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Der Rauswurf

testtest

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jkrs 23.05.2013, 16:34
900.

From:
Date: 2013/5/23
Subject: Berichterstattung auf Spiegel-Online
To: "………………

Unser Zeichen: 1-11037177331
Sehr geehrter Herr ……….,
vielen Dank für Ihre E-Mail vom 8. Mai an Herrn Dr. Grube. Wir wurden gebeten, Ihnen zu antworten. Bitte entschuldigen Sie die verzögerte Reaktion.
Wir bedauern, dass der Spiegel-Artikel über den Vorfall im ICE 1508 und auf dem Bahnsteig in Halle (Saale) einen solch negativen Eindruck bei Ihnen hinterlassen hat.
Den Sachverhalt haben wir bereits unmittelbar nach dem Geschehen mit dem beteiligten Zugteam sorgfältig ausgewertet und geben auch Ihnen dazu gern eine Rückmeldung.
Aus tariflicher Sicht haben unsere Mitarbeiter an Bord korrekt gehandelt. Dazu folgender Hintergrund: Online-Tickets werden von unseren Kunden selbständig erzeugt und ausgedruckt. Zum Schutz vor mehrfacher Nutzung muss bei der Buchung eine Karte hinterlegt werden, mit der sich der Fahrgast im Zug identifiziert. Dazu kann beispielsweise eine BahnCard oder eine Kreditkarte genutzt werden.
Kunden aus dem Ausland verwenden erfahrungsgemäß zur Identifikation überwiegend ihre Kreditkarte, über die sie auch die Zahlung abwickeln. Die große Mehrzahl der Fahrkartenbuchungen von internationalen Fahrgästen läuft daher völlig problemlos ab.
Im geschilderten Fall hatte die Kundin selbst als Identifikationskarte einen deutschen Personalausweis gewählt – den sie jedoch nicht vorlegen konnte. Sie besaß somit keine gültige Fahrkarte.
Damit unseren Fahrgästen in einer solchen Situation keine zusätzlichen Kosten entstehen, besteht die Möglichkeit, eine Fahrpreisnacherhebung auszustellen. Im Nachgang wird intern geprüft, ob das betreffende Online-Ticket mehrfach genutzt wurde. Ist dies nicht so, wird der Kunde darüber informiert, dass die Fahrpreisnacherhebung gegenstandslos und der Vorgang abschlossen ist.
Auch im ICE 1508 wurde der Kundin dieses Verfahren vorgeschlagen – sie lehnte es jedoch trotz vielfacher Bitteab.
In dieser Situation sind unsere Mitarbeiter angewiesen, eine neue Fahrkarte zu verkaufen. Erwirbt der Reisende diese nicht, sind sie verpflichtet, die Personalien durch die Bundespolizei feststellen zu lassen.
Um eine Eskalation zu verhindern, haben unsere Zugbegleiter der Dame mehrmals die vorhandenen Optionen dargelegt. Erst als alle Versuche einer einvernehmlichen Lösung scheiterten, wurde als letzte zur Verfügung stehende Maßnahme die Bundespolizei in Halle (Saale) um Unterstützung gebeten.
Die in der Folge entstandene Situation bedauern wir sehr. Wir möchten an dieser Stelle aber auch betonen, dass unser Zugbegleitpersonal auf das weitere Vorgehen der Bundespolizei keinen Einfluss mehr hat.
Sehr geehrter Herr …, wir hoffen, dass wir Ihnen einige Erklärungen für unsere Sicht des Geschehens liefern und auchaufzeigen konnten, dass die Handlungsweise des Zugteams in keinem Zusammenhang mit der Herkunft unserer Kunden steht.
Wir wünschen Ihnen künftig stets eine gute Fahrt und verbleiben
mit freundlichen Grüßen
i.A. Cynthia Modest
Deutsche Bahn AG

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enwebb 27.06.2013, 16:28
901.

Oft habe ich das Gefühl, dass die deutsche Bürokratie vor lauter Korrektheit völlig den menschlichen Bezug, die Solidarität verliert! Schließlich hat die junge Frau die letzten Ziffern ihres Passes angegeben. Ihre Identität war also nachvollziehbar, hat nur nicht 100%ig den Anforderungen der DB entsprochen. Dieses ganze Drama und die schlechte Reputation für DB wäre also durchaus vermeidbar gewesen, hätte die Schaffnerin/ der Schaffner ein bisschen Menschlichkeit gezeigt. Wohl zu viel verlangt.

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melanie74 05.07.2013, 18:13
902. optional

Ich weiß nicht, was schlimmer ist. Das hysterische und völlig überzogene Gekreische der Frau oder das peinliche Verhalten des Journalisten. Ich bin Journalist kann jeder sagen, wenn er sein Handy zückt.

