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Deutscher Humor nach Hildebrandt: Endstation Priol
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Schon vor dem Tod von Dieter Hildebrandt war das deutsche Kabarett in beklagenswertem Zustand. Nach ihm wird es Zeit zur endgültigen Abwicklung eines Genres, das mit Veranstaltungen wie dem "Satire-Gipfel" künstlich am Leben gehalten wird. Fleischhauer-Kolumne: Zum Tod von Dieter Hildebrandt - SPIEGEL ONLINE

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telltaleheart 22.11.2013, 15:54
540. Einseitigkeit von allen Seiten beleuchtet

Zitat von RioTokio
Kabarettisten a la Priol sind halt absolut einseitig. Oder hat der schon mal für Lohnzurückhaltung geworben, um die Wirtschaft wettbewerbsfähiger zu machen und Menschen in Jobs zu bringen? Hat der .....!
Ich kann Ihnen nicht im Einzelnen sagen wogegen oder wofür Priol schon so alles geworben, oder sagen wir doch besser gewettert hat. Es wird aber nicht seine Absicht sein alle Menschen mit glückselig machenden Botschaften zu bedienen - auf Kosten der eigenen Haltung. Da ist er wohl einfach nicht genug Dienstleister für unser System in dem eine persönliche Haltung als eine Art Aussatz angesehen wird.

Ob man durch die schwarze Brille besser sieht werden Sie vermutlich wissen, denn die "Besserwisserattitüde" haben Sie ja auch ganz gut drauf, wie wir hier sehen dürfen. Und endlich wieder der "Gutmensch". Was habe ich ihn vermisst!

Wieso übrigens ist "man selbst von den unangenehmen Begleiterscheinung nicht betroffen"? Zahlen sollen immer die die eh schon wenig haben? Typisch rechts?

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Erda 22.11.2013, 15:57
541.

Zitat von gog-magog
Wenn Priol den Säbel benutzt, warum bedient sich dann Fleischhauer des Henkerbeils im Nachruf auf Hildebrandt? Die Frage, warum man Kritik am Kabarett in einen Nachruf auf Dieter Hildebrandt verpacken muss, wurde noch nicht beantwortet.
ER würdigt doch Dieter Hildebrandt als den letzten Kabarett-Tycoon der uns nun verlassen hat und verweist auf die Leichtmatrosen die uns jetzt unterhalten wollen und da Priol nun einmal im Fernsehen konstatnt aktiv ist, muss er stv. für die anderen Leichtmatrosen herhalten, menschlich verständlich. Üriol ist ja nun wahrlich kein Schwergewicht des politischen Kabaretts. Leute wie Asül bis Springer einschl. Schleich stecken den doch locker in die Tasche!

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berpoc 22.11.2013, 15:57
542. wg. spon-facebook

Zitat von ih2011
[..] 3. Es ist eine Unterstellung von "immer gleichen Kommentaren" zu schreiben.
Keineswegs. Der Spirit der Fleischhauer Kolumnen ist immer derselbe. spon-facebook irrt insofern nicht. Zumal einen Nachruf zum Verriß zu gestalten per se fragwürdig ist. Gleichwohl, das überrascht nicht wirklich, denn der Rechte an sich ist ein Mensch ohne Contenance, gesegnet mit jeder Menge fehlendem Überblick und dem Unvermögen seinen Denkapparat von konservativ-dumpfer Stammtischdoktrin zu emanzipieren.

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Olligigagags 25.11.2013, 21:16
543. Peinlicher Vergleich?

Zitat von Bondurant
geradezu peinlich, den mutigen Finck, der buchstäblich sein Leben riskierte, mit den von einem linken juste milieu verhätschelten heutigen Kabarettisten zu vergleichen. Im übrigen: was für Aufklärung soll denn stattfinden, wenn - wie wir festgestellt haben - Publikum und Kabarettist schon dem Programm die selbe Meinung haben?

Es stimmt: Werner Finck war mutig, sehr mutig sogar. Den Vergleich mit Dieter Hildebrandt aber als peinlich abzutun, zeugt von ihren mangelnden Kenntnissen der stilistischen Prägung Hildebrandts durch seinen Kollegen Werner Finck, den er, bescheiden und selbstkritisch wie er war und wie ich ihn selbst auch bei zwei persönlichen Begegnungen erlebt habe, selbst als Großmeister bezeichnet hat.

Werner Finck würde sich im übrigen im Grab umdrehen, wenn ihn jemand, mit Schrot um sich schießend, verteidigen und dabei einen befreundeten Kollegen treffen würde, das wäre ihm tausendmal peinlicher gewesen, als mit Hildebrandt verglichen zu werden.

Dazu kommt:Obwohl man den Vergleich durchaus ziehen könnte- ich habe ihn so gar nicht gezogen. Kleiner Tipp beim Lesen von Kommentaren: Immer erstmal feststellen, was gesagt wurde, bevor man selbst Zusammenhänge herstellt und dem Autor "Behauptungen" unterstellt, die der gar nicht aufgestellt hat.

