Forum: Blogs
Die gefährdete Generation: Kleine Machiavellisten

Kinder gehen durch die Hölle, wenn sie von Mitschülern gemobbt werden. Eltern können gegen die Peinigungen oft wenig ausrichten, aber vieles falsch machen. Eingreifen müssten die Lehrer.

Seite 4 von 23
join3 08.11.2011, 12:08
30. Was hilft...

...ist ausschließlich common sense. Wie bekomme ich den ? Indem sie ihn für sich und ihre Kinder leben, auch mal den Mund aufmachen und niemals abnicken ohne alle Fragen gestellt zu haben.
Tun sie das nicht, hilft ihnen keiner. Ansonsten auf das Verschmelzen der Cluster vertrauen und unentwegt Bürgersinn zeigen.
Zitat von hördochauf
Ob ein Kraut dagegen gewachsen sein mag? Da fehlt mir der Glaube. Auch mit dem Bild von Opfer und Täter wäre ich vorsichig: Gerade die Täter verhalten sich doch optimal angepasst! Vor 30 Jahren war das Prinzip doch schon das gleiche - wer wiederholt mit 'no-name' Artikeln (Kleidung etc.) angetroffen wurde hatte nix zu lachen. Heute ist halt das Smartphone und der Schauplatz Internet dazu gekommen. In der nächsten Entwicklungsstufe kommt es dann grob auf den Hubraum des 1. Verkehrsmittels an, und geht am Ende halt nahtlos in das Bekannte 'Mein Haus, mein Auto...' über.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
qvoice 08.11.2011, 12:10
31. ...

Zitat von clme
Ich war wirklich erschrocken, als ich Begriffe wie "Täterkind" gelesen habe. Mal abgesehen davon, dass ich dieses Wort äußert unglücklich finde, darf man selbst die schlimmsten nicht so einfach abstempeln. Im Gegensatz .....
Wunderbar, Ihr Mitgefühl für Menschen die andere aus Freude quälen und demütigen.
Sie haben es wohl noch nicht gesehen, wenn Kinder andere Kinder mit dem Kopf in die Kloschüssel stecken oder sich die Schuhe lecken lassen.
Ihnen fehlt Lebenserfahrung, Sie wissen nicht, das es Sadisten gibt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
peter234 08.11.2011, 12:12
32. .

Solche Mobbing Artikel gibt es ja inzwischen wie Sand am Meer.
Immer fehlt jedoch dasselbe, mal klar zu schreiben was denn zu tun wäre.

Nehmen wir mal an ich wäre Lehrer, in meiner Klasse wird das Kind mit der großen Brille gemobbt, was sollte man tun?
Manchmal habe ich den Eindruck als würde keiner so Recht wissen wie man denn am besten mit dem Problem umgehen sollte.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Leser161 08.11.2011, 12:17
33. Gute Analyse des Problems

Sehr schöner Artikel. Weisst mal wieder darauf hin, dass soziale Kompetenz nicht per se immer bedeutet, das man ein guter Mensch ist. Man kann soziale Kompetenz auch nutzen um zu Tyrannen des Schulhofes zu werden.

Ich möchte hier von einem Fall berichten, wo die ganze Klasse einen Mitschüler richtig fertiggemacht (nicht körperlich). Ich habe auch mitgemacht, obwohl derjenige eigentlich ein Freund von mir war.
Da das ganze doch recht auffällig war, wurde der Vorfall mit dem Klassenlehrer besprochen. Quintessenz war, das man das schon nicht machen sollte, dass Opfer aber eigentlich selber Schuld war, weil es immer so seltsam wäre (Was objektiv auch stimmte, aber doch bitte keine Entschuldigung ist). Heisst es wurde viel gequatscht um am Ende begnadigten sich die Täter selbst für ihre Untaten. Man hatte ja vernünftig drüber geredet und demokratisch beschlossen, dass das Opfer selber schuld war, brauchte sich also keiner mehr Vorwürfe machen. Aber so sind deutsche Pädagogen.