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nilaterne 07.07.2013, 14:33
903. Besser wäre es gewesen, diesem Block wenigstens einen Bericht vorzusetzen

Beim Lesen der zum Teil echt üblen Beiträge kam mir die Erinnerung zum Geschehen. Ich glaube zwar auch, daß in der Bahn und außen von der Bahnpolizei überzogen reagiert wurde, zumal ihr Ehemann noch den Nachweis ihrer Personalie erbrachte und kann auch die hysterisch wirkende Reaktion der Frau nachvollziehen. Sie war nämlich nicht hysterisch, sondern hatte so starke Angst, daß sie nicht mehr in der Lage war anders zu reagieren. Es ist sehr schade und schlimm, daß der Umgang mit nicht nachlassender Schärfe vortgeführt wurde, aber
Auch Bahnpolizisten sind Menschen und vielleicht haben sie sich nicht anders zu helfen gewußt. Der Adrinalinspiegel war ja nicht nur bei ihr hoch sondern bei allen Beteiligten ins unermessliche gestiegen. Da handelt keiner mehr rational, deeskalierend oder menschlich, weil schlicht das Denken ausgeschaltet ist. Auch die Stellungnahme ist im übrigen keineswegs erhellend. Es wird in keinster weise entschuldigend auf das Verhalten der Beamten eingegangen, sondern nur rechtfertigend. Schade, eine vertane Chance.

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shitstorm007 11.07.2013, 11:12
904.

Das unschuldige Rotkäppchen geht frohgemut durch den Wald, doch plötzlich kommt der grosse böse Wolf -- dieses Strickmuster mag bei Grimms Märchen oder in James-Bond-Filmen am Platz sein, im echten Leben sind Gut und Böse in der Regel nicht so eindeutig verteilt.... Sicher hätte sich eine gütliche Lösung finden lassen, aber dafür braucht es stets zwei Seiten. Die Schaffnerin und ihr Kollege haben anscheinend viel Zeit darauf verwendet, die Frau zur Kooperation zu überreden, aber sie hat es vorgezogen, bei ihrem sturen "Njet" zu bleiben und mit ihrem Freund, dem Advokaten, zu telefonieren, der sie in dieser Haltung bestärkt hat, statt mässigend auf sie einzuwirken, wie das ein liebender Freund normalerweise tun würde. Somit trägt sie die Hauptverantwortung für diesen in der Tat sehr unschönen Showdown. Was hätten die armen Kerle denn machen sollen? Die Frau lässt nicht mit sich reden, also lassen wir sie in Ruhe? Alle müssen ihren Teil dazu beitragen, dass Situationen nicht eskalieren! Woher nahm diese Frau eigentlich ihre Überzeugung, wider alle Vernunft nicht einzulenken? Hat sie gedacht: mein Freund ist Anwalt, mir kann nichts passieren? Und ausserdem: Die Regeln für den Erwerb von Online-Tickets sind einfach! Jeder und jede kann sie verstehen, erst recht sollte man das von einer Studentin erwarten können! Wer keinen deutschen Pass hat, wählt halt die Karte, mit der der Fahrschein bezahlt worden ist, als Identifikationsmittel und erspart damit sich selber und auch dem Fahrpersonal viel Ärger! Die Geschichte von Herrn Becker ist sehr tendenziös, ihre Logik hält einer näheren Betrachtung nicht stand. Natürlich hat sie das Potenzial, einen riesigen Shitstorm auszulösen und all jenen eine Plattform zu bieten, welche schon immer gerne auf der Bahn und der Polizei herumgehauen haben. Ich bin für nüchterne Analysen statt Shitstorm und Empöungs(un)kultur.... Noch etwas: Woher weiss Herr Becker eigentlich so viele Details über diese Studentin, wo er ihr doch rein zufällig im Zug begegnet ist? Noch so eine Ungereimtheit....

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marcus.sueselbeck 12.07.2013, 12:52
905.

Laut Pressemitteilung der Bahn ist das ja alles kein Problem.
Ich hatte im Bekanntenkreis nun auch einen Fall mit der Legitimation für ein Online Ticket. Hier wurde ein Ungarischer Personalausweisnummer angegeben. Da aber Ungarn nicht ausgewählt werden konnte, ist Deutschland gewählt worden. Meine Bekannte musste im Zug ein neues Ticket lösen. Hat also doppelt bezahlt. Sie hatte sich beschwert und einen Gutschein in Höhe von 20 Euro erhalten. Ich habe sie nun bei Ihrer zweiten Beschwerde unterstützt und bin dabei auf diesen Spiegelartikel und die Pressemitteilung der bahn gestoßen. Habe ich auf folgende Passage berufen: "....Aufgrund von missbräuchlicher Mehrfachnutzung von Onlinetickets in der Vergangenheit verlangt die DB
entsprechende Identifikationsnachweise der Fahrgäste bei der Fahrkartenkontrolle im Zug. Der in diesem Fall von der DB nicht anerkannte russische Personalausweis als Identifikation zum Online-Ticket der Kundin hätte durch
die simple Angabe von Adressdaten und eine nachträgliche Überprüfung kompensiert werden können.
In diesem Fall hätte die Kundin ihre Fahrt zum Zielort auch problemlos fortsetzen können. Dieses Verfahren wird
täglich hundertfach in den Zügen der DB und der Privatbahnen angewendet und hat in der Regel für die
betroffenen Fahrgäste keinerlei negative Folgen."

