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Die Tempel von Uxul: Unter Schlangengewalt
Archäologisches Projekt Uxul/ Dr. Kai Delvendahl

Lange war das Maya-Königreich Uxul verschollen, nun wird es von Archäologen freigelegt. Ein Deutscher leitet die Ausgrabung und berichtet von überraschenden Funden: den deutlichen Spuren einer hundertjährigen Fremdherrschaft.

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redbayer 20.04.2014, 08:23
1. Viel Arbeit, viel Geld, um etwas über die Vergangenheit

der Maya und Uxul herauszufinden und was machen wir damit?
Auch diese Geschichte, wie fast jede zeigt, dass das Überleben von Gesellschaften durch zwei Menschentypen geprägt wird, solchen die etwas
1) aufbauen, erfinden, erschaffen, sich kümmern und wachsen lassen - hier die Ingenieure, Bauern, Arbeiter, Handwerker mit gewaltigen Bauten, Wasserbecken in Stein, Werkzeugen, Infrastruktur etc. und
2) Typen die etwas zerstören, Gewalt ausüben, anderen etwas wegnehmen, sie unterjochen, beherrschen und töten - - hier die Häuptlinge, Priester, Führer, Politiker, Krieger, Feldherren und Herrscher etc.

In Uxul hat der "Aufbautyp" offenbar die Schlachten verloren, sei es gegen die "Zerstörer" (Typ 2) und gegen die Natur u.a. Dürrekatastrophen und damit ist diese Gesellschaft untergegangen.

Da hat sich bis heute nichts geändert. Nur hat sich der Zerstörertyp wie "Politiker und Herrscher" sehr stark ausgedehnt und ist dabei den Aufbautyp bald völlig zu beherrschen (über Gesetze, Verwaltung, Erziehung und Indoktrination).

Falls wir überhaupt noch aus der Geschichte lernen wollen/können dann hieße das, mit aller Gewalt gegen den Typ 2 Menschen vorzugehen und Herrschaft, politische Präsenz, Indoktrination etc. auszurotten, damit die Menschheit erleben kann.

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Kurt Kraus 20.04.2014, 10:15
2. Ohne Funktionseliten geht es nicht

Nur eine Zentralgewalt kann Resourcen aus dem Konsum in Infrastruktur umlenken. Mit der Organisation ging der Kampf gegen den Wassermangel verloren und es kam der Absturz in die Subsistenzwirtschaft. Auch hier mal wieder die erschreckenden Menschenopfer, die man aus allen südamerikanischen Hochkulturen kennt, dagegen war die blutige Kolonialherrschaft der Spanier vermutlich ein Fortschritt.

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muellerthomas 20.04.2014, 10:27
3.

Zitat von redbayer
Auch diese Geschichte, wie fast jede zeigt, dass das Überleben von Gesellschaften durch zwei Menschentypen geprägt wird,.
Warten Sie, ich öffne Ihnen die beiden Schubladen, die eine für weiß, die andere für schwarz, dann ist alles schön säuberlich und einfach sortiert.

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obrunio 20.04.2014, 10:39
4. Lächerlicher Mißbrauch

Lieber Redbayer, Ihre politische Denkrichtung ist wohl bekannt. Freuen Sie sich daran. Von der Maya Kultur haben Sie allerdings keine Ahnung.

Ich habe im angeblich verschollenen Uxul bei einer meiner Dschungeltouren in den 90er Jahren mal die Silvesternacht verbracht. Der gesamte mexikanisch/guatemaltekische Dschungel ist von hunderten Mayastätten übersäht. Alle Gräber sind aufgebrochen, viel wertvolle Keramik achtlos zerbrochen bei der Suche nach den wertvollen Exemplaren. Sammler zahlen jedes Jahr zig Millionen für das Raubgut.

Ausser den Archäologen kann sich eigentlich jeder das ganze Jahr da bewegen. Und das Wasser tragen gemeinhin die Mulis... Über die Archäologen und ihre gigantische Infrastruktur lächeln sie im Dschungel. Habe selbst oft in den verlassenen Camps genächtigt.

