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Die Kinder des Irak-Krieges: Wie schonungslos dürfen Fotos sein?

 

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zikky 02.01.2013, 14:19
1.

Ich persönlich kann für mich sagen das es völlig Ok ist solche Fotos der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Vor allem schon aus dem Grund, um aufzuzeigen was da in Bagdad und anderswo passiert.....weiter so !!

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SirCadogan 02.01.2013, 14:47
2.

Den Menschen wird von den heutigen Medien viel Scheinwelt geboten, Stichwort: Scripted Reality. Eine gelegentliche Fotoreportage wie diese ist als Ausgleich nicht nur legitim, sondern durchaus wünschenswert. Ich beobachte nur, dass viele der Scheinwelt-Konsumenten sich gar nicht für Bilder wie diese interessieren, es hat was von Platons Höhlengleichnis.

So lang kann der Schatten eines Krieges sein. Wie lange es dauert, bis mal rauskommt, was in so einem Krieg wirklich passierte - wenn überhaupt. Woher kommt das Uran? Wofür braucht man Uranmunition? Von einem Atomkrieg war nie die Rede. Das zerfällt ja ewig, das wird ja nie wieder gut.

Als ich die Bilder sah, wurde mir schon anders im Bauch. Wie gut, dass meine 1-jährige Tochter gesund ist ...

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ingenieur 02.01.2013, 17:31
3.

Ziemlich perfide: Ausgehend von der Frage, ob solche Bilder zumutbar sind, wird dem Leser ohne große Erläuterung klargemacht, wer für die gezeigten und ohne Frage fürchterlichen Schicksale verantwortlich ist.

Aber: Missbildungen bei Föten und Neugeborenen gab und gibt es immer und überall. Das Auftreten von Missbildungen pauschal auf die Verwendung von Uranmunition zurückzuführen ohne jeglichen statistischen Vorher-Nachher- Vergleich beizubringen ist somit keine saubere journalistische Arbeit, sondern nichts als Angstmache vor der bösen radioaktiven Strahlung.

Nicht einmal in Hiroshima war ein vermehrtes Auftreten von Missbildungen feststellbar, dies ist außerordentlich gut dokumentiert. Es ist für mich daher auch nur schwer vorstellbar, wie es zu dem behaupteten Mechanismus kommen soll.

Naja, Hauptsache, wir sind mal wieder alle ganz furchtbar betroffen.

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La Strega 02.01.2013, 17:34
4.

Mich wundert es wirklich, dass Kriege nach wie vor, bzw. mehr denn je akzeptiert werden. Und Deutschland ist wieder mittendrin.
Egal wie man es nennt: Friedenstruppe, Eingreiftruppe, bewaffneter Konflikt.
Da sterben immer Menschen und es trifft nie diejenigen, die mangels politischer Umsicht oder EInsicht diese Kriege angezettelt haben. Und jede Grossmacht die sich aus scheinbar humanitären Gründen engagiert, verdient. Kriege sind dreckig, Kriege sind tötlich, Kriege sind populär wie nie. Auch von sowas perversem wie Militärpfarrern gesegnete Panzer töten. Kriege sind da um zu töten, Kriege offenbaren die niedrigsten Instinkte.
Hallo? Wer tut denn da entsetzt bei Fotos von verstümmelten Körpern, zerfetzten Kindern, Leichen in Blutpfützen?
Wer will einem denn weismachen, dass Kriege heutzutage "humaner" werden? Grossverdiener, Lobbyisten, Zyniker und ganz dumme Leute.
Insofern: es wird sich nichts ändern, auch wenn noch so viele furchtbare Gräuelbilder gezeigt würden.
Aber, wir können ja dann alle schön anonym spenden und brauchen uns keine weiteren Gedanken zu machen.
Und he: unser Wirtschaftswachstum passiert auch auf dem Rücken solcher Tragödien!

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plattschwanz86 02.01.2013, 19:14
5.

fotografisch festgehaltene einzelfälle sind leider kein beweis für irgendwas, genauso wenig das subjektive empfinden von "ärzten, einwohnern, betroffenen". ich kann da ingenieur nur zustimmen.

zur frage "warum uranmunition?" kann ich den wikipediaartikel empfehlen (http://de.wikipedia.org/wiki/Uranmunition). hat auch einige interessante informationen zum thema toxizität und radioaktivität der geschosse. soweit ich weiß wird solche munition auch fast ausschließlich zur bekämpfung von panzern verwendet. mangels panzerschlachten glaube ich nicht, dass im irak allzu große mengen davon verschossen wurden. uran ist ja auch nicht gerade billig zu haben. nichtsdestotrotz scheint es ja nicht grade eine fülle von studien zum thema zu geben, zumindest nichts öffentlich zugängliches.

so eine provokative story könnte zumindest mehr interesse am thema wecken, auch wenn ich es für sehr vorschnell halte, der uranmunition den schwarzen peter zuzuschieben. in einem krieg gibt es auch genug andere faktoren, bei denen ich mir zumindest vorstellen könnte, dass sie genotoxisch wirken. man denke mal an verschmutzung, unterernährung und armut. ich erinnere mich noch an die bilder von irakis, die 2003 dreckwasser aus pfützen trinken mussten, weil die wasserversorgung in weiten teilen baghdads zusammengebrochen war und die imame amerikanische hilfeleistungen öffentlich verteufelt haben.

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celan23 02.01.2013, 19:56
6.

Die Frage ist gar nicht die, ob und welche Bilder gezeigt werden dürfen, sondern warum es möglich ist, dass mit Uran angereicherte Waffen im Einsatz sind. In Deutschland werden Uranwaffen produziert. Der Staat verdient Milliardensummen mit dem Verkauf. Natürlich sollten wir genau hinsehen, worauf unser Wohlstand gründet.
http://www.uranmunition.de/cms/bwabschaffen/broschueren/uran/4URANmunition.pdf

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SirCadogan 02.01.2013, 21:09
7.

@ celan23: Danke - einen Link zu den ganz krassen Bildern gibt es übrigens auch auf dieser Seite, wenn man sich von der Startseite kommend zur Broschüre durchklickt ... Wie "echt" diese Bilder sind, kann ich nicht sagen, aber dagegen sind Herr Werners Bilder noch sehr sozialverträglich...

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8.

Ein kurzer Hinweis für alle Leser, die mehr über Uranmunition lesen möchten: DER SPIEGEL und SPIEGEL ONLINE haben schon vor einigen Jahren darüber berichtet:
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/uranmunition-im-irak-das-strahlende-vermaechtnis-der-alliierten-a-278417.html
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-18257520.html
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-7851702.html

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spinatpute 03.01.2013, 18:04
9.

Darf man bei so einem Thema überhaupt Bildkritik äussern? Ein sensibles Thema fotografisch unsensibel umgesetzt. Pseudodramatisches Schwarz/Weiss mit schlechten Bildaufbauten und unpassenden Perspektiven. Die an sich bewegende Geschichte hätte deutlich besser Bilder verdient.

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