Als Antwort haben wir nun nochmals einen Gutschein erhalten. Allerdings sind immer noch nicht die kompletten Mehrkosten damit gedeckt. Laut des Kundencenter der Bahn hätte der Schaffner ein Formular zur Fahrpreisnacherhebung aushändigen müssen. Dadurch kann im Nachgang die Identifikation festgestellt werden. Dies Kostet aber schon 40 €. Mir wurde mitgeteilt, dass Prüfung dann per Einzelfallentscheidung erfolgt. Wenn man das falsche Land bei der Buchung gewählt hat wird das Ticket in der Regel nicht erstattet. Und dann müsste im Nachgang zu den 40 € "Prüfkosten" noch ein Ticket bezahlt werden.
Darüber wird in der Pressemitteilung allerdings nicht gesprochen. Da wird beschrieben, dass diese Prüfung gemacht werden kann, dass dies täglich mehrmals vorkommt und es keine negativen Folgen für den Fahrgast hat. Ob 40 € Gebühr für diese Prüfung schon eine negative Folge ist? Für die Bahn wohl nicht.
Diese Pressemitteilung wurde von der PR-Abteilung der Bahn geschrieben um in der Öffentlichkeit possitiv zu wirken. Mit dem tatsächlichen handeln der bahn hat dies nichts zu tun. Eigentlich eine Unverschämtheit. Vielleicht kann der Stern hier nochmals nachhaken.

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shitstorm007 12.07.2013, 19:04
906.

Was mich an den Ausführungen von marcus.sueselbeck am meisten stört, ist eine gewisse "Vollkasko-Mentalität": Viele Leute finden es mittlerweile ganz normal, Regeln zu brechen, falsche oder ungenügende Angaben zu machen, Dokumente zu vergessen oder zu verlieren usw., und die Polizei, die Bahn, der Staat, der Reiseveranstalter, wer auch immer.... soll dann gefälligst dafür sorgen, dass es trotzdem klappt, selbstverständlich ohne dass es dem Verursacher z.B. in Form einer Gebühr oder Busse weh tut! Wo bleibt die Eigenverantwortung? Man könnte doch einfach ehrlich zu sich selbst und zu anderen sein und sagen: Jawohl, ich habe einen Fehler gemacht, und jetzt trage ich meinen Teil dazu bei, dass er korrigiert werden kann! Und wenn es etwas kostet -- ja, dann ist das nichts als richtig, und das nächste Mal bin ich gescheiter! Mit einer solchen Haltung braucht es keine Polizeieinsätze, kein Gekreisch, keine Klagen und Gegenklagen, keine Anwälte mit fetten Honoraren! Ein russischer oder ungarischer Pass ist kein deutscher, ein deutscher Pass ist kein japanischer, ein japanischer kein kanadischer usw. -- das ist doch jedem Kind klar, oder? Natürlich können wir darüber diskutieren, ob man in Zukunft die Regeln ändern soll. Aber das ist ein anderes Thema. Es ist doch ganz klar: die Probleme von heute müssen mit den Regeln von heute gelöst werden! Vielleicht akzeptiert die Bahn eines Tages alle Pässe als Identifikationsmittel? Dann müssen einfach die Fahrdienstmitarbeiter in der Lage sein, alle erdenklichen Pässe, auch saudische, kasachische, indische usw. auf ihre Echtheit zu überprüfen.... Vorläufig hat man als Nichtdeutscher einfach die Kreditkarte dabei, mit der der Fahrschein bezahlt wurde, und alle sind zufrieden! Ich habe auch schon oft als Ausländer Online-Fahrscheine bei der deutschen Bahn gelöst, und es wäre mir nicht im Traum in den Sinn gekommen, die Nummer meines Schweizer Passes einzutippen, ich bin doch nicht blöd :-) Noch etwas: Wir haben in der Schweiz Tageskarten zum Halbtax-Abonnement, mit denen man einen ganzen Tag lang freie Fahrt mit Bahn, Bus und Schiff geniesst. Die normalen, teureren sind unbeschränkt gültig, aber es gibt noch die billigeren, welche man nur montags bis freitags ab 9 Uhr (nach dem Berufsverkehr) benützen darf. Wenn ich mit einer solchen Neun-Uhr-Tageskarte am Sonntag um 7:30 in einen Zug steige, habe ich Mist gebaut und muss bezahlen! Und wenn ich mich weigere, in irgend einer Form zu kooperieren, kommt am Schluss auch die Polizei -- andere Länder, gleiche Sitten :-) Ich verstehe diese ganze Aufregung wirklich nicht....

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