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Debattenbeitrag zum Fall Drygalla: Geben Sie Gefühlsfreiheit, Sire!
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Mein Gott, die Frau rudert doch nur! Die Aufregung um die deutsche Olympia-Sportlerin Nadja Drygalla ist völlig übertrieben, findet . Schließlich dürfe eine junge Frau selbst entscheiden, an wen sie ihr Herz verschenkt. Selbst wenn der Glückliche ein NPD-Anhänger sein mag. Olympische Spiele: Matussek über Nazi-Worwürfe an Ruderin Drygalla - SPIEGEL ONLINE

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benutzer10 06.08.2012, 11:47
170. Kein juristisches Verfahren

Zitat von Klarseherps
In diesem freiheitlich-demokratischen Staat gilt wohl die Unschuldsvermutung "In dubio pro reo" nicht mehr?!
Was für ein Unsinn. Das ist kein juristisches Verfahren, sondern die Entscheidung eines Sportverbandes. Frau Drygalla kann dagegen selbsterständlich juristisch vorgehen, was sie nicht machen wird, weil die Entscheidung begründet erfolgte, und sie selber weiß das ja am besten.

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Labhras 06.08.2012, 11:54
171.

Der Kampf gegen Rechtsextremismus ist sicher notwendig. Wogegen gekämpft wird, ist dabei klar, sollte man denken. Aber wofür kämpft man dabei? Warum kämpft man gegen Rechtsradikalismus? Das gerät aus den Augen. Man kämpft doch dafür, dass Gedankenfreiheiheit, Meinungsfreiheit, Freiheit der Partnerwahl erhalten bleiben, dass es einen Schutz vor Gesinnungsschnüffelei, Schutz vor Sippenhaft gibt, auch Schutz vor einer Politisierung und Gleichschaltung aller Lebensbereiche.
Und dann wird gegen all das hier verstoßen in einer merkwürdigen Hysterie. Da mischt man sich in das Privatleben einer jungen Frau ein, man verlangt Abschwörungen, eine Distanzierung, nein, am besten eine Trennung von Liebenden, ohne dass die "Angeklagte" auch nur einmal selbst mit rechtsradikalen Äußerungen aufgefallen wäre.
Man könnte meinen, der Kampf ist schon verloren.

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mundi 06.08.2012, 11:57
172. Ein Ablenkungsmanöver

Zitat von pussinboots
Sind Sie besser informiert ? Dann erklären sie mal warum Frau Drygalla in ihrem ersten Interview nach Olympia offensichtlich die Unwahrheit erzählt.
In der gesamten Diskussion geht es nicht um Glaubwürdigkeit, sondern um die Frage, ob eine Gesinnung strafbar ist oder nicht.

Nebenbei: Frau Digalla stand nicht vor Gericht.

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Labhras 06.08.2012, 11:58
173.

Zitat von benutzer10
"[...] das ist ja ein Beweis, wie dumm ihr seid." Zitatende.
Sie geben also Goebbels recht, wenn er die Abschaffung von Meinungsgreiheit für klug hält?

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johnnychives 06.08.2012, 12:03
174. nicht ganz...

Zitat von Labhras
Der Kampf gegen Rechtsextremismus ist sicher notwendig. Wogegen gekämpft wird, ist dabei klar, sollte man denken. Aber wofür kämpft man dabei? Warum kämpft man gegen Rechtsradikalismus? Das gerät aus den Augen. Man kämpft doch dafür, dass Gedankenfreiheiheit, Meinungsfreiheit, Freiheit der Partnerwahl erhalten bleiben, dass es einen Schutz vor Gesinnungsschnüffelei, Schutz vor Sippenhaft gibt, auch Schutz vor einer Politisierung und Gleichschaltung aller Lebensbereiche. Und dann wird gegen all das hier verstoßen in einer merkwürdigen Hysterie. Da mischt man sich in das Privatleben einer jungen Frau ein, man verlangt Abschwörungen, eine Distanzierung, nein, am besten eine Trennung von Liebenden, ohne dass die "Angeklagte" auch nur einmal selbst mit rechtsradikalen Äußerungen aufgefallen wäre. Man könnte meinen, der Kampf ist schon verloren.
man kämpft dagegen dass nachts brandsätze auf häuser geworfen werden, in denen menschen leben, die anderen nicht passen. man kämpft dafür dass das was hier schon einmal vor 70 jahren passiert ist nicht nochmal passieren kann. dafür dass menschen frei sein können, und zwar trotz all der dinge die sie sich nicht aussuchen können, zum beispiel hautfarbe oder herkunft. und die gute frau wird nicht angegrifen weil sie evtl was gesagt haben könnte sondern weil sie toleriert was ihr macker treibt, in der hoffnung dass das niemand mitbekommt für uns versucht eine medaille zu gewinnen, 'zu unseren ehren' wie's so schön heißt, welch hohn, und dann für ihn lügt.

