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Die gefährdete Generation: Kleine Machiavellisten

Kinder gehen durch die Hölle, wenn sie von Mitschülern gemobbt werden. Eltern können gegen die Peinigungen oft wenig ausrichten, aber vieles falsch machen. Eingreifen müssten die Lehrer.

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Tarja13 08.11.2011, 15:12
110. ...

Zitat von GrafZahl
Also, ich muß da mal aus dem Nähkästchen plaudern: Ich habe für einen verwandten Jungen, der gemobbt wurde, einem Elf- und einem Dreizehnjährigen ordentlich eins auf's Maul gegeben - nur Schmerzen, keine bleibenden Schäden, es ist nicht mal Blut geflossen. Dafür.....
Wohl dem, der einen älteren Bruder/Freund zur Hand hat, wenn er regelmäßig von Jungs malträtiert wird. Das Problem: Heute gibt es sehr viel mehr Einzelkinder als früher. Mobbingopfer haben klassischer Weise niemand, an den sie sich wenden können - und Eltern sind keine Hilfe dabei, die Situation noch in den Griff zu kriegen. Die können allenfalls die Reißleine ziehen, wenn gar nichts mehr geht, und für einen Schulwechsel des Opfers sorgen. Das eigentliche Problem begreifen sie meistens ja auch gar nicht, weil sie sich gar nicht vorstellen können, dass auch und gerade Kinder so fies sein können. Ergo versuchen sie es mit Erwachsenenmethoden und reden mit allem und jedem, nur mit dem Opfer, der einzigen Person, wo sie wirklich etwas bewirken könnten, zu wenig und meistens das Falsche.

Das, was Mobbing wirklich schlimm macht, ist ja nicht so sehr, dass ein Kind mal mit einem blauen Auge heimkommt, sondern dass es massiv an Selbstbewusstsein verliert. Wer ständig nur erlebt, dass er - egal was er macht - nur auf die Fresse kriegt, der hört irgendwann auf sich zu wehren, lernt Konflikten koste es was es woll auszuweichen, und bekommt nach und nach auch den Eindruck, er müsse etwas an sich haben, was ihn wertlos mache und anderen das Recht gebe, ihn zu quälen. Oft genug sind physische oder verhaltenstechnische Auffälligkeiten der Aufhänger für Mobbing. Das Beste, was Eltern tun könnten, um ihrem Kind zu helfen, wäre ihm zu vermitteln, dass derartige Unterschiede nicht bedeuten, dass es weniger wert und liebenswert ist als andere Kinder. Gerade für Mobbingopfer ist positive Bestätigung essentiell, wenn sie jemals Selbstbewusstsein entwickeln sollen.

PS: Ihre Lösung, die ich in der Tat für sehr viel zielführender und angemessener als alles halte, was Eltern unternehmen könnten, funktioniert nur, wenn die Täter Jungen sind. Mal ganz davon abgesehen, dass physische Gewalt gegenüber Mädchen in keinem Fall akzeptabel wäre, mobben Mädchen ja auch mit völlig anderen Methoden - und sie erleben eine phyische Auseinandersetzung auch nicht wie Jungs als Kräftemessen, weshalb bei ihnen hinterher auch die Erkenntnis, dass es immer einen gibt, der noch stärker ist, die ihre Methode bei Jungs so schön wirken lässt, kein Aha-Erlebnis auslöst.

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wanderprediger 08.11.2011, 15:13
111. problemen weglaufen hat noch nie etwas gebracht, es verschiebt diese nur

Zitat von Bundeskanzler20XX
Geil, wie manche Foristen denken, ein Schulwechsel würde dem Opfer helfen. Das ich nicht lache.... Für wie lange? Einen Monat, eine Woche, einen Tag? Gemobbt wird auf jeder Schule. Das Opfer wird also.....
Im oberen Abschnitt stimme ich ihnen voll zu.
Ab wann beginnen sich sich mit Fäusten zu wehren?
Der untere Abschnitt hat was von Präventivschlag-/krieg.
Das halte ich nicht für die zielgerichtete Lösung.

Ist für sie die Lösung das Faustrecht bzw. die Selbstjustiz.
Für viele andere zum Glück nicht.

Sie "laufen" auch nicht weg, wenn sie Lehrer bzw. Schulleitung einschalten. Auch in diesem Fall kämpfen sie gegen Mobbing an, nur nicht mit Fäusten.

Lösung: Lehrer und Schulleitung sensibilisieren und den Täter androhen sie von der Schule zu verweisen. Das ist das einzige Mittel.

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stevie76 08.11.2011, 15:15
112. ..

