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Der Rauswurf

testtest

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klaus meucht 20.04.2013, 12:03
660. Alltagstaugliche Regeln

Zitat von kevinmaerz
Und ich denke, es ist auch nicht jedem Zugbegleiter zuzumuten jetzt alle Schwachstellen in einem - die Sicherheitsmerkmale des Onlinetickets betreffenden - undurchsichtigen Prozess zu kennen und sich da einfach an die Regeln zu halten, die er von oben bekommt. "Warum geht der russische Pass nicht?" - "Weil es nicht vorgesehen ist." Punkt. Einfach akzeptieren.
Es ist ganz einfach. Bekommt die Bahn die Schwachstellen nicht im Griff, darf sie das Online Ticket nicht anbieten. Was sie nicht darf, sind die Regeln so kompliziert zu gestalten dasss die Fahrgäste, das Reisebüro und Bahnmitarbeiter regelmässig darüber stolpern.

Vielleicht ist es auch weniger schlimm einen Schwarzfahrer nicht zu erwischen, als gut zahlende Kunden zu verprellen.

Die Regeln müssen einfach und alltagstauglich sein. Bei Missverständnissen sollte man nicht gleich die Gäste herauswerfen.

Die junge Frau konnte nicht ahnen dass ein russsischer Reisepass als Identifikation nicht reicht. Sowohl das Reisebüro als auch Bahnkontrolleeure in anderen Zügen wussten es auch nicht
.

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Agiles 20.04.2013, 12:04
661. Personalausweis?

Zitat von symolan
Ist ein Personalausweis Pflicht in D? Was ist mit Touristen? Nicht jeder hat Kreditkarten... schliesst die Bahn damit Teile der Bevölkerung vom (online-)Angebot aus? Ist das sinnvoll? Wie sinnvoll ist es, wenn in einem solchen Fall eine solche Menge Polizisten erscheint? .
Meines Wissen braucht man keinen Personalausweis bei sich zu führen. Aber und jetzt kommt es, man muß sich ausweisen können, evtl. dann auf der Polizeiwache.

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karl-felix 20.04.2013, 12:06
662. Glaube

Zitat von hanshans.hansen1
ich muss hier doch tatsächlich 'sebastian8833' recht geben. wenn sie keinen perso hat, hat sie nach den regeln halt auch kein ticket. Und wenn sie dann laut keifend widerstand leistet, hätte ich sie als polizist auch festhalten müssen, um den laufenden bahnbetrieb möglichst wenig zu stören....... und den, die kamera atackierenden, polizisten der körperverletzung zu bezichtigen...... naja in jedem fall kann die situation nicht anhand dieses videos bewertet werden. hilflose (frauen) neigen ja bekanntlich zu mitleidserregenden maßnahmen, wenngleich die staatsgewalt hier ihren titel vl. etwas zu wörtlich genommen hat..... aber es ist nocht zu vergessen: trotz allem hat die frau einen rechtswidrigen fehler begannen und hätte sich besser in ihr (vermeintlich unfaires) schicksal fügen sollen
ich nicht. Wenn ich in einem fremden Land unter Vorlage meines deutschen Reisepasses eine Fahrkarte kaufe und anschliessend von 7 Polizisten aus dem Zug geholt werde, bin ich gut beraten, Öffentlichkeit herzustellen. Je mehr desto besser.
Insbesondere, wenn mir die Rechtslage auf der Polizisten unmittelbaren Zwang anwenden dürfen in dem jeweiligen Land nicht klar ist. Hier in diesem Fall sehen Sie ja, die junge Frau hatte völlig Recht. Die Polizisten haben sich wohl rechtswidrig verhalten und zumindest die Körpersprache einiger der Beteiligten deutet in meinen Augen darauf hin, dass sie das auch wussten ihnen nur die Zivilcourage fehlte, auf Aufklärung anstattauf Zwangsanwendung zu bestehen.
Ohne die Öffentlichkeit hätte sich die Bahn niemals entschuldigt und das Verhalten der Polizisten wäre nie bekannt geworden.
Ein evtl. rechtswidriger Fehler( ich bin kein Jurist, könnte mir aber vorstellen dass es sich hier nicht um eine Rechtswidrigkeit handelt) einer jungen Frau rechtfertigt nicht die Anwendung unmittelbaren Zwanges und entbindet den Beamten nicht von den Vorschriften des uzwg .

Welcher der Millionen Ausländer in Deutschland hat schon einen deutschen Personalausweis?Das muss ein Bundespolizist wissen. Millionen deutsche Mitbürger haben vermutlich auch keinen. Ich jedenfalls nicht.