ich will keine beidäugig blinden lügner als repräsentanten für mein land.

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otto_iii 06.08.2012, 12:04
175. Theorie

Zitat von benutzer10
Man hat lediglich eine Frau, für deren Nazi-Gesinnung es etliche Indizien gibt, nahegelegt, sich aus der Mannschaft eines freiheitlich-demokratischen Staat zurückzuziehen. Was sie ohne Zögern gemacht hat. Warum wohl?
Also aus meiner Sicht gibt es dafür eine einfache und logische Erklärung:

1.: Frau Drygalla hat kein politisches Sendungsbewusstsein, sondern will einfach nur rudern.

Ihr Problem: Wie in allen olymischen Sportarten hat man nur dann die Chance auf Erfolg, wenn man Vollprofi ist, also seine gesamte Zeit fürs Training aufwenden kann und Trainer, Trainingsanlagen etc. vorhanden sind.

2.: In den 4 Jahren zwischen den olympischen Spielen interessiert sich in D kaum einer fürs Rudern, deshalb gibt es keine Werbeverträge und Sponsoren aus der Wirtschaft. Die einzige Möglichkeit auf Profiniveau zu trainieren ist im Staatsdienst (Sportfördereinheiten bei Polizei oder Bundeswehr).

3.: Für Polizei und Sport sind die Innenminister zuständig. Die schmücken sich gerne mit sportlichen Erfolgen, fürchten aber Polizeiskandale wie der Teufel das Weihwasser, und Nazithemen haben hierzulande bekanntlich das größte Skandalpotential.

4.: Nachdem das Landesinnenministerium von der Problematik "naziverdächtiger Freund" (die offizielle Formulierung heißt ja immer: "Verbindungen in die rechtsextremistische Szene") Wind bekommen hat, bekam Frau Drygalla ein Angebot, das sie nicht ablehnen konnte: Sie quittiert "freiwillig" den Landespolizeidienst, bereinigt ihre persönlichen Verhältnisse und bekommt ein gutes Zeugnis, damit sie bei der Bundeswehr in der Sportförderkompanie neu anfangen kann.

5. Wäre sie darauf nicht eingegangen, hätte man sie bei nächster Gelegenheit ohne Angabe von Gründen rausgeworfen. Sie war ja noch in Ausbildung, jedenfalls noch keine Landesbeamtin auf Lebenszeit. Damit wäre dann auch die Ruderkarriere beendet gewesen.

Frau Drygallas Verhalten ("freiwilliger" Rückzug) ist für mich absolut nachvollziehbar, auch wenn sie noch nie was mit Naziideologie am Hut hatte.

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Schlumperli 06.08.2012, 12:06
176. Nene

Zitat von benutzer10
... weil die Entscheidung begründet erfolgte, und sie selber weiß das ja am besten.
Es ist keine Entscheidung getroffen worden, Frau Drygalla hat das Olympische Dorf angeblich "freiwillig" verlassen - was ich bezweifle.

Der Skandal besteht darin, daß die Funktionäre glaubten, Frau Drygallas Gesinnung überprüfen zu müssen, was ein klarer Verstoss gegen die Olympische Charta ist.

Man stelle sich vor, iranische Funktionäre würden während der Spiele die Gesinnung einer iranischen Sportlerin überprüfen, weil deren Lebenspartner womöglich den Gottesstaat ablehnt.
Daraufhin würde die Sportlerin das Olympische Dorf verlassen und nicht mehr an der Abschlußfeier teilnehmen.

Wie würden Sie, Benutzer10, dies kommentieren ?