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syracusa 20.04.2014, 10:49
5.

Zitat von redbayer
der Maya und Uxul herauszufinden und was machen wir damit? Auch diese Geschichte, wie fast jede zeigt, dass das Überleben von Gesellschaften durch zwei Menschentypen geprägt wird, solchen die etwas 1) aufbauen, erfinden, erschaffen, sich kümmern und wachsen lassen - hier die Ingenieure, Bauern, Arbeiter, Handwerker mit gewaltigen Bauten, Wasserbecken in Stein, Werkzeugen, Infrastruktur etc. und 2) Typen die etwas zerstören, Gewalt ausüben, anderen etwas wegnehmen, sie unterjochen, beherrschen und töten - - hier die Häuptlinge, Priester, Führer, Politiker, Krieger, Feldherren und Herrscher etc.
Das ist eine recht naive Sicht der Entwicklung von Zivilisationen. Sie hält schon einfachsten Überlegungen nicht stand.

Es gab in der Menschheitsgeschichte noch niemals eine technisch hoch entwickelte Zivilisation (in der also von körperlicher Arbeit freigestellte Ingenieure und Wissenschaftler kreative Entdeckungen und Erfindungen durchführen konnten), die nicht zugleich auch sozial hierarchisch gegliedert war und deshalb über Häuptlinge, Priester, Führer, Politiker, Krieger, Feldherren und Herrscher verfügte, die diese Kultur beherrschten. Gerade die von uns als die am wertvollsten erachteten Werke der Architektur und der bildenden Kunst entstanden unter den brutalsten Gewaltherrschern aller Zeiten.

Man muss also - leider - annehmen, dass eine technologische Zivilisation nur unter den Rahmenbedingungen einer stark ausgeprägten sozialen Hierarchie entstehen kann.

Die entscheidende, bislang noch offene Frage ist aber: kann eine technologische Zivilisation die soziale Hierarchie abschaffen. Bislang ist das nur rudimentär gelungen, und glücklicherweise leben wir in einer solchen, ansatzweise demokratischen und auf Gleichheit aller Bürger bauenden Zivilisation.

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Trondesson 20.04.2014, 10:49
6.

Zitat von redbayer
der Maya und Uxul herauszufinden und was machen wir damit? Auch diese Geschichte, wie fast jede zeigt, dass das Überleben von Gesellschaften durch zwei Menschentypen geprägt wird, solchen die etwas 1) aufbauen, erfinden, erschaffen, sich kümmern und wachsen lassen - hier die Ingenieure, Bauern, Arbeiter, Handwerker mit gewaltigen Bauten, Wasserbecken in Stein, Werkzeugen, Infrastruktur etc. und 2) Typen die etwas zerstören, Gewalt ausüben, anderen etwas wegnehmen, sie unterjochen, beherrschen und töten - - hier die Häuptlinge, Priester, Führer, Politiker, Krieger, Feldherren und Herrscher etc. In Uxul hat der "Aufbautyp" offenbar die Schlachten verloren, sei es gegen die "Zerstörer" (Typ 2) und gegen die Natur u.a. Dürrekatastrophen und damit ist diese Gesellschaft untergegangen. Da hat sich bis heute nichts geändert. Nur hat sich der Zerstörertyp wie "Politiker und Herrscher" sehr stark ausgedehnt und ist dabei den Aufbautyp bald völlig zu beherrschen (über Gesetze, Verwaltung, Erziehung und Indoktrination). Falls wir überhaupt noch aus der Geschichte lernen wollen/können dann hieße das, mit aller Gewalt gegen den Typ 2 Menschen vorzugehen und Herrschaft, politische Präsenz, Indoktrination etc. auszurotten, damit die Menschheit erleben kann.
..womit Typ 1 dann gleichermaßen zum Typ 2 mutiert, und das Ganze von vorne losgeht. Der Mensch kann nicht aus seiner Haut und wird als Gesamtheit voraussichtlich nicht zur Erleuchtung gelangen, zumindest nicht ohne Hilfe von außen, und zur Zeit sieht es nicht danach aus, daß diese Hilfe rechtzeitig eintreffen wird.
Trotzdem ein interessanter Artikel.

