausgleich im Lande selbst gefährden ,
und diese rigorose Siedlungspolitik eine Ministerpräsidenten
der offensichtlich keine Konsenslösung der unterschiedlichen
Gruppen im Lande mehr findet und sich deshalb in eine Showpolitik
flüchtet um von den Problemen im Lande abzulenken.

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Öhrny 06.04.2012, 16:42
117. Zu Ihrem...

Zitat von vantast
Es tut gut, endlich eine vernünftige Stellungnahme zu Grassens Gedicht zu sehen, bei all dem geschriebenen Unsinn, der gestern und heute hier und in anderen Zeitungen, auch aus dem Ausland, zu lesen war. Woher die Gegner von Grass den "Antisemitismus" herhaben, ist mir unerfindlich, soweit ich G.Grass kenne, ist ihm Antisemitismus wie Rassismus physisch gar nicht möglich. Erstaunlich, daß Israel so viel Unterstützung erfährt, wo doch die Verstöße gegen Menschen- und Völkerrecht so häufig und gravierend sind. Israel darf alles: ist das der Auslöser für den großen Zorn? Die große Einäugigkeit des Westens? Es ist die Ungerechtigkeit, die so schwer zu ertragen ist. Damit das klar ist, Frau Merkel, ich werde nicht auf Seiten dieses Militärstaates kämpfen!
...letzten Satz: Frau Merkels Gelaber von der Staatraison in ihrer Rede in Israel sage ich nur: Solche Staatsraison hat schon den I.Weltkrieg verursacht. S..dummes Geschwätz.

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Liberalitärer 06.04.2012, 16:43
118. Friss Ameisenbär

Zitat von karstenq
Danke, Herr Augstein! Sie haben ausgesprochen, was mir auf der Zunge lag - von der mangelnden Brillanz der Formulierungen über 'die Auslöschung des iranischen Volkes' bis zu Ihrem Satz:"Jetzt muss endlich auch auf Israel Druck ausgeübt werden."
Ein inhaltlich schwacher Kommentar, der wieder einmal das kleine und völlig umbedeutende Israel ins Zentrum stellt. Selbst Mali und der Touareg Staat sind wichtiger. Hier wird über Charly die Ameise diskutiert und die blaue Elise darf den Rüssel anwerfen.
Armer Charly.

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ngc891 06.04.2012, 16:44
119. Unterstuetzung Israels nicht nur aus Staatsraeson

Merkels Satz, Israels Sicherheit gehoere zur deutschen Staatsraeson, ist etwas ungluecklich, zumindest in dieser verkuerzten Form, denn dieses Bekenntnis wirkt wie eine ungewollte Pflichtuebung. Israel ist ein Mitglied der westlichen Wertegemeinschaft und verdient schon deshalb Unterstuetzung.

Israelische Atomwaffen waren noch nie eine Bedrohung und keiner der umliegenden gemaessigten arabischen Staaten hat israelische Atomwaffen als Bedrohung empfunden. Im Unterschied dazu bereiten die Hilfstruppen des Irans, Hisbollah und Hamas, die konventionelle Zerstoerung Israels vor durch die Stationierung von Tausenden von Raketen im Libanon und im Gazastreifen. Unter einem atomaren Schutzschirm koennte der Iran noch viel ungehemmter vorgehen.

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