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Drohende Prokon-Pleite: Die Schuld der Anleger
DPA

75.000 Menschen bangen um ihr Geld, weil sie auf die Renditeversprechen des Ökounternehmens Prokon reingefallen sind. Schon fordern Verbraucherschützer und Politiker strengere Regeln. Dabei haben die betroffenen Anleger in erster Linie selbst Schuld. Drohende Pleite von Prokon: Die Schuld der Anleger - SPIEGEL ONLINE

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nómos 14.01.2014, 19:32
100. Äpfel - Birnen - Pflaumenbrei! Es gibt Unterschiede - Bitte differenzieren!

Zitat von AnkeBaum-Nilsson
natürlich darf man keinen Anleger betrügen. Aber der Anleger darf auch gerne mal nachdenken, bevor er sein Geld irgendwelchen fragwürdigen Angeboten hinterher wirft. Wenn eine Geldanlage so viel Rendite abwirft wie eine portugiesische oder griechische Staatsanleihe, dann muss ich misstrauisch werden. Ob ich die Welt retten will oder nicht. Übrigens gilt das gleiche, wenn es mir nicht um den Zins, sondern um die gesellschaftlichen, umweltpolitischen Vorzüge dieser Geldanlage geht. Ich will doch wissen, wem ich mein Geld gebe um die Welt zu retten! Eine Gute Idee ist immer die Verbraucherzentrale zu fragen.
Da ist er wieder, der hinkende unfaire Vergleich. Leider machen da auch angebliche Fachjournalisten keine Ausnahme.

Eurostaatsanleihen sind keine Genussrechte. Eine normal verzinste zehnjährige griechische Staatsanleihe von 2004 notierte Ende 2010 noch über pari. Die betrogenen Anleger, die sichere Eurostaatsanleihen gekauft haben, werden immer wieder mit den Spekulanten in einen Topf geworfen.

Finanztest oder andere Verbraucherschützer haben diese Staatsanleihen nach dem Eurobeitritt nicht mit Genussrechten in einen Topf geworfen, sondern als mögliche langfristige Kapitalanlage genannt.

Welcher Anlageberater oder verantwortliche Anleger einer Versicherung hat denn z.B. 2004 griechische Staatanleihen als Schrottpapiere gesehen? Was hat sich da im Euroland entwickelt, wenn selbst Staatsanleihen zu Schrottpapieren verkommen und mit Genussrechten im Brei zerstampft werden?

Mündelsicher, Rechtsstaatlichkeit, Staatshaftung, Seriosität, Steuergerechtigkeit, Leistungsfähigkeitsprinzip .... kann man aus dem Wörterbuch schon streichen?! So wird das nichts mehr.

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crimsonking24 14.01.2014, 19:33
101. Stöhn!

Zitat von Fletsch
Natuerlich kann man den Anlegern vorwerfen, sich nicht genuegend mit dem Unternehmen, oder dem Effekt "Genussschein" auseinandergesetzt zu haben. Aber wir leben in einer Welt, in der wir vor allem Gefaehrlichen mit grossen roten Plakaten gewarnt werden. Nur bei der Geldanlage nicht. Man erwartet vom Buerger ja auch nicht, dass er die chemische Zusammensetzung von Kopfschmerztabletten kennt. Wir gehen einfach davon aus, dass alles, was wir kaufen mkoennen, auch "sicher" ist. das sollte bei Geldanlagen nicht anders sein.
Nach Lehman gibt es keine Entschuldigung mehr!!

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IchHabDaMal'nFragezeichen 14.01.2014, 19:34
102. Prokon-Anleger kündigen knapp 188 Millionen Kapital

Glaubt der Spiegel jetzt plötzlich, was auf der Prokon Homepage steht?

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Harald Schmitt 14.01.2014, 19:34
103. man sollte seine Versprechen schon halten

es ist einfach den Anlegern die volle Schuld zu geben aber wenn jeder mit unerfüllbaren Versprechen werben darf ohne dafür gerade stehen zu müssen ist es auch nicht richtig.
Wofür haben wir die Bafin? Auf jedes Produkt muss der Händler 24 Monate Gewährleistung geben und bei Bankprodukten liegt das ganze Risiko beim Anleger. Das sollte so nicht sein oder der Risikohinweis mindestens genauso groß gedruckt wie die versprochene Rendite!
Das Politiker nicht das machen was sie versprechen ist normal aber auf irgendwas muss man sich mal verlassen können. Für falsche Angaben muss der Anbieter haften.

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tomymind 14.01.2014, 19:35
104.

