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Die gefährdete Generation: Kleine Machiavellisten

Kinder gehen durch die Hölle, wenn sie von Mitschülern gemobbt werden. Eltern können gegen die Peinigungen oft wenig ausrichten, aber vieles falsch machen. Eingreifen müssten die Lehrer.

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Goimgar 09.11.2011, 00:09
190. @wanderprediger

@wanderprediger:
Sie gehören wahrscheinlich auch zu den Leuten die sich dann wundern wenn die opfer irgend wann Amok laufen.

Ich schmunzeln dann immer nur und lache über die Idioten die das wirklich nicht verstehen können/wollen.
Auf ein mal sind dann alle ganz betroffen.
Vor dem Knall hat es niemanden Interessiert das einzelne jeden Tag durch die Hölle gehen, warum dann heulen wenn diese das ganze umdrehen und die anderen in die Hölle gehen lassen?

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GrafZahl 09.11.2011, 01:21
191. Megatrend

Zitat von sfb
Interessant wäre eine Untersuchung, ob dieses Verhalten in den letzten Jahrzehnten zugenommen hat. Es gibt ja die nach 68' verbreitete Einstellung, dass Kinder "sich selbst steuern" und man sie einfach machen lassen soll.
Ich sehe da eher den generellen Trend totaler Gleichgültigkeit gegenüber Mitmenschen. Geld, Konsum, Fernsehen und die Kultivierung der eigenen egozentrischen Weltsicht nehmen seit Jahrzehnten zu.

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Whitejack 09.11.2011, 02:17
192. Titel

Zitat von chang55
Die beschriebenen Zustände sind heute überall gang und gebe, nicht nur in Schulen, wie ein anderer Forist hier richtig bemerkte; ein Spiegel der Gesellschaft. Ein verantworungsloses A....ch zu sein, ist eben das gesellschaftliche Ideal, das ja auch im Unterschichten-Medium TV tagtäglich propagiert wird, unsere zivilisierte Form von Gewalt. Aus eigener Erfahrung als Mobbing-zw. Denunziations-und Rufmordopfer kann ich nur eins sagen: entweder sofort die Gegend wechseln, oder aber sofort brutalstmöglich einen Riegel vorschieben, die Eltern anzeigen und das Jugendamt draufhetzen wg. Verwahrlosung der Kinder. Da erfahrungsgemäß die Schulverwaltungen lieber ihre Ruhe haben und im Zweifel das Opfer stigmatisieren, bleibt oft nur der Rückzug. Ansonsten hilft wirklich nur nackte Gewalt, ich fände es gut, in einer Gesellschaft zu leben, in der ein Schwein zittern muss. Wenn ich lese, das Eltern auch noch stolz sind, wenn ihre Sprösslinge so geraten sind...dann hat Papa doch sicher nichts dagegen, mal richtig schön auf die F... zu kriegen:)
Auch wenn ich Ihnen in der Diagnose Recht gebe, muss ich bei der Therapie widersprechen. Gewalt löst das Problem nicht. Bestenfalls verlagert es das nur. Aber meine eigene Erfahrung mit Mobbing ist, dass man gar nicht so sehr Arsch sein kann wie der Täter. Als normal sozialisierter Mensch kommt man schlichtweg gar nicht auf die Gemeinheiten, die solch ein Täter oft aus dem Hut zaubert. Papa, der stolz auf sein Arschloch-Kind ist, hat vermutlich selbst Arschloch-Züge und kein Problem, seine Kegelkumpels zuhilfe zu holen, wenn man ihm auf die Fresse gehauen hat. Und dann heißt es "zack, Du hattest mal ein Auto"...

Irgendwann fahren diese Leute auch mal mit Karacho gegen die Wand. Sie fordern es ja permanent heraus. Möglicherweise prügelt der Sohn irgendwann den Vater krankenhausreif, dann ist er nicht mehr so stolz. Aber man selbst ist da weitestgehend machtlos. Polizei einschalten bei Straftaten, Jugendamt bei Verwahrlosung, das kann manchmal helfen, ja. Selbst zum Prügel greifen und losziehen - das gibt nur eine Katastrophe.

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sfb 09.11.2011, 09:27
193. Erinnerungen

Zitat von Goimgar
...warum dann heulen wenn diese das ganze umdrehen und die anderen in die Hölle gehen lassen?
Die gehen ja nicht in die Hölle, sondern sind tot und leiden nicht mehr. Angemessener wäre z.B. ein Schuss ins Knie, sowas hinterlässt langanhaltende Erinnerungen ;-)

Besser wäre allerdings, wenn die Institutionen wenigstens annähernd funktionieren und solche Verhaltensweisen unterbinden würden. Die Kinder lernen dort, wie Gesellschaft funktioniert und machen später weiter.

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sfb 09.11.2011, 09:32
194. Opportunitätskosten

Zitat von Whitejack
Selbst zum Prügel greifen und losziehen - das gibt nur eine Katastrophe.
Man braucht eben die entsprechenden Freunde. Allerdings macht man sich dann wieder von diesen abhängig. Ist eben letztlich eine Frage der Opportunitätskosten.
Lässt man das Kind in der Situation, ist dessen Leben mehr oder weniger ausradiert, wenn man der Forschung glauben darf.

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**Kiki** 09.11.2011, 10:22
195. .