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aks-gucker 20.04.2013, 12:25
663.

Mein Vertrauen in die sogenannte Staatsgewalt ist seit Heiligendamm grundsätzlich erschüttert. In wie vielen Fällen überschreitet die Staatsgewalt ihre Kompetenzen indem unangemessen Gewalt (auch körperlich) angewandt wird?
Sicherlich hat insbesondere die Polizei Authoritäts-Probleme bei manchen Personenkreisen, so dass so manches Mal doch härter durchgegriffen werden muss. Da habe ich Verständnis. Aber: Jeder Arbeitnehmer muss für Fehler geradestehen, doch was ist bei Beamten der verschiedenen Sicherheitsorganisationen? Meine Erfahrung von Heiligendamm ist, dass leider zu oft seitens der Staatsanwaltschaften zu wenig Interesse an der Verfolgung solcher Delikte hat. Grund dafür kann auch sein, dass sie zu viel mit anderen Fällen zu tun hat?!
Dieses hier ist wieder mal ein Fall, wo der Blutdruck steigt und man als einfacher Bürger nur noch resignieren kann.
In solchen Fällen kann man u.U. den Opfern helfen, indem man heimlich filmt, in der Cloud speichert und den Link den wichtigen Medien, Menschenrechtsorganisationen und ggf. Opfer-Verbänden zugänglich macht. Nur denen!!! Menschenrecht wird nicht nur in der Dritten Welt mit Füßen getreten.
Die Bahn? Gehört wieder verstaatlicht.
Das Verfahren eingestellt? Warum nur? Weil der Rauswurf nicht rechtens war. Also liebe Bahn: Der betroffenen Person könnt Ihr das ungerechtfertigte Leid (!) nur gut machen, indem Ihr dieser Person lebenslanges, kostenloses Fahren in der ersten Klasse (!) gewährt.

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12_Apostel 20.04.2013, 12:31
664. .....Nein...

Zitat von annodomine
Haben wir in 12 Jahren Nazi-Herrschaft und über 40 Jahre DDR-Regime nichts gelernt!? Mehrere Polizisten, die ganz offensichtlich das Prinzip des Staatsbürgers in Uniform und somit auch das des Mitmenschen nicht verstanden haben, nach Listenmanier eine - wohlgemerkt eine - Frau ohne genauere Prüfung der Rechtslage aus einem Zug werfen, lässt mich an der Handlungsweise der staatlichen Exekutive zweifeln. Was muss erst noch geschehen bis wir endlich aufwachen und gegen solche Maßnahmen unsere Stimme erheben? Wo waren die anderen Zuggäste? Ist denn nur dieser couragierte Spiegelreporter mutig genug gewesen, sich für unser aller Rechte einzusetzten? Ich kann nur hoffen, dass die Menschen vor einer Wiederholung der Geschichte aufwachen und sich über die Bedeutung eines Wortes klar werden "Zivilcourage"! Ich wünsche dieser jungen Frau alles Gute und hoffe, dass Sie angemessen, auch von der Bundespolizei wie der Bahn entschädigt wird.!!! Dem Spiegelreporter ein großes Lob für seinen MUT. Herzlichen Dank!!
...ihr Kommentar bringt es fast auf den Punkt.
Nein, wir haben in Deutschland wenig aus der Vergangenheit gelernt.
Leider führt eine der besten Eigenschaften des Menschen,
das "Vergessen" auch zur Wiederholung von Fehlern.

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FireStar 20.04.2013, 12:55
665.

Sowas sieht man inzwischen bei vielen Fußballspielen. Da die Polizei oftmals nicht an die großen Randalemacher rankommt oder es oftmals keine gibt (hier wird die Polizei sicher gerne widersprechen) finden sie eine andere Frustbewältigung am kleinen Manne.

Der Frau sollte die Bahn als Versursache eine klare Entschädigung zu kommen lassen! Das ist ein absolutes Unding einen legitimen Ticketkäufer so vorzuführen. Allein schon die Blamage vor all den Leuten. Aber so ein Verhalten der Polizei ist defintiv keine Einzelhandlung, s.o.