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KV491 06.08.2012, 12:07
177.

Zitat von Labhras
Warum kämpft man gegen Rechtsradikalismus? Das gerät aus den Augen. Man kämpft doch dafür, dass Gedankenfreiheiheit, Meinungsfreiheit, Freiheit der Partnerwahl erhalten bleiben, dass es einen Schutz vor Gesinnungsschnüffelei, Schutz vor Sippenhaft gibt, auch Schutz vor einer Politisierung und Gleichschaltung aller Lebensbereiche.
Ich kämpfe nicht dafür. Mir würde schon völlig reichen, wenn man, egal wie man aussieht und wo man herkommt, überall in D 24 Stunden auf die Straße gehen könnte ohne Gefahr zu laufen, angegriffen zu werden. Wenn man sich überall in M-V demokratisch und ohne Angst politisch betätigen könnte. Wenn die Nazi-Morde sich nicht wiederholen.

Kurz: Es geht IMO nicht um einen totalitären Staat, sondern um eine Meute gewalttätiger Krimineller, die bekämpft werden muss. So schnell kommen die nicht wieder an die Macht (hoffentlich nie) - aber das gewährleistet noch lange nicht die Sicherheit ihrer Opfer.

PS: Spart Euch die "Ich kann in Neukölln als Deutscher auch nicht auf die Straße"-Posts. Erstens stimmt's nicht und zweitens ändert es nichts an der nötigen Haltung zum braunen Mob.

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Labhras 06.08.2012, 12:09
178.

Zitat von benutzer10
Man hat lediglich eine Frau, für deren Nazi-Gesinnung es etliche Indizien gibt, nahegelegt, sich aus der Mannschaft eines freiheitlich-demokratischen Staat zurückzuziehen. Was sie ohne Zögern gemacht hat. Warum wohl?.
Etliche Indizien? Es gibt nur ein Indiz: Ihre private Beziehung zu einem Ex-Ruderer, der als Neonazi-Aktivist aufgefallen ist. Mehr nicht. Aber jetzt wird schon ihre Zustimmung zur Abreise als Indiz gewertet. Oh je.
Beweise gibt es indes keine. Nicht eine einzige antisemitische, rassistische, chauvinistische, xenophobe, totalitäre, faschistische Aussage. Man kann nicht in ihren Kopf schauen. Das wurmt die Gesinnungsschnüffler.
Vielleicht teilt sie die Ansichten ihres Freundes, vielleicht auch nicht. Eine gefestigte, freiheitliche Gesellschaft sollte das aushalten. In den USA oder UK dürfte man den Kopf schütteln, wie wenig wir in DE tatsächlich in der Lage sind, Freiheit zu leben.

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mundi 06.08.2012, 12:11
179. Unglaublich

Zitat von benutzer10
Da täuschen Sie sich. Wer gegen diesen Staat agitiert, seine Abschaffung betreibt und seine zentralen Werte ablehnt, kann sich nicht scheinheilig auf die "Meinungsfreiheit" berufen, die er selber lieber heute als morgen abschaffen würde, und dahinter propagandistischen Schutzraum suchen. Im Übrigen verbietet hier niemand eine Meinung, es wird nur klar gemacht, dass man damit nicht Repräsentant des Landes sein kann.....
Die Frage der Repräsentation im Sport wird durch spezielle sportliche Qualifikation geregelt. Eine politische Meinung ist in freiheitlichen Staaten kein Kriterium.
Dies war bis jetzt so, sonst hätte man 1952 keine deutsche Mannschaft nach Helsinki schicken können.
Damals genügte es, in der Nazizeit kein Verbrechen begangen zu haben. So war es auch in der Politik!!

Rechtsradikalismus gibt es in vielen Ländern. So zum Beispiel in Frankreich, Ungarn, Russland, USA, Polen usw.
Dort setzt man sich mit dieser Richtung politisch auseinander. Man scheut nicht, in Fernsehsendungen mit ihnen zu diskutieren. Bei Wahlen sind es dann nur Randgruppen.

Es ist absurd, junge Menschen, die die Nazis nur aus Geschichtsbüchern kennen, pauschal zu verteufeln und auf Verdacht zu bestrafen. Welche konkreten Straftaten wirft man denn den Beschuldigten vor?

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