Was man gegen sowas machen kann? Ja keine Ahnung. Vielleicht sollten diese moralischen Jugendbücher, die ja sonst kein Problem auslassen, mal Mobbing thematisieren, wär zumindest einen Versuch wert.
Vielleicht hartes durchgreifen, bei Gewalt, Grundsatz: Wer oben liegt ist der Täter* und kriegt Strafen aufgebrummt (nichts Drakonisches - für einen Schüler ist das Schreiben eines 2-seitigen Aufsatzes zum Thema 'Weihnachten' schon eine sehr ärgerliche Sache)

* und NICHT derjenige, der an jeder Prügelei beteiligt ist aber immer unten liegt. Solche Leute werden von Lehrern auch gerne zum Unruhestifter erklärt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Noctim 08.11.2011, 12:17
34. -

Zitat von fridericus1
...während meiner Schulzeit eher Opfer als Täter. Unsportlich, dafür sehr gut in anderen Fächern, eher unmodern gekleidet, bot ich eine gute Angriffsfläche. Ausgrenzung, fiese Hänseleien, nette kleine Briefchen, keine .....
Die wirklich effektivste Methode sehe ich in der Tat darin, das Kind aus dem Mobbing-Kosmos zu entfernen: Schulwechsel.

Und Konformität ist leider unabdingbar, dass ist die Wahrheit. Komische Klamotten steigern definitiv die Aufmerksamkeit der späteren Mobber, genauso wie der Blutgeruch die Piranhas anlockt. Es geht dabei nichtmal um Markenklamotten, sondern um ein zeitgemäßes Erscheinungsbild (H&M z.B. sollte dafür locker ausreichen). Ein ordentlicher "Justin-Bieber"- oder ein sportlicher Kurzhaarschnitt für Jungs ist auch besser, als eine fetttriefende Schmalztolle mit Schuppen, auch wenn dies natürlicher und individueller wäre. Es schadet dem Kind einfach und sieht wahrhaft nicht "schön" aus. In 5 Jahren ist es halt ein anderer Trend, aber so viel Modernität sollte man für sein Kind schon ins Leben lassen.

Beim Asi-Voku-Hila-Bahnhofs-Deutsch/Türken-Stil mach ich ne Ausnahme, KEINE KONFORMINTÄT in dieser Form!!

Wer aber generell nicht negativ auffällt, verringert die Chancen, Opfer zu werden, dramatisch.

Wenn man es dann noch hinkriegt, dass das Kind trotzdem Individualität entwickelt, dann hat man eigentlich alles richtig gemacht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
hördochauf 08.11.2011, 12:19
35. Naja - die sind ja schnell weg

Zitat von maxip7
... Ganz besonders schlimm finde ich in der Grundschule Kinder, die aus Unterschichten-Haushalten kommen, sitzengeblieben sind und die dann die "Streber" der Klasse traktieren. In dem Alter führt das eine Jahr zu absoluter körperlicher Überlegenheit. Ich habe oft gesehen, wie dann die "Streber" nach der Schule von .....
Die Unterschichten-Kinder sind ja bald aussortiert...
Kann mit ihrem Status aber wohl auch nicht so weit her sein, wenn sie in einem derart gemischten Schulbezirk wohnen...
Die Idee mit den bezahlten Rabauken hat aber wirklich einen besonderen Charme.. was mag da die nächste Stufe sein ?
Zeugen verschwinden lassen oder Richter bestechen?

Ja,ja - die ehrenwerte Gesellschaft.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
demut 08.11.2011, 12:20
36. Ich hab mal einen erwischt

der auf dem Nachhauseweg permanent ein Mädchen getreten und verfolgt hat. Da war die Grenze zum altersüblichen lange überschritten.
Ich werde hier besser nicht schreiben, was der sich von mir anhören durfte.
Es wäre schon viel gewonnen, wenn so viele Menschen nicht immer wegschauen würden.
Ich habe auch schon mehrfach verbal eingreifen müssen, als Männer ihre Partnerinnen im öffentlichen Raum gewalttätig behandeln wollten oder schon behandelten.
Oft zeigt sich dann, dass man nicht der Einzige Beobachter ist, aber die anderen den Mund erst aufkriegen, wenn einer den ersten Schritt tut.
Ansonsten ist es klug, wenn man nen paar Meter Abstand hat, so dass man noch für einpaar beruhigende Worte Zeit hat, ehe einen ein wutentbrannt heranstürmender Mann erreichen kann, falls man denn allein ist.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
abby_thur 08.11.2011, 12:21
37. Mobbing

Kann mich auch als Betroffene zählen.

Mobbing wird in unserer Gesellschaft grade in der Schule zu oft ignoriert und verniedlicht.
Da wird von "Hänseln" gesprochen und davon, das der der sich nicht wehrt eine "Memme" ist.
In Wahrheit ist Mobbing viel,viel mehr. Es ist ein Machtspiel.Es müssen nicht unbedingt Markenklamotten oder so sein, es reicht, wenn 2 Personen untereinander einen Konflikt haben und die eine Person mehr Freunde hat, die sie in den Konflikt einbindet ( so fing es bei mir an).