Zitat von Whitejack
Auch wenn ich Ihnen in der Diagnose Recht gebe, muss ich bei der Therapie widersprechen. Gewalt löst das Problem nicht. Bestenfalls verlagert es das nur. Aber meine eigene Erfahrung.....
Sie überschätzen den Täter, meine ich. Es gibt neben Opfer und Täter noch weitere Variablen, von denen es abhängt, ob eine Mobbing-Situation entsteht:
- die Mittäter, die von alleine nie angefangen hätten und ohne den Täter nicht weitermachen würden
- die passiven Zuschauer, die nicht mitmobben, aber auch nichts dagegen tun

Zu den Passiven gehören
- die Ahnungslosen, die den Ernst der Lage nicht erkennen
- die Gleichgültigen, denen es einfach egal ist
- die Ängstlichen, die in nichts reinkommen wollen
- die heimlich Erleichterten, daß es nicht sie selbst trifft

In einer anderen Konstellation wirkt der Mobber meistens vermutlich ganz harmlos. Ohne sein Umfeld ist er nichts Besonderes, und deswegen ist auch in vielen (nicht allen) Fällen kaum zu erwarten, daß der Mobber früher oder später sich selbst in die Scheiße reitet. Dieses Umfeld muß also irgendwie aufgebrochen werden, wenn die Situation schon da ist.

Ausgeübte oder angedrohte Gewalt kann dabei in der Tat die wirksamste Lösung sein. Mobber, die einmal in der Loser-Rolle erlebt wurden, verlieren ihre aktiven Unterstützer. Ein selbsternannter "Bodyguard" des Gemobbten ist eine unterschwellige Drohung und kann dieselbe Wirkung haben.

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sfb 09.11.2011, 11:28
196. zynisch

Zitat von **Kiki**
Ausgeübte oder angedrohte Gewalt kann dabei in der Tat die wirksamste Lösung sein. Mobber, die einmal in der Loser-Rolle erlebt wurden, verlieren ihre aktiven Unterstützer. Ein selbsternannter "Bodyguard" des Gemobbten ist eine unterschwellige Drohung und kann dieselbe Wirkung haben.
Es ist eben so, dass junge Säugetiere üblicherweise nie ohne Schutz und ohne Aufsicht sind. Erst in unseren modernen Verwahranstalten kommt es zu solchen Phänomenen.
Wenn man allerdings solch hochtrabende Vorstellungen von Menschenrechten predigt, müssen sie wenigstens ansatzweise auch durchgesetzt werden, besonders in staatlichen Institutionen. Sonst ist die ganze Veranstaltung nur zynisch.

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wanderprediger 09.11.2011, 11:32
197. Gegen Selbstjustiz aber für ein Umdenken in der Gesellschaft

Zitat von Goimgar
@wanderprediger: Sie gehören wahrscheinlich auch zu den Leuten die sich dann wundern wenn die opfer irgend wann Amok laufen. Ich schmunzeln dann immer nur und lache über die Idioten die das wirklich ....
Mmhhh... ich verstehe ihren Beitrag nicht. Bin wohl, wie sie so charmant ausdrücken ein Idiot.
Wenn in einer Gesellschaft zu Selbstjustiz gegriffen und dies tolleriert wird, dann verroht sie.
Letztendlich wird damit niemanden geholfen.

Allerdings sehe ich es so, daß Tätern in unserer Gesellschaft gegenüber viel zu viel Verständnis gezeigt wird und die Opfer fast immer die Verlierer sind.
Es kann nicht sein, daß z.B. das Mobbing Opfer die Schule wechseln muss. Wechseln muss der Mobber und wenn er in ein Erziehungslager gesteckt wird. Soetwas ist leider in Deutschland gesellschaftlich verpönt.
Ob Lehrer oder Richter der Täter wird geschützt und nicht das Opfer.
Gerade an dieser Einstellung krankt unsere Gesellschaft und hier muss sich viel ändern.
Aber nochmal, Selbstjustiz ist der falsche Weg.

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Tarja13 09.11.2011, 12:30
198. ..

Zitat von sfb
Klar, . Wenn die Institutionen derart versagen...
Eben. Was glauben Sie denn, warum dieses System genau solange prächtig funktionierte, wie der Staat sein Gewaltmonopol nicht zum Schutz seiner Bürger wahr genommen hat?

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Tarja13 09.11.2011, 12:36
199. ..

Zitat von Anthrophilus
... Kumpanen dazu bringen, über das Zentrum des Bösen zu lachen, haben Sie schon einen Keil in die dunkle Wolke getrieben. Natürlich sind die dumm - deswegen halte ich mich auch möglichst nicht unter Dummen auf ... "Du wirst doch Deine Minderwertigkeitskomplexe nicht an mir auslassen wollen" - "Ich hab keine ..." (Backs) "Da - schon wieder - also doch!" Nix wie weg von solchen Geistesriesen ...
Ich will Ihnen ja Ihre Hoffnungen in die Menschheit nicht madig machen, aber mit derartigen Methoden würden Sie, falls es sich wirklich um Mobbing und nicht nur die üblichen Reibereien innerhalb einer Klasse handeln sollte, höchstens ein paar Wochen überstehen.

Es ist ja kein Wunder, dass der, der selbst eine gewisse Grundachtung vor anderen Menschen empfindet, der kann sich meistens gar nicht vorstellen, zu was diejenigen in der Lage sind, denen dieses Gefühl völlig fremd ist.

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