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Celegorm 20.04.2014, 10:54
7.

Zitat von redbayer
In Uxul hat der "Aufbautyp" offenbar die Schlachten verloren, sei es gegen die "Zerstörer" (Typ 2) und gegen die Natur u.a. Dürrekatastrophen und damit ist diese Gesellschaft untergegangen.
Ihr Weltbild ist in naiver Weise schwarz-weiss. Es ist schlicht Unsinn, dass sich die Menschen in zwei grundlegend verschiedene "Typen" o.ä. unterteilen lassen. Wenn man schon Ihre Definition verwenden will, dann ist doch jeder Mensch beide "Typen" gleichzeitig, höchstens mit etwas unterschiedlicher Ausprägung.

Entsprechend ist es natürlich auch Quatsch, so zu tun, als wären die grundgütigen, fleissigen Uxuler von den bösen Knilchen aus Calakmul unterjocht und zerstört worden. Das richtige Leben ist leider kein Hollywood-Film, aber genau nach solch einem klingt ihr gut-böse Schema. Die Tatsache ist aber halt, dass hier lediglich der Grössere den Kleineren gefressen hat, was den Kleineren nicht besser macht. Vermutlich hätte Uxul mit seinen Nachbarn gleich verfahren, hätte es dazu die Stärke gehabt. Gleichzeitig kam Calakmul nicht zu seiner Grösse, indem es nur zerstörerisch agiert hat.

Darum schlägt auch Ihre Analogie für die Gegenwart fehl. Im Gegenteil, es ist eben gerade ein Grundfehler, so zu tun, als kämen Politiker und Eliten von Mars und wären bis in den Kern völlig anders als der liebe, kleine Bürger von der Venus. Die Realität ist aber auch hier gleichermassen, dass sich letztlich die Menschen da nicht unterscheiden und es eher die Position/Situation an sich ist, die letztlich jeden mehr oder weniger korrumpiert. Auch wenn die Erkenntnis unangenehmer sein dürfte als zu glauben, Menschen wären entweder durch und durch gut oder verkommen..

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dr.lk 20.04.2014, 11:20
8. Fortschritt?

Was soll denn bitte an einem Genozid, zumal an mehreren Hochkulturen, fortschrittlich sein? Mir ist nicht bekannt, dass die mordenden angeblichen Christen aus Spanien jemals so etwas zustande gebracht haben wie die Mittel- und Südamerikaner. Wer weiß, was diese Völker noch alles erreicht hätten, hätte man sie in Ruhe gelassen (siehe unsere Hochkultur, die griechische)...

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xtechnokratx 20.04.2014, 13:46
9. Ihre

Zitat von redbayer
der Maya und Uxul herauszufinden und was machen wir damit? Auch diese Geschichte, wie fast jede zeigt, dass das Überleben von Gesellschaften durch zwei Menschentypen geprägt wird, solchen die etwas 1) aufbauen, erfinden, erschaffen, sich kümmern und wachsen lassen - hier die Ingenieure, Bauern, Arbeiter, Handwerker mit gewaltigen Bauten, Wasserbecken in Stein, Werkzeugen, Infrastruktur etc. und 2) Typen die etwas zerstören, Gewalt ausüben, anderen etwas wegnehmen, sie unterjochen, beherrschen und töten - - hier die Häuptlinge, Priester, Führer, Politiker, Krieger, Feldherren und Herrscher etc...
Analyse ist meiner Ansicht falsch, es stimmt es gibt Menschen die etwas aufbauen aber die neigen nicht dazu größere soziale Projekte zu stemmen, dies kann nur durch ihre Gruppe 2 erreicht werden. Um ein Projekt wie das anlegen eines großen Wasserspeichers, oder einer Pyramide, einer großen Mauer etc., den gewaltigen Viaduktsystemen der Römer benötigt man Gruppe 2 nur diese ist in der Lage ausreichend Menschen zu versammeln und zu steuern um diese Projekte zu stemmen.

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