Es macht viel mehr Eindruck, wenn die eine Person 10 andere hat die die Version der Person bestärken, auch wenn sie nicht wahr ist.
Aus dieser Pose herraus denken Kinder/Jugendliche, die Mehrheitsmeinung ist die einzige die zählt.
Und ab da an beginnt die Tragödie für die Opfer. Aber diesem Zeitpunkt gibt es nur noch Opfer-Täter-Konflikte, egal um was es geht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
alexl1966 08.11.2011, 12:25
38. .

Zitat von clme
Ich war wirklich erschrocken, als ich Begriffe wie "Täterkind" gelesen habe. Mal abgesehen davon, dass ich dieses Wort äußert unglücklich finde, darf man selbst die schlimmsten nicht so einfach abstempeln. Im Gegensatz.....
Wieso ist das ein Problem? Es handelt sich doch um Täter! Wer das nie mitbekommen hat, kann sich nicht vorstellen, was Kinder in so einer Situation durchmachen. Und im Vergleich zu früher (Hänseleien und ähnliches ga es schließlich schon immer und gehört zum Erwachsenwerden leider dazu) gibt es dank Internet für die Opfer heute keine Rückzugsmöglichkeit und Pause mehr. Nach der Schule war früher Ende. Wenn man Pech hatte, begegnet man dem Feind nochmal auf dem Schulweg. Aber in den eigenen vier Wänden und in der eigenen Clique hatte man einen geschützten Ort. Den gibt es heute nicht mehr. Kinder befinden sich 7x24 Stunden im Kreuzfeuer; im Internet wird gehetzt was das Zeug hält und wenn man nicht zufällig als Elternteil davon erfährt schren sich die Betreiber der Communities einen Dreck um den Schutz der Persönlichkeitsrechte. Da ist es völlig wurscht, ob die Seite "IShareGossip" oder "SchuelerVZ" heisst.
Letzten Endes ist das Ganze Problem aber leider ein Spiegelbild unserer Gesellschaft. Mitgefühl ist heutzutage nicht mehr gefragt. Den Täterkindern wird das schließlich vorgelebt. Und die Eltern solcher Kinder sind bei weitem nicht üverfordert, sondern stammen in der Regel aus dem klassischen Mittelstand, die ihre Kinder im gnadenlosen Konkurrenzkampf mit potentiellen Konkurrenten des späteren Lebens sehen. Durchsetzen gegen andere um jeden Preis; das ist die Maxime dieser Gesellschaftsschicht. Jedes Kind, was dabei auf der Strecken bleibt, ist ein Etappensieg auf dem Weg zur späteren Karriere.
Als Vater dreier Kinder habe ich oft genug mit Eltern zu tun, die vor Arroganz anderen Eltern und Kindern gegenüber und überbordenden Stolz auf den eigenen Nachwuchs, völlig egal wie asozial sich diese verhalten oder was sie angestellt haben, nur so strotzen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
GrafZahl 08.11.2011, 12:27
39. Lieber fabulieren?

Zitat von clme
Man muss Kindern beibringen sich über die Folgen ihrer Handlungen bewusst zu sein und auch das "Mitfühlen" müssen Kinder erlernen.
Der normale "Mobber", auch wenn er ein Kind ist, lernt in unseren Schulen vor allem, daß niemand eine Grenze zieht. Die Eltern, weil ihr Schatzilein ja eh das beste Kind der Welt ist, die Lehrer, weil es den frühen Feierabend verderben könnte und Engagement erfodert, das fast allen mir bekannten Lehrern entweder beim trauten Zusammensein mit den Resignierten im Lehrerzimmer abhanden gekommen ist oder nie vorhanden war.

Also, was soll man machen? Über das Problem schwabulieren und fabulieren? Damit ist den Opfern nicht geholfen, die brauchen schnell Hilfe. Verständnis bringt nicht weiter, das nutzt nur den Tätern und schadet den Opfern - es ist ähnlich wie bei erwachsenen Gewalttätern, bei denen viel zu oft die Idee der Resozialisierung des Täters im Vordergrund steht und nicht das Wohl des Opfers.
Die Folgen der Handlungen haben die beiden Jungs, die ich "traf", "schlagartig" erfahren, und "Mitfühlen" konnten sie dabei auch. Diese Erziehungsmaßnahme ist natürlich Selbstjustiz, aber sie hat einen Vorteil: sie funktioniert, und das auf An-"Hieb".

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 4 von 23