Zitat von gaggly1
Der Schreiber dieses Kommentars erweist sich vor allem in Gedankenlosigkeit und Uninformiertheit ganz groß. Das ist ja auch viel leichter, als etwa eine Recherche zu betreiben. Mit Recherche hätte der Autor nämlich herausfinden können, dass die Risiken von Prokon durchaus transparent gemacht wurden, dass die Anleger - zumindest die meisten - das Risiko also bewusst eingegangen sind. Vielleicht genauso bewusst, wie ein anderer auf Aktien setzte während wieder ein anderer ein Sparbuch aufgelöst haben mag, um sich von dem Geld einen Goldbarren zu kaufen (oder gar einen Anteil an einer Uran-Mine, in der Hoffnung auf die näxte Energiewende - warum sollte nicht auch da mit etwas Glück was rausspringen?) Vielleicht hat sogar jemand auf einen Mix aus verschiedenen Anlageformen gesetzt? Ich würde jedenfalls nicht darauf wetten, dass die hier pauschal als naiv, dumm und hirnlos beleidigte Gruppe im Durchschnitt einen geringeren IQ aufweist als etwa der - wiederum duchschnittliche - SPON-Schreiberling. Und von wegen "seriös" - wenn SPON da mal nicht das Glashaus ist.
Wo wurde bitte jemand in diesem Artikel als "naiv, dumm und hirnlos " bezeichnet? Da ärgert sich anscheinend jemand über sich selber. Gratulation an den Autor, übrigens erinnere ich mich an Prokon-Warnungen in anderen Medien, diese wurden mit der gleichen religiösen Inbrunst zurückgewiesen wie jetzt.

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erlachma 14.01.2014, 19:35
105.

Zitat von titopoli
"Gier frißt Hirn" ist die falsche Metapher, denn sicher hätten die 75.000 auch bei 4% Rendite investiert. Nein, es war der tiefgrüne Touch der Annoncen und Prospekte, der eine heile Welt verhieß, eine Welt des Guten. Deswegen konnte man die Welt der harten, unbarmherzigen Zahlen vergessen, zumal jeder in Deutschland über die hohen Subventionen für die Windenergie sprach - der Staat also dahinter stand - ja eigentlich und irgendwie garantierte. Nicht "Gier frißt Hirn" sondern "Glaube frißt Hirn" oder "Gut gemeint ist nicht gut getan"
Naja, so falsch ist das ja auch nicht - wenn man nach der Amortisation die Rendite von Windkraftanlagen ansieht, sind 8% eher wenig. Möglicherweise kann man sogar ab dem Zeitpunkt, wo die Anlagen laufen aber noch nicht amortisiert sind, diese Rendite bezahlen.
Das Problem ist, dass man (seitens Prokon) nicht während der Investitionsphase, in der keine Einnahmen fließen, solche Anreize setzen kann, ohne entsprechend sicher auf das Geld bauen können. Das hätte man als Verbraucher durchschauen können.
Meiner Meinung nach hätten zwei Dinge gegeben sein müssen: eine niedrigere Rendite bei einer höheren Erfolgsvergütung. Und eine Haltefrist > 10 Jahre.

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motobyce 14.01.2014, 19:38
106. prokon

es ist doch wohl der hammer, dass die Betrüger mit den Worten...man hätte ja wissen müssen,,,,,,noch in Schutz genommen werden und den betrogenen kriminelle Gier unterstellt wird.

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crimsonking24 14.01.2014, 19:38
107. Ganz sicher?

Bei Prokon waren es eben nicht Zocker, die mit synthetischen Papieren spekulieren, sondern viele Privatleute, die eine Alternative z.B. zu den abgeschafften Bundesschatzbriefen gesucht haben. Diese Anleger sind eher Opfer des Euro-Rettungswahns durch die EZB und Schäuble hat das Geld hinterher geworfen bekommen, negative Rendite! Nein, die Mittelschicht wird hier über den Tisch gezogen und ausgenommen wie eine Weihnachtsgans. Warum und wieso kann man nachlesen.

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audio2000 14.01.2014, 19:41
108. Wer für Windräder ist, kann kein Betrüger sein......oder?

"Gier frisst Hirn" - ja. Aber auch "Öko-Label frisst Hirn"....
In Deutschland wurde die sogenannte "Energiewende" völlig unkritisch in den Himmel gelobt. Atom ist ganz böse, Wind und Sonne ganz super toll. Und "die Sonne schickt keine Rechnung".
Mit dem Werbespruch "Wind statt Atom" kann jeder Betrüger in Deutschland ungestört den Anlegern das Geld aus der Tasche ziehen. Denn wer die Welt retten will, kann ja nur ein guter Mensch sein....

Ich bin froh, dass diese ganze Wind- und Sonnenblase endlich platzt und in Deutschland hoffentlich wieder etwas Rationalität und Vernunft einkehrt....

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pertinaxmaximus 14.01.2014, 19:42
109. ich freue mich für Herrn Kaiser, ...

...dass er so ungemein kluch ist und zu den vielen Leuten gehört, die hinterher immer ganz genau wissen, was andere vorher hätten anders machen müssen. Solche Spiegel-Redaktöre braucht das Land, und zwar massenweise.

Und wenn er jetzt auch noch ein bisschen von seinem überragenden Volkswirtschaftswissen auf uns herabregnen lassen könnte... und uns ganz genau sagen kann, ab welchem Prozentsatz welche Anlageform unter welchen Bedingungen seriös ist... Ach Verzeihung, das erfordert ja Sachkenntnis und nicht bloß Rhetorik (die sich bei ihm übrigens nur auf korrekte Grammatik beschränkt, aber immerhin).

Schön, er hat nun gesagt, was alle sagen - und nun?

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