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Zaphod 20.04.2013, 12:55
666. Es lebe die Staatsmacht

Zitat von datura2
Fehler 2: Gerade sie als Russin sollte doch eigentlich am besten wissen, dass es als Bürger eine unkluge Idee ist, sich gegenüber Bediensteten der Staatsmacht dispektierlich zu verhalten! Sie kann froh sein, dass sie nicht von russischen Polizisten abgeführt wurde. Die hätten ihr wahrscheinlich erstmal eine reingehauen, damit sie Ruhe gibt. Oder sich gegen ein angemessenes Taschengeld zurückgezogen
Was soll denn diese Verherrlichung der russischen Verhältnisse? Die Polizie hat den Bürgern zu dienen und nicht umgekehrt die Bürger der Polizei. Die Staatsmacht geht vom Volke aus und nicht von irgendwelchen Beamten mit höchstens mittleren Schulabschlüssen ohne jegliche Sozialkompetenz. Die Frau hat energisch, aber richtig gehandelt. Gegen solche Maßnahmen wie die der Bahnpolizei muss Widerstand erlaubt sein! Wehret den Anfängen zum Polizeistaat!

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Jan Do 20.04.2013, 13:00
667.

Es passiert leicht, dass einem im Ausland kleine Formfehler bei bürokratischen Aktionen unterlaufen. Bei meinen Auslandsreisen ist mir das schon öfter passiert. Einmal hatte ich bei einer Kontrolle im Zug tatsächlich ein Ticket, auf dem von mir unbemerkt das falsche Ziel angegeben war; und das in einem Staat, dessen Präsident in unseren Medien oft als Diktator bezeichnet wird. Doch ich wurde nett behandelt. Trotz sprachlicher Probleme hat man mir geholfen, die Situation unbürokratisch, schnell und diskret zu lösen. Weder musste ich ein zweites Mal zahlen, noch ist eine Polizeikohorte angerückt. Was für ein Kontrast zur dokumentierten Situation in Deutschland! Die Frau hatte doch für ihr Ticket bezahlt. Eine unerträglicher Bürokratismus, dass sie noch einmal zahlen soll und sogar aus dem Zug gewiesen wird. Und warum rückt die Polizei gleich mit sieben Beamten an? Hat sie nichts Wichtigeres zu tun? Was würden wir schlussfolgern, wenn ähnliches einem deutschen Bürger zum Beispiel in Russland oder Syrien passiert wäre? Bedenklich, dass ein Teil der Kommentare im Forum diese unnötige Polizeiaktion auch noch verteidigt, weil angeblich durch irgendwelche sinnlosen Vorschriften gedeckt. In dem Vorfall sehe ich nur ein Beispiel, dass wir etwas weniger anmaßend gegenüber angeblich undemokratischen Staaten auftreten sollten; es gibt genug vor der eigenen Tür zu kehren.

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tweet4fun 20.04.2013, 13:02
668.

Eine schöne Touristenwerbung für das Gurkenländle Deutschland. Wann kommt Ihr endlich im 21. Jahrhundert an?

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jaslued 20.04.2013, 13:19
669.

Hier einige Beispiele von Willkür in Deutschland für alle Obirgkeitshörige (von mir können die alles wissen, ich hab nichts zu verbergen):
1) 19. April 2013 10:47
Wegen Beleidigung Staatsschutz durchsucht Kinderzimmer
Ein 14-Jähriger soll einen Beschneidungsgegner im Internet als "kleines dreckiges Vorhaut Schwänzchen" beleidigt haben. Der Staatsschutz rückte zur Hausdurchsuchung bei der Familie an. Dabei hat selbst die Polizei Zweifel, ob der Schüler die Nachricht wirklich verfasst hat.
2) 18.04.2013 Ihre Kinder kauften ihr aus Jux einen falschen Doktortitel, sie schrieb darüber in ihrem Blog - und jetzt klingelte die Polizei bei der Dortmunderin Eva Ihnenfeldt. Die Beamten durchsuchten Wohnung und Geschäftsräume der Bloggerin. Wegen des Verdachts auf Titelmissbrauch.
3) Fall Mollath
Im Fall des seit sieben Jahren in der Psychiatrie einsitzenden Gustl Mollath gibt es eine pikante und bislang unbekannte persönliche Verbindung. Der Vorsitzende Richter jener Kammer am Nürnberger Landgericht, die 2006 das fragwürdige Urteil gegen Mollath sprach, ist ein alter Handballfreund des heutigen Ehemannes von Mollaths früherer Frau. Sie trat in dem Prozess als Hauptbelastungszeugin auf. Schon 2006 soll sie nach Mollaths Angaben mit jenem Mann liiert gewesen sein, mit dem sie heute verheiratet ist. Der war früher Handballer beim 1. FC Nürnberg - und der Richter Otto Brixner sein Trainer.

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