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Die Kinder des Irak-Krieges: Wie schonungslos dürfen Fotos sein?

 

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pellifunky 08.01.2013, 17:05
10.

Ich finde gut, dass der Spiegel so offen zeigt, wie schwer er sich mit der Veröffentlichung dieser Bilder tut. Kritik wie z.B. die, dass es hier nur darum ginge, die Leser betroffen zu machen, Angst vor Radioaktivität zu schüren oder dass schlecht recherchiert wurde ist bei so was ja zu erwarten. Dabei werden die Quellen aller Informationen ja sehr genau beschrieben. Gerade bei Themen, die emotional ans Eingemachte gehen, wird ja oft sehr unsachlich diskutiert. Aber ist nicht das entscheidende, dass über Themen von solcher Wichtigkeit überhaupt diskutiert wird?

Das in Gang zu setzen ist etwas, was der Spiegel leisten kann und ein sehr hohes Gut. Meiner Ansicht nach um ein vielfaches wertvoller und entscheidender als die Frage, ob sich jemand beim Kaffeetrinken an den Bildern erschrecken könnte. Deshalb finde ich es schade, dass sich ein seriöses Magazin wie der Spiegel so schwer tut, solche Bilder zu veröffentlichen. Wenn schon nicht der Spiegel, wer dann? Aber scheinbar will die Redaktion ja die Meinung der Leserschaft, weil sie sich eben unsicher ist.

Deshalb dazu meine Meinung: Fotos haben eine weit unterschätzte Anpassungsfähigkeit. Leute, die sich für bestimmte Bilder überhaupt nicht interessieren, trotzdem kurz einen Blick beim Durchblättern darauf werfen, haben sie nach zwei Minuten wieder vergessen. Davon bin ich überzeugt. Selbst wenn die Bilder noch so schrecklich sind. Weil es eben doch ein riesiger Unterschied ist, ob man etwas mit eigenen Augen sieht, oder "nur" auf einem Foto. Leute, die sich hingegen für ein bestimmtes Thema interessieren, können durch Fotos von einem Moment zum nächsten in eine komplett andere Welt eintauchen und sich darauf einlassen. Und dann gibt es noch die, die sich unendlich darüber aufregen können, mit etwas konfrontiert zu werden, womit sie nicht konfrontiert werden möchten. Meiner Meinung sind das Leute, die sich einerseits nicht abgrenzen können, mit dem Umgang von Leid in bestimmter Weise selbst überfordert sind, aber dann andere dafür verantwortlich machen.

Meiner Meinung nach sollte der Spiegel vor solchen Leuten keine Angst haben. Themen wie diese sind um ein so vielfaches wichtiger. Ich würde mir wünschen, dass der Spiegel wesentlich mehr auf seine Leserschaft vertraut, die sicher Konfrontation mit schwierigen Themen nicht scheut. Ganz im Gegenteil. Ich bin mir sicher, dass es sehr viele Menschen gibt, die sich einen offenen Umgang mit solchen Themen wünschen, und angemessen damit umgehen können. Ich denke, dass es die Mehrzahl ist, aber eben auch Leser sind, die man nicht hört und deshalb wohl auch nicht wahrnimmt, weil sie sich zu einer bestimmten einzelnen Veröffentlichung eben gar nicht öffentlich äussern.

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Rainer Helmbrecht 09.09.2013, 08:53
11.

Zitat von pellifunky
Ich finde gut, dass der Spiegel so offen zeigt, wie schwer er sich mit der Veröffentlichung dieser Bilder tut. Kritik wie z.B. die, dass es hier nur darum ginge, die Leser betroffen zu machen, Angst vor Radioaktivität zu schüren oder dass schlecht recherchiert wurde ist bei so was ja zu erwarten. Dabei werden die Quellen aller Informationen ja sehr genau beschrieben. Gerade bei Themen, die emotional ans Eingemachte gehen, wird ja oft sehr unsachlich diskutiert. Aber ist nicht das entscheidende, dass über Themen von solcher Wichtigkeit überhaupt diskutiert wird? ....................
Ich möchte Ihrem Beitrag uneingeschränkt zu stimmen, aber leider geht die Presse bei anderen Themen weit sorgloser mit dem Leser um. Die Berichterstattung ist mir zu reißerisch, aber da ist ein nacktes Mädchen der Anreißer für jeden Müll, da wäre Selbstbeschränkung angebrachter.

MfG. Rainer

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rabenkrähe 09.09.2013, 16:17
12. jaja

Zitat von sysop
 
.........

Gute Fotos spiegeln die Realität. Und das ist gerade in Kriegsdingen gut so. Es wird ja gerade von der Kriegspropaganda der jeweiligen Seiten so getan, als kämpfen und fielen da nur Maschinen und Helden. Die Wirklichkeit ist eine ganz andere, sie betrifft dann Kinder, Alte, Frauen und Zivilisten. Und dieses Drama kann gar nicht grell genug gezeigt werden!
rabenkrähe

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fakeraol 10.09.2013, 01:47
13.

Warum öffnet die Dekontaminationsschleuse im Atomkraftwerk wohl nicht, solange auch nur ein einziges strahlendes Partikel noch gemessen wird?
Warum wurde Dr. S. H. Günther in Deutschland wegen eines einzigen Urangeschosskerns behandelt wie ein Schwerverbrecher, wenn laut "ingeneur" und "plattschwanz86" eine Gefährlichkeit doch garnicht bewiesen ist?
Ich lade Euch beide zum Urlaub in Basra ein incl. Eurer Kinder.

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