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Die heilige Schrift der Juden: Essen und Trinken mit Gott
Corbis

Im Paradies aß man vegetarisch, am Baum der Erkenntnis hing aber kein Apfel. Fleisch und Milch dürfen sich nicht mischen, Schalentiere sind tabu - die komplexen Speisegesetze des Alten Testaments.

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n.laus 01.12.2014, 11:40
1. richtig essen = überleben

Schweinefleisch z.B. hatte zwei Probleme: Trichinen und Verursachen von Gicht. Da es keine Veterinäre gab, mussten die Leute anderweitig vom Verzehr abgehalten werden, und zwar grundsätzlich, eben durch die Religion. Ich denke, das gilt auch für alle anderen Speiseregeln auf dieser Zeit. Die Leute waren nicht blöd damals. Heute ist der einzelne aber doch noch blöd, wenn man sich die Ernährungsgewohnheiten anschaut.

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bonngoldbaer 01.12.2014, 11:51
2. Blut

Nicht darauf, dass das Fleisch durchgegart war, kam (kommt) es an, sondern darauf, dass es beim Schlachten vollständig ausblutet. Daher die Praxis des Schächtens im Judentum und ähnlich im Islam.

Dies galt übrigens in neutestamentlicher Zeit auch noch für die Christen (s. Apostelgeschichte 15), weil sonst gemeinsame Mahlzeiten von Christen jüdischer und heidnischer Herkunft nicht möglich gewesen wären.

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Thomas Mank 01.12.2014, 11:54
3. Kontrolle

Sex und Essen gehören zu den Lebensäußerungen, die nun einmal allen Menschen gleich sind. Diese mit Vorschriften zu belegen ist meiner Ansicht nach in erster Linie eine Strategie, Menschen zu kontrollieren. Und offenbar ja auch seit Jahrtausenden erfolgreich.

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Aguilar 01.12.2014, 12:08
4. Wissenschaft oder Unterhaltung

Der Zweck des Artikels ist mir nicht ganz klar. Der Autor scheint mehr Spaß an der Formulierung denn am Gehalt gehabt zu haben:
1. Der Hase darf gegessen werden, da er als Wiederkäuer zählt. Inwieweit der Begriff "Wiederkäuer" im heutigen biologischen Sinne gesehen werden kann, ist mehr als fraglich. Möglicherweise ist es nur eine Beobachtung, die Fressensgewohnheiten bei Hasen beschreibt.

2. Das Autorenpaar Silberman/Finkelstein beschreibt in einem ihrer Bücher (Keine Posaunen vor Jericho oder David und Salomon), daß in den von Juden bewohnten Teilen des antiken Israels/Kanaan eben keine Schweineknochen gefunden wurden!
Leider lassen die Wissenschftsartikel im Spiegel zunehmend an Qualität missen.

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Untertan 2.0 01.12.2014, 12:10
5. Verselbstständigt

Zitat von n.laus
Schweinefleisch z.B. hatte zwei Probleme: Trichinen und Verursachen von Gicht. Da es keine Veterinäre gab, mussten die Leute anderweitig vom Verzehr abgehalten werden, und zwar grundsätzlich, eben durch die Religion. Ich denke, das gilt auch für alle anderen Speiseregeln auf dieser Zeit.
Das war vielleicht mal die ursprüngliche Intention, aber es hat bestimmt nicht lange gedauert, bis die Gläubigen sich durch immer strengere Regeln gegenseitig in Frömmigkeit überbieten wollten.

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michaxl 01.12.2014, 12:11
6.

Zitat von n.laus
Schweinefleisch z.B. hatte zwei Probleme: Trichinen und Verursachen von Gicht.
Nicht nur das. Schweine sind auch direkte Nahrungskonkurrenten des Menschen.

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kolibrie0007 01.12.2014, 12:20
7.

Dem Artikel muss ich leider entnehmen , daß der Schreiber/Verfasser wenig oder keine Informationen über das gelebte Judentum hat . Typisch heidnischer/helenistischer Theologe .
Übrigens heißt der Rabbi aus Beth-Lechem ( aufgewachsen in Nazaret ) nicht Jesus sondern Yeschuah .
Nicht die Speisen machen unrein , sondern die Tiere sind unrein und aus diesem Grunde sollten sie nicht gegessen werden .
Yeschuah sagte im Zusammenhang mit dem Ährenraufen am Schabbat , was nicht erlaubt war ( Arbeit) und die Pharisäer monierten das seine Talmidim ( Jünger ) sich vor dem Essen nicht die Hände Waschen . Das nicht Hände waschen ist hier das Problem . Dieses Gebot ist nicht in den 613 Vorschriften der Torah enthalten . Es war ein Verbot aus der Ängstlichkeit der Pharisäer erwachsen , das den Gläubigen als Leitlinie gegeben wurde . Gegen diese zusätzlichen Verbote wendet sich Yeschuah und nicht ab nun , daß alles zum Verzehr freigegen wird von ihm , wie die christlichen Theologen ihm unterstellen . Sexualität und Speisegenuss sind eine Gabe des Allmächtigen an die Menschen , nur wie genießt man/frau beides richtig , das ist das Problem . Nicht die Koscheranweisungen .

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Milkboy 01.12.2014, 12:29
8. gut geschrieben

gute erzählt und richtig. Bibelbuch Jesus Sira kenn ich nicht, ist wohl nicht vom Bibelkanon. Und was Herr Thomas Mank zu kritisieren hat verstehe ich nicht. Was ist an "seid fruchtbar und werdet viele und füllt die Erde" für eine sexuelle Einschränkung?

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Aguilar 01.12.2014, 12:31
9.

Zitat von kolibrie0007
" Übrigens heißt der Rabbi aus Beth-Lechem ( aufgewachsen in Nazaret ) nicht Jesus sondern Yeschuah ."
Schalom Ben-Chorin legt in seinem Buch "Jesus" für mich überzeugend dar, warum er Yeschuah weder für einen Rabbi noch für einen Propheten o.ä. hält.

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