Andererseits finde ich ihre "Begabung" schon bemerkenswert: Noch nicht mal die korrekte Struktur eines kurzen Kommentartextes erschließt sich Ihnen, dafür wissen Sie aber genau, wie jeder Besucher eines Kabarettabends denkt. Alle Achtung! Ich war schon bei unzähligen Kabarettveranstaltungen, ich weiss es bis heute nicht.
Und weil sowieso vermeintlich alle dasselbe denken ( schwer nachzuvollziehen, wenn auf der Bühne in der Regel jedes politisches Lager sein Fett wegkriegt),kann man angeblich auch nicht von Aufklärung sprechen. Ich denke mal, wenn alle im Publikum eine solche simple Sicht der Dinge wie Sie hätten, dann zeigt mir das eher, wieviel Aufklärungsarbeit das Kabarett noch vor sich hat. Aber ich will Ihnen ihre spezielle Sicht der Dinge nicht nehmen, denn wie sagte schon Werner Finck?: "Auch die Bretter, die man vor dem Kopf hat, können die Welt bedeuten."

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kober.christian 26.11.2013, 10:00
544. Deutsche haben ein Problem mit Humor....

Frueher habe ich es nicht geglaubt, aber nach 15 Jahren im Ausland muss ich zugeben - Deutsche haben ein Problem mit Humor. Da schreibt Herr Fleischhauer eine Kolumne, mit dem Inhalt: Hildebrandt war gut wenngleich auch aus einer anderen politischen Ecke als Herr Fleischhauer. Die Nachfolger von Herrn Hildebrandt sind nicht so gut. Soweit so gut. Aber ist dies respektlos, wie manche Kommentatoren hier glauben? Bzw. ist es respektlos, eine andere Meinung zu haben? Und wieso kann es keinen rechten Humor geben, wie manche hier meinen? (Hint: Politische Witze in der DDR waren per Definition rechts). Und hat nicht Herr Fleischhauer recht mit seiner Frage, wieso in Deutschland kein Kabarettist die Gruenen hart angeht? Hat dies eventuell etwas mit seiner Zuhoererschaft zu tun, die er ja nicht vergraetzen will? Ich kann mich an einen Besuch in der Lach- und Schiess erinnern, damals als der Neue Heimat Skandal auf seinem Hoehepunkt war - und Hildebrandt im wesentlichen auf der katholischen Kirche und ihrem sinistren Einfluss herumhackte, eher lehrerhaft und unlustig.

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IM-Heinz 26.11.2013, 10:32
545. und wieder ein Volltreffer !

Ausgezeichnete Kolumne ! Dank an Jan Fleischhauer .
Gelungene Analyse des linke Mainstream Kabaretts a la Priol .
Dieses immergleiche linke Klamaukgeleiere ist teilweise unerträglich .

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DerWeisseWal 27.11.2013, 10:58
546. Humor muss gegen Grün Haha machen

Zitat von kober.christian
Deutsche haben ein Problem mit Humor. ...
So muss es wohl sein, denn sonst könnte man nicht erklären, ... Zitat von kober.christian
wieso in Deutschland kein Kabarettist die Gruenen hart angeht?
Sie können sicher sein, dass im Kabarett auch die Grünen ihr Fett weg kriegen. Es hat sich eben einiges verändert seit den Siebzigern.
Ich finde es nach wie vor unfein, den Tod eines politisch Andersdenkenden zu benutzen, um dessen berufliche Tätigkeit und politische Ausrichtung in den Schmutz zu ziehen.

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Milmo 30.11.2013, 23:23
547. Wieso andersdenkend?

Zitat von DerWeisseWal
So muss es wohl sein, denn sonst könnte man nicht erklären, ... Sie können sicher sein, dass im Kabarett auch die Grünen ihr Fett weg kriegen. Es hat sich eben einiges verändert seit den Siebzigern. Ich finde es nach wie vor unfein, den Tod eines politisch Andersdenkenden zu benutzen, um dessen berufliche Tätigkeit und politische Ausrichtung in den Schmutz zu ziehen.
Kollege Fleischhauer vermeidet doch jede parteipolitische Festlegung. Er nimmt zwar den linksgrünen Mainstream aufs Korn und betreibt Medienkritik, aber woher um alles in der Welt wissen Sie, wo er politisch steht?

Diese Frage blieb bei dem laten Hildebrandt zugegebenermaßen nicht offen ...

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x-claim 02.12.2013, 00:25
548. Mit jedem Kommentar hier -

steigt das Gehalt des Herrn Fleischhauer - da bin ich mir sehr sicher. Der wird schön konservativ nach Umsatz bezahlt! Und verdient einfach mehr, je provokanter er schreibt! Und wie das bei den konservativen so ist, tut er halt alles um seine Profitgier zu befriedigen... Aus versehen konservativ, wers glaubt! Geld-geil ist er, das ist alles.

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