Zitat von Sara100
sind Beamte. Also ich würde an Ihrer Stelle eine Dienstaufsichtsbeschwerde einlegen. Glauben Sie mir, das haut rein. Dienstaufsichtsbeschwerden müssen nachgegangen werden. Da kommt man nicht mit irgendwelchen Bla,Bla raus. Woher ich das weiß?. Weil ich es gemacht habe und das war das einzige was gezogen hat.
wie gesagt, ich bereue es dies nicht getan zu haben und würde ihren weg heute auch jedem empfehlen, sofern er nur auf taube ohren trifft und es einzig darum geht, den ruf einer schule zu retten.

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abby_thur 08.11.2011, 15:15
113. @ Identität

Zitat von gutchi
Die Opferhaltunfg wird zur Identitaet.
Richtig. Man muss sich wehren. Es stärkt im Nachhinein den Charakter. Während die Täter im weiteren Leben irgendwann mal richtig auf den Hintern fallen werden, denn nicht überall sind solche Hetzer willkommen.

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TylerD. 08.11.2011, 15:17
114. ..

Zitat von imation
Aber genau so funktioniert es, zumindest unter Jungs.
Naja nicht immer aber ansonten stimme ich ihnen da zu, eine faire Rauferei unter Jungs ist irgendwo noch normal.
Ich habe meinen besten Freund in Kindergarten und Grundschule so getroffen. Wir haben uns zuerst nicht leiden können, dann haben wir uns irgendwann mal ein bisschen gehauen und hinterher waren wir die besten Freunde.
Das ist aber sicherlich keine Patentlösung.

Allerdings finde ich eiskaltes Mobbing über lange Zeiträume noch viel mieser und primitiver als zwei Kinder die sich mal hauen.

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Sara100 08.11.2011, 15:19
115. Selten

Zitat von xoxox
Kein schöne Lösung. Keine elegante Lösung. ABER EINE LÖSUNG. Es ist immer ganz toll als Unbeteiligter über Gewaltfreiheit zu schwafeln, wenn man sich null in die Lage des Gemobbten versetzen kann. Es geht nicht um brutale Gewalt, sondern nur um eine klare Ansage mit einigen handfesten Argumenten. Den Tätern muss klar werden, dass ihre Handlungen Konsequenzen haben werden. Denn genau hier liegt das Problem. Weder Eltern noch Lehrer setzen bzw. dürfen den Tätern Grenzen setzen. Da ist es kein Wunder, dass eine anfangs harmlose Sache so extrem ausarten kann. Menschen sind nämlich _nicht_ nett, erfahren sie keine Konsequenzen für ihr Handeln, hören sie _nicht_ auf. Denn Mobbing macht Spass, verleiht Anerkennung und Macht. Ich kann jedem Mobbing-Opfer nur raten, sich so früh wie möglich zu wehren. Wer selber dazu nicht in der Lage ist, muss sich Hilfe holen. Der große Bruder wäre hier der Klassiker.
soviel Blödsinn gelesen.
Gewaltverherrlichungen sind unglaublich dämlich und in der heutigen Zeit mal keine Lösung weder eine schöne, noch eine elegante noch überhaupt eine.
Wenn die jungedlichen Probleme mit Fäusten geregelt werden und Erwachsene auch noch unterstützend dabei sind dann läuft mal mächtig was falsch in diesem Land.
Das ist wohl eine verdammt schlechte Note für jeden einzelnen Erwachsenen weil man die eigene Jugend nicht im griff hat !.

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dickebank 08.11.2011, 15:22
116. Lösung

Zitat von Sara100
sind Beamte. Also ich würde an Ihrer Stelle eine Dienstaufsichtsbeschwerde einlegen. Glauben Sie mir, das haut rein. Dienstaufsichtsbeschwerden müssen nachgegangen werden. Da kommt man nicht mit irgendwelchen Bla,Bla raus. Woher ich das weiß?. Weil ich es gemacht habe und das war das einzige was gezogen hat.
Wollten Sie 'ne Lösung oder einen Schuldigen?
Zum einen, die "guten" Mobber drohen nicht einmal mit körperlicher gewalt, die wenden nur Psychotricks an. Erstes ziel ist es immer das Opfer zu isolieren. Funktioniert immer über den Trick, dass die Freunde der Opfer mit Unwahrheiten gefüttert werden (Weißt Du was die über dich erzählt?" ...) Wenn die Unterstützer bei seite treten, dann geht das ganze richtig los. Es geht nur um die ausübung von macht. das Opfer ist nur Mittel zum zweck, dem Mobber geht es darum den Rest der Klasse für seine Zwecke instrumentalisieren zu können. Die kriegen den rest der klasse auch dazu, den Unterricht derjenigen lehrer zu sabotieren, die Stellung beziehen für das Opfer.

Das schlimmste, was passieren kann, ist nämlich, dass ein Erwachsener sich vor das Opfer stellt. damit verliert das Opfer jeglichen Respekt der Gruppe.

Schule kann den verursacher des Mobbings allenfalls in eine parallele Lerngruppe stecken (Nachbarklasse). Es dauert keinen Monat und der geübte Mobber hat in der neuen Klasse ein neues opfer und ein neues Netzwerk. Viele, die hier ihre Meinung posten, haben von aktuellen Mobbing an Schulen soviel Ahnung wie die Kuh vom Eier legen.

Zweck der veranstaltung ist die totale erniedrigung des Opfers. Aus Sicht des Täters hat das Opfer keinerlei lebensberechtigung und "hängt sich am besten weg", damit Ruhe ist.

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Rechtskenntnisse 08.11.2011, 15:22
117. Weltfremde Menschen

Zitat von Anthrophilus
Respekt hat was mit Achtung bzw. Hochachtung zu tun. Die muß man sich auch erarbeíten, aber nicht durch Steinzeit-Tugenden wie Haulust und ungehemmte trainierte Schlagfreude. Der Irrtum, dem Sie da unterliegen, kann für die Menschheit überlebensgefährdend werden. Insbesondere wenn noch (s. Nickname) Machtphantasien a' la Schröder mitspielen - man hat ja gesehen, welcher Sch..ß da rausgekommen ist!
Mobbing ist Gewalt. Gewalt erzeugt Gegengewalt. Genauso wie der Herr Kanzler20XX sein Problem gelöst hab, habe ich mein Mobbingproblem gelöst. Und auch das Problem anderer. Mobbing ist die Steinzeittugend schlechthin.
Es funktioniert nunmal nicht, nach einem Schlag auf die Linke Backe, die rechte hinzuhalten.

Bei sowas muss man von anfang an energisch gegenhalten. Mobbing ist niveaulos und asozial. Aber dieses Werturteil hilft keinem Kind in der Schule weiter. Die Fahne der Moral hochhalten und sich sagen: "Ich wende keine Gewalt an," hilft mir nicht weiter, wenn ich jeden Tag gedemütigt und evt. auch geschlagen werde.

Gerade in dem Alter, in dem diese Probleme am häufigsten Auftreten, also 12-17 Jahre, kann man am besten seinem Kind sagen: "Nimm dir 4-5 Freunde, such dir den stärksten aus, verprügel ihn richtig schön vor der versammelten Mannschaft." Man soll dem Mobber ja kein Auge ausstechen. Aber ein blaues Auge und eine Jochbeinprellung wirken Wunder.

Damit löst sich das Problem sehr fix auf. Und eine Anzeige wird doch bei solchen Bagatellsachen sowieso fallengelassen. Selbst wenn mein Kind dann vor Gericht kommt. Wen interessierts. Das gibt dann vieleicht 10 Sozialstunden und gut ist.

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SunSailor 08.11.2011, 15:36
118. Kein Titel

Zitat von Sara100
So machen wir das in Zukunft alle. "Eins aufs Maul" hauen und gut ist es..... wie in der Steinzeit. Nein, so kann es nicht gehen. Vielleicht sind Sie noch zu jung um das zu kapieren ich hoffe es zumindest das Sie noch zu jung sind, sonst graut es mich auch nur zu denken das ein Erwachsener die Hand gegen Kinder erhebt, aber Gewalt mit Gewalt zu begegnen ist unterste Schublade. Also, nicht stolz herumposaunen.....
Vielleicht bist Du auch einfach zu alt um noch zu kapieren, wie Kinder in diesem Alter ticken und wie weit deren sozialen Kompetenzen reichen. Dass er im Erwachsenenalter anders reagiert, hat der Vorposter ja durchaus anklingen lassen. Trotzdem bleibt die Erkentnis korrekt, es gibt immer einen Kopf, von dem das Mobbing ausgeht, alle anderen polieren mit dem ganzen nur ihr eigenes mangelndes Selbstwertgefühl auf.

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pirojito 08.11.2011, 15:42
119. Jus fortioris

Zitat von xoxox
Kein schöne Lösung. Keine elegante Lösung. ABER EINE LÖSUNG. (...)eine klare Ansage mit einigen handfesten Argumenten. Den Tätern muss klar werden, dass ihre Handlungen Konsequenzen haben werden.
So würde ich es auch machen. Mobbing funktioniert nur so lange, wie der Täter weiss, dass das Opfer sich nicht wehrt / wehren kann.
Natürlich ist es schlecht, wenn die Mama dasteht und dem kleinen Täter in energisch/hysterischem Ton ne Standpauke gibt... wer lässt sich denn von quakenden Frauen was sagen?

Das Rumgequake drückt doch ebenfalls nur die eigene Unsicherheit aus.

Hingehen, dem frechen Bengel eine schmieren und sagen: Hoffentlich muss ich nicht wieder kommen! ;)

jus fortioris, auch wenn ich Gewalt grundsätzlich aufgrund sinnlosigkeit ablehne :)

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